"Zuerst!" ist das Allerletzte

antifa 10.09.2010 18:05 Themen: Antifa Bildung
Brau­ner Dreck bleibt brau­ner Dreck – egal wie er ver­packt ist

Seit De­zember 2009 er­scheint eine neue ex­trem rech­te Mo­nats­zeit­schrift mit dem Namen “Zu­erst!“, die im ge­sam­ten Bun­des­ge­biet ver­trie­ben wird. Sie ist nun auch in Frei­burg an ver­schie­de­nen Ki­os­ken und Läden er­hält­lich. “Zu­erst!” kommt un­auf­fäl­lig daher und sieht Ma­ga­zi­nen wie dem Spie­gel oder der NEON in ihrer Hoch­glanz-​Auf­ma­chung ähn­lich. Doch die In­hal­te haben es in sich.
Ver­schwö­rungs­theo­ri­en, Aus­län­der­feind­lich­keit, Hetze gegen Ho­mo­se­xu­el­le und Po­li­ti­ker wie den Grü­nen Cem Öz­de­mir, dem nach der Logik „Blut ist di­cker als Was­ser“ vor­ge­wor­fen wird, Teil einer „eng­ma­schi­gen Tür­ken-​Lob­by“ zu sein. Eben­falls wird über die Leug­nung des or­ga­ni­sier­ten Mas­sen­mor­des an den eu­ro­päi­schen Juden und Ge­schichts­re­vi­sio­nis­mus wohl­wol­lend be­rich­tet. Ar­ti­kel über den ver­ur­teil­ten Ho­lo­caust-​Leug­ner Ernst Zün­del wer­den ge­nau­so pro­mi­nent plat­ziert wie Hetze über den „Rechts­bruch“ von Dres­den. Ge­meint sind hier­bei die Blo­cka­den im Fe­bru­ar 2010, bei denen An­ti­fa­schis­ten aus dem ge­sam­ten Bun­des­ge­biet den größ­ten Na­zi­auf­marsch Eu­ro­pas blo­ckier­ten. Kurz: Alle The­men der ex­tre­men Rech­ten wer­den von die­ser se­ri­ös wir­ken­den Zeit­schrift ab­ge­deckt und mit wahn­haf­ter Rhe­to­rik ver­brei­tet.

Ver­ant­wort­lich als Chef-​Re­dak­teur ist Gün­ther De­sch­ner, der schon für die re­ak­tio­nä­re Wo­chen­zei­tung Junge Frei­heit schrieb. Als Ko­lum­nist kommt auch der Rechts­au­ßen-​Re­pu­bli­ka­ner und ehe­ma­li­ge „Na­ti­on & Eu­ro­pa“-​Mither­aus­ge­ber Ha­rald Neu­bau­er re­gel­mä­ßig zu Wort. „Na­ti­on & Eu­ro­pa“, das eines der wich­tigs­ten Theo­rie-​ und Stra­te­gie­or­ga­ne in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land für die Fa­schis­ten war, wurde zu Guns­ten der „Zu­erst!“ ein­ge­stellt. Damit ist klar, wohin sich die­ses Ma­ga­zin ent­wi­ckeln soll. Näm­lich als schi­ckes Pro­pa­gan­da-​Blatt mit Scha­nier­funk­ti­on zwi­schen der kon­ser­va­ti­ven und ex­tre­men Rech­ten.

Der Ver­such der Fa­schis­ten, durch eine se­riö­se Optik in die Mitte der Ge­sell­schaft vor­zu­drin­gen, ist nicht neu. Un­ter­schätzt wer­den darf die Ge­fahr, die von einer sol­chen Zeit­schrift aus­geht, nicht. Vor allem dann, wenn brau­ne Pro­pa­gan­da nur einen Griff von der eta­blier­ten Pres­se ent­fernt liegt. Wir wer­den mit allen Mit­teln ver­hin­dern, dass die Nazis in Frei­burg und Um­ge­bung ihren Dreck ver­brei­ten kön­nen und so das ge­sell­schaft­li­che Klima wei­ter ver­gif­ten.

Ver­ant­wort­lich für den Ver­trieb in un­se­rer Stadt und der Re­gi­on ist die „Süd­west­ver­trieb Buch- und Pres­se­gros­so GmbH & Co KG“, wel­che ihr Büro in der Wöh­ler­stra­ße 14 in Frei­burg hat. Wir for­dern die­sen Ver­trieb hier­mit nach­drück­lich auf, sich nicht wei­ter an der Ver­brei­tung von fa­schis­ti­scher Pro­pa­gan­da zu be­tei­li­gen und den Ver­treib der „Zu­erst!“ in ihrem Ein­zugs­ge­biet ein­zu­stel­len.

Fa­schis­mus ist keine Mei­nung, son­dern ein Ver­bre­chen!

www.antifaschistische-linke.de

Flyer: Vor­der­sei­te | Rück­sei­te

Mehr In­for­ma­tio­nen:
Kam­pa­gne der A.L.I. (Göt­tin­gen)
Kam­pa­gne des Ham­bur­ger Bünd­nis­ses gegen Rechts
Be­richt bei End­sta­ti­on Rechts
Be­richt im NPD-​Blog
Be­richt in der taz
NDR-​Bei­trag
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Ergänzungen

Kampagne gegen rechte Zeitungen!

Mariah M. 10.09.2010 - 23:06
Kampagne in Berlin-Brandenburg nicht nur gegen die "Zuerst!", sondern auch gegen andere rechte Zeitungen:

Let’s push things forward – Kampagne gegen rechte Zeitungen!

An vielen Kiosken und in etlichen Supermärkten und Bahnhofsbuchhandlungen werden tagtäglich ganz offen rechte Zeitungen angeboten. Das reicht vom Monatsmagazin „Zuerst!“ über die Wochenzeitung „Junge Freiheit“ bis zur NPD-Parteizeitung „Deutsche Stimme“.
Auf den ersten Blick ist die inhaltliche Ausrichtung der Zeitungen zwar sehr unterschiedlich – von rechts-konservativ bis offen neonazistisch ist alles dabei und die Grenzen sind oft fließend. Gemeinsam haben alle aber eine Festschreibung von Individuen aufgrund von z.B. Geschlecht oder Herkunft. Diese Festschreibungen gibt es nicht nur am „rechten Rand“, vielmehr sind sie einer der Grundpfeiler unserer Gesellschaft und stehen einer Welt, in der alle wirklich die gleichen Möglichkeiten und Rechte haben, entgegen.
In den entsprechenden Zeitungen werden aber etwa Nationalismus oder autoritäre Hierarchie- und Ordnungsvorstellungen in noch ausgeprägterer Form verbreitet. Sie propagieren also etwas, das unseren Vorstellungen von einer solidarischen Gesellschaft noch weniger entspricht als die aktuelle. Deshalb sind sie Ziel der Kampagne und sollen aus dem offenen Verkauf gedrängt werden.
Dafür ist es natürlich wichtig die Kioskbetreiber_innen über die Zeitungen zu informieren und sie aufzufordern diese nicht mehr oder zumindest nicht offen anzubieten. Tipps dazu gibt es auf unserer Internetseite, wie auch weitere Informationen zu den Zeitungen und der Kampagne. Außerdem findet ihr dort verschiedene Locations, in denen das Kampagnenmaterial (Aufkleber, Flyer und Aufrufe) abgeholt werden kann um es weiter zu verbreiten. Und auch bei Myspace und Facebook sind wir zu finden.

Wir freuen uns über jede Unterstützung, denn nur gemeinsam können wir was bewegen. Let’s push things forward!

 http://www.myspace.com/letspush
 http://www.facebook.com/pages/Lets-push-things-forward


Presse:

»Die roten Faschisten an die Wand«
ND-Bericht über eine linke Kampagne gegen rechte Zeitungen sorgt für heftige Reaktionen
 http://www.neues-deutschland.de/artikel/175761.die-roten-faschisten-an-die-wand.html

Komplett geheilt – Der Freitag
 http://www.freitag.de/kultur/1029-komplett-geheilt

Linke Kampagne gegen rechte Zeitungen
 http://www.sueddeutsche.de/medien/linke-kampagne-gegen-rechte-zeitungen-bund-der-vertreibenden-1.974726

Kampagne gegen rechte Zeitungen
 http://www.neues-deutschland.de/artikel/174858.kampagne-gegen-rechte-zeitungen.html

Proteste gegen Bauer-Verlag
 http://www.jungewelt.de/2010/07-07/002.php

Interview „Let‘s push things forward“
 http://strassenauszucker.blogsport.de/2010/05/13/interview-lets-push-things-forward/

"Zuerst"

in Dresden 11.09.2010 - 02:08
In den zwei Zeitungsläden, in denen ich üblicherweise schmökere, fiel mir das bestenfalls halbintelligente Hochglanzmagazin erst mit seiner Ausgabe zum 13.2. auf, war da aber wohl erst- und letztmals ziemlich offensichtlich vorne plaziert. Habe mich sogar erdreistet, die populistische Unsäglichkeit zu erwerben. Aber seltsam seltsam, verschwand das Blatt dann dort sang- und klanglos aus der Offensichtlichkeit. Ob das nun aus den im Vergleich zu anderen politischen Hochglanzmagazinen horrenden Preisen heraus geschah, die sich die dafür empfängliche Klientel nicht leisten kann oder will, oder aus der Tatsache, dass dann fast täglich irgendwer nachhalf, dass ein Stapel anderer Zeitschriften darüber lag oder aus der Einsicht der Vertreiber...??? Nur mal so, was angeboten wird, liegt zunächst im wirtschaftlichen und moralischen Ermessen des Zeitschriftenhändlers. Hierin liegt in der einen oder Weise eine Chance, die Verbreitung solcher Unsäglichkeiten zu verhindern...