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Großdemo Out of Control 11.09.10 Berlin

Antifa 07.09.2010 21:35
Zusammen gegen Polizeigewalt, Überwachung und die EU-Sicherheitsarchitektur!Unter dem Motto „Freiheit statt Angst – Stoppt den Überwachungswahn!“ ruft ein breites Bündnis zu einer Demonstration am 11. September 2010 in Berlin auf. Mit einem antikapitalistischen Block beteiligen wir uns an der
Demonstration und wollen dabei insbesondere auf den europäischen Charakter von Repression, Überwachung und Kontrolle aufmerksam machen, sowie gegen die präventive Kriminalisierung linker und linksradikaler Strukturen im Rahmen des „Extremismus- und Radikalisierungsdiskurses“ protestieren.
Welcome to European Police State…

Spätestens seit dem Verfassungsgerichtsurteil zur Vorratsdatenspeicherung oder den Ausreiseverboten zum NATO-Geburtstag in Straßburg ist klar geworden, dass Repression international ist und eine auf Deutschland fixierte Kritik am „Überwachungsstaat“ seine buchstäblichen Grenzen hat. Die Europäische Union ist dabei, sich als Staat zu konstituieren und baut fleißig eigene Strukturen auf, die darauf abzielen, Menschen zu kontrollieren und sie möglichst effizient ökonomisch auszubeuten.

Frontex ist wohl noch die bekannteste unter den neuen Repressionsbehörden der EU. Die Grenzschutzagentur ist dafür verantwortlich, dass täglich Menschen im Mittelmeer ertrinken, indem sie Boote von Flüchtlingen zur „Umkehr überredet“ oder ihnen Sprit und Essen abnimmt, damit auch klar wird, wer in der EU willkommen ist und wer nicht. Zu diesem Zweck soll Frontex demnächst auch eigenes Equipment wie Helikopter, Drohnen und Schnellboote bekommen. Außerdem organisiert Frontex seit 2010 eigene Abschiebe-Charterflüge. Künftig sollen nationale Einsatzkräfte für sechs Monate ohne besondere Mission engagiert werden können, um der Agentur mehr Eigenständigkeit und Flexibilität zu verschaffen. So werden schrittweise eigene Kapazitäten aufgebaut. Legitimiert wird die militarisierte Migrationspolitik mit Behauptungen wie die Flüchtlinge teilten sich Infrastrukturen mit Terrornetzwerken. So wird auch gleich noch suggeriert, dass „Ausländerkriminalität“ schon im Herkunftsland ihren Anfang nimmt. Zudem fertigt Frontex eigene Analysen und Lageberichte an.

Dazu kooperieren die Grenzschützer mit anderen Institutionen wie Europol, Interpol oder dem Situation Center in Brüssel, wo sämtliche EU-Geheimdienste an einem Tisch sitzen. Das Frontex-Hauptquartier in Warschau wird außerdem als zentraler Knoten des Eurosur-Netzes fungieren, das ab 2014 alle Grenzbehörden, Geheimdienste und zuständigen Polizeistellen vernetzt und mit Aufklärungsdaten unter anderem von Satelliten versorgen soll.

The EU ist watching us

Pooling, Vernetzung und Datenbanken sind tragende Elemente der europäischen Sicherheitsarchitektur. Mittels Datenbanken sollen möglichst alle Bewohner_innen der EU erfasst und kategorisiert werden, denn Wissen ist Macht. So werden Normen definiert, wer davon abweicht gilt als gefährlich, zumindest als suspekt. In zentralen Datenbanken und Registern laufen Datenströme aus allen 27 Mitgliedsstaaten (und zum Teil darüber hinaus) zusammen. Es ist die permanente Rasterfahndung. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist die Datei für international gemeinschaftlich agierende Störer (IgaSt), die besonders Gipfelgegner_innen auf dem Schirm hat und den Grund für die meisten Aus- und Einreiseverbote darstellt. Die Kriterien um in die Datei aufgenommen zu werden sind äußerst schwammig. Solltest du aber mal bei Gipfelprotesten festgenommen worden sein, kannst du davon ausgehen dass dein Name drin steht.

Über digitale Infrastrukturen werden nicht nur Geheimdienste, Polizeien und Militär verschiedener Staaten vernetzt, sondern auch unterschiedlichste Daten zueinander in Beziehung gesetzt. Welche Bücher liest du, was sind deine bevorzugten Wege, wie bist du versichert, wovon lebst du, mit wem chattest du worüber, hast du Vorstrafen oder Einträge? Bilder von Überwachungskameras, Handydaten, Überweisungen, Bibliotheksdaten, polizeiliche Vermerke oder Online-Verhalten werden gescannt und verglichen, um möglichst vorhersehend Verbrechen zu bekämpfen. Im Rahmen des Indect Projekts wird daran getüftelt, sämtliche Daten auf einer einzigen Plattform zusammen zu bekommen; es ist der umfassendste Sozialscan aller Zeiten. An dem EU-Forschungsprogramm machen sich neben staatlichen Stellen der EU übrigens auch Softwareunternehmen, wie PSI und Forschungseinrichtungen, wie die Uni Wuppertal die Hände schmutzig.

Weniger bekannt als Frontex, primär nach innen gerichtet und sehr aktiv bei Aufbau und Pflege von Datenbanken ist Europol. Die zentrale Institution zur Verbrechensbekämpfung ist zum Beispiel verantwortlich für den Informationsaustausch zwischen Polizeien in der EU. Über 10 000 transnationale Ermittlungen werden jährlich angestoßen. Der Kontakt zur deutschen Polizei läuft über das BKA. Als Sammelbecken für Spezialisten verschiedenster polizeilicher Aufgaben ist vor allem das Anfertigen von Analysen und Lageberichten sowie Schulung und Fortbildung das Kerngeschäft von Europol. Die Behörde sammelt in über 20 Analysedateien personenbezogene Merkmale von mehreren hunderttausend EU-Einwohner_innen, die von ökonomischer Situation, über politische Einstellung bis hin zu sexueller Orientierung reichen. Zudem ist die EU dabei, eine großangelegte Gefährderdatei aufzubauen, um Radikalisierungsprozesse abzuschätzen. Dass es dabei nicht nur um sogenannte religiöse Fundamentalisten geht, sondern genauso Daten über soziale Bewegungen gesammelt werden, verwundert nicht.

Neu ist für die EU allerdings, dass unter dem Label Radikalisierung alles abgestempelt werden soll, was mit seinen Positionen über den bürgerlich-kapitalistischen Zwangskonsens hinausgeht. Was in Deutschland Extremismus heißt, heißt auf EU-Ebene jetzt Radikalisierung. Da auch diese Daten über Europol ausgetauscht werden sollen, wird auch die radikale Linke noch ein Stück interessanter für die Behörde. Wie ist die radikale Linke in Frankreich aufgestellt, was plant die Hamburger Szene zum NATO-Gipfel, wer mobilisiert von Berlin nach Kopenhagen? Europol weiß es mit Sicherheit und steckt es den Kolleg_innen vor Ort. Dass auf EU-Ebene diskutierte Strategien der Crowd Control nicht nur graue Theorie sind, bestätigt sich immer wieder aufs Neue: Möglichst viele Festnahmen zu machen, gilt als Königsweg gegen Gipfelproteste und das deutsche Greiftrupp-Konzept bei Demos ist ein beliebter Exportschlager. Europäische Sicherheitsarchitekturen zeigen also ihre lokalen Auswirkungen, die für alle Aktivist_innen handfest spürbar sind.

Berlin calling…

Ein Lied davon singen kann zum Beispiel die linke Aktivistin Alexandra. Sie wurde am 18. Mai 2009 von der Polizei in Berlin-Friedrichshain festgenommen. Sie wurde beschuldigt, einen versuchten Brandanschlag auf ein Auto begangen zu haben. Zunächst wurde sie wieder entlassen, weil sich der Tatverdacht nicht erhärtete. Nach einer zweitägigen medialen Hetze wurde ihre Wohnung durchsucht und sie wurde in Untersuchungshaft genommen.
Letztlich gründeten alle Vorwürfe auf vagen Vermutungen des Staatsschutzes und nach sechs Monaten in Untersuchungshaft wurde Sie freigesprochen. Eine Revision hatte einen erneuten Freispruch zur Folge; ob die Staatsanwaltschaft zur Besinnung kommt, ist angesichts ihres wadenbeißerischen politischen Verständnis mehr als zweifelhaft.

Doch Alexandra ist kein Einzelfall. Tobias, Yunus und Rigo, Christoph, Christian, Laurynas, Axel, Oliver und Florian sind nur ein paar Namen von Aktivist_innen und Freunden die in letzter Zeit Opfer der Berliner Staats-anwaltschaft und ihrem Ermittlungseifer geworden sind. Denn die Berliner Justiz ist immer schneller dazu bereit, linke Aktivist_innen für lange Zeit in Untersuchungshaft zu stecken. Der mediale und politische Druck auf den Richtern und Staatsanwälten ist gross, endlich ein paar Erfolge im Kampf gegen die radikale Linke zu erzielen. Denn seit Jahren nehmen die militanten Proteste gegen soziale Verdrängung und Ausbeutung in der Hauptstadt zu, während Fahndungserfolge der Ermittlungsbehörden weitesgehend ausbleiben. Deshalb müssen Menschen, die mit einem Feuerzeug und einem modischen Kapuzenpulli nach Mitternacht auf Friedrichshains Strassen unterwegs sind, begründete Angst haben, verhaftet und für ein halbes Jahr in Untersuchungshaft gesteckt zu werden. Shit happens when big brother is watching you…

Extrem Extremistisch!

Doch der „Kreuzzug“ der Berliner Staatsanwälte gegen linke Aktivist_innen ist nur ein Teil einer umfassenden Mobilmachung gegen linke und antikapitalistische Kräfte in der Gesellschaft allgemein. Im Zuge des Extremismus-Diskurses werden Gelder, mit denen eigentlich staatliche Aufklärungsarbeit gegen Nazis finanziert werden sollte, verstärkt gegen „linksextremistische“ Bestrebung eingesetzt. Das Innenministerium von NRW druckt schon mal niedliche Comicheftchen in denen vor den Gefahren finsterer und hochgradig krimineller „Antifagruppen“ gewarnt wird. Das Familienministerium unter der Rechtsaußenstürmerin Kristina Schröder zerbricht sich den Kopf darüber, wie Aufklärungsarbeit über die Gefahr „Linksextremistischer Chaoten“ auch im Schuluntericht verankert werden kann. Der Berliner Innensenator Eckhardt Körting hat derweil das Resthirn schon komplett abgeschaltet und faselt von antikapitalistischen Gruppen als „Rotlackierte Faschisten“, mit „denen Mensch sich nicht ins Bett legen sollte“ und welche Menschen im Staatsdienst nach dem Leben trachten würden. In die gleiche Kerbe schlug der Chef der deutschen Polizeigewerkschaft in Vorfeld des 1. Mai. Um die Stimmung ein bisschen hochzukochen, warnte er schon mal vor „toten Polizisten“ und fordert mit Blick auf die „revolutionäre 1.Mai-Demo“ in Berlin oder das Schanzenfest in Hamburg die Strafen für Angriffe auf Polizisten stark zu erhöhen.

Während sich die Polizeigewerkschaft darüber sorgen macht, wie „Polizeibeamte“ besser vor den Angriffen mordlüsterner Autonomer beschützt werden können, beschäftigt sich die Berliner Polizei damit, bei jeder sich bietenen Gelegenheit – und in der Regel völlig straffrei – Demonstrant_innen zu verprügeln und zu misshandeln. Eindrucksvolle Beispiele davon, was professionelle Polizeiarbeit in einem repressiven Staat heisst, bekamen wir nicht nur bei der letzten „Freiheit statt Angst“ Demo am 12.9.2009 zu spüren, als die Schläger von der 22. Berliner Polizeihundertschaft den Lautsprecherwagen des antikapitalistischen Blocks wegen eines Liedes der Hamburger HipHop-Gruppe „Fischmob“ stürmte und alle Insassen wegen angeblicher „Volksverhetzung“ verhaftet. Ein Demonstrationsteilnehmer, der die Beamten nach dem Grund für die Polizeiaktion fragte und die Herausgabe einer Dienstnummer forderte, wurde von 2 Beamten krankenhausreif geschlagen. Am 1.Mai trat ein Beamter gezielt gegen Kopf einer zu Boden gestürzten Demonstrant_in. Das Besondere an diesen Vorfällen ist lediglich, dass sie auf Video dokumentiert wurden und so in der Berliner Öffentlichkeit kurzzeitig für Empörung sorgten. Bei fast jeder linken Demonstration in Berlin kommt es zu massiven Polizeiübergiffen, Prügelorgien, Festnahmen und Verletzten. Wer solche brutalen Polizeieinsätze Live und in Farbe sehen will (oder gleich am eigenen Körper spüren) dem wird empfohlen, sich regelmässig an Protestaktionen linker und sozialer Bewegungen zu beteiligen, lange wirdes nicht dauern bis es vom Staat gehörig auf die Fresse gibt.

Guns of Schönfließ…

Wer jedoch von der Berliner Polizei nur verprügelt, misshandelt, verhaftet und verletzt wird kann sich noch glücklich schätzen, nicht zu den „bedauerlichen Einzelfälllen“ zu gehören, denn immer öfter sitzt bei Berliner Polizisten nicht nur der Schlagstock, sondern auch die Dienstwaffe locker.

In der Nacht vom 31. Dezember 2008 zum 1. Januar 2009 wurde in Schönfliess der Neuköllner Jugendliche Dennis von einem Berliner Zivilpolizisten mit acht Schüssen ermordet. Im April wurde ein weiterer Jugendlicher „mit Migrationshintergrund“ von SEK-Beamten in seiner Wohnung zusammengeschlagen, mit Pfefferspray bearbeitet und die Treppe hinuntergeworfen. Er starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Dennis Mörder bekam für die acht tödlichen Schüsse zwei Jahre auf Bewährung. Für eine am 1.Mai auf einen Polizisten geworfene Flasche gibt’s drei Jahre Knast. Ein Schelm, wer meint, dass dort mit unterschiedlichen Maßstäben gearbeitet wird. Ein Polizeibeamter, dem vorgeworfen wird, Bewohner des linken Hausprojektes Brunnenstrasse 8 vor der bevorstehenden Räumung gewarnt zu haben wurde von der Berliner Polizei sofort suspendiert. Bei dem Mörder
von Dennis „überlegt“ die Polizei derweil noch ob eine „Suspendierung“ angemessen ist.

Allgemeine Konseqenzen wird es sowieso nicht geben; die Autorität der Polizei darf nicht hinterfragt werden. Keine brauchbare Kennzeichungspflicht und keine Kontrolle der Kontrolleure. Denn der Staat braucht seine bezahlten Schlägerbanden bestens motiviert und ohne falsche Scheu, wenn es darum geht die kommenden Proteste von Arbeitslosen und anderen Krisenopfern niederzuschlagen. Deshalb darf der Staat es mit gesetzlichen Vorschriften beim Ausübenden der Staatsgewalt nicht so genau nehmen und muss der Polizei gewisse „Narrenfreiheit“ garantieren. Um das System der Gewalt am laufen zu halten werden „einzelne Fehltritte“ gedeckt. Denn das Problem sind nicht die „Einzelfälle“, „Fehltritte“ und „überzogene Bullengewalt“ wie beim Fall von Dennis oder den Polizeiübergriffen auf der „Freiheit statt Angst“ Demo im letzten Jahr. Hier wird nur die Absurdität des staatlichen Gewaltmonopols besonders deutlich. Das Problem ist die ganz alltägliche „normale“ Bullengewalt. Die Personalienkontrollen, die Festnahmen, die Schikanen. Auch wenn dabei keiner liegen bleibt.

Was mit RFID-Personalausweis, ständigen Gängen durch Kameraüberwachte Gebiete beginnt, findet seine Zuspitzung in Polizeiknüppeln, der Dienstwaffe und Gefängniszelle. Es sind lediglich die letzten und
sichtbarsten Mittel einen allgemeinen Repression, die vor Niemandem in der Gesellschaft halt macht. Das System der Repression und Disziplinierung ist auf breite Teile der Gesellschaft ausgerichtet und kommt meist ohne die physische Gewalt der Exekutivorgane aus. Meist reicht die alltägliche Angst vor dem Staat und seinen Repressionsorganen aus, um zur Einsicht zu gelangen, doch besser die Fresse halten. Mit dem Extremismus- bzw. Radikalisierungsdiskurs werden die radikalen und antagonistischen Teile der Opposition präventiv kriminalisiert und linke Ideen gesellschaftlich stigmatisiert und geächet. Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, wenn du deine bürgerliche Existenz nicht gefährden willst, gibt der Überwachungsstaat dem verunsicherten bürgerlichen Subjekt als Empfehlung mit auf den Weg in die Überwachungsgesellschaft.

Krasse Zeiten

Die Verschärfung der Repression hängt auch zusammen mit den ökonomischen Widersprüchen der bestehenden Gesellschaftsordnung. Gerade in Zeiten der weltweiten Wirtschaftskrise mit ihren verheerenden Folgen für die abhängig Beschäftigen, Erwerbslosen, RentnerInnen, SchülerInnen und Studierenden wächst die Angst der Herrschenden vor „sozialen Unruhen“. Durch die zunehmende Krisenhaftigkeit verliert der Kapitalismus auch hier in den reichen Zentren seine Integrationsfähigkeit mittels sozialer und materieller Teilhabe. Die anwachsende Arbeitslosigkeit, Armut und Perspektivlosigkeit weiten sich auf immer größere Bevölkerungsteile aus.
Das heißt zwar noch lange nicht, dass sich soziales Elend automatisch in Rebellion verwandelt. Aber die Möglichkeit großer sozialer Proteste gegen Entlassungen und Sozialabbau und auch ein Erstarken der antikapitalistischen Bewegung in der BRD ist gegeben. Das Risiko eines nicht zu kontrollierenden Protestes bleibt bestehen. Das sind für die herrschende Klasse keine rosigen Zukunftsaussichten und deshalb wird der Repressionsapparat präventiv hochgerüstet.

Tatsächlich steht der bürgerliche Staat im Weg, wenn es um den Kampf für eine befreite, klassenlose Gesellschaft geht. Denn der Staat und seine Institutionen, Polizei, Justiz und Militär haben die Aufgabe, die bestehende unsoziale „Ordnung“ am Laufen zu halten. Wer die Grundlage dieser Ordnung angreift, die Produktion für den Profit bekämpft und eine Wirtschaft will, in der für die Bedürfnisse aller Menschen produziert wird
und die Produktionsmittel vergesellschaftet sind, wird automatisch zum Feind des Staates und kommt früher oder später mit den Gesetzeshütern in Konflikt.

Doch wir werden uns weder von Repressionsmaßnahmen noch von der so genannten EU-Sicherheitsarchitektur einschüchtern lassen. Unser Widerstand ist kein Terrorismus, sondern richtet sich gegen die Institutionen und VertreterInnen der herrschenden Klasse. Wir bekämpfen ein System, das immer wieder Krisen produziert und innerhalb der kapitalistischen Logik außer mit Krieg und Zerstörung auch keine Auswege aus den Krisen finden kann. Der Kapitalismus ist deshalb eine historisch längst überholte Produktions- und Herrschaftsweise und gehört auf den Müllhaufen der Geschichte. Wir werden trotz erschwerter Bedingungen weiterkämpfen für die
Überwindung des Kapitalismus und für eine solidarische Welt.

Feuer und Flamme der Repression!
Weg mit §129a und §129b!
Freiheit für alle politischen Gefangenen!
Kapitalismus zerschlagen – Solidarität aufbauen!

Sa. 11.09.2010 | 13:00 | Potsdamer Platz | Antikapitalistischer Block

 http://www.antifa.de/cms/content/view/1463/1/
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Ergänzungen

Anreise aus Hamburg

RSH 07.09.2010 - 22:58
Wir haben eine Anreise aus Hamburg organisiert und rufen zur Teilnahme am "Out Of Control" Block auf.

 http://roteszenehamburg.blogsport.de/2010/09/06/get-out-of-control-freiheit-statt-angst-demo-mit-antikap-block-in-berlin-am-11-9/


Treffpunkt: Reisezentrum Hamburg HBF ab 8.00h am 11.09.2010

Bahn fährt um 8.27 von Gleis 6b los.

18. September 2010: Kundgebung Berlin

No Justice No Peace 07.09.2010 - 23:15
Kommt vorbei und sagt euren Freunden bescheid!

18.9 | 16 Uhr | Reuterplatz | Berlin-Neukölln

No Justice, No Peace – Konzert gegen Polizeigewalt

In der Nacht zum Neujahr 2009 wurde Dennis von einem Berliner Bullen in Schönfließ erschossen. Er wurde wegen minderschweren Delikten per Haftbefehl gesucht und der LKA-Fahnder hatte einen Tip über seinen Aufenthaltsort bekommen. Also fuhr er mit zwei seiner Kollegen in das brandenburgische Dorf und fand Dennis dort in seinem Auto sitzend vor. Warum der Polizeikommissar Reinhard Rother das ganze Magazin seiner Waffe auf den 26-jährigen abfeuerte ist unklar. Fakt ist: Dennis war unbewaffnet und es ging keine Gefahr von ihm aus.

Wie üblich übernahmen die offiziellen Medien Tags darauf die Meldung der Polizei-Pressestelle ohne kritisch zu hinterfragen und selbstständig zu recherchieren. Sie sprachen von Notwehr und hetzten gegen den “Intensivtäter” Dennis. Erst durch intensive Öffentlichkeitsarbeit wurden auch in Berlins Medienlandschaft Zweifel an der Notwehrtheorie laut.

Zur Beerdigung am 17.01.2009 kamen beispielsweise mehr als 300 Familienmitglieder und Freunde von Dennis. Nach der Trauerfeier zogen viele von ihnen zum Sitz des Polizeipräsidenten. Erst so bekamen die Zweifel an der offiziellen Version eine Stimme, die nach Gerechtigkeit verlangte. Von nun an wurden immer wieder Demonstrationen durchgeführt und schließlich mussten sich der Todesschütze und seine Kollegen vor Gericht verantworten.

Mit Hilfe linker Gruppen wurde der Prozess gegen die Polizisten medial und durch verschiedene Aktionen begleitet. Vor Gericht selbst wurde allerdings nur deutlich, wie schlampig die Polizei Ermittlungen führt, wenn diese sich gegen die eigenen Kollegen richten. Selbst der ermittelnde Staatsanwalt beklagte, dass der „berühmte Korpsgeist“ der Berliner Polizei die Aufklärung erschwere. Ende Juli 2010 verurteilte der Richter den schießwütigen Polizisten zwar wegen Totschlag, gab ihm jedoch nur zwei Jahre auf Bewährung.

Im Gerichtssaal kam es zu Tumulten und Freunde von Dennis wurden festgenommen. Andere Familienmitglieder und Freunde sowie einige Linke, die am Abend der Urteilsverkündung gegen diese Zustände demonstrierten, wurden von der Polizei verprügelt. Selbst eine drei Tage später durchgeführte Infoveranstaltung wurde von einer halben Hundertschaft der Polizei gestürmt.

Doch wir wollen den Kampf um Gerechtigkeit auch nach dem lächerlichen Urteil nicht aufgegeben. Damit die tödlichen Folgen von Polizeigewalt nicht in Vergessenheit geraten, wird im Gedenken an Dennis und andere Opfer staatlicher Gewalt ein Rap-Konzert organisiert.

Kommt vorbei und sagt euren Freunden bescheid!

Das Konzert ist kostenlos, aber Gerechtigkeit müssen wir uns erkämpfen!


Lineup am 18. September:

MASSIV | B-LASH | BIG BABA | OMAR | AUSSER KONTROLLE | ISAR | MC SHAMMY| BLOCKWART | HOLGER BURNER| VERO ONE | ÜBERRASHUNGSACT

Reichenberger Strasse (Kreuzberg):11.09. 15 h

Pittje Puck 08.09.2010 - 09:48
Kiezfest
Strassenfest mit linker/linksradikaler Beteiligung. Das Kiezfest wird organisiert von Kiezinitiativen, AnwohnerInnen und umliegenden Kneipen usw. Es gibt einen Bereich mit linken Ständen verschiedener linker und linksradikaler politischer Initiativen und Bühne in der Reichenberger Str.

Datenschutz-Demo 2009

aaa 08.09.2010 - 11:52
Polizeiprügelei bei Demo immer noch nicht geklärt

Die Videos sorgten für Empörung. Sie zeigten, wie Polizisten bei einer Datenschutz-Demo in Berlin einen Mann verprügeln. Wenig später standen die Bilder im Internet und wurden tausendfach geklickt. Ein Jahr danach ist die Tat immer noch nicht geklärt.

 http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article1391767/Polizeipruegelei-bei-Demo-immer-noch-nicht-geklaert.html

Auf nach Berlin

Freiburger 08.09.2010 - 17:24
Aus Bawü wird es mehrere Busse nach Berlin geben. Die Abfahrt ist bereits um 4:30 Uhr. Wir sehen uns!

mobi-video

markus 08.09.2010 - 22:33

Vorkontrollen verweigern!

ich 09.09.2010 - 11:41
Jetzt aber die Finger weg!

Es ist schon paradox: sobald es die liebe Polizei für nötig hält, auf unseren Demonstrationen Portraitaufnahmen und Videoaufzeichnungen anzufertigen, sobald das Transparentgezerre losgeht, sobald Menschen infolge brutaler Prügelattacken aus dem Block geschliffen werden, oder penetrante Angriffe auf unsere Gehörgänge seitens grün-weißer Lautsprecherwagen durchgespielt werden:
ja dann beklagt sich alle Welt über den alles durchdringenden und repressiven Polizeistaat, oder auch über mal mehr, mal weniger gravierende Grundrechtseingriffe.
Wenn aber die Damen & Herren in Grün beschließen, keine_n ohne erniedrigende Körperuntersuchung auf den Auftaktort zu lassen, dann stehen die meisten brav in Reih und Glied, um sich folgsam betatschen und die Drohkulisse über sich ergehen zu lassen. Die Aktion hat ja noch nicht begonnen...

Freiheit heisst out of control

Auf der diesjährigen „Freiheit statt Angst“-Demo soll der Wille zum kollektiven Kontrollentzug in die Tat umgesetzt werden. Und das beginnt spätestens bei den Vorkontrollen!
Wenn die Polizei wieder versucht, aufgrund irgendwelcher Gefahrenprognosen Vorkontrollen stattfinden zu lassen, dann sollten wir der Gefahrenprognose wenigstens ansatzweise gerecht werden und uns verweigern.
„Get out of control“ heißt sabotieren, blockieren, und nicht zuletzt: mit dem System brechen. Deshalb gilt es wieder aufzuzeigen was hinter der Idee Demonstration eigentlich steckt und was in ihr stecken könnte, indem wir in die Demonstration „einbrechen“ und dabei aus bekannten Verhaltensweisen ausbrechen.

„Wollen sie auf die Demonstration?“ - „Was geht’s dich an Bulle!?“

Es gibt keinen Grund, der Polizei mitzuteilen, wo ich hingehe, was ich vorhabe, ob ich gefährlich bin oder ob ich einfach nur spazieren gehe. Nur wer ungefährlich ist, teilt sich dem Staat mit; wer sich dem Staat mitteilt, ist ungefährlich.
In Zeiten der Sarrazins und Schäubles ist es unsere Pflicht, dem Staat eine Gefahr zu sein, weil der Staat eine immer bedrohlichere Gefahr für uns und unsere Freiheit wird.

Deshalb heißt es:

Am 11.09. Vorkontrollen verweigern!

GET OUT OF CONTROL NOW

22. EHu vor Gericht

Icke 09.09.2010 - 15:40
Weitere Beamte haben sich Strafbefehle eingefangen.
 http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/309772/309773.php

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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