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Heißer Herbst - Aufruf zum Ungehorsam

entdeckt 07.09.2010 18:15
Seit Sonntag/ Montag ist er in aller Munde. Der heiße Herbst der Antiatombewegung. Nun findet sich seit heute ein Aufruf zum Schottern der Schienenstrecke zwischen Lüneburg und Dannenberg mit einer offen angekündigten Massenaktion im Internet. Ein kurze Zusammenfassung des wohl weitreichensten Aufrufs zu zivilem Ungehorsam, den es in dieser Wortwahl, Reichweite und Offenheit in der BRD je gegeben hat.
Nicht nur die Parteien oder Umweltverbände und andere Nichtregierungsorganisationen kündigen einen Heißen Herbst des Protest und Widerstandes gegen die Energie- und Atompolitik von Schwarzgelb an und massive Anticastoraktionen. Hier kommt der Aufruf des Jahres für alle, die was tun wollen! Die taz hatte ja schon mal im vorfeld berichtet, nun ist er im Internet zu lesen:

"Auf ein­mal macht es Klick und es geht los. Der Wi­der­stand gegen Atom­müll­trans­por­te ins Wend­land ist so ein Kris­tal­li­sa­ti­ons­punkt: hier wird En­er­gie­po­li­tik ver­han­delt, der Streit um ein an­de­res, bes­se­res Leben aus­ge­tra­gen. Hier seid Ihr alle ge­fragt." so beginnt der bundesweite Aufruf.

Er bezieht sich anschließend auf die lange Erfahrung des Widerstandes im Wendland und stellt Bezüge zu verschiedensten gesellschaftspolitischen Themen unserer Zeit und zu Aktionsformen gegen Sozialraub, Naziaufmärsche, G8 etc. her. Dabei spricht der Text ein breites Spektrum an Menschen an. Er will möglichst viele erreichen und argumentiert sachlich, wie emotional gegen die Aroganz der Regierungen und der Konzerne im Allgemeinen und den atomaren Wahnsinn im Besonderen.

Im zweiten Drittel heißt es dann: "Wir den­ken, es ist an der Zeit, die ein­ge­fah­re­nen Wege mas­sen­haf­ter Blo­cka­den noch einen Schritt wei­ter zu gehen. Dafür wün­schen wir uns viele mu­ti­ge und ent­schlos­se­ne Mit­strei­te­rIn­nen. Wenn der Cas­tor rollt, wird es kon­kret. Dann haben wir Ge­le­gen­heit, un­se­re In­ter­es­sen sel­ber in die Hand zu neh­men. Dann sagen wir nicht mehr: ich will nicht, dass der Trans­port fährt. Dann sor­gen wir dafür, dass er nicht rol­len kann.

Un­se­re Ak­ti­on: Schot­tern"

Im weiteren Verlauf heißt es dann: "Mit Hun­der­ten, Tau­sen­den von Men­schen, die aus un­ter­schied­lichs­tem po­li­ti­schem und so­zia­lem All­tag kom­men, wer­den wir am Trans­port­tag auf die Schie­nen­stre­cke gehen. Wir sind ent­schlos­sen, mas­sen­haft den Schot­ter aus dem Gleis­bett zu ent­fer­nen, also die Glei­se zu un­ter­höh­len und sie damit für den Atom­müll­zug un­be­fahr­bar zu ma­chen. Wir wäh­len für die Ak­ti­on einen Schie­nen­ab­schnitt, an dem an die­sem Tag kein Zug­ver­kehr außer dem Cas­tor­trans­port statt­fin­det."

Dieser Schritt wird nochmals begründet und klar gemacht, dass dabei die Castorstrecke bewußt verändert wird. "Sie ist für uns ein not­wen­di­ger Ein­griff in den en­er­gie­po­li­ti­schen Nor­mal­be­trieb." heißt es.

Hiernach wird die Aktionsform näher erläutert und ein Konsens erklärt:

"Wäh­rend der Ak­ti­on wol­len wir eine Si­tua­ti­on schaf­fen, die für alle daran Be­tei­lig­ten trans­pa­rent ist und in der die Ak­ti­ons­teil­neh­me­rIn­nen so­li­da­risch auf­ein­an­der ach­ten und sich un­ter­stüt­zen. Um auf die Stre­cke zu kom­men, wer­den wir ge­mein­sam Po­li­zei­ab­sper­run­gen über­win­den, um­ge­hen oder durch sie hin­durch­flie­ßen. Wir las­sen uns nicht stop­pen."

Wichtig scheint, und hier wird es für alle "Gewalt- und Kriminalisierungsdebatten" spannend:

"Ziel un­se­rer Ak­ti­on ist es, die Schie­ne un­brauch­bar zu ma­chen, und nicht, die Po­li­zei an­zu­grei­fen. Unser wich­tigs­ter Schutz ist die mas­sen­haf­te Be­tei­li­gung, un­se­re Viel­falt und Ent­schlos­sen­heit: Wäh­rend Hun­der­te oder Tau­sen­de die Schot­ter­stei­ne ent­fer­nen, wer­den an­de­re durch den Ein­satz kör­per­schüt­zen­der Ma­te­ria­li­en die Schot­tern­den schüt­zen. Wir blei­ben so lange auf der Schie­ne, bis diese un­be­fahr­bar ist.... Damit un­se­re Ak­ti­on ge­lingt, wol­len wir viele wer­den. In einer of­fen­si­ven öf­fent­li­chen Kam­pa­gne wol­len wir er­rei­chen, dass die Le­gi­ti­mi­tät die­ser Ak­ti­on ver­ständ­lich wird. Die Ak­ti­on soll für viele Men­schen vor­stell­bar wer­den als Wei­ter­ent­wick­lung ihres bis­he­ri­gen Pro­tests und von vie­len Men­schen öf­fent­lich un­ter­stützt und mit­ge­tra­gen wer­den. Wir wol­len was be­we­gen, auch in den Köp­fen der Men­schen."


Es wird allgemein erläutert, wer die Initiatorinnen sind, woher sie kommen, wo sie organisiert sind und was alle sich angesprochen fühlenden Menschen zum Gelingen der Aktion beitragen können. Ob der Aufruf auch offen unterzeichnet werden kann, ist aus dem block leider nicht erkennbar, wird aber -nach eigener Recherche- von Seiten des breiten Netzwerkes nicht nur unbedingt für richtig und hilfreich gewertet sondern auch prinzipiell gewollt, da es zum Gelingen des Konzeptes von großer Bedeutung ist, dass hier auch offen und breit aufgerufen wird, um die politische Auseinandersetzung auch offen führen und mit Kriminalisierung besser umgehen zu können.

Aber lest selbst!!!

Der ganze Aufruf:  http://masterpiece.blogsport.de/2010/09/07/aufruf-castor-schottern/

Cas­tor Schot­tern!
Atom­aus­stieg bleibt Hand­ar­beit!
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Ergänzungen

Weitere Infos

xXx 07.09.2010 - 22:55
Die Website der Kampange 'Castor Schottern' erreicht ihr unter: www.castor2010.org
Die erste Pressemitteilung findet ihr hier:  http://www.dazwischengehen.org/story/2010/09/kampagne-castor-schottern
Bei Facebook ist die Aktion auch schon angekommen:  http://www.facebook.com/pages/Castor-Schottern/157481940931227
Und die neuesten Infos gibt es bei Twitter:  http://twitter.com/castorschottern
Auf gutes Gelingen und einen heißen Herbst!

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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Fehlt der Schotter — Schienenbeißer

interessant — disobidienti

Indy Korintenkacker!!! — was soll das?

Freischaltung castorseite — dauert noch