Moskau: Schüsse auf die Wohnung eines Antifa
Gestern, am 2. September 2010 gegen 23 Uhr wurde in der Stadt Troitsk (Moskauer Gebiet) auf die Fenster der Wohnung eines Antifaschisten scharf geschossen. Der unbekannte Täter reagierte auf das Erscheinen der Silhouette des jüngeren Bruders im Fenster. Die Kugel schoss unmittelbar an dessen Kopf vorbei.
Die am Tatort eintreffende Miliz nahm den von dem Angriff Betroffenen mit auf die Wache, anstatt an Ort und Stelle Ermittlungen einzuleiten. In der Polizeiwache drohten die Milizionäre dem Betroffenen mit der Einleitung eines Strafverfahrens wegen Extremismus und fügten ihm Schläge zu. Der derzeitige Aufenthaltsort des Betroffenen ist unbekannt.
Unserer Ansicht nach sind zwei Versionen denkbar. Einerseits könnte die Tat auf Mitglieder von Neonaziorganisationen zurückgehen, da der Antifaschist, dem die Kugel offensichtlich galt, bereits Ziel von Angriffen war, die u.a. mit einer Schusswaffe verübt wurden. Andererseits könnten hinter der Tat auch die Personen stehen, die gegenüber Aktivisten für die Erhaltung des Waldes in Chimki regelrechten Terror ausgeübt haben. Für diese Version spricht auch die demonstrative Form des Angriffs, die auf die Aktion von Antifaschisten gegen die Verwaltung der Stadt Chimki am 28. Juli verweist, und ebenso das Vorgehen der Miliz im Moskauer Gebiet, die sich de facto auf die Seite der unbekannten Täter gestellt haben, die Angriffe sowohl in Chimki, als auch in Troitsk, verübt haben.
Wir möchten erneut auf die eklatanten Übergriffe auf Aktivisten und Journalisten hinweisen, die im Verlauf der öffentlichen Kampagne zum Erhalt des Waldes in Chimki stehen.
Am 13. November 2008 wurde der Waldschützer und Chefredakteur der oppositionellen „Chimkinskaja Prawda“, Michail Beketow, im Hof seines Wohnhauses in bewusstlosem Zustand aufgefunden. Sein Schädel war eingeschlagen und der Körper wies eine Vielzahl an Knochenbrüchen auf.
Am 30. März 2009 verstarb der Layouter der unabhängigen Lokalzeitung „Grazhdanskoje soglasije“, Sergej Protazanow, an den Folgen eines brutalen Gewaltübergriffs. Zu dem Zeitpunkt arbeitete er an der neuesten Ausgabe der Zeitung, die sich den Missständen bei den Kommunalwahlen am 1. März widmete. Die Nachricht von dem dubiosen Tod des Layouters ging weltweit durch die Medien.
Am 25. Juli 2009 verprügelten Unbekannte den Leiter der lokalen Stiftung „Gegen Korruption, Betrug und Ehrlosigkeit“, Albert Ptschelintsew, und schossen ihm mit einer Schreckschusspistole in den Mund. „Du reißt deinen Mund zu häufig auf“, schrie man ihm entgegen. Ptschelintsew wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht und sofort operiert. Glücklicherweise blieb er am Leben, doch sind seine Stimmbänder schwer geschädigt.
In der Nacht auf den 16. November 2009 wurde ein Anschlag auf einen im Moskauer Nordwesten ansässigen Waldschützer verübt, den 70-jährigen Witalij Kapytsew. Unbekannte warfen einen Sprengsatz in sein Schlafzimmer, der sein Ziel durch einen glücklichen Zufall verfehlte. Einige Tage zuvor, ebenfalls nachts, klopfte bei ihm ein Unbekannter an, der versuchte ihn zu erstechen! Die Hunde am Haus halfen Kapytsew sich zur Wehr zu setzen.
Am 16. Juli 2010 erfolgte ein Übergriff auf die Sprecherin der Umweltschützer, Ewgenija Tschirikowa. Der Täter versuchte sie mit seinem Jeep der Marke KIA mit dem Kennzeichen В 104 УЕ 98 anzufahren und zerschlug ihr Mobiltelefon.
Dem Druck, den die Sicherheitsorgane auf das Umfeld der Antifabewegung ausüben, widmete die Kampagne zur Freilassung der Geiseln von Chimki am 30. August eine gesonderte Pressekonferenz. Die Materialien finden sich auf unserer Webseite
http://khimkibattle.org/?p=425 (auf Russisch).
Kampagne zur Freilassung der Geiseln von Chimki
info@khimkibattle.org
http://khimkibattle.org/
Unserer Ansicht nach sind zwei Versionen denkbar. Einerseits könnte die Tat auf Mitglieder von Neonaziorganisationen zurückgehen, da der Antifaschist, dem die Kugel offensichtlich galt, bereits Ziel von Angriffen war, die u.a. mit einer Schusswaffe verübt wurden. Andererseits könnten hinter der Tat auch die Personen stehen, die gegenüber Aktivisten für die Erhaltung des Waldes in Chimki regelrechten Terror ausgeübt haben. Für diese Version spricht auch die demonstrative Form des Angriffs, die auf die Aktion von Antifaschisten gegen die Verwaltung der Stadt Chimki am 28. Juli verweist, und ebenso das Vorgehen der Miliz im Moskauer Gebiet, die sich de facto auf die Seite der unbekannten Täter gestellt haben, die Angriffe sowohl in Chimki, als auch in Troitsk, verübt haben.
Wir möchten erneut auf die eklatanten Übergriffe auf Aktivisten und Journalisten hinweisen, die im Verlauf der öffentlichen Kampagne zum Erhalt des Waldes in Chimki stehen.
Am 13. November 2008 wurde der Waldschützer und Chefredakteur der oppositionellen „Chimkinskaja Prawda“, Michail Beketow, im Hof seines Wohnhauses in bewusstlosem Zustand aufgefunden. Sein Schädel war eingeschlagen und der Körper wies eine Vielzahl an Knochenbrüchen auf.
Am 30. März 2009 verstarb der Layouter der unabhängigen Lokalzeitung „Grazhdanskoje soglasije“, Sergej Protazanow, an den Folgen eines brutalen Gewaltübergriffs. Zu dem Zeitpunkt arbeitete er an der neuesten Ausgabe der Zeitung, die sich den Missständen bei den Kommunalwahlen am 1. März widmete. Die Nachricht von dem dubiosen Tod des Layouters ging weltweit durch die Medien.
Am 25. Juli 2009 verprügelten Unbekannte den Leiter der lokalen Stiftung „Gegen Korruption, Betrug und Ehrlosigkeit“, Albert Ptschelintsew, und schossen ihm mit einer Schreckschusspistole in den Mund. „Du reißt deinen Mund zu häufig auf“, schrie man ihm entgegen. Ptschelintsew wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht und sofort operiert. Glücklicherweise blieb er am Leben, doch sind seine Stimmbänder schwer geschädigt.
In der Nacht auf den 16. November 2009 wurde ein Anschlag auf einen im Moskauer Nordwesten ansässigen Waldschützer verübt, den 70-jährigen Witalij Kapytsew. Unbekannte warfen einen Sprengsatz in sein Schlafzimmer, der sein Ziel durch einen glücklichen Zufall verfehlte. Einige Tage zuvor, ebenfalls nachts, klopfte bei ihm ein Unbekannter an, der versuchte ihn zu erstechen! Die Hunde am Haus halfen Kapytsew sich zur Wehr zu setzen.
Am 16. Juli 2010 erfolgte ein Übergriff auf die Sprecherin der Umweltschützer, Ewgenija Tschirikowa. Der Täter versuchte sie mit seinem Jeep der Marke KIA mit dem Kennzeichen В 104 УЕ 98 anzufahren und zerschlug ihr Mobiltelefon.
Dem Druck, den die Sicherheitsorgane auf das Umfeld der Antifabewegung ausüben, widmete die Kampagne zur Freilassung der Geiseln von Chimki am 30. August eine gesonderte Pressekonferenz. Die Materialien finden sich auf unserer Webseite
http://khimkibattle.org/?p=425 (auf Russisch). Kampagne zur Freilassung der Geiseln von Chimki
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http://khimkibattle.org/
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
17. - 20. September - Soli-Aktionstage
"Ende September steht der nächsten Haftprüfungstermin für Aleksej und Maxim an. All diejenigen, denen das Schicksal der beiden nicht gleichgültig ist, werden aufgerufen, alles ihnen mögliche zu tun für ihre Freilassung. Die Kampagne zur Freilassung der Geiseln von Chimki ruft zu internationalen Aktionstagen vom 17. bis 20. September auf, um Druck auf die russischen Behörden auszuüben und mit dem Ziel, die Freilassung von Aleksej und Maxim zu erreichen.
Wir rufen dazu auf, Aktionen vor Botschaften, Konsulaten, Handels- und Kulturvertretungen der Russischen Föderation zu organisieren, und auf öffentlichen Veranstaltungen und Konzerten, die in einer Verbindung zu Russland stehen, Aufmerksamkeit herzustellen. Ebenfalls sollen Faxe und Protestschreiben an das zuständige Gericht, die Staatsanwaltschaft und die Staatsführung gerichtet werden (Wir schlagen dafür den 20. September vor). Die für die Proteste notwendigen Adressen und weitere Einzelheiten über die Repressionen in Russland werden wir gesondert mitteilen. Informationen werden außerdem in Kürze auf unserer Webpage
Alexej Gaskarow und Maxim Solopow befinden sich noch in Haft. Es gibt mittlerweile auch viele andere Fälle, wo Anwält_innen bezahlt werden müssen. Für die Deckung der Prozesskosten wird dringend finanzielle Unterstützung benötigt. Dafür kann folgende Verbindung benutzt werden:
A. Hoffmann | Kto.-Nr. 408352201
Postbank Hamburg | BLZ 20010020
Stichwort: Russland
aktuelle Informationen:
auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienich, Spanisch, Türkisch: Battle of Khimki translations from site antifa Russia
auf Deutsch:solianka.org 19jan.ru
auf Englisch:avtonom.org/en antifa.ru 19jan.ru
auf Russisch: himki protest antifa.ru avtonom.org ikd.ru ecmo.ru ru.indymedia.org 19jan.ru
Internationaler Aktionstag am 20.9.
Wir befreien die Geiseln von Chimki!
Aufruf zu internationalen Aktionstagen zur Unterstützung von Aleksej Gaskarow und Maxim Solopow vom 17. bis 20. September 2010
Am 28. Juli 2010 führten über 200 junge Antifaschist_innen und Anarchist_innen vor dem Gebäude der Stadtverwaltung in dem Moskauer Vorort Chimki eine Spontandemonstration zur Erhaltung des Waldes in Chimki durch, der in diesen Tagen aus Geschäftsinteressen heraus gerodet wurde. Die Aktion, im Verlauf derer mehrere Fensterscheiben zu Bruch gingen, erhielt in der Öffentlichkeit viel Aufmerksamkeit. Die Behörden ihrerseits reagierten mit Repressionen. Am Tag nach der Aktion wurden zwei bekannte Aktivisten verhaftet, Aleksej Gaskarow und Maxim Solopow. Ihnen drohen bis zu sieben Jahre Haft wegen Vandalismus, obwohl keinerlei Beweise für ihre Beteiligung an einer Straftat vorliegen. Auf andere Aktivisten, hauptsächlich aus dem antifaschistischen Umfeld, wird eine regelrechte Hetzjagd veranstaltet.
Der Kampf um den Erhalt des Waldes in Chimki wird bereits seit drei Jahren geführt. Nach den vom Staat genehmigten Plänen soll die erste kostenpflichtige Autobahn Russlands zwischen Moskau und St. Petersburg ausgerechnet durch dieses Waldgebiet führen. Dies hat eine Verschlechterung der ökologischen Situation zur Folge und bringt die lokale Bevölkerung und die Einwohner Moskaus um ein weiteres Naherholungsgebiet. Trotz Alternativrouten, die keine Waldrodung erfordern, und lautstarkem Protest von Umweltschützern und einfachen Bürgern gegen die ausgewählte Route, weigerten sich der Staat, die Stimme der Öffentlichkeit zur Kenntnis zu nehmen. Im Gegenteil, staatliche Stellen unternahmen oftmals Schritte zur Einschüchterung ihrer Kritiker.
So haben die Behörden im Chimki gemeinsam mit den Bauträgern nicht nur einmal Gewalt gegen die Waldschützer angewandt: Sie ignorierten die öffentliche Meinung, lehnten die Genehmigung von Protestaktionen ab, engagierten Nationalisten zur Auflösung friedlicher Proteste von Umweltschützern und lokaler Bevölkerung, ließen ohne gesetzliche Grundlage Journalisten festnehmen und misshandeln. Unbekannte haben einen Kritiker der lokalen Machthaber, den Chefredakteur der „Chimkinskaja Prawda“ Michail Beketow, zum Krüppel geschlagen und den Layouter einer anderen Oppositionszeitung, Sergej Protazanow, ermordet.
Nach der Aktion am 28. Juli 2010 haben die russische Miliz und Sondereinheiten eine beispiellose Jagd auf Antifaschisten eröffnet. Wer wenigstens ein Mal als Antifaschist ins Blickfeld des Zentrums für Extremismusbekämpfung und des FSB geriet, wird unter Missachtung aller gültigen Rechtsnormen und unter Zwang zu Verhören verschleppt, während in den Wohnungen unrechtmäßige Hausdurchsuchungen stattfinden. Und in einigen Fällen gehen die Ermittler bis zur Ausübung grober physischer Gewalt, um die erwünschten Aussagen aus den Verhörten heraus zu prügeln.
Erschrocken über die anwachsenden Proteste gegen die Waldrodung in Chimki, zeigte der Staat endlich Einsicht und stellte seine Bereitschaft unter Beweis, die ausgewählte Route einer Prüfung zu unterziehen. Doch stellt dies keinen Sieg dar. Aleksej Gaskarow und Maxim Solopow befinden sich weiterhin in U-Haft, sozusagen als Geiseln der Staatsmacht.
Ende September steht der nächsten Haftprüfungstermin für Aleksej und Maxim an. All diejenigen, denen das Schicksal der beiden nicht gleichgültig ist, werden aufgerufen, alles ihnen mögliche zu tun für ihre Freilassung. Die Kampagne zur Freilassung der Geiseln von Chimki ruft zu internationalen Aktionstagen vom 17. bis 20. September auf, um Druck auf die russischen Behörden auszuüben und mit dem Ziel, die Freilassung von Aleksej und Maxim zu erreichen.
Wir rufen dazu auf, Aktionen vor Botschaften, Konsulaten, Handels- und Kulturvertretungen der Russischen Föderation zu organisieren, und auf öffentlichen Veranstaltungen und Konzerten, die in einer Verbindung zu Russland stehen, Aufmerksamkeit herzustellen. Ebenfalls sollen Faxe und Protestschreiben an das zuständige Gericht, die Staatsanwaltschaft und die Staatsführung gerichtet werden (Wir schlagen dafür den 20. September vor). Die für die Proteste notwendigen Adressen und weitere Einzelheiten über die Repressionen in Russland werden wir gesondert mitteilen. Informationen werden außerdem in Kürze auf unserer Webpage
Schließt Euch den Protesten an!!!!!!!
Kampagne zur Freilassung der Geiseln in Chimki
Kontakt: +7 (915) 053-59-12
zur Person
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
russia - putin und co. — ana