Heß Gedenken im Vogtland – Nachbetrachtung

Medienkollektiv Vogtland 01.09.2010 23:11 Themen: Antifa
Am 28.08.10 fand zum wiederholten Mal, laut Nazis zum 10. Mal, das sogenannte „Rudolf Heß Gedenkturnier“ im Vogtland statt. Dieses Jahr fanden sich etwa 100 Neonazis in der Lehnamühle (Thüringen) dazu ein.
Anfang August veröffentlichte das Medienkollektiv Vogtland bereits einen Text über die jährlich stattfindenden Fußballturniere im Vogtland.
Was dieses Jahr anders war als sonst?

Mitte August (13.08.10) erhielten wir als Medienkollektiv eine Mail mit dem Hinweis, dass es dieses Jahr wohl kein „Rudolf Heß Gedenkturnier“ geben wird. Von wem diese Mail stammt ist fraglich. Ein „richtiger“ Absender konnte nicht ermittelt werden. An eine Absage glaubte unsererseits niemand.

Der Staatsapparat steht unter Druck. Anders ist nicht zu erklären, dass es dieses Jahr bereits zu Kontrollen anreisender Neonazis durch die Polizei kam. Was in den Vorjahren nicht denkbar war, funktionierte dieses Jahr recht gut. 2009 musste noch ein anwesender Journalist die Polizei auf das bereits stattfindende Nazitreffen hinweisen.

Menschen auf die Situation vor Ort hinweisen ist wichtig

Zwei regionale Tageszeitungen berichteten in ihrer Montagsausgabe kurz über die rechte Veranstaltung. Wie viele Leser die Artikel gelesen haben wissen wir nicht. Aber im Gegensatz zum letzten Jahr waren Informationen in der lokalen Presse recht passabel für ein so „nebensächliches“ Thema.

Beim Internetportal „blick nach rechts“ erschien bereits zum 2. Mal ein Artikel über das „Braune Fußballevent“ im Vogtland.

Mehr Präsenz des Themas in der Öffentlichkeit und eine damit verbundene Diskussion fordert die Antifaschistische Arbeit Greiz (AFAG).

Allein staatliche Repressionen können Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus nicht verhindern. Ein weitaus öffentlicherer Umgang mit Problemen der Gesellschaft und unserer Region ist hier gefragt, sagte eine junge Antifaschistin am letzten Samstag.

Nahtlos in die erwähnenswerten neonazistischen Aktivitäten reiht sich ein weiterer Vorfall vom Samstag ein.

Ein Augenzeuge berichtete von einem Übergriff während des Heimat- und Ruinenfest im sächsischen Elsterberg. Dass Elsterberg nur etwa 20 Kilometer von der Lehnamühle entfernt ist, sollte man in dem Zusammenhang wissen.
Laut des Augenzeugen befanden sich etwa 25 Neonazis am späten Abend auf der Burgruine. Dass, das Opfer sich schon öffentlich gegen Nazis aussprach sei hier nur am Rand erwähnt.
Schlimmeres ist nicht passiert. Der Zivilcourage anderer Gäste war der glimpfliche Ausgang des Übergriffs nicht zu danken, so der Augenzeuge.

Nur eine öffentliche Darstellung neonazistischer Aktivitäten wird wohl dauerhaft nichts ändern. Hier sind wir gefragt um solche Übergriffe wie nach dem „Fußballturnier“ zu verhindern. Das Fußballspiel an sich hätte nicht verhindert werden können, da es wie schon seit Jahren auf privaten Grundstücken stattfand.
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Ergänzungen

otz beiträge 2009 und 2010

zeitungsjunge 02.09.2010 - 07:58
10. August 2009 /OTZ

Polizeieinsatz bei Fußballspiel der Rechten

Kontrollmaßnahmen am Sonnabend dauern bis gegen 21.30 Uhr an

Der Polizei in Greiz wurde am Sonnabend gegen 14 Uhr bekannt, dass auf einer Wiese in einem Waldstück zwischen Neugernsdorf und Lehnamühle mehrere Personen Fußball spielen. Die Örtlichkeit befand sich außerhalb geschlossener Ortschaften und war von der Straße aus nicht einsehbar. Die sofort zum Einsatz gekommenen Kräfte der Polizeiinspektion Greiz und aus dem gesamten Schutzbereich der Polizeidirektion Gera stellten vor Ort fest, dass etwa 50 Personen in verschiedenen Mannschaften gegeneinander Fußball spielten. Die Personen waren augenscheinlich der rechten Szene zuzuordnen. Außenstehenden Zuschauer zum Fußballspiel waren nicht anwesend. Bei der Örtlichkeit handelte es sich um eine Wiese, welche einer Privatperson aus dem Landkreis Greiz gehört. Diese Person war anwesend und Organisator. Nach Beendigung des Fußballspiels verließ ein Großteil der Teilnehmer den Ort. Durch die eingesetzten Beamten wurden Personenkontrollen durchgeführt.
Um Anschlussveranstaltungen zu verhindern, wurden Kontrollstellen eingerichtet. Bei der Abreise, so die Polizei gestern auf Nachfrage, habe es keine Zwischenfälle gegeben. Gegen 21.30 Uhr waren die polizeilichen Maßnahmen beendet.

28.August 2010 / OTZ

Fußballturnier der Rechten unter Polizeibeobachtung

Fahrzeuge vorsorglich kontrolliert

Landkreis Greiz (OTZ).

Das von der rechten Szene im Landkreis Greiz organisierte Fußballturnier zum Gedenken an den Nazi Rudolf Heß fand am Sonnabend unter Polizeibeobachtung auf einem Privatgrundstück eines NPD-Mitgliedes in der Nähe von Tschirma statt. Alle ankommenden Fahrzeuge der Teilnehmer des Treffens seien vorsorglich kontrolliert und die Personalien festgestellt worden, hieß es dazu gestern aus der Polizeidirektion Gera. Vor allem Rechte aus dem thüringischen und sächsischen Vogtland, aber auch einzelne Fahrzeuge aus anderen Bundesländern trafen ein. Nach Polizeiangaben nahmen gut 90 Personen an dem Neonazi- Treffen teil, das bis in die späten Abendstunden ging. In der Nähe des Schiefermahlwerkes hatten die Polizeieinheiten der PI Greiz, verstärkt durch Beamte der Zentralen Dienste ab Mittag Stellung bezogen, um die Veranstaltung im Auge zu behalten. Straftaten seien in diesem Zusammenhang bisher nicht bekannt geworden, sagte der Sprecher der Polizeidirektion Gera gestern auf OTZNachfrage.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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:D — ^^

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