Räubertage (DD) wurden zum Desaster

Aktivistinnen 22.08.2010 13:51 Themen: Freiräume Kultur
Sexueller Übergriff, Stress mit Prolls, Deutschlandfans, Bullenkontrollen, stundenlange Verspätungen, Bandabsagen vor Ort, Kommerzialisierung - Die Räubertage 2010 wurden zum absoluten Desaster.
Die Räubertage (20. bis 22.08.2010) sind eine Art Mini-Fusion bei Dresden. Das Festival bietet Punk/Hardcore-Konzerte, eine Elektrostage sowie verschiedene Floors mit Goa, Techno und Reggae. Außerdem wird zum Mitmachen eingeladen, es gibt dadurch zusätzlich verschiedene Kleinkunstangebote.

In diesem Jahr wurden die Räubertage zum ersten Mal angemeldet. Dadurch stiegen die Kosten enorm an und es wurde erstmals Eintritt genommen (10 €). Was die Veranstalter/innen offensichtlich nicht bedachten: Sie stehen mit diesen Schritt in Richtung Kommerzialisierung stärker in der Verantwortung, dass das Festival funktioniert. Doch genau das Gegenteil war der Fall.
In der Nacht von Freitag zu Samstag machte das Gerücht die Runde, dass es eine Vergewaltigung gegeben hat. Von Seiten der Verantwortlichen wurde daraufhin ein sexueller Übergriff bestätigt, ohne konkret zu werden. Es steht zur Debatte, ob die Organisator/innen eine Mitschuld an dem Vorfall tragen, denn aufgrund ihres Aufstieg in die Liga der kommerziellen Festivals, sind sie stärker als die Jahre zuvor für die Sicherheit der Gäste verantwortlich. Dennoch hat es keine mobile Gruppen gegeben, die das weitläufige Gelände abgeschritten sind. Eine Präsenz wachsamer interner Räubertage-Secus, die auch als solche gekennzeichnet sind, hätten die Gefahr möglicherweise minimieren können.

Neben diesem erschreckenden Vorfall, waren die Räubertage vor allem von personeller Unterbesetzung geprägt. Die einzelnen Bühnen wurden meist von einem Technikmenschen betreut. Dadurch kam es im Laufe der Nacht zu Verzögerungen von bis zu drei Stunden. An anderen Stages sind Bands gar nicht erst aufgetreten, obwohl sie auf dem Gelände waren (ob es überhaupt eine Bandbetreuung gab?). Für die Gäste gab es keinen Infopoint oder Aushänge, welche Acts und Musik sie an welchen Punkt erwartet. Das alles erweckte den Eindruck, dass es an einem Mindestmaß an Professionaliät mangelt, die mensch sogar auf unkommerziellen Festivals geboten bekommt (was die Räubertage ja nicht mal mehr sind).
Ebenfalls erschreckend war die unpolitische Haltung der Verantwortlichen, die sich ja aus dem Dresdner Freiraum-Aktivist/innen-Spektrum rekutieren. Besonders deutlich im Umgang mit vermeintlich unpolitischen Atzen oder mit pöbelnden Oi-Skins. Am Freitag kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Besucher/innen und Prolls aus der Umgebung, die auch gerne mal mit Deuschland-Fanutensilien über die Räubertage spazieren (konkret: schwarz-rot-goldene Hüte und Pappkronen) und lieber keinen Eintritt zahlten. Die Konsequenz war das Aufkreuzen von zwei Sixpacks auf dem Festivalgelände. Am Samstag machte eine Gruppe Oi-Skins durch lautes (teilweise sexistisches) Pöbeln und Singen auf sich aufmerksam. Eingeschritten ist von Seiten der Veranstalter/innen niemand, obwohl die Gruppe gegen halb eins am Haupteingang vorbeizog. Da werden die "roten Karten gegen Sexismus", die im Politzelt ausgelegt wurden, zur Farce.

Als Besucherinnen der Räubertage, ein Festival, auf das wir uns sehr gefreut haben (auch weil es die letzten Jahre immer sehr schön war), sind wir von der Umsetzung des neuen Wegs, den die Veranstalter/innen eingeschlagen haben, sehr enttäuscht. Wir bitten die Verantwortlichen der Räubertage, zu den sexuellen Übergriff am Freitag Stellung zu nehmen und sich die genannten Krikikpunkte zu Herzen zu nehmen. Wenn ihr in Dresden nicht genug Leute seid, die ein kommerzielles Festival tragen können, dann müsst ihr es sein lassen!

...

 http://www.raeubertage.de/
Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
Creative Commons-Lizenz lizenziert.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

weitere sexuelle Übergriffe der letzten Tage

Temel 22.08.2010 - 15:45

Kann

Uwe B. 22.08.2010 - 15:54
mal bitte jemand der dieses jahr anwesend war berichten was es mit dem "desaster" auf sich hat. ob der weg die räubertage diesmal anzumelden richtig war, sollten allein die verantwortlichen selbst entscheiden, da diese im zweifelsfall auch die möglichen risiken und konsequenzen tragen. sicher unangemeldet gefällt's uns allen besser.
das es wohl keine sicherheitsvorkehrungen gab, ist natürlich fahrlässig, grad im westlichen dresdner umland. ich kann mir dennoch nicht vorstellen, das man da mit ein paar dorftrotteln und "oi-skins" nicht fertig wird.
ansonsten immer das gleiche, alle jammern über beschissene orga und geld aber niemand bekommt seinen arsch hoch, so wird das nichts!

Brandanschlag-Räubertage

Wolfgang 22.08.2010 - 17:33
Ich verweise nur darauf:  http://de.indymedia.org/2010/08/288068.shtml

das ist mitten in den Vorbereitungen passiert.....da kann es mal vorkommen das nicht alles 100% mehr genau ist..............Räubertage haben gefetzt

konstruktive kritik ist ok!

bln 22.08.2010 - 17:35
Zuerst einmal sollte es wohl kein Problem sein Kritik oder Verbesserungsvorgschläge zum
Festival zu ertragen, insofern sie konstruktiv ist/sind.

Wobei ich auch einige Punkte hinterfragen/kritisieren, die die Aktivist_innen in ihrem
Artikel niedergeschrieben haben.

Erstens halte ich einen Eintritt von 10€ (ob nun Spende oder als Festpreis) für 3 Tage für absolut erträglich, da Dixies, Generatoren, Bands und Künstler_innen sich nicht von selbst
zahlen, selbst wenn das Festival nicht angemeldet worden wäre. Viele der Musiker_innen und
Künstler_innen hatten auch beachtliche Anreisewege und von mind. einer handvoll weiss ich,
das sie selber draufgezahlt haben um dort zu spielen. Nun von ihnen aber zu verlangen das sie
für lau spielen sollten, damit der Preis nicht so "hoch" ausfällt, halte ich für ziemlich dreist.

Zum sexuellen Übergriff muss es eine Nachbereitung geben und auch überlegt werden, wie sowas
in Zukunft vermieden werden kann. Sichtbare Ansprechpersonen (z.B. Awareness-Team u.ä.) fänd
ich gut. Von Secu's im originären Sinne halte ich persönlich nix, das wäre in meinen Augen
nämlich ein Schritt in Richtung Kommerzialisierung (-> Machtgefälle, Hierachisierung), da ich
eigentlich bei einem DIY-Festival den Anspruch habe, das jeder weiss wie mensch sich zu ver-
halten hat. Vielleicht sollten die Orgagruppen einfach noch deutlicher aufzeigen welches Ver-
halten nicht erwünscht ist, da scheinbar einige Leute doch nicht wissen wie ein angenehmes
Miteinander funktioniert. Notfalls auf 'nem großen Transparent, ist zwar plakativ und simpel, aber keine_r kann sagen, die do's und vor allem dont's wären nicht bekannt gewesen.
Zudem halte ich von Kommentaren, die den sexuellen Übergriff herunterspielen ("gibts ja
tagtäglich...") für absolut kontraproduktiv und unnötig. Sowas muss bearbeitet und öffent-
lich gemacht werden. Es schadet dem Festival mehr, wenn mensch merkt, dass sich nicht damit
auseinandergesetzt wird. Ich persönlich habe keinen sexuellen Übergriff mitbekommen, würde
aber auch nicht sagen, dass es nicht so war, da schon einige Menschen auf dem Festival
waren, die kurz vor Grenzüberschreitungen standen. Die von denen ich gehört habe, wurden
zum Glück sofort angesprochen und somit abgewendet. Aber wie gesagt vielleicht wären in
Zukunft ein sofort zu erkennende/präsente Ansprechpersonen (Awarenessteam o.ä.) von Vorteil,
denn nicht jede_r ist mit einer Bezugsgruppe da, die im Zweifelsfall auch helfen kann.

Zum Thema Unterbesetzung. Ich habe bei den mir bekannten Bühnen keine Klagen von den "Be-
treuer_innen" gehört, soweit ich mit ihnen ins Gespräch gekommen bin. Und bei einem DIY-
Festival kann ich auch mal als "Besucher_in" mit anfassen, wenn ich merke da ist gerade
Not am Mensch. Gehe da mit einem vorrangegangenen Kommentator d'accord, der Ähnliches
schon vor mir schrieb. Bei der Punk/Metal/HC/Crust/etc. waren mindestens 2 Tontechniker und mehrer Helfer_innen. Das mit dem Zeitplan zu bemängeln find ich ganz großen Bullshit!
Eine Timetable ist eine Orientierungshilfe, nicht mehr und nicht weniger, es hat euch auch
niemand gehindert, im Zweifel die Leute an der Technik zu fragen wann welche Künstler nun
wann spielen. Zudem gab es im Vornherein definitiv Infos wo welche Bands/Künstler_innen
spielen (auf der Webseite z.B.), zudem hingen teilweise auch an den Bühnen Infozettel.
Bands/Künstler_innen hatten zudem (da wo es mir bekannt war) Kontaktdaten (Tel. etc.) der
betreffenden "Bühnenbetreuer_innen". Wenn die Bands aufm Gelände sind, sich aber nicht
melden, dann können wohl die Veranstalter_innen nichts dafür.

Zu den Mackern, Oi's, "Deutschen" u.ä.: Ohne es runterspielen zu wollen, solche Leute hast
du leider beinahe auf jedem (auch linken) Festivals. Bekommst du meistens auch nicht
zu 100% raus aus solchen Veranstaltungen. Gibt es Grenzüberschreitungen von solchen
Personen, sollten sie in irgendeiner Art und Weise artikuliert werden und die Personen ggf.
von Gelände entfernt werden. Sehe es aber auch als Versäumnis, wenn die Einlasscrew die betreffende Gruppe nicht angesprochen hat und ihnen eindeutig schildert, das so ein
Verhalten hier unerwünscht ist.
Wobei aber z.B. bei der gitarrenlastigen Bühnen Menschen darauf hingewiesen wurden, wenn
sie zu übers Ziel hinausgeschossen sind.
Mir persönlich ist eine Sache mit einem TS-Jacken- Träger bekannt, der hat aber auch
schnurstraks das Gelände verlassen als er merkte das aufgeregt telefoniert wurde.

Zudem fand ich den letzten Absatz der Beitragsverfasser_innen eigentlich ganz gut, der
letzte Satz macht aber eigentlich alles zu Nichte. Dies ist in meinen Augen immer noch
ein (angemeldetes) DIY-Festival und ich find es toll wenn Menschen versuchen möglichst
gleichberechtigt und hierachiefrei ein Festival auf die Beine zu stellen, wo auch Möglich-
keiten gegeben sind, bei denen mensch sich auch als Besucher_in noch einbringen und helfen
kann.

so weit, ein dagewesener

Und noch mehr Wikipedia:

auch Proll 22.08.2010 - 17:44
Klassismus
Theorie
Meso-Ebene: Unterdrückung einer Klasse auf Gruppenebene durch den Aufbau von negativen Vorurteilen gegenüber Angehöriger einer „niedrigeren“ Klasse u.a. mit Hilfe der Massenmedien. Antiklassismus auf dieser Ebene umfasst deshalb auch die Forderung nach einer anderen Medienkultur.
Klassistischer Sprachgebrauch
Rückwirkend werden traditionell-abwertende Begriffe wie z.B. Gesindel, Janhagel, Mob, Penner, Pöbel, Prolet, Proll, Sozialschmarotzer, aber auch Bonze oder Pfeffersack als klassistische Wendungen interpretiert. Neuere Prägungen umfassen Welfare Queen oder White Trash.
 http://de.wikipedia.org/wiki/Klassismus

...

... 22.08.2010 - 18:06
Bei vielen Sachen würde ich dem_r Verfasser_in des Artikels zustimmen. Insbesondere bei dem Aspekt der fehlenden Struktur. Ich brauch zwar keine Securitys die erhaben übers Festival schreiten, aber es wäre doch wünschenswert gewesen einen Anlaufpunkt direkt auf dem Gelände (und nicht am Einlass, wobei der Einlass auch kein offizieller Anlaufpunkt war) zu haben, bei dem es nicht nur den Übersicht über Konzerte, Workshops etc. gefunden werden können sondern auch Hilfe bei Übergriffen und Infomaterial zu verschiedenen Sachen. Ein im Vorfeld veröffentlichtes Schutzkonzept wäre in dem Fall dann auch wünschenswert.
Zum Eintritt... es gibt ja auch Gerüchte das Menschen 15€ gezahlt haben... aber naja letztes Jahr gabs auch einen festen Spendenbetrag der auch, soweit ich mich erinnern kann, bei 10€ lag. Ein Preis der an sich ok ist. Schön wäre es jedoch da gewesen wenn es ein-tages- bändchen gegeben hätte und die Leute die nur einen Tag gekommen sind dann auch dementsprechend günstiger reingekommen wären.
Schlecht war definitiv das es, wie letztes Jahr, zu wenig Toiletten und, zwar mehr als letztes Jahr aber dennnoch zu wenig, Wasser gab. Dabei war zudem auch schlecht, das das Wasser das kostenlos zur Verfügung gestellt wurde kein Trinkwasser war und die Leute auf die teuren Getränke an den Ständen angewiesen waren.
Vom Essen zum Trinken... Vokü: 1€ für eine Scheibe Brot mit Nuspli, lauwarmer Kaffee 1€; mal 3 Euro fürs Essen mit Nachschlag, mal 3€ ohne Nachschlag. Immerhin gabs Dixiekitchen die das Essen für 1,50€ verkauft haben.

Schön war der Ort, auch wenn er offener war als beim letzten Mal. Viel Platz für Bühnen und alles Mögliche...

Kohle

Bezahler 22.08.2010 - 18:39
Einige Menschen wurden nur für 15 € reingelassen (ich zum Beispiel), andere wiederum für 10 €. Und Samstag gings immernoch fürm 10er rein (was dann wirklich etwas viel is).

Bilder vom Barbarenbesäufnis

Prollatze 22.08.2010 - 21:02
Seht euch an, wozu diese Räuber in der Lage sind... Erschreckende Bilder. Es grenzt an ein Wunder, dass es keine Toten gab...

 http://www.flickr.com/photos/53267759@N06/sets/72157624657263819/with/4916219605/

Aber mal im Ernst, die Autorin mag in manchen Punkten Recht behalten, aber Übergriffe und rumgedeutsche sollten wenn doch auch von den Besuchern beendet oder beantwortet werden. Die Cops auf dem Gelände haben mich auch irritiert. Und für 10 Euro/Person, so etwas auf die Beine zu stellen... Aber egal.

Wahrscheinlich ist die Autorin nur so schlecht gelaunt weil sie in eine Bullenkontrolle gekommen ist.

Bei festivals kann viel Scheie passieren, das steht außer Frage. Doch jetzt irgendwas oder irgendwen unreflektiert in den Dreck zu ziehen halte ich für außerordentlich dümmlich.

Respekt

Senf 23.08.2010 - 12:31
Es fühlt sich an als wären wir letztes Wochenende auf verschiedenen Arealen unterwegs gewesen. Ich hab das Fest (zum Glück) in keinem Moment so erlebt oder befunden wie von Dir hier geschrieben. Auch Deinem Interpretationsstrang kann ich nicht folgen. Wer unkommerziellen Ton erwartet und im selben Satz das korrekte Abhandeln der Lineups verlangt muss wohl seine unerklärlichen Gründe dafür haben. Ähnlich behandelst Du das Thema Toleranz. Das freiwillige Eintrittsgeld gabs übrigens vor zwei Jahren auch aber das weisst Du ja, Du warst ja da.
Räuber ich fands Klasse und komm das nächste Mal gern wieder. Von mir aus könnt Ihr gern die Zahl der Bühnen reduzieren und Euch dadurch vielleicht sogar erlauben Euer eigenes Fest geniessen zu können. Mit grossem Respekt vor Eurer Arbeit, die letzten Tage waren wertvoll ... Euer Senf dazu

ergänzung

räuber 23.08.2010 - 13:38
ein preis von 10/ 15 € whatever ist absolut tragbar für Dargebotenes an diesem Wochenende. Es steht jedem frei sich nächtes Jahr umzuentscheiden, wenn er sich nicht wohlgeühlt hat. Veranstalter wie Gäste lernen Dinge hinzu & versuchen Fehler die aufgetreten sind auszubessern damit sich ein gemeinsames schönes Projekt ergibt. Konstruktive Kritik ist förderlicher, & der Vorschlag, doch das nächste mal eine Anlaufstelle für Probleme zu schaffen, im menschlichen Miteinander besser als gesagte Sätze wie:

"Wenn ihr in Dresden nicht genug Leute seid, die ein kommerzielles Festival tragen können, dann müsst ihr es sein lassen!"

Der oder die Kritikerin hat das Leben wahrscheinlich bis jetzt ohne Fehler bestritten & auch die Info der Räubertage:

"Es gibt dabei keinerlei Stellvertreter oder Initiatoren,
lediglich die Uebereinkunft Aller, gemeinsam eine andere
Lebens- und Veranstaltungskultur zu leben.

Alles waechst durch den Prozess des Zusammenwirkens der Projekte
zu einer organischen Struktur heran."

aussen vor gelassen. Meld dich doch einfach nächstes Jahr im Vorfeld der Vorbereitungen & hilf mit Kultur zu erschaffen. Mit deinem Wissen wird mit sexuellen Übergriffen oder Leuten die mutmasslich nur zur Störung der Gemeinschaft das Festival besuchen, anders umgegangen oder ein Weg gefunden dies zu vermeiden.
& auch auf einem Festival, statt nur im schnöden Alltag, gilt nicht nur für Veranstalter
- Zivilcourage! Leute ansprechen, eingreifen, auf jeden Fall handeln.

Wer Strukturen & ein Zeitmanagment für elementar hält ist dann vielleicht dort am falschen Ort gewesen, das mag sein. Da wir ja frei sind zu entscheiden wo wir hingehen, gibt es noch einige andere Festivals wo dies geboten wird.

räubertage

räuber 23.08.2010 - 15:30
sind wir doch mal ehrlich und realistisch... so schlimm wie die mögliche vergewaltigung ist... hätte sie denn wirklich verhindert werden können, außer das es irgendjemand mitkriegt und hilfe holt bei wem auch immer... dafür braucht man keine security oder sonst irgendwas
allerdings fände ich es auch gut, wenn es für gewaltprobleme oder ähnliches ansprechpartner geben würde... aber ich denke, selbst da hätte man überall jemand finden können der hätte weiterhelfen können

zum thema essen: war wunderbar und auch nicht zu teuer...
zum thema dixies und wasser: trinkwasser gab es kostenfrei an den bars ( war ein zettel am wasserbehälter) noch mehr dixies = noch mehr kosten ;) und so riesig waren die warteschlangen nun auch nicht.... und wenn 500 m laufen und man hatte einen platz gefunden für seine notdurft

Bandverzögerungen: passiert, nicht weiter tragisch... aber ich denke wenn wir nächstes mal 30 euro bezahlen dann könnte das sicherlich alles auch ohne problemchen laufen ;)

deine ansprüche an ein diyfest sind mir eindeutig zu hoch gesteckt... aber du darfst sicherlich bei der organisation der nächsten räubertage mitmachen

zum themaprolls und deutschlandgedöns: das problem ist mir natürlich auch aufgefallen... aber ich denke das fällt dem einlass da auch ganz schwer, weil man nicht einfach nach klamotten urteilen sollten... sowie weißt du nicht ob das deutschlandgedöns am einlass überhaupt bemerkt wurde

an sich war es ein super festival, was trotz des anschlages super über die bühne gebracht wurde

Kommentar von "offizieller" Seite

Räuber 25.08.2010 - 23:43
Mal ein Kommentar vom einem der vielen "Veranstalter":

Mit dem Vergewaltigungsvorwurf, welche am Samstag gegen um 5 Uhr stattfand, werden wir uns sicherlich noch genau Außeinandersetzten. Fakt ist das die Betroffene nach dem Übergriff sofort Ansprechpartner und Hilfe an einer der Bars gefunden hat. Sie wurde ins Sanizelt gebracht und die Polizei verständigt. Der Übergriff passierte in einem Zelt und die beiden waren miteinander bekannt. Da kann auch eine Security nichts machen. Der Beschuldigte war danach von uns Verantwortlichen nicht aufzufinden, stellte sich aber sofort der Polizei als diese eintraf. Sowohl Opfer als auch Beschuldigter wurden nach der Untersuchung wieder auf den Platz gefahren. Danach packte der Beschuldigte sein Zeug und ging nach Haus.
Weitere Kommentare folgen wenn die Untersuchung der Polizei abgeschlossen ist. Aus dem Freundeskreis des Opfers war am Samstagnachmittag nur zu erfahren, dass sich die Sache wohl irgendwie geklärt hat, ansonsten gab es keine Kommentare.

Wie schon oftmals erwähnt wurde, kostete das Festival auch in den vergangenen Jahren einen Unkostenbeitrag von 10 €. Außerdem gab es noch nie einen Zaun, wer also nicht bezahlen will muss das nicht tun. Wenn ein Konzert in der Chemo oder im Connie 6 € für einen Abend kostet beschwert sich auch keiner. Die gestiegenen Kosten die sich an der Bar bemerkbar machten, resultierten daraus dass sich dieses Jahr viele verschiedenen Leute mit ihrer Idee einbringen konnten. Es gab also nicht nur eine "Gitarrenbühne", eine "Elektrobühne", ein "experimentelles Karre" und nen "Reggeafloor", sondern mehrere kleine Soundsysteme und so weiter. Leider haben sich einige Essensanbieter nicht an unsere Preisempfehlungen gehalten, für die teuren Speisen könnt ihr euch also bei den externen Voküs bedanken.
Von deren Geld haben wir so gut wie nix gesehen.
Außerdem gab es auch günstige Alternativen, z.B. auch Bier für`n Euro.
Das kostenlose Wasser war sehr wohl Trinkwasser (das von der Bar), das Wasser im großen KAnister (wo dranstand das es Trinkwasser an der Bar gibt) war nur kein Trinkwasser weil es laut Deutschen Gesetzbuch nach Berührung mit dem Kanister keines mehr ist.


Zum Vorwurf das zuviele Prolls da waren, kann ich nur lachen. Am besten wir machen immer schön Gesichtskontrolle, und bleiben unter uns bis wir ein deformierter Inzuchthaufen sind. Es geht bei den Räubertagen darum Alternativen vorzuleben und den Leuten die es noch nicht ganz gerafft haben, zu zeigen dass es auch anders geht. Sicherlich stimmt es das wir zu wenige waren und Leuten die ausfällig geworden sind aus stressgründen nicht immer und überall den richtigen Weg weisen konnten, dennoch sollte man doch erwarten können, dass die Festivalbesucher die es besser wissen entsprechende Schritte einzuleiten, statt sich darauf zu verlassen, dass das schon jemand anderes machen wird.

Zum Abschluss ein Kommentar (alles weitere auf der Webseite in Bälde) zum Kapitalismusvorwurf. Niemand außer den externen Anbietern von Konsumartikeln, auf die keiner angewiesen war, jeder konnte sich sein Zeug aus selbst mitbringen, hat an dem Fest auch nur einen Cent verdient. Wenn die Abrechnung fertig ist und wir noch Geld über haben, wird etwas gespendet, der Rest soll für weitere Aktionen und Vorleistungen in der nächsten Zeit auf die hohe Kante gelegt werden.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, nächstes mal bitte etwas besser Recherchieren, den auch eine Anmeldung gab es nicht wirklich.

Erwähnenswert

Isch 27.08.2010 - 00:08
Zuvor möchte ich gerne hinzufügen, dass trotz des Hinweisschildes/Aufforderung am Einlass die Räubertage nicht die Vergewaltigungshighscore vergleichbarer Festivals ähnlicher Größenordnung anführen. Die Securities/innen und USB-Funk-Kameras in jedem Zelt haben sich demnach sehr gelohnt.

Von Gema über Feuerwehr bishin zu Greenpeace waren alle Institutionen und Organisationenen über den DIY-Akt genaustens informiert und alles war bis in jede kleinste Annekdote abgesegnet und zustimmend anerkannt gewesen.

Ein Spendenvorschlag von 15ois das Wochenende und 10ois am Tag wurde gerade mal von der oberen Kaste getragen und jeder, der/die dachte, nicht genug Groschen in seiner/ihrer Geldbörse für das 2.Quartal des Augusts zu haben, wurde ausgelacht und weggeschickt.

Die Organisation, soweit es mir bekannt ist, hat sich Donnerstag Abend aus dem Staub gemacht, damit auf jeden Fall das Festival "unterbesetzt" und in einer Supernova zur Erzeugung einer 2. Galaxie ohne Dixies, einfältigen Techno, Wasser, vollgesch***nen Jägerhochständen und zugesprayten Objekten sich aus den Fesseln des Kapitalismus entflüchten kann.

Alle Orginastoren, die ich über 5 Ecken kenne, haben sich derzeit eine Insel im Pazifik gekauft und sind dabei, das Drehbuch von ROBINSON CRUESO, bzw. SCHLARAFFENLAND umzuschreiben.

Über den Anschlag auf die Wohnung der Praxis C9 (C*******straße 9) wird nicht näher drauf eingegangen, da aufgrund fehlender Verbindung keine nähere Informationen bestehen. Die Feuerteufel hätten sich Sonntag beim großen Palettenscheiterhaufen auslassen können.

Ein hoch auf Wahnis Knobi und alle Homosapiens/innen und deren Durchschlauchtaktiken.

Wenn Mensch eine Geburtstagsfeier nicht expandieren lassen möchte: WAS BLEIBT DANN NOCH ÜBRIG???

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Zeige die folgenden 40 Kommentare an

häh? — komisch

Ärger mit Prolls — Anti-Student

Frauen — an den Mischknopp!

muss das sein? — räuber_rin

Proleten aller Länder - vereinigt euch — Was muss die Uni? Die Uni muss brennen!

war — absehbar

Kommerziell?? — dark east side

Facepalm — RoyBär

an " Frauen an den Mischknopp" — wach gebliebener

Schritt — 01

proletarier — nicht prolet wir haben 2010

hilfe — tom

@nicht prolet wir haben 2010 — Kommunist 2010

proletarier — nicht proleten

Du bist ja so kultiviert! — Champagner aus Bierglas-Trinker

Wohin gehts? — Gretchen

Bedeutungswandel — Prolet

Kommerz — ein kommunist muss ökonomie verstehen

hm... — wach gebliebener

Prolldebatte... — Facharbeiter mit HSA

Provo-Fake — rixfix

@ rixfix — fixritz

proleten — oi

nochwas — hmmm

@nicht proleten — politisch Korrekter

auweia — johanna

@ johanna — räuber

Kohle/Politik — fbbv

dass — toni

ergänzung — räuber

proleten — proll

mensch leute — leute

@Proll — Proletarier

proll — et