Die Rote Hilfe - mehr als eine Versicherung?!

RH OG Berlin 19.08.2010 21:01 Themen: Blogwire
Was macht die Rote Hilfe eigentlich und warum ist sie mehr als eine einfache Versicherung?
Mit dieser Frage beschäftigt sich die OG Berlin und hat einen Beitrag veröffentlicht der sowohl als Erklärung wie auch als Aufforderung an den Rest der Szene zu sehen ist.
Wir, die Rote Hilfe e. V. , sind ein Verein der es sich zur Aufgabe gemacht hat Menschen zu unterstützen, die im Rahmen ihrer politischen Tätigkeit von Repression betroffen sind. Wir unterstützen GenossInnen in Prozessen, führen Prozessbeobachtungen durch, vermitteln Anwälte und beteiligen uns maßgeblich an der Finanzierung der Repressionskosten. Das heißt, wir zahlen Anwaltsrechnungen, Beteiligen uns an der Zahlung von Geldbußen und Gerichtskosten und bieten darüber hinaus kostenlose Rechtshilfe und präventive Informationsveranstaltungen an.
Die Gelder die politische GenossInnen bei uns beantragen stammen aus den Mitgliedsbeiträgen der Roten Hilfe und den diversen Büchertischen, Partys, Spendenaktionen die wir veranstalten und Privatspenden. Doch wir sehen uns nicht nur als Geldumverteiler!

In den letzten Jahren entstand für die aktiven Rote Hilfe Mitglieder der Eindruck, dass wir nur noch als Versicherung wahrgenommen werden: die AktivistInnen treten in die RH ein und im Falle von Repression übernimmt die Rote Hilfe die Kosten. Dem ist nicht so! Wir sind viel mehr als das und wir übernehmen die Kosten unabhängig von der Mitgliedsschaft in der Roten Hilfe. Dies soll nun aber nicht dazu führen, dass die AktivistInnen nicht einmal mehr eintreten, vielmehr ist es ein Aufruf sich aktiv zu beteiligen.
Unsere Arbeit ist zeitaufwendig und erfordert viel Engagement in einem Bereich, der uns alle betrifft und essentiell für die politische Arbeit ist. Repression ist immer und überall zu finden und alle, die schon einmal auf einer Demo waren, können ein Lied von Polizeischikanen und Übergriffen singen. Die Antirepressionsgruppen werden dabei oft als DienstleisterInnen war genommen, deren Aufgabe es doch sei sich um die Betroffenen zu kümmern. Aber welchEr sagt das eigentlich und ist es nicht Aufgabe aller AktivistInnen sich um die zu kümmern die stellvertretend für uns alle herausgezogen und eingeschüchtert werden? Was macht diejenigen die sich nach der Demo und in den folgenden Wochen noch um die Betroffenen der Repression kümmern, zu DienstleisterInnen? Es ist doch nur die Untätigkeit und das Desinteresse eines Großteils der politischen AktivistInnen.

Was wir von euch wollen ist mehr als Geld. Sicher, eine Mitgliedschaft in der Roten Hilfe e. V. sollte für jeden politischen Aktivisten obligatorisch sein, aber das ersetzt nicht die eigene Antirep-Arbeit. Präventive Informationsveranstaltungen zu organisieren ist auch eure Aufgabe. Wir stellen euch gerne Informationsmaterial zur Verfügung oder referieren selber, den Rahmen aber müßt ihr stellen. Die Ausmaße politischer Repression lassen sich besser eingrenzen und beurteilen wenn die Rote Hilfe schon im Vorfeld in Demonstrationsplanungen einbezogen wird. Wir können Anwälte vermitteln die vor Ort Polizeiübergriffe im Keim ersticken können, wenn man uns vorher fragt. Auch der Kontakt in die politischen Gruppen muss direkter laufen. Das Berliner Antirepressionsbündnis ist ein Anfang aber nicht ausreichend, da ein Großteil der aktiven politischen Gruppen Antirep-Arbeit noch immer nicht als Teil der Aktion bewertet. Aber wenn ihr eine Demo oder Aktion macht, eine politische Gruppe gründet oder politisch aktiv seid, dann müsst ihr euch auch über Anti-Repression Gedanken machen.
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Ergänzungen

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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Wer im Glashaus sitzt... — Jahrelanges Mitglied

"Aussitzen wie Politiker" — aktivistin

Heuchelei — Gleichfalls jahrelanges Mitglied

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