HH: Proteste gegen Vattenfalls Greenwashing

mensch 16.08.2010 11:09 Themen: Atom Soziale Kämpfe Weltweit Ökologie
Mit dem Sponsoring des Cyclassics- Radrennen in Hamburg will Vattenfall sein ramponiertes Konzernimage auf Vordermann bringen. Dagegen richtete in diesem Jahr das Bündnis Stop-Greenwashing! seinen Protest. Im Vorfeld war auch die Blockade des Profirennens am 15.8. angekündigt worden.
Die Cyclassics sind eigentlich ein Großereignis in Hamburg. Rund 20.000 sogenannte Jedermänner und -frauen beteiligten sich auch dieses Jahr an dem Amateurradrennen. Das Profirennen wird live im Fernsehen übertragen. Der Energiekonzern Vattenfall, der sich mit dem Bau des Kohlekraftwerks in Moorburg und der einstweilig verhinderten Fernwärmetrasse in der Hansestadt ordentlich unbeliebt gemacht hat, versucht mit dem groß angelegten Sponsoring der Veranstaltung seine dreckige Energiepolitik mit hübschen Radsportbildchen zu übertünchen. Greenwashing wird das genannt.

Ein Bündnis aus attac Hamburg, Avanti – Projekt undogmatische Linke, BUNDJugend, der Initiative Moorburgtrasse stoppen!, dem Klimaplenum Hamburg und Robin Wood rief dagegen zum Protest. So hieß es im Aufruf:
„Das Verhalten interessierter Kreise angesichts des drohenden Klimakollapses und das angedrohte Revival der zerstörerischen Kernenergie belegen anschaulich, dass wir weder auf Regierungshandeln noch auf freiwillige Konzernpolitik vertrauen können. [...]
Die jetzt stattfindenden Cyclassics sind eine Gelegenheit, die breite Öffentlichkeit darüber aufzuklären, wie dreist Vattenfall die Hamburger Öffentlichkeit täuscht. [...] Wir finden es unerträglich, dass Vattenfall den sympathischen Radsport dazu missbraucht, sich ein grünes Mäntelchen umzuwerfen.“
 http://www.avanti-projekt.de/hamburg/ereignis/stop-greenwashing

Am 15.8. begann der Protest mit einer Aktion von Robin Wood. Gegen 10 Uhr hatten sich AktivistInnen an der Köhlbrandbrücke abgeseilt und ein 50 m² großes Transparent über die Radstrecke gespannt.

Um 15 Uhr begann am Hans-Albers-Platz die Bündnis- Kundgebung. Laut Taz beteiligten sich 200 Personen. Es wurden Reden gehalten (unter anderem vom Pastor der Friedenskirche Brandi) und Unterschriften für die Rekomunalisierung des Hamburger Stromnetzes gesammelt. Um 16 Uhr wurden Flugblätter verteilt, die zu einer Blockade Aktion am nahe liegenden Pepermölenweg aufriefen. Dort hatten Zeitgleich KletteraktivistInnen versucht sich von der Brücke abzuseilen und diese so unpassierbar zu machen. Die Polizei war allerdings mit einem Großaufgebot vor Ort (offenbar hatte sie vorher Wind von der Sache bekommen), stoppte die Kletterer und nahm eine von ihnen in Gewahrsam. Trotz des massivem Bullenaufgebotes gelang es einer kleinen Gruppe AktivistInnen auf die Fahrbahn zu kommen, die dort versuchten ein Transparent zu entfalten, allerdings nach kurzer Zeit von Polizeikräften geräumt wurden. Eine weitere Blockade- Aktion scheiterte ebenfalls am massiven Polizeiaufgebot und wurde aus Sicherheitsgründen abgebrochen. Als die meisten KundgebungsteilnehmerInnen am Pepermölenweg ankamen waren die Möglichkeiten zum sicheren Eingreifen nur noch begrenzt, schließlich sollten die FahrerInnen selbst nicht gefährdet werden. Für den Fall einer Erfolgreichen Blockade hätten Warngruppen rechtzeitig die Strecke gesperrt und den Fahrerinnen so einen ausreichenden Bremsweg ermöglicht.

Das Fazit der Aktion bleibt, dass die Cyclassics nur dank einem massiven Polizeiaufgebot stattfinden konnten. Mit der offensiven Ankündigung der Blockaden im Vorfeld wurde der Aktionsspielraum kleiner, gleichzeitig konnten sich die Proteste so einer breiten Berichterstattung erfreuen.

Mit den Aktionen solidarisieren sich die AktivistInnen auch mit der sich grade im Knast sitzenden Franziska, die 2008 bei der Besetzung des Kohlekraftwerks Moorburg dabei war und sich standhaft weigert eine Geldstrafe zu zahlen.
In einer Pressemitteilung wurde zudem angekündigt die Proteste im nächsten Jahr fortzusetzen. Es ist zu hoffen das sich dann noch mehr Gruppen finden die eigenständig Kleingruppenaktionen durchführen, denn die Polizei hat keine Chance eine Kilometerlange Rennstrecke zu beschützen.

Blog zu Franziska:
 http://knast.blogsport.de/

Die Forderungen des Stop-Greenwashing Bündnisses:
- Sofortige Stilllegung aller AKWs!
- Sofortiger Baustopp der Dreckschleuder in Moorburg; auch bundesweit keine neuen Kohlekraftwerke!
- Sofortige Rücknahme jeder Art von Unterstützung der Stadt Hamburg in Form von finanziellen Zuschüssen, Sachleistungen wie Straßensperrungen, Polizeischutz, usw. für Vattenfalls Greenwashing - Veranstaltungen!
- Keine Verlängerung der Konzessionen für die Hamburger Strom-, Fernwärme- und Gasleitungsnetze für Vattenfall und EON!
- Überhaupt gilt: Sozial und ökologisch korrekte Energieversorgung ist ein öffentliches Gut und gehört deshalb unter gesellschaftliche Kontrolle und nicht in die Hände der Konzerne!
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Ergänzungen

Presseberichterstattung

avantihh 16.08.2010 - 11:29
GEPLANTE BLOCKADE
Polizei verhindert Renn-Blockade
Umwelt-Protest gegen Vattenfall im Keim erstickt
 http://www.mopo.de/2010/20100815/hamburg/panorama/polizei_verhindert_renn_blockade.html

Die geplante Blockade des Radrennens durch Umwelt-Aktivisten ist
gescheitert. Um kurz nach 16 Uhr stürmten zehn Männer und Frauen mit
einem Transparent auf die Straße Pepermölenbek (St. Pauli). Die Polizei,
die an dem engen Streckenabschnitt mit einer knappen Hundertschaft vor
Ort war, konnte die Straße aber in Minutenschnelle räumen.

Auch eine geplante Abseil-Aktion scheiterte an der Polizeipräsenz. Die
Aktivisten aus dem Umfeld der Baumbesetzer vom Gählerpark und dem
„KlimaCamp 2008“ wollten mit einer Blockade gegen Sponsor Vattenfall
demonstrieren. Aus Sicht der Protestler versucht der Kohle- und
Atomstromproduzent, sich mit seinem Engagement ein „grünes Image“ zu
geben. Auf der Köhlbrandbrücke hatten sich am Nachmittag Aktivisten der
Robin-Wood-Jugend mit einem Transparent abgeseilt. Das Rennen aber lief
ungehindert weiter.
(mn)
--------------
* 16.08.2010
Cyclassics unter Polizeischutz
 http://www.taz.de/1/nord/hamburg/artikel/?dig=2010%2F08%2F16%2Fa0164&cHash=5b64e8ee20

PROTEST Umweltaktivisten wollten die Vattenfall-Cyclassics stören, um
auf die umweltfeindliche Konzernpolitik aufmerksam zu machen. Doch die
Polizei hat die Proteste rasch unterbunden

Am Sonntag versuchten Umweltaktivisten mit verschiedenen Aktionen die
Vattenfall-Cyclassics zu stören. Bis zum Redaktionsschluss dieser
taz-Ausgabe gelang dies jedoch nicht. Am Morgen war ein 50 Quadratmeter
großes Transparent über die Köhlbrandbrücke gespannt worden, unter dem
die Radfahrer durchmussten.

"Vattenfall will mit Sponsorenveranstaltungen wie den Cyclassics sein
Image aufpolieren, dagegen wollen wir ein Zeichen setzen", sagte Cécile
Lecomte von Robin Wood, die dabei geholfen hatte, das Transparent
anzubringen. Gegen 15 Uhr begann auf dem Hans-Albers-Platz, in
unmittelbarer Nähe zur Radstrecke, eine Kundgebung, zu der ein Bündnis
von Klimaplenum Hamburg, Robin Wood, Attac, der BI "Moorburgtrasse
Stoppen", Avanti - Projekt undogmatische Linke und der BUND-Jugend
aufgerufen hatte. Etwa 200 Teilnehmer wurden von 20 Polizisten bewacht.
Friedrich Brandi, Pastor der Friedenskirche, sagte: "Diese
Sportveranstaltung wird genutzt, um Stadt und Konzern ein grünes Image
zu geben."

Um kurz nach 16 Uhr versuchten in orangefarbene Ordnerwesten gekleidete
Aktivisten, Vattenfalls Versuch des "Greenwashing" etwas
entgegenzusetzen. Kurz vor Eintreffen der Spitzengruppe des Radrennens
sollte die Straße Pepermölenbek besetzt werden. Und zwar an der Stelle,
an der es flott Richtung Fischmarkt bergab geht.

Eine Handvoll Aktivisten hatte das Sperrgitter am Rand der Straße noch
nicht erreicht, als sie von der Polizei überwältigt wurden. Ein
Transparent wurde kassiert. Kurze Zeit später versuchte sich eine mit
Klettergurt ausgerüstete Aktivistin von einer Straßenbrücke auf den
Pepermölenbek abzuseilen. Auch sie kam nicht weit. Der Sprecher der
Aktion "Gegenstrom", Jens Fischer, zeigte sich dennoch zufrieden. "Wir
haben die Möglichkeit genutzt, unsere Inhalte zu vermitteln und
Vattenfalls Propagandaoffensive hat ordentlich Gegenwind erhalten."

Dass Vattenfall gerade in Hamburg für sich werben möchte, kommt nicht
von ungefähr. Hier baut der Konzern das Steinkohlekraftwerk Moorburg,
das den C02-Ausstoß der Stadt um 40 Prozent erhöhen wird, statt auf
erneuerbare Energien zu setzen. Im vergangenen Winter konnte durch die
Besetzung diverser Bäume im Gählerpark in Hamburg-Altona der Bau der
Moorburg-Fernwärmetrasse vorerst verhindert werden.

Die Vattenfall-Cyclassics am Sonntag fanden unter Polizeischutz, aus der
Luft, vom Wasser und vom Land und unter Ausschluss der Öffentlichkeit
statt. Es waren kaum Zuschauer an der Strecke, weshalb sich künftige
Aktionen möglicherweise erübrigen. Der Radsport ist eine in Deutschland
sterbende Sportart, Vattenfall ein Dinosaurier der Energiepolitik. Da
haben sich zwei gefunden, die es nicht mehr lange gibt. ROGER REPPLINGER

"Diese Sportveranstaltung wird genutzt, um dem Konzern ein grünes Image
zu geben"

Pastor Friedrich Brandi
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Es war wieder das „Baum-Mädchen“
Chaoten wollten Vattenfall Cyclassics stoppen
 http://www.bild.de/BILD/regional/hamburg/aktuell/2010/08/16/baum-maedchen/chaoten-wollten-radrennen-stoppen-vattenfall-cyclassics.html

Olivia G. ist Studentin, 25 Jahre alt, kommt aus der Schweiz – und ist
eine erbitterte Gegnerin des Energie-Unternehmens Vattenfall. Gestern
versuchte sie, mit einer halsbrecherischen Abseil-Aktion die Vattenfall
Cyclassics zu stoppen!

Hamburg kennt Olivia gut. 105 Tage verbrachte sie mit ihrem Partner
Jürgen (42) im bitterkalten Winter auf einer Eiche im Altonaer
Gählerpark. Protest gegen den Strom-Riesen, der für eine
Fernwärmeleitung vom Kohlekraftwerk Moorburg 358 Bäume fällen wollte.

Eine Aktion, die viele sympathisch fanden – und die Erfolg hatte: Ein
Gericht stoppte das Vorhaben, neue Pläne müssen her.

Doch jetzt das: gestern um 16.02 Uhr, die Straße Pepermölenbek, zwischen
Breite Straße und Reeperbahn. Sechs Aktivisten springen über die
Absperrgitter, hocken sich auf die Straße, haken sich ein. Sofort
stürmen Polizisten hinterher und schleifen sie von der Rennstrecke. Zu
diesem Zeitpunkt sind die Sportler glücklicherweise noch nicht auf St.
Pauli.

Nur wenige Minuten später. Olivia G. will sich gerade von der Brücke auf
den Pepermölenbek abseilen – doch erneut sind Polizisten rechtzeitig vor
Ort, um sie daran zu hindern.

Gegen die Schweizerin ermittelt jetzt der Staatsschutz.
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Spektakuläre deutsch-französische Protestaktion gegen Vattenfalls
 http://www.redglobe.de/deutschland/bundeslaender/hamburg/3931-spektakulaere-deutsch-franzoesische-protestaktion-gegen-vattenfalls-greenwashing-an-der-koehlbrandbruecke

Sonntag, den 15. August 2010 um 16:07 Uhr

Protest auf der KöhlbrandbrückeAm heutigen Tag der
Vattenfall-Cyclassics, einem Radrennen in Hamburg, ist der Protest der
Umweltschutzorganisation »Robin Wood« gegen den Konzern Vattenfall
nicht zu übersehen. An einer der für das Rennen symbolträchtigen Stelle,
der Köhlbrandbrücke über den Hamburger Hafen, haben KletteraktivistInnen
ein kunstvolles, 50 qm großes Transparent direkt über der Rennstrecke
entrollt. Sie verstehen sich als Teil der vielfältigen Aktionen gegen
Vattenfalls »Greenwashing«.

»Vattenfall will mit Sponsorveranstaltungen wie den Cyclassics sein
Image aufpolieren, da wollen wir ein Zeichen entgegensetzen«,
kommentiert Kletteraktivistin Cécile Lecomte die Aktion. Angesichts der
zahlreichen Pannen in den AKWs Krümmel und Brunsbüttel sowie des Wirbels
um den Bau des klimaschädlichen Kohlekraftwerks Moorburg verschlechtert
sich das Ansehen des Konzerns in der Öffentlichkeit zunehmend. Aktuell
ist für die KlimaaktivistInnen der Bau eines neuen Steinkohlekraftwerks
in Hamburg Moorburg von besonderer Brisanz. Dieses würde den CO2 Ausstoß
der Hansestadt mit einem Schlag um 40 Prozent erhöhen. Das entspricht in
etwa dem CO2-Ausstoß des gesamten Straßenverkehrs der Stadt. Zudem sei
der Bau von neuen zentralisierten Kraftwerken dieser Art ein Hemmnis für
die Weiterentwicklung erneuerbarer Energien. Es wird über die Köpfen der
Menschen hinweg entschieden und lenkt die Energiepolitik in die falsche
Richtung.

»Wir fordern ein Umdenken hin zu einem bewussteren sparsameren Umgang
mit Ressourcen, anstatt Produktionskapazitäten zu erweitern. Auf die
Vattenfall-Krückentechnologie muss verzichtet werden«, so Lecomte. Ihr
Kletterpartner aus der französischen Stadt Chambéry, Damien Vidal,
betont die Wichtigkeit der internationalen Vernetzung für einen Wandel
in der Energiepolitik: »Klimaschutz selber machen ist eine globale Aufgabe«.

Bereits im letzten Winter wurde Vattenfall kräftig die Kohlesuppe
versalzt. Im Gählerpark in Hamburg Altona wurden drei Monate lang von
AktivistInnen mehrere Bäume besetzt, die Vattenfall für den Bau seiner
Fernwärmetrasse zum Kohlekraftwerk fällen wollte. Der Widerstand konnte
einen Etappensieg verbuchen, die Trasse wird vorerst nicht gebaut. »Dies
zeigt die Notwendigkeit von Protest von unten. Leider werden nicht die
Konzerne, die unsere Lebensgrundlage aufs Spiel setzen kriminalisiert,
sondern diejenigen, die sich dagegen wehren«, so Robin Wood. »Die
Umwelt-Aktivistin Franziska Wittig sitzt seit Freitag in der JVA
Karlsruhe eine zweiwöchige Strafhaft ab, weil sie sich an einer Aktion
gegen den Klimakiller in Hamburg-Moorburg beteiligt hat. Ihr gilt unsere
Solidarität, sie freut sich über jede Fortsetzung des Protestes und
ermutigende Briefe.«

--------------
Kletteraktivisten
Robin Wood hat am Sonntag am Rande der Vattenfall-Cyclassics gegen den
Stromkonzern protestiert:
 http://www.jungewelt.de/2010/08-16/034.php

Auf einer der für das Rennen symbolträchtigsten Stelle, der
Köhlbrandbrücke, haben Robin-Wood-Kletteraktivisten ein kunstvolles 50
Quadratmeter großes Transparent direkt über der Rennstrecke entrollt.
Sie verstehen sich als Teil der vielfältigen Aktionen gegen Vattenfalls
Greenwashing. »Vattenfall will mit Sponsorveranstaltungen wie den
Cyclassics sein Image aufpolieren, da wollen wir ein Zeichen
entgegensetzen«, kommentiert Robin-Wood-Kletteraktivistin Cécile Lecomte
die Aktion. (…) »Wir fordern ein Umdenken hin zu einem bewußteren
sparsameren Umgang mit Ressourcen, anstatt Produktionskapazitäten zu
erweitern. Auf die Vattenfall-›Krückentechnologie‹ muß verzichtet
werde«, so Lecomte. (...)
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Radsport
Umweltschützer wollen die Cyclassics ausbremsen

 http://www.zeit.de/sport/2010-08/cyclassics-umweltschuetzer

Wenn am Sonntag die schnellsten Radfahrer der Welt an die Startlinie der
Hamburger Cyclassics rollen, dann können sie nicht sicher sein, ob sie
nach 216 Kilometern tatsächlich im Ziel ankommen werden. Das liegt aber
weder an der unbezwingbaren Strecke als solche noch an untrainierten
Radfahrerbeinen, sondern daran, dass sich den Fahrern ungewohnte
Hindernisse in den Weg stellen könnten – Umweltschützer wollen die
Cyclassics ausbremsen.


Die Kampagne "Gegenstrom 10" hat sich vorgenommen, in das Profiradrennen
einzugreifen. "Es sind vielfältige Protest- und Störaktionen geplant",
heißt es in einem offenen Brief, den die Umweltschützer im Vorfeld des
Rennens an alle beteiligten Profirennställe schickten. Sie wollen so
gegen den Sponsor des einzig deutschen Radrennens der höchsten Kategorie
protestieren, den Energiekonzern Vattenfall. Die Fahrer sollten wissen,
"dass es in diesem Jahr wahrscheinlich keinen sportlichen Sieger geben
wird", teilten die Umweltschützer mit. Werfen die Aktivisten also
Reißzwecken auf die Straße oder beschmieren sie mit Seifenlauge? Wohl
nicht. Vielmehr sollte das Rennen durch "physische Präsenz" behindert
werden. Eine Gefährdung der Fahrer sei ausgeschlossen.

Dass die Umweltaktivisten dabei eine Sportart treffen, die man wohl als
ökologisch tadellos bezeichnen könnte, bedauert die Gruppe. "Die Aktion
richtet sich nicht gegen die Radlerinnen und Radler", sagt
Gegenstrom-Sprecher Jens Fischer. Die Kritik am Sponsor stehe im
Vordergrund. "Das ist eine symbolische Aktion, die sich gegen eine
bestimmte Form von Pressearbeit richtet. Vattenfall möchte mit dem
ökologisch tadellosen Radsport ihr zu Recht bestehendes Schmuddelimage
neutralisieren", sagt Fischer.

Die Störung soll sich ausdrücklich nicht gegen das Jedermann-Rennen
richten, bei dem sich etwa 20.000 Hobbyradler durch Hamburg,
Niedersachsen und Schleswig-Holstein quälen. "Dass die mitfahren, die
mitfahren wollen, ist völlig in Ordnung. Wir hoffen, und das ist unser
Ziel, dass sich Vattenfall als Sponsor zurückzieht und ein neuer
Geldgeber gefunden wird", sagt Fischer. "Gegenstrom" hatte schon
mehrfach gegen den Energiekonzern protestiert. Im Mai 2008 besetzten
rund 40 Menschen die Baustelle des umstrittenen Kohlekraftwerkes
Moorburg, eines der größten seiner Art in Deutschland.

Der Cyclassics-Veranstalter Upsolut zeigt kein Verständnis für die
geplanten Aktionen. "Wir meinen, dass es die Falschen trifft", sagt
Reinald Achilles von Upsolut. Etwa 1000 Ordnungskräfte, verstärkt von
einer Vielzahl an Polizeibeamten sollen Störungen verhindern. "Wir
arbeiten eng mit der Polizei zusammen, um das Rennen über die Bühne zu
bekommen", sagt Achilles. Veranstalter und Polizei wissen aber beide,
dass eine Radstrecke von 216 Kilometern Länge nur schwerlich zu
kontrollieren ist.

Vattenfall möchte dieses Thema nicht kommentieren. Stattdessen kündigte
der Energiekonzern wenige Tage vor dem Radrennen an, seine
Cyclassic-Sponsoringaktivitäten bis ins Jahr 2012 zu verlängern.
Zumindest diesen Kampf haben die Umweltaktivisten erst einmal verloren.

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14.08.2010 / Inland
Vattenfalls grüner Anstrich
 http://www.neues-deutschland.de/artikel/177444.vattenfalls-gruener-anstrich.html

Hamburg: Aktivisten wollen Radrennen stoppen
Für Sonntag ist in Hamburg das Profiradrennen Cyclassics angesetzt, die
Kampagne »Gegenstrom 10« will die von Vattenfall durchgeführte
Veranstaltung stören. Gegenstrom-Sprecher Jens Fischer erklärt, warum er
die geplante Aktion »Denkpausen« für sinnvoll hält.

ND: Warum haben Sie die Aktion »Denkpausen« genannt? Was verbirgt sich
dahinter?
Fischer: Dahinter verbirgt sich die längere Unterbrechung des Rennens.
Die Fahrer sollen absteigen. Wir nennen es »Denkpausen«, weil wir den
Begriff Blockade zu hart fanden. Aus unserer Sicht sind, statt des
Greenwashings, das Vattenfall vorhat, Denkpausen fällig. Es sollte
darüber nachgedacht werden, welche Politik Vattenfall in Hamburg macht.
Der Konzern baut hier das größte Kohlekraftwerk Europas – gegen den
Willen der Hamburgerinnen und Hamburger. Und gleichzeitig will er auch
noch die AKW Krümmel und Brunsbüttel nach all den Pannen wieder
hochfahren. Es muss darüber nachgedacht werden, ob das verändert werden
kann.

Sie haben alle beteiligten Rennställe angeschrieben. Was für Reaktionen
haben Sie erhalten?
Wir haben keine Postadresse, wo man sich melden könnte. Wir wollten uns
direkt an die Sportler wenden, damit diese von der Aktion nicht völlig
überrascht werden. Die Aktion richtet sich nicht gegen die Rennställe,
den Radsport oder die Sportler, sondern ausschließlich gegen Vattenfall
und dessen Politik.

Warum bezeichnen Sie Vattenfall als dreckigen Energiekonzern?
Vattenfall ist nachweislich der Energiekonzern, der in Deutschland die
höchsten Kohlendioxid-Emissionen pro produzierter Kilowattstunde
erzeugt. Und in Hamburg machen wir die Erfahrung, dass sich Vattenfall
überhaupt nicht um die Meinung der Bürger schert, sondern ausschließlich
nach Konzerninteresse vorgeht – also zu Lasten der Bürger den schnellen
Euro macht. Das hat auch weltweit Konsequenzen, wie es beispielsweise
die verheerenden Unwetter in Pakistan zeigen, die direkt auf den
Klimawandel zurückzuführen sind.

Sie argumentieren, dass Vattenfall die Cyclassic für Greenwashing
instrumentalisiert, also nutzen will, um sich in der Öffentlichkeit ein
umweltfreundliches Image zu geben. Wie funktioniert das?
Vattenfall hat bei der Übernahme der Hamburger Elektrizitätswerke aus
deren Fundus eine ganze Reihe gesellschaftlicher Ereignisse mit
übernommen, so auch die Cyclassics. Damit präsentiert sich Vattenfall
als in die Gesellschaft eingebettet. Radsport hat ein ökologisch
einwandfreies Image und ist gut geeignet, dem Konzern einen grünen
Anstrich zu verleihen.

Rechnen Sie am Sonntag mit Ärger?
Zunächst einmal rechnen wir mit vielen Teilnehmern auf der Kundgebung
von »Stopp Greenwashing« am Hans-Eisert-Platz um 15 Uhr. Bei den
Cyclassics hat Vattenfall verstärkte Polizeipräsenz angekündigt.

Wer steht hinter »Stopp Greenwashing«?
Das ist ein Bündnis aus Avanti, Attac, BUND, Klimaplenum,
Moorburgtrasse-Stoppen und Robin Wood. Es ist nicht mit der Kampagne
»Gegenstrom 10« identisch.

Wie wollen Sie denn die Rennfahrer dazu bringen, auf der Strecke
abzusteigen?
Durch rein physische Anwesenheit, nicht etwa durch materielle Blockaden,
die einfach auf die Straße geschmissen werden. Jede Gefährdung soll
ausgeschlossen werden.

Sie stellen sich selbst hin?
Mehrere Gruppen.

Sie fordern von Vattenfall, als Veranstalter von Cyclassics
zurückzutreten. Glauben Sie, dass der Konzern reagieren wird?
Vattenfall wird sich dieses Instrumentarium des Greenwashing nicht aus
freien Stücken nehmen lassen. Aber wenn die Cyclassics dieses Jahr
massiv gestört werden, gibt es in der Stadt eine Diskussion darüber, ob
Vattenfall die Cyclassics weiter veranstalten kann oder darf.

Interview: Antje Stiebitz
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* 09.08.2010
Protest gegen Vattenfall in Hamburg
Aktivisten wollen Radler bremsen
 http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/aktivisten-wollen-radler-bremsen/

Klimaschützer wollen das diesjährige "Cyclassics"-Radrennen des Atom-
und Kohlekonzerns Vattenfall in Hamburg stören. Der soll nicht vom
Öko-Image des Radsports profitieren. VON GERNOT KNÖDLER

Gibt schöne Bilder fürs grüne Image: Teilnehmer der
Vattenfall-"Cyclassics" 2009 auf der Köhlbrandbrücke. Foto: dpa

HAMBURG taz | Klimaschützer wollen dem Energiekonzern Vattenfall in die
PR-Suppe spucken. Ein Aktionsbündnis Stop Greenwashing hat für das
Radrennen Vattenfall Cyclassics am Sonntag zu Protesten aufgerufen. Der
Konzern, der Atom- und Kohlekraftwerke betreibt, soll nicht vom
ökologischen Image des Radsports profitieren.

Die ebenfalls beteiligte Kampagne Gegenstrom 10 hat angekündigt, dass
sie das Profirennen unterbrechen und die Fahrer zu Denkpausen zwingen
will. "Sie sollten wissen, dass es in diesem Jahr sehr wahrscheinlich
keinen sportlichen Sieger geben wird", schreibt sie in einem Brief an
die "sehr geehrten Profi-Radsportler".
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Zu den Cyclassics kommen in diesem Jahr 160 Profis und 20.000 Amateure.
Das Rennen gehört zu einer Reihe von imagefördernden
Vattenfall-Veranstaltungen wie Lesetagen und auch eine Klimaakademie.
Gegenstrom wirft dem Konzern vor, er versuche damit von seiner
zerstörerischen CO2-Bilanz und seinem "riskanten Geschäft mit der
Kernenergie" abzulenken.

Vattenfall betreibt die seit 2007 abgeschalteten Atomkraftwerke Krümmel
und Brunsbüttel. In der Lausitz verstromt der Konzern Braunkohle,
wodurch besonders viel CO2 freigesetzt wird. Und in Hamburg baut er das
Kohlekraftwerk Moorburg - eines der größten der Republik. Die grüne
Umweltsenatorin Anja Hajduk versuchte das Projekt über das
Genehmigungsrecht zu stoppen. Daraufhin verklagte der Konzern die Stadt
vor dem Schiedsgericht der Weltbank auf Investitionsschutz. Streitsumme:
1,4 Milliarden Euro.

Gegenstrom hatte vor zwei Jahren kurzzeitig das Kraftwerksgelände von
Vattenfall besetzt. "Wir werden die Radler rechtzeitig ausbremsen",
verspricht Aktivist Jens Fischer. Die Radrennfahrer sollten durch
"physische Präsenz" am Weiterfahren gehindert werden. Die Kampagne wolle
niemanden gefährden, keine eskalierenden Konflikte mit Ordnern, der
Polizei oder gar den Radsportfans. Im Gegenteil: Im Vorfeld wollen
Aktivisten Schweißbänder mit dem Schriftzug "Tschüss Vattenfall" an
Profis und Jedermann-FahrerInnen verteilen, "so dass klar wird, dass das
keine isolierte Aktion ist", sagt Fischer.

"Wir gehen davon aus, dass wir das Rennen reibungslos über die Bühne
bekommen", sagt Reinald Achilles vom Veranstalter Upsolut in einer
ersten Stellungnahme. Die Polizei und die eigenen Ordner seien
"sensibilisiert für das Thema". Die Agentur muss dafür sorgen, dass die
Strecke frei bleibt. Etwa 1.000 Ordnungskräfte hat sie nach eigenen
Angaben am Tag des Rennens dafür zur Verfügung. Vattenfall verzichtete
auf einen Kommentar.
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ÖKO-AKTIVISTEN
Wir stoppen die Cyclassics!
 http://www.mopo.de/2010/20100726/hamburg/panorama/wir_stoppen_die_cyclassics.html

Am 15. August radeln Zehntausende bei den vom Energiekonzern
finanzierten "Vattenfall Cyclassics" durch die Stadt. Jetzt kündigen
Öko-Aktivisten an: Wir stoppen das wichtigste Radrennen Deutschlands!

VON MATHIS NEUBURGER

22.000 Profis und Amateure gehen an den Start. 216 Kilometer lang ist
die Strecke der Profis, die Amateure fahren Teilstücke. Viel Platz also
für Störmaßnahmen.

"Wir bereiten eine direkte Störung vor", kündigt Jens Fischer von der
Kampagne "Gegenstrom" an, die auch das Klima-Camp 2008 mitorganisierte.
"Denkpausen" nennen die Aktivisten das.

Ziel: Das Profirennen soll blockiert werden. "Entsprechende
Informationen" habe man an die Rennställe geschickt – verbunden mit der
Aufforderung, die Teilnahme am Rennen "abzusagen", so Fischer. Um
niemanden zu gefährden, werde man verantwortlichn handeln: Seifenlauge
oder Reißzwecken sind tabu.

Dass Ökos Radfahrer behindern, ist eine neue Stufe im Konflikt um die
Energieversorgung Deutschlands. Begründung von Gegenstrom: Vattenfall
versuche, sich mit dem Radrennen ein "grünes Mäntelchen" zu verpassen.
"Der sympathieträchtige, ökologisch tadellose Radsport ist ein wichtiges
Feigenblatt für Vattenfall, um die CO2-Bilanz zu verschleiern und vom
Atom-Geschäft abzulenken."

Neben den direkten Störaktionen des Radrennens soll es an der gesamten
Strecke Protestaktionen geben. Die Amateure sollen nicht betroffen sein.
Die Agentur "Upsolut", die das Radrennen veranstaltet, war am Sonntag
nicht für eine Reaktion erreichbar.

Die Cyclassics gibt es seit 1996 und wurden von Beginn an von den HEW
unterstützt, die später an Vattenfall verkauft wurden.
-------------

Montag, 09. August 2010, 16:54 Uhr
"Physische Präsenz" gegen den Sieger
 http://www.klimaretter.info/protest/nachricht/6550-mit-qphsychischer-praesenzq-gegen-den-sieger

Ein Aktionsbündnis "Stop Greenwashing" will am kommenden Sonntag das Radrennen "Vattenfall-Cyclassics" in Hamburg stören. Der Atom- und Kohlekonzern soll nicht vom ökologischen Image des Radsports profitieren, heißt es in einem entsprechenden Aufruf. Die ebenfalls beteiligte Kampagne Gegenstrom 10 hat angekündigt, dass sie das Profirennen unterbrechen und die Fahrer zu Denkpausen zwingen will.

Jens Fischer, Sprecher von Gegenstrom 10: "Wenn Vattenfall mit dem Sponsoring der Cyclassics versucht, sich zur Imagepflege ein grünes Mäntelchen zu verpassen, ist unser Protest nicht weit: Wir nutzen die hergestellte Öffentlichkeit dazu, auf die miese Konzernpolitik Vattenfalls hinzuweisen. Neben den angekündigten Protest-Aktivitäten eines breiten Bündnisses werden wir deshalb eine direkte Störung des Profirennens vorbereiten." Die Aktivisten haben außerdem die Rennställe aufgefordert, ihre Teilnahme an dem Rennen abzusagen.

Zu den Cyclassics kommen in diesem Jahr 160 Profis und geschätzte 20.000 Amateure. "Sie sollten wissen, dass es in diesem Jahr sehr wahrscheinlich keinen sportlichen Sieger geben wird", schreiben die Aktivisten in einem Brief an die "sehr geehrten Profi-Radsportler". Man werde die Radler rechtzeitig ausbremsen - durch "physische Präsenz" sollen sie am Weiterfahren gehindert werden. Auch im vergangenen Jahr hat es bereits Proteste am Rande der Cyclassics gegeben.

Im Vorfeld wollen Aktivisten Schweißbänder mit dem Schriftzug "Tschüss Vattenfall" an Profis und Jedermann-FahrerInnen verteilen, "so dass klar wird, dass das keine isolierte Aktion ist", sagt Fischer.
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Radiointerview:
 http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=35248

Amateure ...

Amateur-Kletterer 17.08.2010 - 08:04
Die angekündigte Störaktion des Rennens fand statt, bestand aus einem Anti-Vattenfall-Banner, hochgezogen auf der Köhlbrandbrücke. Pasend zu der geistig verwirrten Ankündigung ("ökologisch einwandfreier Radsport ...") wurde es seitenverkehrt aufgehängt. Von Greenpeace hatte ich mehr Grips erwartet.

@amateure

lol 18.08.2010 - 12:54
selbst amateur:
erste falschinfo: das radrennen wurde an dieser stelle nicht gestört, war auch garnicht der sinn an dieser stelle. die blockade konnte nicht stattfinden, siehe text
zweite falschinfo: das banner war richtig herum aufgehängt - richtig und falsch hängt hier von der perspektive ab. siehe foto oben. da meist die radsportlerInnen von vorne gezeigt werden also die richtige wahl. es ging bei dem banner wohl nicht darum, dies den radfahrerInnen mitzuteilen.
dritte falschinfo: das banner wurde nicht von greenpeace aufgehängt, sondern von robin wood aktivistInnen.

also, in so wenigen zeilen so viele falschinfos einzubauen, die alleine durch aufmerksames lesen des artikels dir hätten auffallen müssen, zeigt eher dich als amateur und blöden troll.
und nun, husch husch ins körbchen.

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