Neues über die Neonazi-Band "Kategorie C"

Antifa Hooligan 12.08.2010 15:52 Themen: Antifa
Die Organisatorencrew eines Konzerts in Ostwestfalen am 17.07.2010 liest sich wie ein aktuelles Who-is-Who der regionalen Neonaziszene.
Die Hooligan-Band "Kategorie C" aus Bremen, teils auch unter dem Namen "Hungrige Wölfe" auftretend, ist in den letzten Jahren zu einem Top-Act in der neonazistischen Musikszene avanciert. Gleichzeitig streitet die Band um ihren Leader Hannes Ostendorf, der als langjährig führender Aktivist der Neonazis in Bremen und dem Bremer Umland bekannt ist, immer wieder ihre Verbindungen in die organisierte Neonazi-Szene ab. Das Bandprojekt sei absolut "unpolitisch".

Ein Konzert, das am 17.07.2010 vor 400 Besuchern in Salzkotten bei Paderborn stattfand, beweist nun einmal mehr das Gegenteil. Im Publikum des konspirativ organisierten Konzerts (vgl.  http://www.indi-rex.com/kategorie-c-konzert-im-kreis-paderborn-770.html) befanden sich neben tatsächlich mehr oder weniger unpolitischen Fußballfans und Hooligans etwa 180 eindeutig identifizierbare Neonazis. Das alleine ist noch nichts Besonderes bei einem solchen Konzert. Es lohnt aber ein Blick auf die Organisationsstruktur der Veranstaltung.

Extern recherchierende Antifagruppen haben bereits vor einiger Zeit offen gelegt, dass der "Kameradschaftsführer" MARCUS WINTER aus dem Bereich Minden/Schaumburg an der Organisation des Konzerts beteiligt war (vgl.  http://www.indi-rex.com/neonazi-kader-organisierte-hool-konzert-784.html).

Hauptorganisator vor Ort war jedoch der Neonazi MAURICE QUAKERNACK aus Bad Salzuflen. Quakernack gehört dem (verbotenen) Blood & Honour Netzwerk der militanten Neonaziszene an. Er selbst war u.a. an den RechtsRock-Projekten "Knock Out", "Sleipnir" und "Bloodrevenge" beteiligt. Auch als Tätowierer im inzwischen geschlossenen Neonazi-Studio "Excalibur" hat Quakernack sich einen Namen gemacht. Offenkundig war Marcus Winter insbesondere als Strohmann nach außen hin eingesetzt, um zur Verschleierung der tatsächlichen Organisationsstruktur beizutragen.

Diese hat es nämlich auch im Weiteren in sich: Der eigene Ordnungsdienst der Veranstalter wurde von MICHAEL STEPHAN aus Bünde geleitet. Stephan, in der Szene "Niete" genannt, ist langjähriger Aktivposten der regionalen Neonaziszene. Da er sich aber in den letzten Jahren eine durchaus ansehnliche bürgerliche Existenz aufgebaut hat, ist er sehr bemüht, nicht länger öffentlich als Neonazi in Erscheinung zu treten. Stephan betreibt die aufstrebende Mediendesignfirma "werbedesign.net". Zudem fungiert er als erfolgreicher Kickboxer (u.a. dreifacher Vizeweltmeister in den Jahren 2007-2009) als Trainer und 1. Vorsitzender der "Sportschule Bünde e.V." - ein Hobby, das er offenkundig auch in die Neonaziszene einbringt.

Aktiv in Michael Stephans Ordnungsdienst eingebunden war die neben Marcus Winter zweite Führungsfigur der Mindener und Schaumburger Kameradschaftsstrukturen CHRISTOPH HUXHOLD - bei dessen andauernden langjährigen Aktivitäten wenig überraschend.

Den Sprung in die regionalen Führungsstrukturen geschafft hat offenkundig auch PETER "Knolle" HALLMANN aus Oerlinghausen. Dieser war bereits in seiner Heimatstadt Trier ein Führungsaktivist der "Kameradschaft Moselland" und bezeichnet sich heute selbst als "Kopf der Freien Kräfte Westfalen-Nord". Tatsächlich steht Hallmann seit geraumer Zeit bei nahezu sämtlichen organisierten Neonazi-Aktivitäten in der Region in erster Reihe. Wie immer wurde Hallmann bei dem Konzert von seiner Lebenspartnerin NATALIE MINIGES begleitet, die bereits vor Hallmanns Umzug in die Region als Szeneaktivistin bekannt war. Dem Konzert in Salzkotten durfte sie jedoch augenscheinlich nur als normale Besucherin beiwohnen, während sie ansonsten meist als Fahrerin an Neonazi-Aktionen beteiligt ist.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass mal wieder wohl kaum von einer zufälligen Zusammenrottung einer vollständigen regionalen Führungsriege der auch militanten Neonazis bei einem "Kategorie C" Konzert gesprochen werden kann. Vielmehr besteht der Garant für erfolgreiche Auftritte der Band in genau dieser Organisationsstruktur. So amüsierten sich die Bandmitglieder zum Ausklang des Abends dann auch köstlich beim Feierabend-Bier mit einer kleinen Gruppe um die Hauptverantwortlichen Quakernack und Stephan.
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Ergänzungen

"Excalibur" ist nur umgezogen

Hinweis 12.08.2010 - 18:44
Das Neonazi-Studio "Excalibur" ist nicht geschlossen, sondern von der Brunnengasse 3 in die Waldstraße 1 innerhalb Bad Salzuflens gezogen. Die Neonazis firmieren nun unter dem Namen "Bleeding Heart".

Hooligans

JCB 13.08.2010 - 11:53
Möchte darauf hinweisen das es in vielen Hooligan und Ultraszenen nicht gerne gesehen ist, wenn der Fußball mit der Politik vermischt wird.
Insofern ist es also durchaus nicht unbedingt ein widerspruch, wenn eine unpolitische Hooligan-Band aus Nazis besteht, solange deren politische Gesinnung nicht in die Texte eingebracht wird. Das sie persönlich Nazis sind ist ja bekannt, aber im Interesse ihres Fußball-Sports können sie ihre Geseinnung durchaus aus der Band raushalten.

Ein Beispiel dafür war der kürzliche Rauswurf von 25 Nazis um Udo Pastörs aus dem Ostseestadion durch 150 Ultras/Suptras und Hansa-Fans.

Dazu mal eine Stellungnahme der Suptras, in der sie klarmachen das dieser Rauswurf nicht gegen Rechts, sondern gegen Politik allgemein gerichtet war:  http://www.suptras.de/

Es ist also für Kategorie C existenzwichtig, das ihr Projekt sich von ihrer persönlichen Gesinnung nicht beeinflussen lässt.

PS: Zu den Kickboxern...is schon traurig, das die Techten immer solche Tiere sind, während die Linken meist irgendwelche schmalen Figuren sind, die nicht trainieren und sich ihr bisschen Konsistenz durch den Konsum von Rauschmitteln zerstören.

KaaCeh

Bremer 14.08.2010 - 23:40
KC ist eine üble Naziband die Verbindungen zur extrem gewaltbereiten rechten Hoolszene in Bremen pflegt und fungiert als vermeintlich "unpolitisches" Propagandainstrument um junge Leute in deren Arme zu treiben. Jeder der an solch einem Konzert teilnimmt weiß auf was er sich einlässt und ist entsprechend selbst genau solchen Schlages. Sind die Bandmitglieder politisch motiviert, so ist es auch die Band selbst, eine saubere Trennung ist vollkommen unmöglich.

Smash KC - Nazis raus aus dem Stadion!

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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Schlechte Infos — Schaumburger

@Schaumburger — Antifa Hooligan

Nächstes Konzert — in Bremen

Ein anderer Schaumburger — @Antifa "Hooligan"

@ die schaumberger — blaaa

Hooligans — JCB

schnauze — @ JCB

"Werbeagentur" — Mediengestalter

@ schnauze — Ruhrpöttler

danke für die gute recherche! — nnnnnnnnnnnnnn