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Kiel: Gedenken an Piraten

Grace O'Malley 11.08.2010 22:11
Kiel: Antimilitaristisches Gedenken an die auf See gebliebenen Piraten der Weltmeere.
Das Autonome Antimilitaristische Plenum möchte Dich liebe_r Leser_in
herzlichst zum antimilitaristischen Gedenken am Samstag den 28.8 um 14h in Laboe am Hafen einladen. Wir wollen mit einem Trauerumzug entlang der Promenade zum "Ehrenmal" gehen, um dort einen Kranz für die auf See gebliebenen Piraten niederlegen.

Zieht Euch angemessen an, bringt Piratenfahnen mit!

Euer Autonomes-Antimil-Plenum Kiel.

Hier der Aufruf zur Aktion:

antimilitaristisches gedenken an die auf see gebliebenen piraten der
weltmeere

Was das „Ehrenmal“ mit den Piraten vor Somalia zu tun hat!

Seit um und bei den 1990er Jahren machen Piraten vor der somalischen Küstevon sich reden. Entführte Schiffe, Lösegeldforderungen und ein hysterischer Aufschrei in den Medien. Da klauen sich welche etwas von „unserem“ Eigentum und das bis heute relativ erfolgreich. 2008 beschloss die EU im Rahmen der Mission EU NAVFOR Somalia/Operation Atalanta sechs Kriegsschiffe und drei Seefernaufklärer zur Bekämpfung der Piraterie vor die Küste Somalias zu entsenden. Unter ihnen auch deutsche Kriegsschiffe.

Somalia befindet sich seit annähernd 20 Jahren im permanenten Bürgerkrieg. Durch (Post)Kolonialismus ihre Folgen, Sklaverei, Giftmüllverklappung, dem daraus folgenden Fischsterben und Raubfischerei ist die Bevölkerung ihrer Lebensgrundlagen beraubt worden. Einige wollen sich nicht mit ihrem Schicksal abfinden und sich in die Wüste legen um zu verrecken. Wenn sie sich nicht auf den gefährlichen und oft aussichtslosen Weg nach Europa machen, um sich ein Stück von dem ihnen geraubten Leben zurück zu holen, versuchen sie ihr Schicksal vor Ort selber in die Hand zu nehmen. In diesem Falle durch den Aufbau einer Alternativökonomie, der Piraterie. Der Tisch ist reich gedeckt. 80% des Welthandels findet auf Schiffen statt. 16.000 Schiffe, 30% aller Öllieferungen für Europa, 7% des gesamten Weltölkonsums pro Jahr, 10% des gesamten Seehandels nehmen den Weg durch den Golf von Aden. Laut der New York Times sollen die Piraten im Jahre 2008 einen Gewinn von 50 Mio. US-Dollar eingefahren haben. Das auch noch steuerfrei! Diese 50 Mio. dürfen natürlich nicht in Somalia sein. Nein. Nein.

Hier nimmt der weltweite Kampf gegen die Armut das Steuer in die Hand. Die Kriegsschiffe der Atalanta Mission sollen das, was hier aufbegehrt und eben nicht verhungern will, abknallen, einschüchtern und ihnen zeigen wer hier „Herr“ im Hause ist. Dabei lassen sie es sich auch nicht nehmen noch mal zynisch nach zu treten. Wird als ein Hauptziel von Atalanta doch postuliert(1), es gehe um die Sicherung von Hilfgütern. Purer Altruismus (2). Hier wird der Kampf um Handelswege und Machtspähren gegen die Somalis ausgetragen, ist es doch eine der wichtigsten Seehandelsrouten von Europa nach Asien. Dass dies aber nicht offen formuliert, über eine militärische Absicherung und das Führen von Kriegen als Mittel sich Wege zu Rohstoffen frei zu halten, geredet werden darf, musste auch Hörst
Köhler einsehen und dankte ab.

Nicht nur am Golf von Aden wird demonstriert, wer das Recht hat über
Leben oder Tod, Wohlstand oder Armut zu entscheiden. Dies beansprucht
nämlich immer noch der globale Norden(3) samt seines Führungspersonals
für sich.

In Afgahnistan scheitert ihr so genanntes „nation buidling“ allerdings an einer Bevölkerung, die zwischen Bomben und Demokratie zurecht einen Zusammenhang herstellen kann. Wie geschehen in Kunduz, als Action Oberst Klein den Menschen dort eine Kostprobe westlicher Demokratie feil bot und mit einem Bombenangriff mal eben 142 Menschenleben „vernichtete“, wie er in seinem Bericht schrieb. Durchaus verständlich, wenn sie den westlichen Werten gegenüber, die ihnen 4000 Euro Entschädigung pro Leiche anbieten, ein wenig skeptisch gegenüber stehen. Die hohen Werte Menschenrecht und Befreiung der Frauen, mit denen ins Land einmarschiert wurde, sind sehr schnell aus dem medialen Chor geflogen. Waren sie doch eh nur Vorwand, um die Kritik aus der Bevölkerung in Moral zu ersticken. Feministisch kämpfende Frauen in Afghanistan, die ihre Wut nicht nur gegenüber der Unterdrückung im Islam artikulieren, sondern auch
gegenüber dem Krieg der selbst ernannten „Befreier“ sind dem nicht
besonderes dienlich.
Die Realität Afghanistans, die langsam mit einem modernen Stellungskrieg zu vergleichen ist, entspricht wohl eher nicht den Wunschvorstellungen der Militärstrategen und PolitikerInnen der alliierten Armeen. Die abgesicherte Ausbeutung der neu entdeckten Lithium- und Kupfervorkommen, unter der Schirmherrschafft einer hörigen Regierung, wird noch einige Tote warten müssen.

Piratenjagd

Am 5. April 2010 wurde das unter deutscher Flagge fahrende Containerschiff Taipan von somalischen Piraten gekapert. Jene wurden von einem holländischen Spezialkommando gekidnappt und nach Holland deportiert. Von da aus wurden die Piraten auf drängen der BRD am 10.6.2010 nach Hamburg gefahren, wo sie vor einen Haftrichter gestellt wurden, der dem ganzen Zirkus einen rechtstaatlichen Rahmen gegeben hat, und sitzen nun eingesperrt in Hamburg. Die 10 Somalier sollen wegen "versuchten räuberischen Menschenraubes und wegen Piraterie" angeklagt und verurteilt werden. Dies ist der erste "Piratenprozess" seit 400 Jahren in Hamburg. Der letzte soll wohl der des Klaus Störtebeker gewesen sein.
Im Zuge der Nato-Atalanta Mission wurden eine für uns nicht zugängliche Zahl an Piraten von den Nato-SoldatInnen ermordet, bzw. wie in einem Computerspiel auf den Monitoren auf den Fregatten und Kriegsschiffen gejagt und abgeknallt! Was sich dort abspielt lässt sich aus unserer Perspektive lediglich erahnen.

Warum Ehrenmal? Warum Kiel?

Im Mai 2009 verhinderte der Deutsche Marinebund (DMB), der das
Marineehrenmal in Laboe betreibt, unter Androhung einer Strafanzeige eine Kranzniederlegung des Europaabgeordneten Tobias Pflüger für die Deserteure des Ersten und Zweiten Weltkrieges und behauptete, dies sei eine "gesinnungspolitische Vereinnahmung des Ortes“.
Ein genauer und kritischer Blick auf die Internetseite der neuen
Ausstellung des DMB im Ehrenmal und auf Veranstaltungen wie der „Beste
Bootsmann“ der Bundeswehr auf dem Gelände des Ehrenmals lässt aber den
wahren Gehalt des DMB und des „Ehrenmals“ durchscheinen. Das Ehrenmal ist nichts anderes als ein mieser, kriegsverherrlichender Ort, wo die Reste der deutschen Kriegsmarine, deren Angehörige und natürlich ihre
historische Nachfolgerin, die Marine der Bundeswehr ihren Totenkult
zelebrieren können. Dass eine Zeremonie mit 400 Kadetten, Herrn
Kriegsminister Guttenberg, einer Ordensverleihung als „bester Bootsmann“ mit 'ner Tschingderassabumkapelle und 'nem Haufen Männer, deren Hirne nichts anderes kennen als Militarismus, Kriegsgeilheit und Autoritäten, keine "gesinnungspolitische Vereinnahmung des Ortes" ist, stimmt wohl.

Hier kann gar nichts mehr vereinnahmt werden, denn dieser Ort ist schon übervoll mit genau jenem Gedankengut, das hier zelebriert wird!

Was unter anderem nicht nur uns aufgefallen ist, sondern auch einigen
Professoren der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, die an dem
Konzept der neuen Ausstellung kritisieren, „in zentralen Aussagen nicht tragfähig“ zu sein und „einen unkritischen historischen Ansatz,
plakativ-banale ausstellungs- bzw. museumsdidaktische Vorstellungen sowie ein unreflektierten Positivismus in Kontext aktueller außenpolitischer Entwicklungen“ zu besitzen und damit dem DMB Kriegsverherrlichung bescheinigen.
Um die Verlogenheit des DMBs zu zuspitzen, wollen wir genau an diesem Ort, der „für alle auf See Gebliebenen“ und „ein Ort zum Mahnen und Erinnern“ (DMB) sein soll, einen Kranz für die auf See gebliebenen Piraten niederlegen, welche von jenen besten Bootsmännern die hier sonst geehrt werden vor Somalia abgeknallt werden.
Dazu kommt zu guter Letzt ein Angewidert sein, zwischen mit Piratenfahnen bestückten TouristInnen zur Kieler Woche und an der Uferpromenade Laboes den Alltag zu verbringen. All das macht es notwendig, die Widersprüche vor Ort aufklaffen zu lassen.

Kiel ist Kriegsgebiet.

Die Brände die weltweit durch die Verteilung des Reichtums von unten nach oben entfacht wurden, sind nicht mehr zu löschen. Kiel als Marinestandort ist sowohl praktisch durch die Fregatte Schleswig Holstein und einen Versorger an der Piratenjagd vor Somalia vertreten, als auch durch den Think Tank des Kieler Natokompetenzzentrums, wo nach weiteren effektiveren Möglichkeiten der Piratenjagd geforscht wird, wie auch durch das Testen eines militärischem Radarsystems zur Kieler Woche 2009. Unter anderem ist Kiel ein wichtiger Rüstungsstandort.

Terrorismus oder was?

Jede Form von einem Gegenentwurf, einer Alternative, wird mit Höchstgeschwindigkeit diskreditiert und in die Nähe des Terrorismus
gestellt, mit Krieg und Gewalt überzogen, mit dem Ziel der bedingungslosen Unterwerfung unter das kapitalistische Diktat des globalen Nordens.

Eine Beschreibung und Bestandsaufnahme der Realität ist unsererseits keine Sympatiebekundung mit einem „der Feind meines Feindes ist mein
Freund“-Schema. Der Kampf ums nackte Überleben endet doch häufig in
rassistischer Ausgrenzung, Nationalismus und dem Zementieren patriarchaler Strukturen. Doch wir stecken mitten drin, auch wenn wir uns in moralischen Höhenflügen ergehen, bei Chips und Bierchen zurück lehnen, die letzten Atemzüge unseres Wohlstand genießen und den Rest der Welt dafür verrecken lassen, wir schreiben unseren Part mit vom Ende der Geschichte.

Das Verrecken lässt sich auf Dauer nur durch eine globalisierte Solidarität von Unten verhindern. In der Anerkennung der Unterschiede und der Gleichheit der Menschen, ihrer Bedürfnisse und Wege welche sie im Zuge ihrer Entfaltung beschreiten.


Keine Ruhe den Kriegstreibern, ihren Profiteuren und ihrer Logik! Für das Leben!

Und das Schiff mit acht Segeln
Und mit fünfzig Kanonen
Wird beschiessen die Stadt.
(aus Dreigroschenoper „Seeräuber Jenny“ B. Brecht)

Kommt zur Aktion am 28.8.2010 um 14h Laboe, Hafen.
Um angemessene Garderobe wird höflichst gebeten.

autonomes antimilitaristisches plenum kiel

Antikriegsdemo am 1.9.2010, 18h Asmus Bremer Platz

weitere Infos auf:
www.cellertrialog.blogsport.de


(1) Postulat ist ein Grundsatz.

(2)Altruismus: Handeln aus Selbslosigkeit

(3)Globaler Norden:
Mit „globaler Norden“ sind die westlichen großen Nationalökonomien
gemeint, welche noch tonangebend auf der südlichen Halbkugel sind.
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Ergänzungen

Profiteure der Piraterie sitzen in London

Störtebecker 12.08.2010 - 10:49
Die "Hintermenschen" und Profiteure sind tatsächlich Warlords und Andere, die Anwaltskanzleien, die die Lösegeldverhandlungen führen sitzen zu einem großen Anteil im Westen (viele in London). (Quelle Frankfurter Rundschau). Trotzdem ist die Aktion denke ich sehr Lobenswert, den die "Piraten" sind natürlich Betroffene der Ausbeutung durch westliche Unternehmen, und auch wenn sie sich nicht selbst organisieren, so ist es doch oft ihre einzige Chance sich etwas Geld zum Überleben zu verdienen.
Viel Erfolg bei eurer Aktion.
Solidarität mit den Betroffenen von Militarismus, Kapitalismus und Ausbeutung.

Keine Ahnung aber ...

sandankoro 13.08.2010 - 11:40
...hauptsache ne Aktion machen?!

Eure Aktion gegen die widerliche Verherrlichung von Kriegsmarine und Co in alles Ehren, aber eure etwas flache Analyse der Situation in und vor Somalia hat mit der Realität in diesem Land so gut wie nichts zu tun!
Zum einen sind die Hauptleidtragenden von Piraterie die Schiffsbesatzungen die heute meist aus Billiglohnländern wie Indonesien, Ukraine etc kommen, zum Anderen profitieren neben den schon genannten Anwälten und anderen dubiosen Gestalten in London und Dubai vor allem radikalislamische Gruppen wie Al Shahab und Co.
Die kaufen mit dem Geld mit Sicherheit kein Essen für die hungernde Bevölkerung in Somalia sondern die nächste Ladung Knarren.
Übrigends fuhren die ersten gekapterten Schiffe unter UN Flagge (WFP) um Essen nach Mogadisho zu bringen. Erst als diese Schiffe Eskorten erhielten verlagerten sich die Piraten in die Hauptschiffartslinien.
Auch damals wurde das gekaperte Schiff nicht von den Piraten entladen sondern es ging rein um Lösegeld zum Waffenkauf etc.
Ihr könnt ja mal die Somalis fragen, was die von eurer Solidarität mit den ach so armen Piraten halten! Die Nahrungsmittelpreise in weiten Teilen Somalias sind extrem gestiegen seid kaum noch Schiffe ankommen, vieles ist gar nicht mehr zu bekommen.

Pisst auf das Marineehrenmal, aber macht das richtig!

Alles Gute aus Djibouti!

was für ein dünnsinn!

antimilitarist 15.08.2010 - 16:50
Die Initiator_innen der Aktion "schiessen" meiner Meinung nach in fast allen Punkten zielsicher an der Realität vorbei. Themen wie Ehrenmal Laboe, Piraten der Weltmeere, die Situation in Somalia, Afghanistan Krieg und feministisch kämpfende Frauen in Afghanistan in einem Aufruf zu "verwursten" ist schon ein hartes Brett. Dieses "Konzept" scheitert schon allein an der Tatsache, dass die Autor_innen allein zum Punkt Ehrenmal mit einigermassen fundiertem Wissen glänzen können. Der Rest ist einfach grober Unfug! Das "antimilitaristische Plenum" unterliegt der allgemeinen romantischen Verklärung der "Piraterie", die so ungefiltert sonst nur in der Unterhaltungsindustrie zu finden ist. Eure Gleichung "Piraten = Robin Hood = gut" geht einfach nicht auf. Wird am 28.08. etwa auch derer Piraten gedacht, die sinnlos gemordet und vergewaltigt haben?

Im speziellen Fall Somalia wird der überwiegende Teil der "Piraterie" jedenfalls, wie in vorherigen Beiträgen schon richtig angemerkt, von lokalen Kriegsherrren des somalischen Bürgerkriegs organisiert. Folglich handelt es sich bei dem größten Teil der Piraten vor Somalia um unterdrückte Handlanger der Warlords, dessen Aufgabe es ist die Finanzierung des immer noch tobenden somalischen Bürgerkriegs sicherzustellen. Ich als Antimilitarist kann es kaum fassen, dass ihr als "antimilitaristisches Plenum" diese Art der Piraterie glorifizieren wollt. Entweder habt ihr derben Sinn für Humor oder ihr seid ziemlich verwirrt . Es wäre sicher bessser gewesen sich ernsthaft mit der innenpolitischen Lage und insbesondere mit dem Bürgerkrieg Somalias auseinanderzusetzen. Da ist ganz sicher auch die ein oder andere Waffe deutschen Fabrikats im Einsatz.

Im übrigen finde ich den inflationären Gebrauch des Begriffs "Deportation" bedenklich. In euren Text paßt er jedenfalls nicht. Es ist nicht der Richter in Hamburg, der dem ganzen Zirkus einen rechtstaatlichen Rahmen verleiht. Nein, es ist §6 StGB (Weltrechtsprinzip). Ich hoffe nicht, dass ihr grundsätzlich "rechtstaatliche" Festnahmen und die Auslieferung / Verlegung von Gefangenen als "Deportation" bezeichnet.

Was ihr mit diesen Aufruf erreichen wollt ist mir rätselhaft. Indymedia sollte für solche Art Aufrufe eine eigende Kategorie bereitstellen. Meine Namensvorschläge wären jedenfalls "manipulierende Propaganda" oder "Realsatire"...

worum gehts?

name 15.08.2010 - 20:51
Es gibt sicher einiges an diesem Aurfuf zu kritisieren.
Das Spiel mit dem dem verklärten Blick auf Piraten ( Seeräuber Jenny, Piraten der Weltmeere) mag zwar nerven, ist aber in dem Aufruf meiner Meinung nach gar nicht so dominierend, und ist wohl als Provo zu verstehen.
Was ich viel eher interessanter finde, ist der Umstand das dem Aufrufer*innen, ein Solidarität unterstellt wird, die sie gar nicht benennen, das kritisiert, wird, das sie angeblich Piraten zu „Freiheitskämpfern“ machen. Oder dem Gleichniss „Pirat=Robin Hood=gut“ verfallen sind.
Diese Punkte sind mir zumindest beim durchlesen nicht aufgefallen. Ich bitte um Hinweise zu ihnen.
Ich denke es handelt sich bei diese Kritik eher um den guten alten Reflex, die Welt in gut und böse einzuteilen. Und alle die sich nicht ein A auf die Fahne malen, oder sonnst wie als emanzipative Bewegung zu erkennen sind, verdienen keine Beachtung. und gehören zu den bösen Teil der Menschheit.

Welche Assoziation das Wort Alternativökonomie auch auslösen mag, es scheint mir erst einmal eine neutrale und stimmige Feststellung zu sein. Piraterie ist zumindest nicht eingebunden in der Mehrwert Schaffung des westlichen Kapitalismus.
Das sich die Piraterie von Warlords unter dem Nagel gerissen wird, mag stimmen, angefangen hat sie allerdings, von paar Fischern beschrieben, aus Einzelaktion, und auch jetzt gibt es noch verschiedene ebenen. Es fließen Gelder in die Dörfer, um dort das Überleben von Gemeinschaften zu sichern.
Und auch die Piraten die im Dienste von Warlords stehen. Was rätst du ihnen?.“Liebe Somalis, geht doch lieber verrecken. das löst bei uns in Deutschland zumindest weniger Widersprüche aus“ in Hamburg stehen nicht die Warlords vor Gericht, auf den Schiffen fahren auch nicht die Warlords mit. Sondern Menschen die ums Überleben kämpfen.

Es besteht ein Unterschied zwischen Solidarität und offenen Augen.
und nicht jegliche benennung von Unterdrückung zieht die Konstruktion eines revolutionären Subjekts nach sich
Schaut über den Tellerand eurer kleinen Wohlstandsinsel
genug der parolen....

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