(FR) Weitere Besetzungen und Freiraumaktionen

pha-fr 30.07.2010 14:28 Themen: Freiräume Repression
In den letzten Tagen gab es weitere Freiraum-aktionen in Freiburg. Kommando Rhino feiert sein einjähriges und jugendliche haben kurzzeitig das ehemalige kommerzielle Jugendzentrum Z besetzt. Am Samstag soll es um 16 Uhr eine spontane Demo geben...

* Infos:
annefreiburg.blogsport
epsilon.blogsport.de
rhino.blogsport.de
Erklärung zur Besetzung des Jugendzentrums:

Seit geraumer Zeit steht das ehemalige „Z“ leer. Gleichwohl gibt es für die Jugendlichen Freiburgs kaum Orte, an denen sie sich aufhalten können. Jugendliche brauchen Orte, an denen sie sich aufhalten können. Es ist schwer vorstellbar, dass das lagern auf den Straßen der Stadt als Alternative für solche Räume zu sehen ist. Wir fordern mehr Räume für Jugendliche und junge Erwachsene. Wir halten es
für selbstverständlich, dass solchen Forderungen nachgegangen wird. Die Jugend ist die Zukunft der Gesellschaft! Solche Räume müssen unkommerziell sein! In der Stadtmitte gibt es genug kommerzielle Anbieter_innen.

Zur Initiative Multicore

Die Initiative Multicore will die ehemalige Unterführung zu Bandproberäumen machen. Im Moment sieht es so aus, als ob das im Sinne der Stadt ist. Die Idee, diese Unterführung für Bands nutzbar zu machen, ist gut. Die Initiative Multicore ist für ihre gute Unterstützung für Musiker_innen bekannt. Damit sich für Multicore alleine die Räume rentieren würden, müsste man allerdings teure Umbauten innerhalb der Unterführung vornehmen.

Zur Initiative Artik

Seit dem das ehemalige „Z“ wieder stärker in den öffentlichen Fokus geraten ist, spielt Artik dabei eine wichtige Rolle. Die Initiative legte ein Konzept vor, welches Kunst und Kultur betont. Kunst und Kultur im Gegensatz zu dem, was das „Z“ geworden war. Eine Diskothek die für ihre „Afterhour“ und Liquid Ecstasy Partys bekannt wurde. Wir sehen überwiegend gute Ideen im Konzept der Initiative Artik, sind allerdings der Überzeugung, dass ein Jugendzentrum selbstverwaltet sein muss. Wir haben ein demokratisches Grundverständnis, nach dem Dinge von denen verwaltet werden sollten, die sie verwenden. Eine „Fremdverwaltung“ ist undemokratisch. Vielmehr setzen wir uns dafür ein, dass basisdemokratisch im Konsens Entscheidungen getroffen werden. In einem demokratischen System müssen alle Beroffen an der Entscheidung beteiligt sein.

Unser Konzept

Wir, das sind einige Jugendliche, die sich für mehr selbstverwaltete Räume für junge Menschen einsetzten, sähen das ehemaligen „Z“ am liebsten von mehreren verschiedenen Interessengruppen genutzt. Im ehemaligen „Z“ konnte eine Gruppe alleine das Zentrum nicht zufriedenstellend betreiben. Warum nicht also eine unkommerzielle Nutzung der Räume mit Beteiligung von Multicore, Artik und jungen
Menschen, wie uns? Im ehemaligen „Z“ wurden Gelder veruntreut. Das konnte nur geschehen, weil einzelne Personen, anstatt einer gleichberechtigten Gruppe, das Zentrum geleitet haben. Wir wollen mit dieser Aktion symbolisieren, dass die Jugend keinesfalls ohne Motivation ist. Wir wollen zeigen, dass wir bereit sind, etwas für ein Jugendzentrum zu tun.

Ansprechpartner_innen für die Stadt

Den Anspruch der Stadt, einen Ansprechspartner_innen zu haben, können wir gut verstehen. Dem steht auch im Konzept der
Selbstverwaltung nichts entgegen. Wöchentlich sollte ein Plenum stattfinden, in dem die anliegenden Dinge des Jugendzentrums besprochen werden. Neben interessierten Jugendlichen und Vertreter_innen von Gruppen könnten auch Mitarbeiter_innen der Stadt
beteiligt sein. Monatlich könnte zudem ein Bericht verfasst werden, in dem die Geschehnisse des vorangegangen Monats thematisiert werden.

Forderung

Wir fordern von der Stadt die Unterstützung eines solchen selbstverwalteten Jugendzentrums. Die Stadt sollte anfallenden Kosten wie Strom und Wasser übernehmen und auf Miete verzichten.

Kommunikation

Wir sind zur Kooperation bereit. Wir sind zum Dialog bereit. Wir freuen uns auf Kommunikation mit Presse, Stadt und anderen Gruppen. Keine_r ist von der Aktion ausgeschlossen. Eine solche Aktion kennt keine Verantwortlichen. Keine Entscheidungsträger_innen. Nur junge motivierte Menschen. Lediglich zur Kommunikation einer Einzelperson mit der Polizei sind wir nicht bereit. Die Polizei ist, das
zeigt uns die Vergangenheit, leider nicht an einem Dialog, sondern nur an juristischer Verwertbarkeit/Verantwortlichkeit interessiert.

Mehr Infos: epsilon.blogsport.de und twitter.com/___epsilon

Aufruf zur Spontandemonstration:

Lautstark für ein selbstverwaltetes, unkommerzielles Jugendzentrum
Spontandemo: 31.07.2010 – 16 Uhr – KaJo/Siegesdenkmal!

Besetzung des ehemaligen „Z“ am 29. Juli

Etwa 20 Jugendliche und junge Erwachsene haben in der Nacht auf den 29. Juli das ehemalige kommerzielle Jugendzentrum „Z“ am Siegesdenkmal besetzt, das seit fast zwei Jahren leer steht. Nach wenigen Stunden und wenig erfolgreichen Verhandlungen mit äußerst undiplomatischen Verwaltungsmitgliedern unter Kulturbürgermeister Von Kirchbach, haben wir die Räume friedlich wieder verlassen.
Wir halten jedoch an der Forderung nach einem selbstverwalteten Jugendzentrums fest, anstatt der kapitalistischen Verwertungslogik der Behörden freien Lauf zu lassen. Wir rufen für Samstagnachmittag zu einer spontanen Demonstration auf, um unserem Unmut über die aktuelle Jugendpolitik Ausdruck zu verleihen. Wir verfolgen unser Projekt weiter und drängen auf Einsicht seitens der Stadtverwaltung.

Her mit dem Jugendzentrum!

Wir wollten in den Räumen ein selbstverwaltetes und unkommerzielles Jugendzentrum aufbauen. An solchen Räumen fehlt es in Freiburg und besonders die ehemalige Unterführung am Siegesdenkmal könnte einen solchen Zweck erfüllen. In der Nacht haben wir die Räume gesäubert und aufgeräumt. Als die Polizei in den frühen Morgenstuden die Besetzung bemerkte, wurden nach und nach immer mehr ZivilpolizistInnen am „Ex-Z“ zusammengezogen.

Trotz unserer Verhandlungsbereitschaft stellte der SPDler Von Kirchbach ein Ultimatum. Die Herrschenden der Gemeinde haben offenbar kein Verständnis für die Anliegen und Bedürfnisse der Jugendlichen. Angesichts der Übermacht beugten wir uns der Drohung und verließen die Unterführung fristgerecht. Die Polizei hatte sich derweil gewaltsam den Zugang durch eine Hintertür verschafft, weitere Polizisten trennten uns von den etwa 30 solidarischen Menschen am Eingang des „Ex-Z“. Heute haben wir symbolisch für eine Lösung „von unten“ demonstriert. Nun steht die Unterführung wieder leer – aber wir kommen wieder.

Auf die Straße, jetzt sofort!

Am Samstag, den 31. Juli rufen wir um 16 Uhr zu einer Versammlung auf der KaJo, am ehemaligen Jugendzentrum unterm Siegesdenkmal auf. Die Verwaltung wird uns hören, wenn wir nur deutlich genug sind. Wir fordern Straffreiheit für die Besetzerinnen und Bestetzer.

Für ein unkommerzielles und selbstbestimmtes Jugendzentrum in Freiburg!

Initiative Epsilon – Für ein selbstverwaltetes und unkommerzielles Jugendzentrum
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Ergänzungen

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