[J] Keine Ruhe um die Stauffenbergstraße
Am Montag, 26.7.2010, fanden die Anwohner_innen in und um die Stauffenbergstraße in Jena Lobeda-West Postkarten der Stadt Jena, auf denen zu einer Meinungsumfrage aufgerufen wurde. Der antifaschistisch engagierte Oberbürgermeister Schröter, bezog sich dabei auf die Aktion zur Namensumbenennung der Stauffenbergstraße. (19. Juli 2010
http://de.indymedia.org/2010/07/286360.shtml )
http://de.indymedia.org/2010/07/286360.shtml )
Die Aktivist_innen kritisierten mit ihrer Umbenennungsaktion den öffentlichen Umgang mit dem „Nationalheld Stauffenberg“, der als Figur des Widerstandes gefeiert wird. Stauffenberg war jedoch bis zuletzt Antisemit und Anhänger der Vorstellung eines Großdeutschen Reiches. Als der Wehrmachtsoffizier die Niederlage Deutschlands im 2. Weltkrieg befürchtete, plante er das Attentat auf Hitler nicht etwa um die Shoah zu stoppen oder weil er ein Gegner des Nationalsozialismus war, sondern zur „Rettung Deutschlands“. Stauffenberg dient einer Geschichtsschreibung eines geläuterten Einheitsdeutschlands, was auch durch die Umbenennung der Otto-Grotewohl-Straße in Jena deutlich wird: Diese wurde erst nach der Wende umbenannt – nämlich in „Stauffenbergstraße“.
Als Alternativnamen schlugen die Umbenenner_innen der Stauffenbergstraße folgende Widerstandskämpfer_innen vor: Herschel Grynszpan, Johanna Kirchner, Jan Kubis, Josef Gabcik und Ria Deeg. Kurze Informationstexte zu den Personen finden sich auf der Postkarte der Stadt (siehe unten).
Die Stadt Jena reagiert eine Woche später auf die Aktion, deren „Mittel nicht gutgeheißen werden“, die Aussage wird jedoch nachvollzogen: „Soll eine Straße in unserer Stadt wirklich den Namen eines Menschen tragen, der selbst lange Anhänger des Nationalsozialismus, Antisemit und bis zu seinem Tod erklärter Feind der Demokratie war?“ (siehe Foto der Karte unten). Als Anwohner_innen bei städtischen Behörden anriefen um sich nach der Bürger_innenumfrage zu erkundigen, bestritt die Stadt plötzlich ihre Überlegungen zur Umbenennung der Stauffenbergstraße. Besonders ahnungslos stellte sich der Sicherheitsdezernent Jauch in einem Video von JenaTV „da fehlt mir jede Phantasie“. (
http://www.youtube.com/watch?v=XbRHb9UDuRM&feature=player_embedded )
Auch die Ostthüringer Zeitung spricht von einer Fälschung der Postkarten (
http://jena.otz.de/web/jena/startseite/detail/-/specific/Post-vom-Jenaer-OB-ist-nur-eine-Faelschung-2045969417 ). Handelt es sich bei dieser Postkartenverteilung nun doch um Kommunikationsguerilla? Die Aufklärung dieser Frage ist irrelevant angesichts der angestoßenen Debatte um Geschichtsschreibung und Erinnerungskultur.
Blog und Broschüre zum Runterladen:
http://nevergoinghome.blogsport.de/stauffenberg/
Als Alternativnamen schlugen die Umbenenner_innen der Stauffenbergstraße folgende Widerstandskämpfer_innen vor: Herschel Grynszpan, Johanna Kirchner, Jan Kubis, Josef Gabcik und Ria Deeg. Kurze Informationstexte zu den Personen finden sich auf der Postkarte der Stadt (siehe unten).
Die Stadt Jena reagiert eine Woche später auf die Aktion, deren „Mittel nicht gutgeheißen werden“, die Aussage wird jedoch nachvollzogen: „Soll eine Straße in unserer Stadt wirklich den Namen eines Menschen tragen, der selbst lange Anhänger des Nationalsozialismus, Antisemit und bis zu seinem Tod erklärter Feind der Demokratie war?“ (siehe Foto der Karte unten). Als Anwohner_innen bei städtischen Behörden anriefen um sich nach der Bürger_innenumfrage zu erkundigen, bestritt die Stadt plötzlich ihre Überlegungen zur Umbenennung der Stauffenbergstraße. Besonders ahnungslos stellte sich der Sicherheitsdezernent Jauch in einem Video von JenaTV „da fehlt mir jede Phantasie“. (
http://www.youtube.com/watch?v=XbRHb9UDuRM&feature=player_embedded ) Auch die Ostthüringer Zeitung spricht von einer Fälschung der Postkarten (
http://jena.otz.de/web/jena/startseite/detail/-/specific/Post-vom-Jenaer-OB-ist-nur-eine-Faelschung-2045969417 ). Handelt es sich bei dieser Postkartenverteilung nun doch um Kommunikationsguerilla? Die Aufklärung dieser Frage ist irrelevant angesichts der angestoßenen Debatte um Geschichtsschreibung und Erinnerungskultur. Blog und Broschüre zum Runterladen:
http://nevergoinghome.blogsport.de/stauffenberg/
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
@ Autor
Auch in der linke Szene
ZU Stuafenberg: Also der Mann war ohne Zweifel ein deutschnationaler Monarchist, er lehnte also konsequent die Werte der Demokratie und des liberalen Rechtsstaates ab. Aber ein Nazi war er wohl eher nicht, dies ergibt sich schon aus seinem Bekenntnis zur Monarchie, der Nationalsozialismus stellt sich moderne Ideologie klar gegen Ideen wie die Monarchie. Staufenberg war vor allem einfach antimodern.
Eine andere Sache ist Staufenbergs Umgang mit der Shoah. Es war sicherlich nicht Staufenbergs Ziel diesen Massenmord zu verhindern, er wollte, wie es auch richtig im TExt steht, vor allem Deutschalnd vor der totalen Niederlage im 2WK bewahren.
Ohne Zweifel sind also kritische Diskurse bezüglich des Widerstandes der Gruppe um Staufenberg angebracht und legitim. Aber so wie dieser hier geführt wird, ist er einfach nicht besonders ernst zu nehmen.
Stauffenberg
Oder ist es nicht eher so, wie ich in der Autobiographie der Gräfin von Dönitz lesen muss, welche über lange Zeit Herausgeberin der "Zeit" war und eine persönliche Bekannte Helmut Schmidts( der ja auch Nazigeneral war, allerdings durch die Schauprozesse gegen die Leute vom 20 Juli laut Selbstauskunft nachdenklich wurde). Die beschreibt nämlich eine häufig verfälschte Tatsache- die Leute vom 20 Juli waren ein Bündnis, zu dem sowohl enttäuschte Nazis, als auch Demokraten und Kommunisten gehörten. Ein Zweckbündnis also.
Alles total interessant. Weiter so, hier werden hochinteressante Infos zusammengetragen!
Dass stauffenberg
Ansonsten müsste ich ihn als Lügner bezeichen.
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Na klar! — Besserwisser
@besserwisser — 9malklug
Hier ein passendes Video..... — Marlo
Dem Morden ein Ende bereiten — Geschichtskundiger
@Stauffenberg — Horst