Hausbesetzungen in Freiburg

Sqaut the World 24.07.2010 15:11 Themen: Freiräume Repression
Nachdem in Freiburg am vorgestrigen 22. Juli eine Partybesetzung stattfand in einem Haus welches für den teuren Neubau von Häusern abgerissen wird, (  http://www.linksunten.indymedia.org/de/node/22998 ), fand heute morgen eine weitere Hausbesetzung statt, ebenfalls in Freiburg-Wiehre, die leider bereits von den Bullen geräumt ist (  http://www.linksunten.indymedia.org/de/node/23024 ).
10 Leute sitzen zur Zeit auf dem Polizeirevier und werden ED-Behandelt. Leuten die vor dem Polizeirevie warteten wurden Platzverweise erteilt, mit der Begründung, sie würden das Poilzeirevier ausspionieren.
Partybesetzung

In Freiburg wurde am 22. Juli 2010 zum vierten Mal (12/2008 | 05/2009 | 03/2010) das Haus in der Günterstalstraße 28 besucht. Diesmal wurde im Rahmen der Freiraumkampagne „Plätze. Häuser. Alles.“ auch das Nebenhaus Günterstalstraße 30 für eine Abrissparty geöffnet.

Etwa 70 Autonome trafen sich zu Beginn des Abends in der Günterstalstraße. Bei Küfa (Küche für alle) und lauter Musik wurde vor und in den Häusern gefeiert. Beide Häuser werden gerade saniert und sollen anschließend als Anlageobjekt verkauft werden – guter Wohnraum wird zerstört, um mehr Gewinn aus den Mieten zu kassieren, obwohl in Freiburg 900 Wohnungen leerstehen.

Die Bullen kamen in vier Streifenwagen und einem weißen Zivitransporter. Als jedoch strömender Regen einsetzte, zeigte sich der Vorteil eines besetzten Hauses gegenüber behördlichen Herumlungerns auf der Straße. Die Bullen ließen sich erst klitschnass regnen, dann bekamen sie endlich den Befehl zum Rückzug auf die Wache. Nach ein paar Stunden löste sich die symbolische Besetzung auf.

Die Gentrifizierungen schreitet voran, mittlerweile wurden Leute schon mehrmals durch Luxussanierungen vertrieben. Die Mieten nahe der Altstadt sind unbezahlbar für Menschen ohne Vollzeitjob oder reiche Eltern. Die Armen – und dazu gehören immer häufiger auch StudentInnen – müssen in die Freiburger Vororte ausweichen und sich trotzdem noch verschulden. Auch SchülerInnen haben heute mitbesetzt, denn nach der Schließung des letzten Jugendzentrums in der Innenstadt fehlen Räume für selbstverwaltete Jugendkultur.

Besetzungen sind in Freiburg lebendig und verbindend. Gemeinsam Eigentum praktisch in Frage stellen macht Lust auf mehr und natürlich kann besetzt werden. Wir begnügen uns nicht mit den von der Tafel gefallenen Brosamen: Wir wollen alles, und zwar subito!

Geräumte Besetzung

In den frühen Mittagsstunden des 24. Juli 2010 wurde im Freiburger Stadtteil Wiehre das seit gestern Abend still besetzte Haus in der Goethestraße 43 von der Polizei geräumt.

Zur Zeit ist nicht klar, wie die Polizei an die Info kam und wie die Räumung aussah. Die Bereitschaftpolizei war an der Räumung jedenfalls nicht beteiligt. Zur Stunde sitzen weniger als zehn Menschen auf dem Polizeirevier Süd und werden Erkennungsdienstlich (ED) behandelt; vor dem Haus stehen Polizist_innen und kontrollieren willkürlich Menschen. Unterstützer_innen bekamen vor dem Polizeirevier Süd Platzverweise mit der lächerlichen Begründung, sie würden das Polizeirevier ausspionieren.
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