Die letzten Nächte in Grenoble

Jean 18.07.2010 10:57 Themen: Repression Soziale Kämpfe
Momentan kursieren verfälschte Nachrichten über die Riots in Grenoble. Unten steht ein Augenzeugenbericht aus Grenoble:
In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wurden zwei Männer, die verdächtigt wurden am Raubüberfall des Casinos Uriage beteiligt gewesen zu sein, von der Polizei gejagt. Schüsse wurden
augetauscht. Sie wurden schließlich von der Polizei bei der Galerie de l’Arlequin eingefangen. Einer von ihnen konnte entkommen. Der Andere starb an einer Kugel in seinem Kopf, einige Meter von seinem zu Hause entfernt.

Während der restlichen Nacht nahmen sich die Polizisten alle mehr oder weniger identifizierten Diebesobjekte in Richtung des Gebäudes vor. Todesdrohungen wurden absichtlich von den Beamten lanziert. Ein Helikopter aus Lyon kreiste über das Quartier.

Am Freitag morgen fanden Durchsuchungen in der Nähe der Galerie de l’Arlequin statt. Die Polizisten schützten sich gegenseitig, die BAC schützte die, die die Durchsuchungen vornahmen, die Gendarmerie die BAC, u.s.w.

Am Freitag abend eskalierte die Wut. Wagen im zweistelligen Bereich sind verbrannt, die Straßenbahn und seine Haltestellen wurden zerstört. Pistolen waren auf die Polizei gerichtet, die in der Nähe von Marie Reynoard blieben, ohne zu wagen weiter vorzugehen. Um vier Uhr morgens verließ der Helikopter das Quartier, wodurch die Lage ein wenig beruhigt wurde.

Diesen Samstag morgen auf Rance Info, wurden allein die Leute präsentiert, welche über ihr verbranntes Auto jammerten. Ein Journalist von Rance Bleu Isère behauptete gar, dass die Leute die nächste Nacht ihre Autos bewachen würden.

Das ist nicht das, was ich letzte Nacht beobachtet habe: Zahlreiche Personen, welche sich nicht direkt an den Konfrontationen beteiligten, demonstrierten neben den wütenden Jugendlichen bis spät in die Nacht, im Angesicht des Helikopters.

In den Medien kursiert die Theorie, dass der Tod des Jugendlichen verdient sei. Man sollte sehr gut überlegen, ob es normal ist während einer Schießerei jemanden in den Kopf zu schießen. Jean Philippe, Procureur de la république de Grenoble sprach ins Microphone, dass die eigentlichen Opfer die Polizisten seien.

Währendessen setzen es Bettencourt-Sarkozy-UMP fort, Millionen zu verschieben, ohne in die Gefahr zu geraten dafür juristisch belangt zu werden. Das was in Villeneuve passiert ist wahrhaftig eine Klassenjustiz.

 http://www.grenoble.indymedia.org/2010-07-17-Les-nuits-dernieres-dans-le
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Ergänzungen

Tagesschau berichtet:

Mungo 18.07.2010 - 12:24

Spiegel berichtet mit den Quellen AFP/Reuters

Mungo 18.07.2010 - 12:51

Übersetzungsfehler

erni 18.07.2010 - 20:21
Es geht in dem Artikel nicht darum die Riots abzufeiern, sondern die Eskalation der Polizei zu kritisieren. Die Polizei hat, nachdem sie einen erschossen hat, weiter Jagd auf den zweiten Flüchtigen gemacht. Dafür hat sie das ganze Viertel in einen Ausnahmezustand gesetzt. So dass im Prinzip das ganze Viertel unter Generalverdacht war. Dieses führte dann zu den Riots am nächsten Abend.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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danke für — bericht

a — b

@stengel — ja

Danke — Peter Stengel