Free Gaza: Inge Höger in Leipzig gestört
Auf Einladung des SDS sollte Inge Höger am Montag (12.07.2010) in Leipzig über ihre Erfahrungen als Teilnehmerin der Free Gaza-Aktion berichten. Massive Störungen, Polizeieinsatz, wenig Diskussion, wenig Inhalt. Ein unwürdiger Abend.
Am Montag abend sprach Inge Höger, für die Linke im Bundestag, auf Einladung des Sozialistisch-demokratischen Studierendenverbands SDS in der Universität Leipzig über ihre Erfahrungen als Teilnehmerin an der "Free Gaza"-Aktion. Ein Augenzeugenbericht war angekündigt. Das irritierte, ist doch bekannt, dass Höger ausgerechnet den Klimax verpennt hatte: Als die Flottille von der israelischen Armee dilettantisch geentert wurde, schlief sie unter Deck.
Seitdem Höger wieder in Deutschland ist, sucht sie jedes Mikrofon, fällt dann aber vor allem durch seichte Aussagen auf. Zum Beispiel konnte sie die Frage, mit was für türkischen Gruppierungen sie in See stach, nicht beantworten. Auch am Montag abend verlor sie dazu kein Wort - Hausaufgaben noch immer nicht gemacht. Nicht einmal auf den Hinweis, dass seit Errichtung des israelischen Schutzwalls die Zahl der Attentate drastisch abgenommen habe, konnte sie reagieren. Eine Expertin? Jemand, der zumindest etwas zu sagen hat? Nein, das ist sie leider nicht.
Ihren kurzen historischen Abriss der israelischen Geschichte begann sie 1948. Damit machte sie es einer Gruppe, die den Hörsaal geentert hatte, um die Veranstaltung zu verhindern, sehr leicht. Laute „Und was war davor“-Rufe waren die Folge. - Davor war nicht nur deutscher Juden-Pogrom, davor waren bereits zig Jahrzehnte Zionismus – den Nahostkonflikt gab es vor dem Dritten Reich und es gäbe ihn ohne das Dritte Reich, er ist nicht das Produkt deutschen Völkermords. Aber von Höger sind solche Erwiderungen, sind fundierte Kenntnisse nicht zu erwarten. Sie hat nichts zu erwidern. Seit sie aus Israel abgeschoben wurde, weiß sie, sagt sie, wie sich Abschiebung in Deutschland anfühle. Auch darüber ist sie offenbar nicht informiert. Gefühl ist kein guter Ersatz für Wissen. Wenn sie sich nun verstärkt gegen die menschenverachtende deutsche Asylpolitik einsetzte, wäre das natürlich dennoch zu begrüßen.
Wer in den Hörsaal gekommen ist, kam mehrheitlich, um zu hören, was Höger zu sagen hatte. Unverständlich, dass eine Gruppe von 20, 30 Fundamental-Israelverteidigern die Veranstaltung massiv störten, zynische Piratenlieder sangen, das Podium enterten und das übliche Repertoire an Störungselementen abspulten, von Zwischenrufen und Ausbuhen über höhnischen Applaus zu Handyklingeln und Drohungen. Trauriger Höhepunkt: Die Falschanschuldigung eines vermutlich palästinensischen Zuhörers. Er sei handgreiflich geworden. Die Polizei, die von Anfang an vor Ort war, glaubte dies zu gern. Der Palästinenser wurde abgeführt, durfte aber nach Klärung wieder Platz nehmen. Störungen, Nötigungen, Handgreiflichkeiten. Applaus, wer vorher den Begriff Linkfaschismus noch ablehnte, hat nun Anschauungsmaterial erhalten!
Peinlich waren beide Seiten. Ein Gast sprach von „BKA Shalom“ und erntete höhnisches Gelächter der Störer aus den BAK Shalom-Reihen. Die BAK Shalom-Leute wiederum waren mit Anschuldigungen gegen türkische Organisationen schnell zur Hand. Dass sie dabei die Organisationen verwechselten, irritierte sie nicht.
Traurig in jedem Fall, dass es Leute gibt, die mit Körpereinsatz ein Redeverbot in Hörsäle tragen wollen. Statt über Gaza diskutierten anschließend Studenten über ein vermeintliches oder tatsächliches Demokratiedefizit ostdeutscher Linker. Futter für de Maizieres elende Linksextremismus-Debatte.
Seitdem Höger wieder in Deutschland ist, sucht sie jedes Mikrofon, fällt dann aber vor allem durch seichte Aussagen auf. Zum Beispiel konnte sie die Frage, mit was für türkischen Gruppierungen sie in See stach, nicht beantworten. Auch am Montag abend verlor sie dazu kein Wort - Hausaufgaben noch immer nicht gemacht. Nicht einmal auf den Hinweis, dass seit Errichtung des israelischen Schutzwalls die Zahl der Attentate drastisch abgenommen habe, konnte sie reagieren. Eine Expertin? Jemand, der zumindest etwas zu sagen hat? Nein, das ist sie leider nicht.
Ihren kurzen historischen Abriss der israelischen Geschichte begann sie 1948. Damit machte sie es einer Gruppe, die den Hörsaal geentert hatte, um die Veranstaltung zu verhindern, sehr leicht. Laute „Und was war davor“-Rufe waren die Folge. - Davor war nicht nur deutscher Juden-Pogrom, davor waren bereits zig Jahrzehnte Zionismus – den Nahostkonflikt gab es vor dem Dritten Reich und es gäbe ihn ohne das Dritte Reich, er ist nicht das Produkt deutschen Völkermords. Aber von Höger sind solche Erwiderungen, sind fundierte Kenntnisse nicht zu erwarten. Sie hat nichts zu erwidern. Seit sie aus Israel abgeschoben wurde, weiß sie, sagt sie, wie sich Abschiebung in Deutschland anfühle. Auch darüber ist sie offenbar nicht informiert. Gefühl ist kein guter Ersatz für Wissen. Wenn sie sich nun verstärkt gegen die menschenverachtende deutsche Asylpolitik einsetzte, wäre das natürlich dennoch zu begrüßen.
Wer in den Hörsaal gekommen ist, kam mehrheitlich, um zu hören, was Höger zu sagen hatte. Unverständlich, dass eine Gruppe von 20, 30 Fundamental-Israelverteidigern die Veranstaltung massiv störten, zynische Piratenlieder sangen, das Podium enterten und das übliche Repertoire an Störungselementen abspulten, von Zwischenrufen und Ausbuhen über höhnischen Applaus zu Handyklingeln und Drohungen. Trauriger Höhepunkt: Die Falschanschuldigung eines vermutlich palästinensischen Zuhörers. Er sei handgreiflich geworden. Die Polizei, die von Anfang an vor Ort war, glaubte dies zu gern. Der Palästinenser wurde abgeführt, durfte aber nach Klärung wieder Platz nehmen. Störungen, Nötigungen, Handgreiflichkeiten. Applaus, wer vorher den Begriff Linkfaschismus noch ablehnte, hat nun Anschauungsmaterial erhalten!
Peinlich waren beide Seiten. Ein Gast sprach von „BKA Shalom“ und erntete höhnisches Gelächter der Störer aus den BAK Shalom-Reihen. Die BAK Shalom-Leute wiederum waren mit Anschuldigungen gegen türkische Organisationen schnell zur Hand. Dass sie dabei die Organisationen verwechselten, irritierte sie nicht.
Traurig in jedem Fall, dass es Leute gibt, die mit Körpereinsatz ein Redeverbot in Hörsäle tragen wollen. Statt über Gaza diskutierten anschließend Studenten über ein vermeintliches oder tatsächliches Demokratiedefizit ostdeutscher Linker. Futter für de Maizieres elende Linksextremismus-Debatte.
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Ergänzungen
Einige Sachen klarstellen
Also an diesem Bericht muss man einiges klar stellen. Ich habe mir den Vortrag von Frau Höger auch angehört und auch die Tumulte, die den Beginn der Veranstaltung etwa um zwanzig Minuten verzögerten, erlebt. Die Leute, die störten, warfen noch mit Konfetti und besaßen die Dreistigkeit, Inge Höger mit "Mullahs, Schweine, Linkspartei" und "Hubschrauber-Einsatz" anzubrüllen.
Das war alles ganz schön krass, aber da ich recht weit vorn saß, habe ich gesehen, dass sie wirklich tätlich angegriffen wurden und der Mann, der kurz rausgeschickt wurde, die Störer als Mossad-Nazi beschimpft hat. Vom Beitrag Högers habe ich mir auch mehr erhofft, aber ich glaube nicht, dass die Störer irgendeine Extremismus-Debatte anheizen. Das ist ganz schön übertrieben.
Gegen linken Konservatismus!
"Gegen linken Konservatismus – zum ständigen Gezänk zwischen Antideutschen und Antiimps"
Mehr zu Inge Höger
und was noch so in ihrem Kreisverband in Heford (NRW) abgeht:
PM
Artikel in der NW am 30.06.2010 zu Abstimmung über zusätzlichen Zuschuss zur Synangoge
Die Stadt Herford unterstützte den Neubau der Herforder Synagoge bisher mit 205.000 Euro. Auf Grund einer falschen Einschätzung der Kosten entstand ein Defizit, dass die Stadt nun noch mit bis zu 40.000 Euro ausgleichen soll. Im Haushaltsplan 2010 ist diese Summe noch nicht berücksichtigt. Erika Zemaitis stimmte als einziges Ratsmitglied gegen diesen Investitionszuschuss, der auch von einzelnen Angehörigen anderer Fraktionen kritisiert wurde.
Der Grund für ihre Gegenstimme liegt nicht in der Ablehnung des Neubaus oder der Jüdischen Gemeinde. Er steht im Zusammenhang mit dem undifferenzierten Sparkurs der Stadt, durch den jetzt in allen Bereichen zehn Prozent gekürzt werden. Nicht nur soziale Betreuungsangebote werden eingeschränkt und Sportstätten für die Vereine gebührenpflichtig, der Stadtrat dachte mittlerweile auch über die Schließung der Geschwister-Scholl-Schule nach.
Der Jüdischen Gemeinde steht aus historischen Gründen eine repräsentative Synagoge zu, die jüdische Kultur muss auch im Schatten der altehrwürdigen christlichen Kirchen einen Platz in Herford haben.
Aber unter den gegebenen Bedingungen stehen die Ausgaben der Stadt in keinem Verhältnis zu den Einsparungen. Wenn alle Menschen in Herford Verzicht bei den öffentlichen Einrichtungen üben sollen, kann es vorerst keinen Platz für das Partikularinteresse einer Religionsgruppe geben.
Innerhalb der Arbeitsgruppe Haushalt erarbeitete Erika Zemaitis diesen Standpunkt mit den Mitgliedern des Stadtverbandes der Linken. Eine andere Beschlusslage, wie von der Kreissprecherin behauptet, hat es nicht gegeben. Auch darf die Kritik an Inge Högers Beteiligung an der zum Teil durch islamistische Gruppen organisierten "Free-Gaza"-Mission nicht dadurch kompensiert werden, dass die Herforder Synagoge als pro-jüdisches "Gegenargument" instrumentalisiert wird. Politisch stehen die Probleme in keinem Zusammenhang.
Jonas
Die Diskussion muss weiter gehen!
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
gähn — müder
Erfolg der Aktion — Berni aus Bern
Bak Shalom Anschuldigungen gegen IHH — BKA Shalom
Quatsch mit Soße — Hutab