[Tr.Kurdistan] Demos und Strassenschlachten

Kurdistaninfo 08.06.2010 23:53 Themen: Antirassismus Militarismus Repression Weltweit
POLIZEI GREIFT DEMONSTRATION IN GEVER/YÜKSEKOVA AN

In Gever demonstrierten Tausende am 08.06. gegen die Operationen des türkischen Militärs und die Polizeiangriffe. Die Demonstrant_innen, unter ihnen viele Aktivist_innen der linken, kurdischen BDP demonstrierte unter der Parole „Entweder ein freies Leben, oder ein machtvoller Widerstand.“
In Redebeiträgen wurde darauf eingegangen, dass Abdullah Öcalan, statt als Gesprächspartner akzeptiert zu werden. Verschärfte Haftbedingungen bekommen hat, dass über 1500 kurdische Politker_innen in Haft sind, dass Kinder zusammengeschlagen und verhaftet werden und die kurdische Politik einem Verleugnungs und Vernichtungssystem gegenüber steht. Der BDP Kreisvorsitzende Hüsnü Bulda erklärte weiter, dass alleine die AKP, die mit diesen Maßnahmen den Kurd_innen den Krieg erklärt hat, für die weiteren Entwicklungen und möglichen Toten verantwortlich ist: „Niemand soll glauben, dass die Kurd_innen sich noch einmal beugen oder aufgeben werden. Denn die Kurd_innen können sich nun selbst verteidigen. Bezüglich der kurdischen Frage ist der Vorsitzende der PKK Abdullah Öcalan der Ansprechpartner, unsere Abgeordneten die durch aus Panzern abgeschossenen Wasser getötet werden sollten sind die Ansprechpartner_innen.“

Am Ende der Demonstration griff die Polizei mit Tränengas und Wasserwerfern an. Jugendliche entzündeten Barrikaden und warfen mit Molotowcocktails und Steinen auf die Polizeifahrzeuge.

ŞEMDINLI: KUNDGEBUNG GEGEN OPERATIONEN

In Şemdinli versammelten sich am 08.06. Abgeordnete verschiedener zivilgesellschaftlicher Oraganisationen und der BDP zu einer Kundgebung gegen die Operationen und führten eine Demonstration durch.

HAKKARI: POLIZEI SCHIESST GASGRANATEN IN WOHNHÄUSER

Am 07.06. schoss die Polizei in Hakkari, nachdem sie etwa 100 Parolen rufende Jugendliche angegriffen hatte, mit Tränengasgranaten in Wohnhäuser. Vier Personen, unter ihnen Kleinkinder, mußten aufgrund des Gases mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht werden.

Quellen:

Firatnews
Yuksekovahaber
Hakkarinews
Yuksekovaguncel

Video zu Auseinandersetzungen in Gever/Yüksekova:

 http://www.yuksekovaguncel.com/haber_detay.php?id=12901

 http://www.yuksekovaguncel.com/haber_detay.php?id=12901
Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
Creative Commons-Lizenz lizenziert.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

Free Kurdistan - Stoppt den Krieg!

antifa 09.06.2010 - 19:06
Free Kurdistan - Stoppt den Krieg!

Internationalistische Demonstration | 20.Juni | 14 Uhr | Oranienplatz

In Kurdistan herrscht wieder Krieg. In den letzten Wochen kam es fast täglich in allen Teilen Kurdistan zu schweren Gefechten zwischen Guerillakräften und türkischen und iranischen Armee. Der NATO-Staat Türkei greift im Kampf gegen die kurdische
Befreiungsbewegung zunehmend auf die Kriegspraxen der 1990er Jahre zurück und vertreibt die Dorfbevölkerung aus den Grenzregionen zwischen Türkei, Iran und Irak. Der Terror gegen die Bevölkerung wird intensiviert. Rechtsextremistische Todeschwadrone wie die "Dolchbande" verbreiten unter der Bevölkerung Angst und schrecken. Die Gemeinschaften der
Gesellschaften Kurdistans (KCK), die Dachorganisation der PKK und der Guerilla HPG, erklärte am 1.Juni offizell das Ende ihres 13-monatigen Waffenstillstandes weil der türkische Staat keinerlei Schritte für einen Friedensprozess eingeleitet.

Mehrfach hatte die PKK und ihr Inhaftierte Vorsitzender Abdullah Öcalan versucht die Waffen schweigen zu lassen und auf politischen Wege eine Lösung der kurdischen Frage zu erreichen. Doch der türkische Staat reagierte jeweils mit einer Intensivierung der politischen Unterdrückung der kurdischen Bevölkerung und verstärkten militärischen Angriffe auf Stellungen der Guerilla im Nordirak. Seit der Verkündung des letzten Waffenstillstandes wurden tausende legal arbeitende kurdische Genoss_innen verhaftet, teilweise gefoltert und zu hohen Haftstrafen verurteilt. Die legale kurdische Partei DTP wurde verboten. Auf Demonstrationen in den kurdischen Gebieten kommt es immer häufiger wieder zu brutalen Polizeiübergriffen und Schusswaffengebrauch gegen kurdische Demonstrant_innen. Die militärische Unterdrückung der Bevölkerung, die Checkpoints, der
Ausnahmezustand, das nächtliche Artillerfeuer, die Folter, die Einschüchterungen der Presse, die Vetreibungen wegen dem Staudammprojekt in Hasankeyf, die Lynchmorde an Kurd_innen in der Westtürkei - der Türkische Staat hat in den letzten Jahren nur zu deutliche gezeigt das er kein Interesse an Frieden und einer politische Lösung hat. Angesichts der politischen Repression und der Zerschlagung so ziemlich aller legalen Strukturen der kurdische Linken blieb der Guerilla keine andere Möglichkeit als den Waffenstillstand aufzukündigen. Seitdem kommt es in den kurdischen Gebieten und in der Westtürkei fast täglich zu Anschlägen auf Militär- und Polizeistellungen.

Wir möchten mit einer internationalistischen Demonstration auf die Ereignisse in Kurdistan aufmerksam machen und die logistsiche, politische und militärische Unterstützung der BRD für den Krieg in Kurdistan anprangern!

Hoch die internationale Solidarität!

Demo | 20.Juni | 14 Uhr | Oranienplatz | Kreuzberg