Heute 25. Jahrestag der MOVE Bombardierung

Alberta 12.05.2010 21:10 Themen: Antirassismus Repression Weltweit
Vor 25 Jahren bombardierte eine von Korruption und Rassismus geprägte Polizei in Philadelphia, USA, ein Haus, in dem sich elf Menschen der MOVE Organisation aufhielten. Nur zwei überlebten, der Rest verbrannte bei lebendigem Leib oder starb in den Kugeln der Polizei. Die Feuerwehr wurde von den Beamten daran gehindert, das Feuer zu löschen. Viele AnwohnerInnen verloren alles - 62 Häuser in der Nachbarschaft brannten ab. Bis heute warten Angehörige und Überlebende auf "Gerechtigkeit".
Heute früh reichten die Anwälte Leon Williams und Michael Coard private Strafanzeigen wg. Mord (criminal murder complaints) Gerichtshof für Kriminal- und Zivilrechtsprechung in Philadelphia ein. Die Klagen richten sich gegen verschiedene Behörden und Beamte, die für die Ermordung von den MOVE Mitgliedern verantwortlich sind.

Dass es erst jetzt zu einer breiteren Auseinandersetzung mit diesem schwer nachvollziehbaren und auch für lokale Verhältnisse eher seltenen Akt von Staatsterrorismus kommt, liegt vermutlich daran, dass etliche Beteiligte von damals heute nicht mehr im Amt sind. Zwar gab es 1985 eine Kommission, die die Hintergründe dieser Wahnsinnstat aufklären sollte. Die Macht der Polizei gegenüber jeglicher Kritik ist in Philadelphia bis heute extrem hoch. Die Polizei agiert eigenmächtig, ist in das organisierte Verbrechen verstrickt und entzieht sich meist jeglicher Kontrolle, wie die Fälle der Brüder McKenna (1) oder des Journalisten Mumia Abu-Jamal (2) beängstigend deutlich machen. Auch die lokale Justiz hat seit Jahrzehnten kein Interesse gezeigt, wirklich zu ermitteln, wer für die brutalen Morde von 1985 zur Verantwortung zu ziehen wäre.

1985 wurde lediglich eine der beiden Überlebenden wg. "Anstiftung zum Aufruhr" zu sieben Jahren Haft verurteilt. Ramona Africa sass die volle Zeit ab. Ihr "Verbrechen": Mitgliedschaft in einer radikalen Organisation und Auffenthalt in einem Keller, der zuerst geflutet und später bombadiert wurde. Zwischendurch schoss die Polizei mehrere tausend Schuss in das Haus und hinderte alle BewohnerInnen durch Dauerfeuer daran, sich vor dem Feuer in Sicherheit zu bringen.

Diese Geschichte ist von den Behörden ähnlich wie viele andere in Philadelphia seit Jahrzehnten unterdrückt und ausgesessen worden. Aber genau wie viele andere Beispiele von extremer Polizeigewalt ist sie bis heute im städtischen Bewusstsein präsent.


- - - - Hintergrund - - - -

alle Artikel, Videos etc. in englisch

The MOVE bombing 1985 (von libcom.org, einer anarcho-syndikalistischen Webseite)
 http://libcom.org/library/move-bombing-1985

Alice Walker - Nobody was Supposed to Survive
aus "Living by the Word", London: Women's Press (1988), 155-7, 159-60
 http://www.mindfully.org/Reform/MOVE-Alice-Walker1988.htm

aktueller Mulimedia Report in der größten Tageszeitung von Pennsylvania, dem Philadelphia Inquirer (12.05.2010):
Video - "The Confrontation"
 http://www.philly.com/philly/news/93137669.html

Buchtipp:

Michael Boyette, "Let it Burn!": The Philadelphia Tragedy (Chicago: Contemporary Books, 1989)


Zeitgenössisches Pressebeispiel von 1985:

(New York Times) Police Drop Bomb on Radicals' Home in Philadelphia (14.05.1985)
 http://www.mindfully.org/Reform/MOVE-Phihladelphia-BombNYT14may85.htm


Es gab in der langen Geschichte von MOVE auch andere Zusammenstöße mit der Polizei. Seit 1978 sitzen die MOVE 9 im Gefängnis.

Video Mike Africa Jr. on the MOVE 9 Parole Hearings (März 2008)
 http://www.youtube.com/watch?v=Xm3ARQLqFNM&feature=related

VideoRamona Africa interview: "The MOVE 9 Trial" (März 2008)
 http://www.youtube.com/watch?v=C6lKLpkPsqc

Infos zu den MOVE Gefangenen auch in der Sonderausgabe der Roten Hilfe zum Tag der Politischen Gefangenen 2010. Download hier:
 http://rhmuenchen.blogsport.de/images/RoteHilfe_18_3_Beilage_2010fertigfrWEB.pdf



Fussnoten:

(1) McKenna
 http://www.counterpunch.org/mckenna05192008.html
 http://www.officer.com/web/online/Top-News-Stories/3-Former-Philadelphia-Officers-Win-10-Million-Lawsuit-Against-City/1$41422

(2) Mumia Abu-Jamal
 http://www.mumia-hoerbuch.de
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Ergänzungen

Artikel zu MOVE in "Ende einer Dienstfahrt"

April 2010 13.05.2010 - 12:16

@ich

Ruhrpotter 13.05.2010 - 12:41
"jemensch"??? ey gehts noch? xD
sagt mal, geißelt ihr euch eigentlich selbst, wenn ihr mal ein bööööses wort geschrieben habt oder nicht gegendert?^^
Ihr schafft das glaub ich echt noch, Gegenstände über Menschen zu setzen, mit eurer kruden "Gleichberechtigung". Wahn triffts wohl eher. OH MAN!!!

Artikel heute im Philadelphia Inquirer

Internetfund 13.05.2010 - 13:47

Ramona Africa still carrying the MOVE message
 http://www.philly.com/inquirer/local/20100513_Ramona_Africa_still_carrying_the_MOVE_message.html

"...What happened in that alleyway was a matter of intense dispute as investigations got under way. In its 1986 report, the MOVE Commission concluded that police gunfire stopped adults and children from escaping. The commission cited testimony by Ramona and Birdie Africa and by police and firefighters who said they heard automatic or semiautomatic gunfire that evening..."

DEMOCRACY NOW über die Bombardierung von

MOVE 14.05.2010 - 20:21
15 Minuten Video in der Nachrichtensendung vom 13. Mai 2010
 http://www.democracynow.org/2010/5/13/25_years_ago_philadelphia_police_bombs

Fernsehbericht vom 13. Mai 2010

Presseschau 18.05.2010 - 17:26
Fernsehbericht vom von 13. Mai 2010:

Neben etlichen Bildern von diesem Massaker und einigen Interviewclips mit den beiden überlebenden MOVE Mitgliedern und einem beteiligten Polizisten redet die Moderatorin Rachel Maddow auch über die Nachbarschaft.

61 Häuser brannten damals durch die Bombe der Polizei und ihre Weisung an die Feuerwehr, nicht einzuschreiten, ab. Die Stadt versprach, noch im selben Jahr alle Häuser wieder aufzubauen. Die beauftragten Bauunternehmer gingen jedoch pleite und es dauerte über 1,5 Jahre, bis die ausgebombten NachbarInnen wieder zurückziehen konnten. Nur war ein Großteil der Bauarbeiten sehr schglecht durchgeführt worden. Leitungen waren defekt, Dächer undicht und sanitäre Einrichtungen funktionierten nicht. Die Stadt nahm schliesslich 37 der Häuser wieder zurück und nagelte sie zu. Bis heute stehen laut dem Bericht die meisten davon leer und viele der ehemaligen NachbarInnen klagen noch immer erfolglos auf Entschädigung.


 http://www.msnbc.msn.com/id/26315908/ns/msnbc_tv-rachel_maddow_show/#37141942
(Anfangs muss mensch einige Sekunden Werbung über sich ergehen lassen.)

Artikel in Broad Street Review (Philadelphia)

Presseschau 20.05.2010 - 17:26
The forgotten MOVE victims
BY: Robert Zaller 05.15.2010

Twenty-five years after the Osage Avenue bombing and more than 30 years after the Powelton shootout, Philadelphia’s bizarre MOVE math remains clear: One police officer killed, nine life sentences; 11 men, women, and children killed, no indictment ever issued.

Read more at
 http://www.broadstreetreview.com/index.php/main/article/the_forgotten_move_victims/

Artikel über Mordanklage gegen beteiligte Pol

Presseschau 21.06.2010 - 09:34
The Pinnacle Of Police Brutality - The MOVE Bombing: 25 Years Later The Organization Still Seeks Justice!!! [Video]

During the times of physical slavery, the overseers would punish his enslaved captors who would attempt to be a self-determining people, by publicly executing and making examples out of them.

This terrorist tactic by slave makers was meant to instill fear in order to discourage others that had similar plans to physically free themselves from their oppressors, from following through.

The terrifying tyranny which was being imposed upon a people which chose to fight for their freedom, by the imperialist a couple hundred years ago, has never ceased.

This past May 13th marked the 25th anniversary of the Philadelphia-based MOVE Organization having their Constitutional, as well as Human, Rights violated by the United Snakes of Amerikkka's para-military force and other local officials.

read more at:  http://hiphopwired.com/2010/06/14/the-move-bombing-25-years-later-the-organization-still-seeks-justice-video/?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+hiphopwired+%28HipHopWired.com%29

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 6 Kommentare

Kritik an MOVE

kritisch.nachgefragt 12.05.2010 - 22:36
Aus emanzipatorischer Sicht ist die Gruppe MOVE durchaus kritisch zu sehen. Im Folgenden einige Zitate aus dem Text „Belief and Practice“, um die Positionen von MOVE zu verdeutlichen:

- „The MOVE Organization is a family of strong, serious, deeply committed revolutionaries founded by a wise, perceptive, strategically minded black man named JOHN AFRICA.“ („Die MOVE-Organisation ist eine Familie von starken, ernsten, zutiefst engagierten Revolutionär_innen, gegründet von einem weisen, einfühlsamen, strategisch denkenden Schwarzen Mann namens JOHN AFRICA.“)

- „All life comes from one source, from God.“ („Alles Leben kommt von einer Quelle, von Gott.“)

- „We believe in Natural Law, the government of self“ („Wir glauben an das natürliche Gesetz, an die Selbst-Regierung.“)

- „All living things instinctively defend themselves. This is a God-given right of all life.“ („Alle lebenden Dinge verteidigen sich instinktiv selbst. Dies ist ein gottgegebenes Recht für jedes Leben.“)

- „MOVE's work is revolution. JOHN AFRICA's revolution [...].“ („Die Arbeit von MOVE ist Revolution. JOHN AFRICAs Revolution [...].“)

- „We are a deeply religious organization.“ („Wir sind eine zutiefst religiöse Organisation.“)

- „Our organization was founded by JOHN AFRICA, however, he is not our leader. [...] Using the strategy of JOHN AFRICA, we know we can't fail. Everything that happens to us happens a certain way, because it's supposed to.“ („Unsere Organisation wurde von JOHN AFRICA gegründet, trotzdem ist er nicht unser Anführer. [...] Die Strategie JOHN AFRICA nutzend, wissen wir, dass wir nicht scheitern können. Alles, was uns passiert, passiert in einer bestimmten Weise, weil es so sein soll.“)

- alle Mitglieder nehmen den Nachnamen „Africa“ an, um zu zeigen, dass sie eine große Familie sind

- „[...] we do adhere to the natural law that requires one male and one female to mate and produce new life. We are monogamous. JOHN AFRICA taught us that childbearing is a natural, instinctive function of a mother and requires no drugs or hospital stays.“ („[...] wir befolgen das Naturgesetz, das voraussetzt, dass ein Mann und eine Frau zusammengehören und neues Leben produzieren. Wir sind monogam. JOHN AFRICA brachte uns bei, dass das Kinderkriegen eine natürliche, instinktive Aufgabe einer Mutter ist und es dazu weder Medikamente noch Krankenhausaufenthalte braucht.“)

Quelle:  http://www.onamove.com/belief/

kritisch.nachgefragt = fascho

ich 12.05.2010 - 23:21
wer die bombardierung(!) von politischen versammlungen rechtfertigt, darf wohl zurecht al fascho bezeichnet werden. kranke spinner, die sich hier rumtreiben.

fascho?

??? 13.05.2010 - 11:48
Nur weil jemensch Kritik an einer Sekte übt, ist er oder sie keinE FaschistIn. Es wurde an keiner Stelle die Bombadierung gerechtfertigt, sondern nur aufgezeigt, dass mensch sich nicht uneingeschränkt mit MOVE solidarisieren sollte, und eben vorher kritisch reflektieren sollte.

Staatsterrorismus & Gefangene

Alberta 13.05.2010 - 11:58
Es trifft bestimmt zu, dass MOVE nicht zu einer der beliebtesten Gruppierungen in Philadelphia gehören. Aber sie zwingen ihre Einstellungen, z.B. zu Familie und Reproduktion, niemandem anderen auf. In vielen ökologischen und politischen Fragen sind sie im Konsens mit dem Großteil der US-Linken. Ihre Religiösität beschreiben viele BesucherInnen auch eher als Menschlichkeit und Respekt.

Sie haben in den 70iger Jahren einen alternativen Gegenentwurf zur kapitalistischen Verwertungslogik und einem durch und durch von Rassismus geprägtem Gesellschaftsmodell entworfen. Danach haben nach der gewaltsamen Zerschlagung der Black Panther Party damals viele Menschen in den USA gesucht. MOVE war zu Beginn eine Organisation von Weißen und Afro-AmerikanerInnen. Erst ab dem Einsetzen der schweren Polizeigewalt um 1978 verliessen fast alle Weißen die Organsiation. Sie hatten meist noch andere Spielräume in der Gesellschaft. Die allermeisten afro-amerikanischen Mitglieder sahen diese Möglichkeit nicht und blieben in MOVE.

Ihr kommunaler Lebensstil wird heute oft nicht mehr verstanden. In den 70igern gab es vergleichbare Ansätze überall auf der Welt. Im Unterschied zu diesen Ansätzen und trotz der extremen Repression haben MOVE jedoch als Organisation überlebt und sind immer noch aktiv.

Dass die MOVE 9 (eigentlich nur noch 8, da eine Gefangene inzwischen verstorben ist) seit 1978 immer noch im Knast sitzen, obwohl rein formal klar ist, dass sie den ihnen vorgeworfenen Polizistenmord gar nicht begangen haben können, ist ein riesen Justizskandal.

9 MOVE Aktivisten waren 1978 beschuldigt worden, mit einer Waffe und einer (!) Kugel einen Polizisten erschossen zu haben. Zwar weiss das Philadelphia Police Department bereits seit Anfang der 80iger Jahre, dass der Polizist im Kreuzfeuer seiner Kollegen starb, aber auch formal juristisch ist diese Konstruktion ungeheuerlich. Sie wurden zu 30 - 100 Jahren Knast jeweils verurteilt. Der Richter sagte in einem Interview mit Mumia Abu-Jamal 1978 wörtlich: "Ich weiss nicht, wer den Polizisten erschossen hat. Sie wollen wie eine Familie leben. Ich habe sie wie eine Familie verurteilt..."

Die Bewährungsanhörungen im letzten Jahr wurden erfolglos beendet, da alle Gefangenen verweigerten, sich von MOVE loszusagen. Das war die durch keinerlei Gesetze abgedeckte Auflage der Bewährungskomission. Ein Schelm, wer hier "politische Repression" ruft...

MOVE, Gefangene und Solidarität

mein Senf 13.05.2010 - 13:15
Es ist erstaunlich, wie schnell auf Indymedia Kommentare im "gut/böse" Schema erscheinen.

Wie hat dieser denn Artikel zb. "???" und andere eigentlich so erschreckt? Ruft dort jemand zu "unkritischen Solidarität" mit MOVE auf?

Habe ich nicht gelesen. Im Gegenteil, einige der Hintergrund Links, z.B. der Artikel von Alice Walker, machen ganz klar, dass es aus emanzipativer Sicht eine Menge Kritik am Modell von MOVE gibt. Das ist also Bestandteil des Artikels.

Um das zu merken, muss mensch den Artikel natürlich auch lesen. (Jaja, ich weiss, wir sind hier auf Indymedia: da werden eben gerne politische Hegemonialansprüche ausgelebt. Arme Indymods.)

Also, ich empfinde dieses Polizeimassaker als absolutes Unrecht, ebenso wie das jahrzehntelange Einsperren von neun Menschen ohne irgendeinen Beweis der ihnen vorgeworfenen gemeinsamen Straftat. Das laut zu sagen, muss möglich sein und ist glücklicherwiese auch auf Indymedia. Danke für diesen Artikel.

Wer den MOVE Gefangenen schreiben oder sie unterstützen möchte, kann sie hier erreichen:

Debbie Sims Africa #006307; Janet Hollaway Africa #006308 Janine Phillips Africa #6309
451 Fullerton Ave.
Cambridge Springs, PA. 16403-1238

William Phillips Africa #AM 4984; Delbert Orr Africa #AM 4985
1000 Follies Rd.
Dallas, PA. 18612

Michael Davis Africa #AM 4973; Charles Sims Africa #AM 4975
P.O. Box 244
Graterford, PA. 19426-0246

Edward Goodman Africa #AM 4974
301 Morea Rd.
Frackville, PA. 17932


or CONTACT US:
THE MOVE ORGANIZATION
P.O. Box 19709 Phila., PA. 19143

New York Time: (z.B. Ausgleichzahlungen..)

Andreas Strozewski 13.05.2010 - 20:38
Philadelphia Held Liable For Firebomb Fatal to 11 By DON TERRY Published: June 25, 1996 In a case that has haunted Philadelphia for 11 years, a Federal jury yesterday found the city liable for the fire that, in ending an all-day standoff between the police and the radical group Move, killed 11 people, including 5 children, and left a city block in ashes. After nine days of deliberations, the jury said the city used excessive force and violated Move's constitutional protection against unreasonable search and seizure when the authorities dropped a bomb from a state police helicopter onto the group's fortified row house in the West Philadelphia section on May 13, 1985. The bomb ignited the fire, which destroyed 62 row houses in a black working-class neighborhood of schoolteachers, merchants, ministers and police officers. The eight-member jury ordered the city and two men who were then leading municipal officials to pay $1.5 million to the only adult survivor of the bombing, Ramona Africa, and the relatives of two members of Move who died in the blaze: its founder, John Africa (all members adopted that surname), and his nephew Frank. Ms. Africa was awarded $400,000 for pain and suffering and $100,000 for disfigurement and burns suffered in the fire. The city must pay virtually all the judgment. The two officials held liable -- former Fire Commissioner William Richmond and former Police Commissioner Gregore Sambor -- were ordered to pay $1 a week each for the next 11 years to Ms. Africa and the other plaintiffs. The 41-year-old Ms. Africa, who after the fire spent seven years in prison on a riot conviction stemming from the confrontation, described yesterday's verdict as a blow against the heavy hand of state police power. "The government got a clear message today," she said in a telephone interview shortly after the verdict had been announced. "The jurors were not Move supporters or sympathizers. They were everyday people who felt they had to hold the government liable. It wasn't easy for the jury. But they did it." But Larry Charfoos, a lawyer who is an expert on civil litigation, said the judgment against the defendants was not so severe as it might have been. "This jury did not punish the defendants," Mr. Charfoos said. "The jury treated this case as a routine personal injury case, not as an outrage. An outrage would have been at least $5 million. Maybe Americans are getting a little tired of people who want to stand off the authorities." Mr. Richmond, the former Fire Commissioner, said that he was "extremely disappointed" by the verdict and that the events of that night 11 years ago could not be sufficiently re-created to explain in a courtroom what city officials had been up against and why they had made the decisions they made. "My mother taught me years ago, Don't raise your expectations, because if you do you're liable to get hurt," Mr. Richmond said. "I'm not hurt, I'm disappointed. But I'm glad it's finally over." John Morris, the lawyer for Mr. Sambor, also expressed disappointment. "Maybe an insurance company would consider this a victory," Mr. Morris said of the size of the judgment. "But we don't." For the last two months, while the trial was under way, Philadelphia has relived one of the worst nights in its history. The confrontation began when a small army of police officers surrounded Move's fortified row house at 6221 Osage Avenue. The police -- who had engaged in other standoffs with Move in the late 1970's, one of which lasted 50 days -- had arrest warrants for several members, including Ms. Africa, on charges that were eventually dropped after the fire. For two years beforehand, there had been growing tension between Move and its neighbors on Osage. The group's members would often issue profanity-laced statements over a loudspeaker, demanding a new trial for nine members imprisoned for the slaying of a police officer in one of the earlier confrontations. Those loud, disruptive demands, as well as unsanitary conditions at the Move house, had caused the neighbors to pressure the city to act for months before the bombing. One of those neighbors, whose house was burned in the subsequent fire, said earlier this year, "Move was a pain in the neck for 25 hours a day." "But we didn't believe the police should have come in here like it was World War III," the neighbor added. "Those children in that house weren't criminals." Ms. Africa said in the interview yesterday that money was never the reason why she fought so long to get the city into court. "We were determined to do our part to hold these officials accountable for what they did," she said. "I knew that no matter how things turned out, Move could not lose."