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Hamburg: Griechenland Solidarität

International Solidarity 11.05.2010 11:49
Aufruf zur Kundgebung am 12.05.10, Mittwoch 18 Uhr auf dem Gänsemarkt

Solidarität mit der protestierenden Bevölkerung in Griechenland!

Um Griechenland vor dem Staatsbankrott zu retten, wurde von IWF und EU ein Sparprogramm erarbeitet, welches vergangenen Donnerstag, den 06.05.10, vom griechischen Parlament verabschiedet wurde. Das Programm sieht Kredithilfen von EZB und IWF in Höhe von 110 Milliarden Euro in den nächsten Jahren vor. Hauptfunktion der Kreditzusagen ist die
finanzielle Absicherung von Griechenlands Gläubigern, internationalen und deutschen Kreditinstituten wie der Deutschen Bank und Hypo Real Estate, bei welchen der Staat tief in der Kreide steht.
Die sozialistische Regierung PASOK soll dafür einen in Europa beispiellosen sozialen Kahlschlag durchdrücken, in dem u.a. Maßnahmen wie die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 21%auf 23%, Lohnkürzungen von bis zu 30% vor allem der Staatsbediensteten, sowie Verlängerung der Lebensarbeitszeit, Abbau zahlreicher Arbeitnehmerschutzrechte und
Streichung von Weihnachts- und Feiertragsgeldern, vorgesehen sind.

Dagegen setzt sich die griechische Bevölkerung in Form massenhafter Demonstrationen, Blockaden und Besetzungen von Fernsehsendern und Staatsgebäuden zur Wehr. Seit dem 1. Mai befinden sich Großteile des Landes, vor allem aber die Großstädte Athen und Thessaloniki, sowie Patras, Volos und Larissa faktisch im Ausnahmezustand. Am Rande der seit
Jahren größten Demonstration am vergangenen Mittwoch, den 05.05., sind in Athen drei Bankangestellte in einer angezündeten Bank ums Leben gekommen. Der Schock über dieses Ereignis und die Trauer sitzen tief, nicht nur in der griechischen Protestbewegung, sondern international. Vielen der an der Demonstration beteiligten Strukturen in Athen steht womöglich eine schwierige und schmerzhafte inhaltliche und strategische
Aufarbeitung der Ereignisse bevor.

Ungeachtet dessen bleibt der Kampf von breiten Teilen der griechischen Bevölkerung richtig und sollte sich nicht durch die politische Instrumentalisierung der Toten durch Regierung und Massenmedien einschüchtern lassen. Die Ursache der EU-weiten Verschuldungskrise, welche nun die Stabilität des gesamten Euro-Raums infrage stellt, ist die, im Kapitalismus stets belohnte, globale Selbstbedienungsmentalität. Die Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008 ist nicht überwunden, sie wurde lediglich von den Finanzmärkten auf die Staatsebene verschoben. Was von Politikern aller europäischen Länder als probates Mittel zur
Sicherung von Wirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit gehalten wurde, offenbart vielmehr die mangelhafte Reformierbarkeit des kapitalistischen Systems selbst. Bald werden Griechenland womöglich Portugal, Spanien und Irland in den Staatsbankrott folgen. Doch auch Italien, Frankreich, England und die BRD sind beispiellos hoch verschuldet, soziale Einschnitte werden in der Logik der regierenden Wachstumsideologie auch hier unvermeidlich. Die griechische Krise ist längst eine europäische, die Krise des Kapitalismus nicht erst seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 eine globale.

Die veröffentlichte Meinung in Deutschland jedoch bedient den Urtyp des "ausländischen Parasiten", der "am kerngesunden deutschen Volkskörper zehre". Politik und Massenmedien hierzulande schaffen es anscheinend, mittels des Bildes vom - im Gegensatz zum hart arbeitenden Deutschen - "faulen und korrupten" Griechen ein von allen Gesellschaftsschichten vertretbares äußeres Feindbild zu kreieren. So wird der Unmut der eigenen Bevölkerung bezüglich der Wirtschaftskrise erfolgreich in einen ohnmächtigen Zorn auf den europäischen Nachbarn im Süden projiziert, wofür einem offenbar nicht einmal rassistische Klisches zu schade sind.

Dieser Stimmungsmache und Medienhetze in der deutschen Öffentlichkeit wollen wir etwas entgegensetzen und dabei die griechischen GenossInnen solidarisch unterstützen. Im Hinblick auf die europaweit zu erwartenden sozialen Kämpfe tut Aufklärung in Richtung einer emanzipatorischen Gesellschaftsperspektive jenseits des Kapitalismus Not. Diese Kundgebung kann nur ein Anfang dazu sein.

Kapitalismus ist Krieg und Krise!

Für den sozialen Aufstand!!!
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Ergänzungen

wat soll das?

infos bitte 11.05.2010 - 14:33
wer hat das verfasst, wer ruft dazu auf? wenn ihr schon öffentlich mobilisiert, dann bitte gleich so, dass man auch was einsehen kann, was geplant ist. ich habe übrigens keine lust am gänsemarkt zu erscheinen und mir dann dieses übliche "die polizei bittet um einen versammlungsleiter und wir gucken doof rum".

ich finde zwei indymedia kommentare ohne jeden hintergrund einfach nicht "seriös" genug als aufruf. außerdem bin ich diese hamburger spontis der letzten monate satt, weil sie jedes mal völlig sinnlos verlaufen sind.

Zerfall der Eurozone - Unruhen in Spanien erw

erwartet 11.05.2010 - 15:31
Übrigens, glaubt nicht den deutschen Medien. Googelt einfach britische und US-Artikel, oder lest Financial Times Deutschland. Wenn sich IMF, EZB und die Deutschen setzen sich durch, sind drastische Kürzungsmaßnahmen und hohe Arbeitlosigkeit in den PIIGS zu erwarten. Das liefe in Spanien aber auf Arbeiterunruhen hinaus, sagt in China arbeitender Finanzjournalist, Michael Pettis  http://mpettis.com/2010/05/are-you-ready-for-the-united-states-of-germany/

Wenn

es 12.05.2010 - 13:50
der deutschen Regierung nicht schon Jahre vor der Krise erfolgreich gelungen wäre, diese zu sozialisieren, könnten wir evtl. ab 2011 (Schuldenbremse) gleiche Proteste wie in Griechenland erwarten.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Zeige die folgenden 4 Kommentare an

Fußballspiele für Proteste nutzen! — Fußball muss links werden!

Genau — Antifa aus HH

Pleite-Deutschen — die Nichts-tuer