Ungarn → bitte rechts halten.

besorgter Mensch 14.04.2010 10:43 Themen: Antifa Weltweit
Nach den Parlamentswahlen in Ungarn am Sonntag gewann die rechts-konservative Partei Bund Junger Demokraten (FIDESZ) 52,8 Prozent der Stimmen und ist somit in der Lage mit derzeit 206 der insgesamt 386 Mandate allein zu regieren. Nach der Stichwahl in knapp zwei Wochen könnte es für FIDESZ-Chef und Spitzenkandidaten Viktor Orban sogar zu eine Zweidrittel-Mehrheit reichen.
Als ob das nicht schon beunruhigend genug wäre, erreichte die ultra rechte Partei Jobbik (Die Besseren) 16,7 Prozent und konnte somit erstmals ins Parlament einziehen. Jobbik kann nun zusätzlich Einfluss auf die zukünftige Regierungspartei FIDESZ ausüben und egal wie die Stichwahlen in zwei Wochen ausgehen mit ihnen einen verfassungsändernde Zweidrittelmehrheit schaffen. Was das für die rund 800.000 Roma und Sinti in Ungarn bedeutet wird erst klar wenn Mensch weiß wer die Jobbik ist und wie ihre Ideologie aussieht.
Die Jobbik gründete sich 2003 und legte einen rasanten Aufstieg hin, 2006 erreichte sie 15 Prozent bei den Europawahlen und somit 3 Sitze im Europaparlament. Ebenfalls Gründeten sie die „Ungarische Garde“ 2004, einen uniformierten, offen faschistischen und paramilitärischen Arm der Partei dem mindestens sechs Morde an Roma zur Last gelegt werden.

Diese „Landespolizei“ ähnelt nicht nur äußerlich den "Pfeilkreuzler" des Horthy-Regimes in den 1940er-Jahren, die den Nazis ungarische und flüchtige Juden ausgeliefert oder gleich selbst ermordet haben. Sie machen keine Bemühungen ihre antisemitische, antiziganistische, homophobe und ausländerfeindliche Gesinnung zu verstecken. Ganz im Gegenteil, offen wurde auf Wahlkampfveranstaltungen für die Jobbik gegen Homosexuelle, Roma uns Sinti, und Juden gehetzt.

Leider treffen sie damit den Nerv der völlig verarmten Bevölkerung.

Doch damit noch nicht genug. Die Jobbik schloss kürzlich einen sogenannten “Sicherheitspakt” mit der Polizeigewerkschaft „Tatbereit“ TMRSZ (Tettrekész Magyar Rendôrség Szakszervezete).

Die Staatsanwaltschaft forderte die TMRSZ zwar auf diese Kooperation zu beenden aber diese denkt nicht im Traum daran dem folge zu leisten.
Das derzeitige Bedrohungspotential für alle Roma, Sinti, Homosexuelle, linksgerichtete Menschen, Juden und Jüdinnen und einfach jeden frei denkenden Menschen in Ungarn könnte kaum größer sein. Die zukünftige rechte Regierungspartei FIDESZ kann nach belieben in Zusammenarbeit mit der rechtsextremen Jobbik die Verfassung ändern, Faschistische Paramilitärische Horden marschieren durch die Dörfer und bedrohen alle die nicht in ihr faschistisches Weltbild passen und ein Polizeiapparat der offen mit den Rechtsextremisten packtiert.

Eigentlich sollte jedem Menschen diese Konstellation schreckliches in Erinnerung rufen.

Wir müssen die Entwicklungen in Ungarn weiter beobachten und vor allem dieses Thema in der öffentlichen Diskussion die nötige Wertigkeit verschaffen.

Denn 65 Jahre nach dem Ende des 3. Reiches und der industrialisierten Ermordung von Millionen Juden und Jüdinnen, Roma und Sinti, Homosexuellen, und politisch Andersdenkender gilt es immer noch wachsam zu sein.

In diesem Sinne alerta antifaschista!
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Ergänzungen

Rechtsextreme Wahlerfolge in Europa

ASF 14.04.2010 - 17:43
Ungarn ist kein Einzelfall: Rechtspopulisten und Rechtsextremisten feiern in Europa Erfolge. Ein Überblick.

Der Wahlerfolg der Rechtsextremisten in Ungarn ist ein Schock für das demokratische Europa, doch keineswegs ein singuläres Ereignis. Die 16,7 Prozent für Jobbik (Die Besseren) sind Teil eines schon lange währenden Trends zu ultrarechten Parteien, die allerdings neben ideologischen Gemeinsamkeiten auch beträchtliche Unterschiede aufweisen. Der gemeinsame Nenner von Jobbik, der niederländischen Partij voor de Vrijheid (Partei für die Freiheit), der Lega Nord in Italien, der Perussuomalaiset (Wahre Finnen) und weiteren Formationen dieser Art ist die Forderung nach rabiater Abgrenzung gegenüber ethnischen Minderheiten. Die Feindbilder haben allerdings teilweise andere Konturen. Jobbik und weitere osteuropäische Pendants konzentrieren ihre Hetze vor allem auf Roma und oft auch auf Juden, in Westeuropa agitieren Rechtspopulisten und Rechtsextremisten primär gegen Ausländer und den Islam. Und der Zuspruch der Wähler kann stark schwanken.

In den Niederlanden werden dem islamfeindlichen Demagogen Geert Wilders und seiner Partij voor de Vrijheid (PVV) bei den Parlamentswahlen im Juni größere Gewinne prophezeit. Im März hatte die PVV bei den Kommunalwahlen große Erfolge in den zwei Städten gefeiert, in denen sie angetreten war. In Almere wurde sie stärkste Kraft, in Den Haag kam sie auf den zweiten Platz. Allerdings sind die Umfragen nicht mehr ganz so triumphal, seitdem die sozialdemokratische Partei der Arbeit im März den populären Ex-Bürgermeister von Amsterdam, Job Cohen, als Spitzenkandidaten präsentierte. Und in Österreich werden die Rechtspopulisten bei der Bundespräsidentenwahl am 25. April vermutlich einen Dämpfer hinnehmen müssen. Die Kandidatin der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ), Barbara Rosenkranz, stürzte in den Umfragen von 26 Prozent auf zwölf Prozent ab. Rosenkranz hatte im März zumindest in Teilen das österreichische NS-Verbotsgesetz infrage gestellt. Angesichts der landesweiten Empörung musste Rosenkranz zurückrudern, auch auf Druck ihrer eigenen Partei.

Die Grenzen zwischen populistischen und extremistischen Einstellungen sind bei den ultrarechten Parteien oft fließend. Einige sind allerdings eindeutig als rechtsextrem einzustufen. Dazu zählt die ungarische Jobbik mit ihrer Hasspropaganda gegen Roma und Juden, mit Großungarn-Visionen und den SA-ähnlichen Aufmärschen ihrer „Ungarischen Garde“. Ein weiteres Indiz sind die Kontakte zu deutschen Rechtsextremisten, darunter zur NPD. Ähnlich rüde tritt die British National Party auf, deren Chef Nick Griffin 2009 in Skinheadmanier vorschlug, Boote mit afrikanischen Flüchtlingen zu versenken.

Andere westeuropäische Rechtsaußenparteien bemühen sich um ein modernes Antlitz und geben sich sogar offen israelfreundlich. Aus taktischem Kalkül: Der Vlaams Belang (Belgien), Geert Wilders’ PVV und die deutsche, bislang weitgehend auf Nordrhein-Westfalen beschränkte Pro-Bewegung wollen ihre islamfeindliche Propaganda auch mit dem Verweis auf jüdische Ängste vor islamistischem Terror rechtfertigen. Antisemitismus wird abgelehnt, jedenfalls in der Öffentlichkeit. Der Rassismus fokussiert sich auf Muslime statt auf Juden. Doch die Mechanismen der Erzeugung von Angst und Hass ändern sich nicht.

In einigen Ländern gelang es den Ultrarechten, Einfluss auf die Regierungspolitik zu nehmen. In der Slowakei ist seit 2006 die romafeindliche Slovenská národná strana (Slowakische Nationalpartei) einer der beiden Koalitionspartner des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Robert Fico. In Dänemark ist die liberal-konservative Koalition unter Premierminister Lars Løkke Rasmussen von der Duldung der ausländerfeindlichen Dansk Folkeparti (Dänische Volkspartei) abhängig. Das ging auch schon unter Rasmussens Vorgänger so. Und die Dansk Folkeparti erzwang eine drastische Verschärfung des Ausländerrechts. Anderes Beispiel: Dank der harten antiislamischen Propaganda der Schweizerischen Volkspartei (SVP) ist seit der landesweiten Abstimmung vom November 2009 der Bau von Minaretten im Land der Eidgenossen verboten.

International arbeiten die Ultrarechten trotz ideologischer Nähe nur punktuell zusammen. Im November 2007 zerbrach im Europaparlament nach nicht einmal einem Jahr die Fraktion „Identität, Tradition, Souveränität“, in der Abgeordnete aus sieben Ländern gesessen hatten.


 http://blog.zeit.de/stoerungsmelder....rechtsruck-in-europa_3037

Rechte gewinnt Wende-Wahl in Ungarn
 http://asf.kostenloses-forum.be/asf-beitrag2942.html

AntfaNews vom 13.4.  http://bit.ly/9k2ZKM

DIE NEWSLETTER
 http://newslettersozialbetrug.beepworld.de/

Benes Dekrete

Johannes 16.04.2010 - 14:32
Es ist immer wieder spannend zu sehen, wie sehr Rechtsradikalismus instrumentalisiert wird. Es ist eben nicht egal, wer rechtzsradikal ist, und wer nicht. Die in allen Nachbarländern als Minderheit verfolgten Ungarn sind die geduldigsten all dieser Länder gewesen. Längst hat sich der Rechtsradikalismus in den übrigen Ländern breitgemacht, Ungarn ist hier Schlußlicht!. In Rumänien gab es schon immer, und gibt es nach wie vor massive Minderheitenverfolgung. Serbien muss ich nicht kommentieren, die Slowakei bildet seit Hitler erstmalig eine Regierung aus Nationalisten und Sozialisten. Hier ist der Rechtsradikalismus von Links aus abgesegnet und Staatsprogramm. Noch besser kommt es bei den Tschechen: Hier sind die rassistischen Dekrete von Edvard Beneš nicht nur rechtskräftig, sondern auch noch von der EU abgesegnet worden. Kaum jemand weiß, dass Edvard Beneš der Erfinder der nationalsozialistischen Partei war, und sich diese, abgesehen vom Judenhass, in nichts von Hitlers NSDAP unterschied. Vielmehr hatte Hitler von Edvard Beneš abgekupfert, und sogar den Namen übernommen. Mit anderen Worten: Die Tschechei beharrt auf die Rechtskräftigkeite eines unmenschlichen und nationalsozialistischen Dekretes, und die EU segnet es auch noch offiziell ab. Dieser gebilligte Nationaismus fruchtet, und die Ungarn mussten mit ansehen, wie die Auslandsungarn - unter Billigung der westlichen Medien- seit fast 100 Jahren von den nationalistischen Nachbarn traktiert werden. Ergänzend kommt eine Fehlinformation der Medien hinzu, die mit Falschmneldungen daherkommen.So auch in diesem Bericht: Es interessiert niemanden, dass Horthy die Juden eben NICHT herausrückte, er daher vonb Hitler praktisch abgesetzt wurde. Dieser Hitler schickte Eichmann nach Ungarn, der Horthy´s Widersacher, die Pfeilkreuzler, organisiserte, um den Judentransport zu bewerkstelligen. Horthy flüchtete später sogar zu den Juden. Im ersten Artikel steht deutlich missverständlich, es handele sich um "Horthys Pfeilkreuzler". was schon deutlich zeigt, wie seriös dieser Artikel zu werten ist.

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