Stimmungsvolle Kundgebung in Rostock

Informant_In 15.03.2010 22:15 Themen: Antifa Repression
Heute Nachmittag, kurz vor 17 Uhr trafen sich mehrere hundert, zumeist junge Menschen, zu einer Kundgebung vor der Rostocker Staatsanwaltschaft. Einen Tag vor der Urteilsverkündung im so genannten „Pölchow-Prozess“ wollten Antifaschst_Innen aus verschiedenen Spektren auf die zunehmende rechte Gewalt und die oft schlampig geführten Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft – nicht nur im Pölchow-Prozess – aufmerksam machen.
Nachdem der Lauti eingeparkt und die Besucher_Innen der Kundgebung am Ort des Geschehens eingetroffen waren, startete die Veranstaltung mit einer kurzen, dafür aber sehr ernste und eindringlichen Eröffnungsrede. Die anschließenden Berichte von Opfern des Naziangriffes im Sommer 2007 und die langsam untergehende Sonne sorgten für stille und große Nachdenklichkeit der Zuhörer_Innen. Sogar einige Polizisten, die offenbar zum Schutz der Straßenbahngleise des sich ganz in der Nähe befindlichen Naziladens „Dickkoepp“ abgestellt waren, ließen ihr Funkgeräte für einen kurzen Moment sinken und lauschten den Aussagen. Die Einizigen, die – wie fast die gesamte Veranstaltung über – blöd griente – waren zwei Neofaschisten die sich ans Ende der Kundgebung stellten (mensch Leute, geht euch mal vernünftige Klamotten kaufen, dieser grässliche weiß-neongrüne Windbreaker sah ja schrecklich aus!).
Als Höhepunkt der Kundgebung spielte dann Feine Sahne Fischfilet – eine Ska-Punk Band aus Mecklenburg-Vorpommern, deren Auftritte mittler Weile schon berühmt sind. Der guten Musik war es dann wohl auch zu verdanken, dass die teilweise recht missmutige Stimmung doch wieder in Fröhlichkeit und Tanzlust umschlug. So konnte mensch dann auch des Öfteren verdutzte Menschen aus den Straßenbahnen gucken sehen, die langsam an der Kundgebung vorbei zog. Nach dem Ende des Konzerts erklärte die Versammlungsleiterin die Veranstaltung für offiziell beendet, jedoch nutzten noch Viele die Möglichkeit, im nahe gelegenen „Peter-Weiß Haus“ heiße VoKü zu mampfen.
Unter Strich bleibt: eine gelungene Kundgebung, ohne größere Komplikationen. Was es genützt hat, wir der morgige Tag zeigen, wenn das Gerichtsurteil gesprochen wird. Wer kann, sollte also unbedingt vor 13 Uhr vor dem Landgericht stehen und den Prozess mitverfolgen! In diesem Sinne:

Keinen Fußbreit den Faschisten! Weder im Gericht, noch anderswo!
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Ergänzungen

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... 16.03.2010 - 02:22
Unabhängig davon wie der Begriff "mehrere" nun ausgelegt wird - die Veranstaltung war keineswegs schlecht besucht! Zeitweise haben nach eigenen Zählungen (!) über 250 Menschen an der Kundgebung teilgenommen (Polizei und vorbeilaufende Passanten natürlich ausgenommen). Die SVZ berichtet von etwa 200 TeilnehmerInnen.

Heulsusen

Ergänzer_in 16.03.2010 - 10:44
Die Kameraden von 'mupinfo.de' sehen die Angelegenheit naturgemäß etwas anders und beschweren sich mal wieder:

Vor lauter Angst mal wieder gebrandstiftet

In der letzen Nacht wurde es wieder einmal offensiv. In Rostock Lütten-Klein wurde ein Pkw eines Nationalisten angezündet. Der Schaden mindestens 2.000 Euro. Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen auf andere Fahrzeuge noch verhindern. Wie auch bei den Fahrzeugbränden in der Vergangenheit, wurde offenbar Kohlenanzünder auf den Reifen gelegt und entzündet.

Der Angriff reiht sich in eine Vielzahl gleichartiger Vorfälle in und um Rostock ein. Unterdessen schwafeln linke Vertreter gebetsmühlenartig von der Angst vor rechter Gewalt, auch wenn diese gar nicht stattfindet.


[...]

Und während die Linksextremisten die Opfer mimen, zünden sie Autos von Andersdenkenden an (hxxp://wxw.npd-mv.de/index.php?com=news&view=article&id=1450&mid=7), verüben Brandanschläge auf ein ihnen unbeliebtes Bekleidungsgeschäft (hxxp://wxw.npd-mv.de/index.php?com=news&view=article&id=1682&mid=7) oder brennen Kleingärten nieder (hxxp://wxw.npd-mv.de/index.php?com=news&view=article&id=1734&mid=7). Dass dabei auch Personen verletzt oder getötet werden können, wird in Kauf genommen, eventuell sogar gewollt. Da werden mal Steine in fahrende Fahrzeuge geworfen, mal kleine Gruppen von einer Überzahl Vermummter mit Eisenstangen derart zusammengeschlagen, dass sie lebensbedrohliche Verletzungen davontragen (hxxp://wxw.mupinfo.de/?p=532). Quelle: http://www.mupinfo.de/?p=1075

Polizei..

Ergänzer_in 16.03.2010 - 12:12
Brand in Rostock

Nr. HRO-1503-01/2010 - 15.03.2010 - PD Rostock - Polizeidirektion Rostock

Wegen des Verdachtes der Brandstiftung ermittelt die Polizei nach dem Brand eines Fahrzeuges in Rostock.


Unbekannte Täter setzten am 15.03.2010 gegen 01:00 Uhr im Stadtteil Lütten Klein einen parkenden Pkw BMW in Brand. Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen auf nebenstehende Fahrzeuge verhindern.


Am betroffenen BMW entstand Sachschaden in unbekannter Höhe. Die polizeilichen Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat dauern an.

Zossen: Übte Polizei Strafvereitelung aus?

Gerd 16.03.2010 - 12:55
Am Holocaust Gedenktag (27.01) tauchten Neonazis auf einer Antifa-Demonstration auf und zeigten u.a. den Hitlergruß.  http://www.flickr.com/photos/kietzmann/4309574543/in/set-72157623175140449/
Kurz zuvor wurde dort das "Haus der Demkratie" von einem Neonazi abgebrannt.
Jetzt ermittelt die Justiz gegen Polizeibeamte zum ihrem Verhalten auf der Demo:
 http://www.tagesspiegel.de/berlin/Brandenburg-Zossen-Polizeieinsatz;art128,3058004

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