Punk und Reggae gegen Kriegsmusik

HAMBURG 15.03.2010 12:16
Punk und Reggae begleiten Marschparadenfans

Protest gegen internationale Militärmusikshow in Hamburg

In Hamburg protestierten rund 100 Menschen gegen eine Militärmusikshow in der größten Halle der Stadt. Gleichzeitig demonstrierten sie gegen die Anwerbungsversuche der Bundeswehr an Schulen und Jobmessen.
»Bunte Tänze«, »Emotionale Momente«, »Völkerverständigung«, »Orchester aus aller Welt« – mit solchen positiven Attributen wird auf einer Website für die Internationale Musikparade 2010 – Militär- und Blasmusik geworben. Militärmusikkorps aus aller Welt touren regelmäßig durch die Lande, spielen neben Märschen auch Jazz, Klassik und Pop, so die Werbung. Am Sonnabend gastierte das Festival auch in Hamburgs größter Halle, der Color Line Arena.
Was dem einen nur eine bunte Musikshow mit schmissigen Märschen ist, gilt anderen als Kriegsverharmlosung und Propaganda veranstaltung von Bundeswehr und NATO-Verbündeten. Vor Beginn der Veranstaltung protestierten knapp 100 Menschen am nahegelegenen S-Bahnhof Hamburg-Stellingen gegen die Militärmusikparade. Motto der Kundgebung: "Spiel mir nicht das Lied vom Tod".
Aufgerufen hatte ein Bündnis von Linksjugend [solid], der Sozialistischen Linken - SOL, der Roten Szene Hamburg - RSH sowie der SDAJ. Während zumeist Damen und Herren im gesetzten Alter an den Protestplakaten vorbeihasteten, wurden die Marschmusikfreunde mit einem Kontrastprogramm aus Punk und Reggae beschallt. "Solche kulturellen Events wie die Miltärmusikparade dienen dazu, den Militarismus akzeptabel zu machen", so eine Sprecherin der Linksjugend-Hamburg. Diese wendet sich derzeit mit der Kampagne "Mit Kapitalismus ist kein Frieden zu machen!" gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr und Anwerbungsversuche in Schulen und auf Jobmessen.

 https://www.neues-deutschland.de/artikel/167058.punk-und-reggae-begleiten-marschparadenfans.html?sstr=hamburg


soweit das ND vom 15.03.2010.




Zu erwähnen bleibt noch, dass neben den erwähnten Organisationen auch das Projekt Revolutionäre Perspektive - PRP, die Autonome Gruppe Hamburg, AGIF, FeministInnen, AnarchistInnen, Menschen aus der Friedensbewegung und verschiedene AntiimperialistInnen vor Ort waren.




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Ergänzungen

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boink! 15.03.2010 - 12:22

Der Aufruf

hannibal 15.03.2010 - 12:23
Mit Marschmusik in den Krieg
Am Samstag, den 13.03.2010, findet in der Color Line Arena Hamburg die „Internationale Musikparade 2010 – Militär- und Blasmusik“ statt. Mehr als 400 SoldatInnen aus sieben Ländern werden bei diesem Großevent ihre „marschmusikalischen“ Fähigkeiten präsentieren. Für kriegführende Armeen sind Veranstaltungen solcher Art und das Auftreten in der Öffentlichkeit ein wichtiges Instrument.

Ein Instrument wofür?
Die deutsche Armee hat beispielsweise eine Vielzahl an unterschiedlichen Werbemaßnahmen entwickelt – z.B. Konzerte, Sportveranstaltungen und Adventure-Games, den „Girl’s Day“, durch den der Frauenanteil in der Bundeswehr erhöht werden soll, Rekrutierungsveranstaltungen an Schulen, sowie auf Messen, gebührenfreies Studium und ein hoher Sold als Anreiz für SoldatInnen. Zusätzlich wird auch die militärische Durchdringung von Forschung und Lehre an den Hochschulen, sowie die zivil-militärische Zusammenarbeit vorangetrieben. So übernimmt z.B. das private Unternehmen Deutsche Post/ DHL einen Teil der Kriegslogistik und transportiert für die Bundeswehr notwendiges Material – von der Feldpost bis zu mörderischen Rüstungsgütern. Zur Nachwuchsgewinnung will auch die Bundesregierung beitragen, die im Koalitionsvertrag die Einführung von einem „Maßnamenpaket zur Steigerung der Attraktivität des Dienstes in der Bundeswehr“ für das Jahr 2010 vorsieht.
Überdies will sich die Bundeswehr durch ihre Auftritte und Imagekampagnen im gesellschaftlichen Bewusstsein verankern und Sympathien in der Bevölkerung für die Kriegspolitik der Bundesregierung inklusive der Auslandseinsätze der Bundeswehr gewinnen. Militaristische Positionen dringen auf diese Weise zunehmend in alle Poren der Gesellschaft.

Welche Kriegspolitik denn?
Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts führt Deutschland wieder Krieg. Ursprünglich wurde die Bundeswehr ab 1955 zur Landesverteidigung aufgebaut, seit 1991 ist sie jedoch zu sogenannten „friedenserhaltenden und friedenssichernden Maßnahmen“ auf Mandat des Bundestages auch in Auslandseinsätzen tätig. Mit dem Kosovo-Krieg 1999 gab es erstmals wieder eine deutsche Armee im Angriff auf ein anderes Land.
Zurzeit setzt die Bundeswehr bei insgesamt elf Auslandseinsätzen Interessen der deutschen Wirtschaft und (Außen-)Politik mit Waffengewalt durch. Sie führt einen bedingungslosen Kampf zum Schutz und zur Intensivierung der kapitalistischen Produktion, Ausbeutung und Herrschaft. Sie lässt Zugänge zu den nicht westlichen nationalen Märkten und Rohstoffen notfalls mit Waffengewalt sichern, freien Handel durchsetzen und die wirtschaftliche Infrastruktur, wie z. B. Seewege, militärisch schützen.
Deutschlands Armee ist also heute wieder aktiv an Kriegen in aller Welt beteiligt! Sie ist infolge der umfassendsten Reform Zeit ihres Bestehens zu einer offensiven „Armee im Einsatz“ umgewandelt worden. Schon lange ist die deutsche Geschichte samt der damit verbundenen Menschheitsverbrechen kein Hindernis mehr für ein aggressives Auftreten Deutschlands auf dem internationalen Parkett. Kriege für die Interessen der Kapitalisten und die Macht der deutschen Politik sind zur blutigen Normalität geworden.
Deutschland ist jedoch nicht das einzige Land, welches immer militärischer internationale Politik betreibt. Vielmehr werden imperialistische Kriege gemeinsam mit anderen westlichen Mächten, wie den USA, im Rahmen der NATO geführt. Der „Krieg gegen den Terror“ und die „globale Sicherheit“ dienen als ideologischer Vorwand und die vermeintliche Verbreitung von Demokratie und „Zivilisation“, sowie Menschen- und Frauenrechten in der „Dritten Welt“, als Legitimation für eine Reihe von Kriegen im 21. Jahrhundert. Doch hat sich beispielsweise in Afghanistan seit Beginn des Krieges die Menschen- und Frauenrechtssituation erheblich verschlechtert. Fernab der Berichterstattung der Tagespresse wird in den strategischen Papieren von NATO, EU und BRD sogar offen ausgesprochen, dass wirtschaftliche Interessen das wirkliche Motiv der kriegführenden Parteien sind. Der Kapitalismus wird niemals Frieden bringen, sondern genau das Gegenteil: mehr und mehr Krieg! Denn die Konkurrenz um Wettbewerbsvorteile innerhalb der Wirtschaft spiegelt sich im Konkurrenzverhältnis zwischen den nationalen Wirtschaftszonen: den kapitalistischen Staaten.

Krieg ist ein zunehmend akzeptiertes Mittel der Außenpolitik geworden…
…und durch Veranstaltungen wie das heutige Militärmusikkonzert soll auch für breite Akzeptanz der kriegerischen Handlungen der kriegführenden Armeen in der Bevölkerung gesorgt werden. Das „Fest der Marschmusik“ verschleiert die mörderische Realität von Kriegen. In der Color Line Arena wird man nur SodatInnen sehen, die vergnügt musizieren. Doch SoldatInnen werden ausgebildet, um in den Krieg zu ziehen und auf Kommando zu töten. Diese Realität, die Verwundeten und Toten der Kriege und die Zerstörung der Lebensgrundlage vieler Menschen und der Natur wird dabei bewusst unter den Teppich gekehrt.

Wir stellen uns entschieden gegen die blutigen Kriege im Interesse des Kapitals und gegen die Verherrlichung der Bundeswehr durch Musikveranstaltungen!

Gegen Krieg und Kapitalismus!

Hamburger Abendblatt

ergänzer 15.03.2010 - 12:25
Linksbündnis protestiert gegen Marschmusik
15. März 2010, 06:48 Uhr

Dazu versammelten sich laut Polizei 60 Demonstranten am S-Bahnhof Stellingen.

Unter dem Motto "Spiel mir nicht das Lied vom Tod!" hat am Sonnabendnachmittag ein Bündnis verschiedener antimilitaristischer Gruppen gegen die "Internationale Musikparade 2010 - Militär- und Blasmusik" protestiert, die am selben Tag in der Color-Line-Arena stattfand. Dazu versammelten sich nach Angaben Christin Bernholds, der Pressesprecherin des Hamburger Landesverbands der Linksjugend ("Solid"), rund 80 (laut Polizei: 60) Demonstranten am S-Bahnhof Stellingen.

"Wir haben mit Flyern, Info-Tischen, Transparenten und Redebeiträgen darauf aufmerksam gemacht, dass es sich bei der Parade nicht um eine normale Musikveranstaltung handelte, sondern dass hier Krieg führende Armeen ein kulturelles Event dazu nutzten, Militärs und ihrem mörderischen Handeln gesellschaftliche Akzeptanz zu verschaffen", sagte Bernhold. Sie ergänzte: "Wir stellen uns entschieden gegen die Verherrlichung der Bundeswehr!"

Von den Veranstaltern war gestern indes niemand zu erreichen; auf ihrer Internetseite bewerben sie die "Internationale Musikparade" lediglich als "Show für die ganze Familie".

Der Hamburger Polizei zufolge gab es bei der Kundgebung keinerlei Zwischenfälle.(cb)

scharf-links

ergänzerin 15.03.2010 - 12:27
Spiel mir nicht das Lied vom Tod!

13.03.10


Kundgebung gegen die „Internationale Musikparade 2010 – Militär und Blasmusik“

Am Samstag, den 13.03.2010 hat ein Bündnis verschiedener antimilitaristischer Gruppen mit ca. 80 UnterstützerInnen ab 13 Uhr am Hamburger S-Bahnhof Stellingen gegen die „Internationale Musikparade 2010 - Militär- und Blasmusik“ protestiert, die am selben Tag ab 15 Uhr in der Color Line Arena stattfand. Auf dieser Kundgebung haben die KriegsgegnerInnen mit Flyern, mehreren Infotischen und Transparenten sowie mit Redebeiträgen darauf aufmerksam gemacht, dass es sich bei der Parade keinesfalls um eine ganz normale Musikveranstaltung handelt, sondern dass kriegführende Armeen ein kulturelles Event dazu nutzen, Militärs gesellschaftliche Akzeptanz zu verschaffen.

Mehr als 400 SoldatInnen aus sieben Ländern haben am Samstag in Hamburg ihre Marschmusik präsentiert. Für kriegführende Armeen sind Veranstaltungen solcher Art und das Auftreten in der Öffentlichkeit ein wichtiges Instrument. Neben den unterschiedlichsten Werbemaßnahmen, z.B. Sportveranstaltungen, Adventure-Games, Rekrutierungsveranstaltung in Schulen und auf Messen, ist auch diese Musikparade Teil von Imagekampagnen. Die Bundeswehr und andere Armeen dieser Welt wollen sich damit in der Öffentlichkeit zeigen und etablieren und Sympathien in der Bevölkerung für die Kriegspolitik der westlichen Staaten gewinnen. Militaristische Positionen dringen auf diese Weise zunehmend in alle Poren der Gesellschaft.

Das Militär und seine politische Führung benötigen diesen gesellschaftlichen Rückhalt, damit sich kein Protest oder Widerstand gegen die mörderische Außenpolitik und die Kriegseinsätze der Bundeswehr, der NATO und der EU regt, durch die die Leben von Millionen Menschen und die Natur systematisch zerstört werden.

„Durch Veranstaltungen wie das Militärmusikkonzert soll für eine breite Akzeptanz der mörderischen Handlungen kriegführender Armeen in der Bevölkerung gesorgt werden“, sagt Christin Bernhold, Sprecherin der Linksjugend ['solid] und des Bündnisses gegen die Militärmusikparade. „Dieses Musikfest verschleiert die Realität von Kriegen, in denen rücksichtslos für die Interessen von Konzernen und westlichen Staaten Menschen ermordet und Lebensgrundlagen vernichtet werden. In der Color Line Arena wird man nur SoldatInnen sehen, die vergnügt musizieren. Doch SoldatInnen werden ausgebildet, um in den Krieg zu ziehen und auf Kommando zu töten. Wir stellen uns entschieden gegen die blutigen Kriege für Profite und gegen die Verherrlichung der Bundeswehr durch Musikveranstaltungen!“


Weitere Informationen:
 http://liedvomtod.blogsport.de

Internetseite der Antimilitarismuskampagne des Landesverbands Hamburg der Linksjugend ['solid]:www.antimilitarismus.de.vu

VA-Reihe ['solid]-Hamburg

Mit Kapitalismus ist kein Frieden zu machen 15.03.2010 - 12:29
Nächster Termin

22.3.2010
Detlef Mielke (DFG-VK): Kriegsdienstverweigerung und Rekrutierungsmethoden der Bundeswehr
19.30 Uhr - Büro der Bezirksfraktion von DIE LINKE Altona

Zum Inhalt

Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts führt Deutschland wieder Krieg. Die Bundeswehr verteidigt in insgesamt elf Auslandseinsätzen deutsche Interessen mit Waffengewalt. Sie ist infolge der umfassendsten Reform Zeit ihres Bestehens zu einer offensiven „Armee im Einsatz” transformiert worden. Schon lange ist die deutsche Geschichte samt der damit verbundenen Menschheitsverbrechen kein Hindernis mehr für ein aggressives Auftreten Deutschlands auf dem internationalen Parkett. Kriege für die Interessen der Konzerne und die Macht der deutschen Politik sind zur blutigen Normalität geworden.
Deutschland ist jedoch nicht das einzige Land, welches immer militärischer internationale Politik betreibt. Vielmehr werden neoimperialistische Kriege gemeinsam mit anderen westlichen Mächten wie den USA im Rahmen der NATO geführt. Der sogenannte „Krieg gegen den Terror” dient als ideologischer Vorwand und die Verbreitung von Demokratie und „Zivilisation” in der „dritten Welt” als Legitimation für eine Reihe von Kriegen im 21. Jahrhundert. In der Bundesrepublik dient vor allem die eigene Geschichte als Hebel für die Unterstützung der Kriege: Der historische Schwur „Nie wieder Auschwitz!” ist spätestens seit dem Kosovo-Krieg 1999 ein Instrument, um Deutsche hinter den Panzern zu versammeln. Doch fernab der Berichterstattung der Tagespresse wird in den strategischen Papieren von NATO, EU und BRD sogar offen ausgesprochen, dass wirtschaftliche Interessen das wirkliche Motiv der kriegführenden Parteien sind.
Da Krieg ein zunehmend akzeptiertes Mittel der Außenpolitik geworden ist, sollte es nahe liegen, dass diese Entwicklung Gegenstand von Kritik und Widerstand von Seiten der deutschen Linken ist. Stattdessen werden von diversen bellizistisch gewendeten Exlinken diese kapitalistischen Kriege verklärend als Kampf gegen den internationalen Islamismus gefeiert. Die Verwundeten und Toten der Kriege werden dabei billigend in Kauf genommen.
Die Linksjugend ['solid] Hamburg steht hingegen in der friedenspolitischen Tradition der Linken und will eine Antikriegsposition in der Gesellschaft stärken. Im Rahmen der Kampagne „Mit Kapitalismus ist kein Frieden zu machen!” soll mit einer sechsteiligen Veranstaltungsreihe ein Beitrag dazu geleistet werden, dass die „Zivilisation bringenden” Kriege als das entlarvt werden, was sie sind: Kriege im Interesse des Kapitals.





Überblick über die Veranstaltungsreihe

15.2.2010
Klaus Henning:
Imperialismustheorie auf der Höhe der Zeit
19.30 Uhr - Bürgerhaus Wilhelmsburg, Mengestr. 20


Die Kriegspolitik der NATO hat zu weltweiten Protesten und auch zu einer Wiederentdeckung des Begriffes „Imperialismus” geführt. Marxistische Imperialismustheoretiker wie David Harvey, Leo Panitch usw. eint der Gedanke, dass hinter der zunehmenden Kriegspolitik nicht nur eine „imperialistische Politik” steht, die sich aus konservativen Denkweisen einer Regierung oder bestimmter Partikularinteressen (Militärindustrie, Finanzkapital, Lobbyismus) ergibt. Vielmehr versuchen sie zu erfassen und zu erklären, wie aus dem Kapitalverhältnis heraus permanent neue imperialistische Abhängigkeiten und Konflikte auf globaler Ebene entstehen.


22.3.2010
Detlef Mielke (DFG-VK)
Kriegsdienstverweigerung und Rekrutierungsmethoden der Bundeswehr
19.30 Uhr - Büro der Bezirksfraktion von DIE LINKE Altona


Keinen Job? Immer noch keine Ausbildungsstelle gefunden? Angst vor Hartz IV? Der Arbeitsmarkt und Deine berechtigte Zukunftsangst machen Dich zum perfekten Ziel für die Rekrutierungsoffiziere der Bundeswehr, egal ob Du Mann oder Frau bist. Wehrpflicht gibt es leider immer noch als Zwangsdienst für die männlichen deutschen Jugendlichen. Ist Kriegsdienstverweigerung eine persönliche Möglichkeit, sich der Ausbildung zum Töten von Menschen zu entziehen? Ist der Zivildienst tatsächlich eine friedliche Alternative zum Kriegsdienst?


7.4.2010
Rolf Verleger:
Judentum und Zionismus
19.30 Uhr - Bürgerhaus Wilhelmsburg, Mengestr. 20


Judentum und Zionismus sind nicht miteinander identisch und die jüdische Sicht auf den Staat Israel und auf die zionistische Strömung, die sich heute im Programm israelischer Politiker wiederfindet, ist keineswegs einheitlich. In seinem Vortrag kritisiert der Autor Rolf Verleger die israelische Kriegs- und Besatzungspolitik gegenüber den Palästinensern und plädiert für ein längst überfälliges Umdenken in der Palästinafrage. Er betont, dass die notwendige Ablehnung von Israels derzeitiger Staatspolitik keineswegs automatisch antisemitisch ist, wie oft behauptet wird.


11.5.2010
Lühr Henken:
Der Fall Afghanistan: Deutsche Interessen am Hindukusch
Oder: Krieg am Hindukusch im 9. Jahr - Gibt es eine Chance auf Frieden?
19.30 Uhr - Bürgerhaus Wilhelmsburg, Mengestr. 20


Seit 2002 wird nun "Deutschlands Sicherheit" am Hindukusch verteidigt. Der von Deutschland und der NATO geführte Krieg fordert jedes Jahr die Leben tausender ZivilistInnen. Von einem "zivilen Aufbau" im Land, welcher die Toten legitimieren soll, kann keine Rede sein. Der Krieg in Afghanistan entwickelt sich zunehmend zur Feuerprobe für die westlichen Militärmächte, deren Scheitern sich immer deutlicher abzeichnet und die das Land verwüstet und im Bürgerkrieg zurücklassen.
Zu einer linken Politik gehört es, sich fernab der ideologischen sicherheitspolitischen Rechtfertigungen von Krieg und Elend für den sofortigen Abzug der Bundeswehr und der anderen NATO-Besatzungsarmeen aus Afghanistan einzusetzen.


23.6.2010
Tobias Pflüger:
Die Transformation der Bundeswehr und die Militarisierung der deutschen Außenpolitik
19.30 Uhr - Universität Hamburg, ESA 1, Hörsaal H, Edmund-Siemers-Allee 1


Die Bundesrepublik hat in den letzten zwei Jahrzehnten ihre Außenpolitik zunehmend remilitarisiert. Seit dem Tabubruch durch die Beteiligung Deutschlands am Kosovokrieg 1999 haben die jeweiligen Bundesregierungen deutsche ökonomische und politische Interessen wieder mit militärischen Mitteln verfolgt. Die Bundeswehr musste dafür der umfassendsten Transformation ihrer Geschichte unterzogen werden. Aus einer „Armee zur Landesverteidigung” ist eine „Armee im Kriegseinsatz” geworden, deren gesamte neue Struktur darauf ausgelegt ist, überall auf der Welt flexibel und schnell Krieg führen zu können. Das erste Jahrzehnt bundesrepublikanischer Angriffskriege – auch im internationalen Verbund – ist also nur der neuerliche Auftakt zu militärischer Gewalt und Ausbeutung von deutschem Boden aus, keineswegs ihr Ende.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit DIE LINKE.SDS Hamburg statt.


12.7.2010
Jürgen Wagner:
Militarisierung der EU-Außenpolitik und NATO-Kriegspolitik - Transformationen und Kontinuitäten
19.30 Uhr - Bürgerhaus Wilhelmsburg, Mengestr. 20


Die NATO und EU haben in den vergangenen zehn Jahren einen grundlegenden politischen und organisatorischen Wandel vollzogen, in dessen Rahmen die Außenpolitik der EU militarisiert wurde und die NATO sich von einem militärischen Verteidigungs- zu einem Interventionsbündnis entwickelt hat. Sowohl die EU als auch die NATO erklären heute offen, dass die gewaltsame Durchsetzung ökonomischer und politischer Interessen im Mittelpunkt ihres Handelns stehen. Der Vortrag beleuchtet die Hintergründe dieser Entwicklung.