13.März - Dessau ein Ergebnisbericht.
nur 230 Nazis +++ Gegenprotest verdoppelt +++ drei Blockaden +++ in Dessau da war was möglich
März Dessau ein Ergebnisbericht.
Gestern fand er nun statt, der „Heulmarsch“ zum 65. Jahrestag der Bombardierung Dessaus. Dem Aufruf der sogenannten „Freien Nationalisten aus Anhalt-Bitterfeld-Dessau„ folgten in diesem Jahr allerdings weitaus weniger Neonazis als noch im vergangenen Jahren. Mit ca. 230 Teilnehmer*Innen, die Polizei spricht von 190, zeigt sich das Dessau eben nicht auf allzu große Resonanz in der Mitteldeutschen Naziszene gestoßen ist. Auf einem aus Bildern zusammen gestückelten „Mobivideo“ fantasierten sich Organisator*Innen im Vorfeld des Aufmarsches bereits Teilnehmer*Innenzahlen von Dresdener Dimensionen zusammen. Weit gefehlt. Lediglich altbekannte Gesichter waren unter den Nazis zugegen.
Die Nazis sind Gelaufen aber nicht ohne Protest.
Gegen den Aufmarsch formierte sich ein breiter Protest, nicht nur aus antifaschistischer Sicht. Neben dem Aufruf „Opfermythen angreifen – Dessau war Täterstadt“ eines regionalen Antifa-Bündnisses riefen auch bürgerliche Strukturen dazu auf den Naziaufmarsch zu behindern. Die Zahlen der Gegendemonstration ließen eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr vermuten. So gelangen es zum ersten Mal den Naziaufmarsch nicht nur zu stören sondern sogar zu Blockieren.
Die erste und größte Blockade formierte sich direkt am Bahnhof, wenige Meter nach dem Start der Nazidemo. So verlagerte sich eine Musik-Kundgebung der Stadt, welche den Nazis am Bahnhof das ankommen versalzen sollte auf eine größere Kreuzung und lies die Nazis über eine Stunde nicht vom Busbahnhof. Ein bunter Mix aus Bürger*Innen und Autonomen stellten sich dort den Nazis entgegen und schaffte dies sogar ohne die typischen Extremismusdebatten in Richtung der Autonomen. Unter Einsatz von Gewalt schaffte es die sichtlich überforderte Polizei schließlich die Blockade abzudrängen und die Nazis daran vorbei zuführen. Zwei weiter Blockaden zwangen den Naziaufmarsch dann abermals mehrfach zum außerplanmäßigen Stopp. Während des gesamten Aufmarsches wurden die Nazis mit „Fliegeralarmsirenen“, Sprechchören und diversen anderen kreativen Ideen begleitet.
Der Versuch der Nazis mit sogenannten „Sportgruppen“ im Innenstadtbereich Antifaschist*Innen anzugreifen misslang an vielen Punkten durch eine direkte antifaschistische Gegenwehr. So gab es beispielsweise die Meldung einer 12-köpfigen Nazigruppe die im Bereich der Franzstraße Antifaschist*Innen versuchte anzugreifen. In diesem Bereich gab es dann auch den Versuch einer Barrikade, welche aber von der Polizei geräumt wurde.
Der weit abseits liegende Endpunkt der Nazidemo am Bahnhof in Dessau-Süd sorgte dann dafür das es am Hauptbahnhof noch einmal spannend wurde. Da sich Dessau-Süd als einfacher Haltepunkt für den Abtransport der Nazis nicht eignete wurden diese schlussendlich wieder zum Hauptbahnhof transportiert, wo die Polizei eine Auseinandersetzung zwischen Nazis und abreisenden Antifaschist*Innen nur mit Gewalt verhindern konnte.
Als Fazit des gestrigen Tages kann eine neue Qualität der Gegenproteste gezogen werden. Sowohl die Bereitschaft bürgerlicher Strukturen die Nazis aktiv zu blockieren als auch die überregionale Beteiligung von Antifaschist*Innen zeigt klar das mit einer größeren Anzahl von Gegendemonstrant*Innen erfolgreiche Blockaden zumindest denkbar sind. Aus antifaschistischer Sicht sei noch zu betonen das ein „Event“ wie beispielsweise Dresden immer noch durch die aktiven Menschen auf der Straße und nicht durch Diskussionen über Layout und Farbgebung einer Mobilisierung erzeugt wird. Wenn gerade in Provinzregionen Nazis ihr Einfallstor in die Gesellschaft finden und junge personell kleine antifaschistische Gruppen dem etwas entgegensetzen wollen, ist überregionaler Support mehr als wichtig.
Danke an alle die gestern dabei waren.
Ein Bilder Artikel folgt in Kürze.
Gestern fand er nun statt, der „Heulmarsch“ zum 65. Jahrestag der Bombardierung Dessaus. Dem Aufruf der sogenannten „Freien Nationalisten aus Anhalt-Bitterfeld-Dessau„ folgten in diesem Jahr allerdings weitaus weniger Neonazis als noch im vergangenen Jahren. Mit ca. 230 Teilnehmer*Innen, die Polizei spricht von 190, zeigt sich das Dessau eben nicht auf allzu große Resonanz in der Mitteldeutschen Naziszene gestoßen ist. Auf einem aus Bildern zusammen gestückelten „Mobivideo“ fantasierten sich Organisator*Innen im Vorfeld des Aufmarsches bereits Teilnehmer*Innenzahlen von Dresdener Dimensionen zusammen. Weit gefehlt. Lediglich altbekannte Gesichter waren unter den Nazis zugegen.
Die Nazis sind Gelaufen aber nicht ohne Protest.
Gegen den Aufmarsch formierte sich ein breiter Protest, nicht nur aus antifaschistischer Sicht. Neben dem Aufruf „Opfermythen angreifen – Dessau war Täterstadt“ eines regionalen Antifa-Bündnisses riefen auch bürgerliche Strukturen dazu auf den Naziaufmarsch zu behindern. Die Zahlen der Gegendemonstration ließen eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr vermuten. So gelangen es zum ersten Mal den Naziaufmarsch nicht nur zu stören sondern sogar zu Blockieren.
Die erste und größte Blockade formierte sich direkt am Bahnhof, wenige Meter nach dem Start der Nazidemo. So verlagerte sich eine Musik-Kundgebung der Stadt, welche den Nazis am Bahnhof das ankommen versalzen sollte auf eine größere Kreuzung und lies die Nazis über eine Stunde nicht vom Busbahnhof. Ein bunter Mix aus Bürger*Innen und Autonomen stellten sich dort den Nazis entgegen und schaffte dies sogar ohne die typischen Extremismusdebatten in Richtung der Autonomen. Unter Einsatz von Gewalt schaffte es die sichtlich überforderte Polizei schließlich die Blockade abzudrängen und die Nazis daran vorbei zuführen. Zwei weiter Blockaden zwangen den Naziaufmarsch dann abermals mehrfach zum außerplanmäßigen Stopp. Während des gesamten Aufmarsches wurden die Nazis mit „Fliegeralarmsirenen“, Sprechchören und diversen anderen kreativen Ideen begleitet.
Der Versuch der Nazis mit sogenannten „Sportgruppen“ im Innenstadtbereich Antifaschist*Innen anzugreifen misslang an vielen Punkten durch eine direkte antifaschistische Gegenwehr. So gab es beispielsweise die Meldung einer 12-köpfigen Nazigruppe die im Bereich der Franzstraße Antifaschist*Innen versuchte anzugreifen. In diesem Bereich gab es dann auch den Versuch einer Barrikade, welche aber von der Polizei geräumt wurde.
Der weit abseits liegende Endpunkt der Nazidemo am Bahnhof in Dessau-Süd sorgte dann dafür das es am Hauptbahnhof noch einmal spannend wurde. Da sich Dessau-Süd als einfacher Haltepunkt für den Abtransport der Nazis nicht eignete wurden diese schlussendlich wieder zum Hauptbahnhof transportiert, wo die Polizei eine Auseinandersetzung zwischen Nazis und abreisenden Antifaschist*Innen nur mit Gewalt verhindern konnte.
Als Fazit des gestrigen Tages kann eine neue Qualität der Gegenproteste gezogen werden. Sowohl die Bereitschaft bürgerlicher Strukturen die Nazis aktiv zu blockieren als auch die überregionale Beteiligung von Antifaschist*Innen zeigt klar das mit einer größeren Anzahl von Gegendemonstrant*Innen erfolgreiche Blockaden zumindest denkbar sind. Aus antifaschistischer Sicht sei noch zu betonen das ein „Event“ wie beispielsweise Dresden immer noch durch die aktiven Menschen auf der Straße und nicht durch Diskussionen über Layout und Farbgebung einer Mobilisierung erzeugt wird. Wenn gerade in Provinzregionen Nazis ihr Einfallstor in die Gesellschaft finden und junge personell kleine antifaschistische Gruppen dem etwas entgegensetzen wollen, ist überregionaler Support mehr als wichtig.
Danke an alle die gestern dabei waren.
Ein Bilder Artikel folgt in Kürze.
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Ergänzungen
150 bis 200 neonazis
darauf sind 130 nazis zu zählen. selbst wenn mensch nun ein wenig aufrundet, da nicht alle drauf sind, komm ich zu der einschätzung das es unter 200 waren.
Menschen protestieren gegen Neonazi-Aufmarsch
(muss ausgefüllt werden)
Was für ein seltsamer MZ-Artikel "sowie 25 Linksextreme stellten sich den Neonazis in den Weg."
Nach meiner Einschätzung waren 150+ ,Autonome in Dessau und viele Alternative Menschen aus Dessau.
Besonders erstaunlich fand ich das die Bürger sich mit für eine Blockade entschieden haben,obwohl in Dessau immer das Bild des Bösen "Linksextremisten" gegolten hat.
Vielleicht ist den Bürgen endlich klar geworden das ein Verordnetes Stadtfest nicht ausreichend effektiv ist,um die Nazis den Weg durch Dessau zu versauen.
Kurz und knapp:
Der 07. & 13. März waren Startschüsse in eine neue Qualität antifaschistischer Theorie & Praxis in der Region.
Die Organisation der neuen Antifastruktur trägt deutliche Früchte, jetzt gilt es daran anzuknüpfen.
Alerta Antifascista!
Presseartikel...
Zusammenstoß
bei der Schlägerei sollen drei der vier neonazis verletzt worden sein (Platzwunden und angeblich ein zersplittertes Knie) es wurden ca. 7 Verdächtige festgenommen
ps: kamen aber alle am selben Abend wieder frei
im weiteren Verlauf des Tages kam es dann noch zu einem versuchten Übergriff auf zwei ziemlich dicke (aber trotzdem schnell rennende ;-P ) neonazis,
Barrikadenbau auf der Heidestraße welche aber schnell wieder durch die polizei und andere Verkehrsteilnehmer beseitigt wurden und zu mehrern Versuchen den Naziaufmarsch noch auf den letzten Metern zu verhindern (wobei jedoch ca 30-40 Linksautonome kurzzeitig gekesselt und dann umgeleitet wurden dabei kam es noch zu einer Verhaftung weil ein Beamter angeblich jemanden an seiner Fahne wiedererkannte -> angeblich soll er einen Einsatzwagen demoliert haben)
Video
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
weitere Bilder! — afa arthur
Nächste Polizeipanne in Dessau — Zivilbeamter schiesst 25 jährigen in den Hals