Stolberg (Rhld.): Naziaufmärsche "jedes Jahr"
"Und darum gehört ihm unsere Stimme letztes Jahr, dieses Jahr, jedes Jahr." drohte Christian Worch bei einer Demo am 04.04.2009. Am 04.04.2008 war in Stolberg ein junger Mann getötet worden. Schon am Folgetag demonstrierten ca. 200 kurzfristig herbeimobilisierte Nazis in Stolberg gegen "Ausländergewalt". Dabei wurden Polizisten angegriffen sowie in Stolberg lebende Türkinnen und Türken massiv bedroht.
Eine Woche später - am 12.04.2008 - marschierten 800 Nazis aus dem ganzen Bundesgebiet auf, die sich z.T. heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei lieferten. Am 26.04.2008 fand dann noch ein von der NPD organisierter "Trauermarsch" mit ca. 450 Teilnehmern statt.
Anschließend versuchte der Dürener NPD-Kreisvorsitzende Ingo Haller "Trauermärsche" für die nächsten 10 Jahre anzumelden, was die Polizei jedoch nicht akzeptierte, so daß Ingo Haller jedes Jahr Einzelanmeldungen durchführt. Dabei legt er Wert darauf, dass er die Versammlungen als Privatperson und nicht als NPD-Vorsitzender anmeldet, Veranstalter sind offiziell "Ingo Haller und freie Kräfte der Region, unterstützt von der NPD".
Im Jahr 2008 führte Haller am 03.04.2008 einen Fackelmarsch mit 110 Teilnehmern und am 04.04.2008 eine Demonstration mit 530 Teilnehmern durch. Bei beiden Veranstaltungen fielen üble rassistische und bei der Demo am Samstag z.T. auch antisemitische Sprüche. Dass Nazis in oder zumindestens in der Nähe eines vorwiegend von Migranten bewohnten Viertels ("Mühle"), marschieren dürfen, dort nicht nur drohen, sondern auch noch mit Fackeln marschieren dürfen - also praktisch symbolisch Feuer legen können - ist dabei besonders verabscheungswürdig. Ich muss dabei immer an die neonazistischen Brandanschläge auf türkische Familien in Mölln und Solingen Anfang der 90iger Jahre denken, bei denen auch mehrere Kinder ermordet worden sind.
Dieses Jahr hat Ingo Haller für den Abend des Karfreitag (02.04.10) einen Fackelmarsch und für Karsamstag (03.04.10) eine erneute "Großdemonstration" (Treffpunkt: 12:00 Stolberg, Bahnhof Schneidmüle) angekündigt.
Es ist zu hoffen, dass es dieses Jahr noch mehr Proteste als im letzten Jahr gibt, eine solche rassistische Hetze kann nicht hingenommen werden.
Die Eltern des am 04.04.2008 Getöteten bestreiten vehement, dass ihr Sohn ein Nazi gewesen sein soll (was die Nazis anfangs behauptet hatten) und haben auch öffentlich erklärt, dass sie nicht wünschen, dass die Nazis ihren Sohn für ihre Zwecke instrumentalsieren.
Das interessiert die Nazis natürlich nicht.
Weitere Infos u.a. auf der Homepage des
"Stolberger Bündnisses gegen Radikalismus - für Demokratie und Toleranz:
http://stolberger-buendnis.de
und bei Michael Klarmann, Fachjournalist für Rechtsextremismus aus Aachen:
http://klarmann.blogsport.de
Anschließend versuchte der Dürener NPD-Kreisvorsitzende Ingo Haller "Trauermärsche" für die nächsten 10 Jahre anzumelden, was die Polizei jedoch nicht akzeptierte, so daß Ingo Haller jedes Jahr Einzelanmeldungen durchführt. Dabei legt er Wert darauf, dass er die Versammlungen als Privatperson und nicht als NPD-Vorsitzender anmeldet, Veranstalter sind offiziell "Ingo Haller und freie Kräfte der Region, unterstützt von der NPD".
Im Jahr 2008 führte Haller am 03.04.2008 einen Fackelmarsch mit 110 Teilnehmern und am 04.04.2008 eine Demonstration mit 530 Teilnehmern durch. Bei beiden Veranstaltungen fielen üble rassistische und bei der Demo am Samstag z.T. auch antisemitische Sprüche. Dass Nazis in oder zumindestens in der Nähe eines vorwiegend von Migranten bewohnten Viertels ("Mühle"), marschieren dürfen, dort nicht nur drohen, sondern auch noch mit Fackeln marschieren dürfen - also praktisch symbolisch Feuer legen können - ist dabei besonders verabscheungswürdig. Ich muss dabei immer an die neonazistischen Brandanschläge auf türkische Familien in Mölln und Solingen Anfang der 90iger Jahre denken, bei denen auch mehrere Kinder ermordet worden sind.
Dieses Jahr hat Ingo Haller für den Abend des Karfreitag (02.04.10) einen Fackelmarsch und für Karsamstag (03.04.10) eine erneute "Großdemonstration" (Treffpunkt: 12:00 Stolberg, Bahnhof Schneidmüle) angekündigt.
Es ist zu hoffen, dass es dieses Jahr noch mehr Proteste als im letzten Jahr gibt, eine solche rassistische Hetze kann nicht hingenommen werden.
Die Eltern des am 04.04.2008 Getöteten bestreiten vehement, dass ihr Sohn ein Nazi gewesen sein soll (was die Nazis anfangs behauptet hatten) und haben auch öffentlich erklärt, dass sie nicht wünschen, dass die Nazis ihren Sohn für ihre Zwecke instrumentalsieren.
Das interessiert die Nazis natürlich nicht.
Weitere Infos u.a. auf der Homepage des
"Stolberger Bündnisses gegen Radikalismus - für Demokratie und Toleranz:
http://stolberger-buendnis.de und bei Michael Klarmann, Fachjournalist für Rechtsextremismus aus Aachen:
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Ergänzungen
Einstiegslektüre
Instrumentalisierung durch Nazis!
Ähnliche Beispiele sind ja auch aus Berlin bekannt ("Antifaanschlag" in Schönefeld.
Hier ein Beispiel aus Moskau, wie Nazis Ihre Mordopfer verhöhnen:
Nie wieder Faschismus!
Kevin aus Stolberg - Märtyrer wider Willen
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Diese Dummbratzen... — Biba
Antifaschist — aus Aachen