Verbindungsstudenten in der Provinz
Nicht nur in den alten Universitätsstädten sind Studentenverbindungen - Burschenschaften und andere Korporationen - präsent, auch sonst machen sie sich überall breit, wo eine Hochschule in der Nähe ist. Selten aber legen sie ausserhalb ihrer Hochburgen eine solche öffentliche Präsenz an den Tag wie im ostwestfälischen Bielefeld.
[Erstveröffentlichung für Indymedia]
In diesem Jahr mobilisieren antifaschistische und studentische Gruppen in Bielefeld erstmals nicht nur gegen eine bestimmte neonazistische Burschenschaft, sondern gegen das Verbindungsunwesen im Allgemeinen. Anlass ist der "Bismarck-Kommers", eine jährlich stattfindende feierliche Zusammenkunft der Korporationen aus Stadt und Umland in der örtlichen Stadthalle.
Die aufrufenden Gruppen "Antifaschistische Praxis in Bielefeld" und "Analyse & Kritik des Verbindungs(un)wesens" sowie die unterstützenden ASten von Universität und Fachhochschule thematisieren das übliche Weltbild der Studentenverbindungen: Elitedenken, Sexismus, Nationalismus. Sie prangern die Beteiligung der neonazistischen "Burschenschaft Normannia-Nibelungen" an und kritisieren die erwarteten Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft.
In Bielefeld fällt besonders auf, dass sich unter gerade mal fünf aktiven örtlichen Korporationen gleich drei "Schlagende" befinden; des Weiteren zwei, die ausdrücklich nur "Deutsche" aufnehmen; darunter eine aus dem extrem rechten Dachverband "Deutsche Burschenschaft". Verglichen mit den großen Universitätsstädten eine beachtliche Quote. Es scheint, dass eine sehr kleine Verbindungsszene diesen Nachteil durch besondere Radikalität wettmachen möchte.
Beachtlich ist auch der Einfluss dieses kleinen Haufens auf die lokalen Eliten. Hohe Vertreter aus Wirtschaft und Politik zählen üblicherweise ebenso zu den Gästen beim "Bismarck-Kommers" wie der Polizeipräsident. Bisher stört sich augenscheinlich niemand an der Anwesenheit von Neonazis bei dem gesellschaftlichen Event in der Stadthalle.
Die nun anlaufende Thematisierung dieser Zustände durch die Bielefelder Antifagruppen und die StudierendenvertreterInnen zeigt erste Wirkung. Offenbar kurzzeitig in Panik versetzt, versuchten die Korporationen nach Bekanntwerden der geplanten Proteste ein ebenso albernes wie hilflos Verwirrspiel: Auf einzelnen Homepages der Verbindungen wurde vorübergehend ein falscher Veranstaltungstermin platziert, wohl in der Hoffnung, ihre GegnerInnen auf eine falsche Fährte zu locken. Dabei liegen die Einladungen zum "Bismarck-Kommers" bereits seit Wochen vor.
Die OrganisatorInnen der Gegenkundgebung versprechen sich eine wachsende Sensibilität für die Thematik in einer Stadt, in der studentisches Leben im Allgemeinen wie auch das der Korporationen lediglich eine Randerscheinung sind. In letzter Zeit treiben Verbindungsstudenten sich gar "in vollem Wichs" auf Unipartys herum, ohne dass diese Provokation weitergehend zur Kenntnis genommen oder angemessen beantwortet wird. Diese "Herrschaftszeiten" dürften auch in Bielefeld bald enden.
Die Kundgebung "Lauter und bunter ohne Band und Mütze" findet am 19.03.2010 in unmittelbarer Nähe zum Hbf Bielefeld statt. Für Interessierte wurde ein Weblog mit ausführlichen Informationen eingerichtet, das unter
http://bismarck.blogsport.de zu erreichen ist.
In diesem Jahr mobilisieren antifaschistische und studentische Gruppen in Bielefeld erstmals nicht nur gegen eine bestimmte neonazistische Burschenschaft, sondern gegen das Verbindungsunwesen im Allgemeinen. Anlass ist der "Bismarck-Kommers", eine jährlich stattfindende feierliche Zusammenkunft der Korporationen aus Stadt und Umland in der örtlichen Stadthalle.
Die aufrufenden Gruppen "Antifaschistische Praxis in Bielefeld" und "Analyse & Kritik des Verbindungs(un)wesens" sowie die unterstützenden ASten von Universität und Fachhochschule thematisieren das übliche Weltbild der Studentenverbindungen: Elitedenken, Sexismus, Nationalismus. Sie prangern die Beteiligung der neonazistischen "Burschenschaft Normannia-Nibelungen" an und kritisieren die erwarteten Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft.
In Bielefeld fällt besonders auf, dass sich unter gerade mal fünf aktiven örtlichen Korporationen gleich drei "Schlagende" befinden; des Weiteren zwei, die ausdrücklich nur "Deutsche" aufnehmen; darunter eine aus dem extrem rechten Dachverband "Deutsche Burschenschaft". Verglichen mit den großen Universitätsstädten eine beachtliche Quote. Es scheint, dass eine sehr kleine Verbindungsszene diesen Nachteil durch besondere Radikalität wettmachen möchte.
Beachtlich ist auch der Einfluss dieses kleinen Haufens auf die lokalen Eliten. Hohe Vertreter aus Wirtschaft und Politik zählen üblicherweise ebenso zu den Gästen beim "Bismarck-Kommers" wie der Polizeipräsident. Bisher stört sich augenscheinlich niemand an der Anwesenheit von Neonazis bei dem gesellschaftlichen Event in der Stadthalle.
Die nun anlaufende Thematisierung dieser Zustände durch die Bielefelder Antifagruppen und die StudierendenvertreterInnen zeigt erste Wirkung. Offenbar kurzzeitig in Panik versetzt, versuchten die Korporationen nach Bekanntwerden der geplanten Proteste ein ebenso albernes wie hilflos Verwirrspiel: Auf einzelnen Homepages der Verbindungen wurde vorübergehend ein falscher Veranstaltungstermin platziert, wohl in der Hoffnung, ihre GegnerInnen auf eine falsche Fährte zu locken. Dabei liegen die Einladungen zum "Bismarck-Kommers" bereits seit Wochen vor.
Die OrganisatorInnen der Gegenkundgebung versprechen sich eine wachsende Sensibilität für die Thematik in einer Stadt, in der studentisches Leben im Allgemeinen wie auch das der Korporationen lediglich eine Randerscheinung sind. In letzter Zeit treiben Verbindungsstudenten sich gar "in vollem Wichs" auf Unipartys herum, ohne dass diese Provokation weitergehend zur Kenntnis genommen oder angemessen beantwortet wird. Diese "Herrschaftszeiten" dürften auch in Bielefeld bald enden.
Die Kundgebung "Lauter und bunter ohne Band und Mütze" findet am 19.03.2010 in unmittelbarer Nähe zum Hbf Bielefeld statt. Für Interessierte wurde ein Weblog mit ausführlichen Informationen eingerichtet, das unter
http://bismarck.blogsport.de zu erreichen ist.
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Extremismusbegriff
@ Verzweifelter: Versuchs mal mit der AIB Nr.84 Herbst 2009 od. auch Der Rechterand Nr. 108 Sep./Okt. 07 u. Nr. 119 Juli/Aug. 09. Vielleicht interessierts dich(Thema u.a. "Purschies" im allgem. u. im speziellen).
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Extremismus — gibt's ja gar nicht
naja... — der böse wolf
@ Extremismus — Extrumismes
Bielefeld?? — ?
Pöse Purschis, — Verzeweifelter
wirklich kleingeistige — Kinderkacke