Wieder Proteste gegen die Mauer in Palästina
Bei den wöchentlichen Freitagsdemonstrationen im besetzten Palästina spielten thematisch die "Globale Woche gegen Rassismus in der Welt" sowie der Internationale Frauentag ebenso eine Rolle wie der Protest gegen die kürzlich getroffene Entscheidung der israelischen Regierung, die Ibrahimi-Moschee in Hebron und die Belal-Moschee in Bethlehem - beide in der 1967 besetzten Westbank gelegen, zum "jüdischen Nationalkulturerbe" zu erklären. So soll dauerhafte Besatzung und Besiedlung legitimiert werden. Aber auch andere Aktionen fanden die Woche über statt - gegen den fortgesetzten Mauerbau!
Die erste Märzwoche – wöchentliche Demonstrationen und mehr
05/03/2010
Beit Jala
In der Stadt Beit Jala, nordwestlich von Bethlehem, begannen am frühen Morgen des 2. März 2010 israelische Bulldozer damit, ausgewachsene Olivenbäume im Garten einer palästinensischen Familie auszureißen, um Platz für den Bau eines weiteren Abschnitts der Apartheid-Mauer zu schaffen.(Ein Olivenbaum muss rund zwanzig Jahre wachsen, bis er überhaupt einen Ertrag bringt. Daher ist ein Olivenhain so wertvoll für BäuerInnen, und seine Zerstörung eine Katastrophe oder, um in unserer Sprache des Westens zu reden: ein existenzieller Kapitalverlust – Anm. d. Übers.)
An diesem Mittwochmorgen fand die Familie den kleinen Spielplatz in ihrem Garten zerstört und drei Olivenbäume herausgerissen vor. Sie hat bereits einen bedeutenden Teil ihres Landes beim Bau der Umgehungsstraße 60 eingebüßt, die gleichermaßen illegal errichtete Siedlungen miteinander verbindet. Ein rotes Kreuz wurde zwei Meter neben der Eingangstür ihres Hauses gemalt, das den geplanten Verlauf der Mauer markiert. Die verbliebenen Olivenbäume wurden mit gelben Sprühmarkierungen versehen, die bedeuten, dass sie an einem anderen Tag gerodet würden. Noch mehr Markierungen an den anderen Bäumen und auf dem Boden zeigen an, dass die Familie auch den Rest ihres Landes, einschließlich des zerstörten Spielplatzes, verlieren wird und wohl unmittelbar an der grauen Mauer leben muss.
Am 2. und 3. März rodeten die Bulldozer insgesamt rund 70 Olivenbäume auf dem Land der Familie und ihrer NachbarInnen, um so schnell Fakten zu schaffen, bevor es AnwältInnen gelingen könnte, die jüngsten einer Serie von verwirrenden Verordnungen vor Gericht aussetzen zu lassen, die einzig und allein dazu gemacht wurden, den fortschreitenden Landraub nach israelischem Recht zu „legalisieren“. Nach dem neuesten israelischen Plan werden allein in diesem Abschnitt der Mauer 35 Familien enteignet, die somit zusammen weitere 280,9 Dunams (vorderasiatisches Flächenmaß aus der Zeit des osmanischen Reiches - ein Dunam umfasst in etwa das Land, das einE BäuerIn an einem Tag pflügen konnte – Anm. d. Übers.) palästinensischen Landes verlieren.
Am 3. März mobilisierten das Popular Committee von Ma'asara und die palästinensische Nichtregierungsorganisation Holy Land Trust aus Bethlehem eine Gruppe von palästinensischen, internationalen und israelischen AktivistInnen für den Versuch, die Bulldozer physisch am Fortgang ihrer Arbeit zu hindern. Dutzende von SoldatInnen, Sicherheitspersonal und Grenzpolizei-Offizieren brauchten zwei Stunden, um die AktivistInnen von den arbeitenden Bulldozern wegzuzerren und den Hügel hinaufzustoßen. Sie fabrizierten schließlich eine Verordnung, die besagte, dass jedeR verhaftet würde, der/die sich nach 9 Uhr früh auf dem verbliebenen Familienbesitz aufhalten würde.
Am 4. März war wieder eine Gruppe von AktivistInnen auf dem Gelände, um die letzten verbliebenen Olivenbäume zu schützen. Ein Aktivist kettete sich selbst an einen alten Baum, der für die Rodung markiert worden war, während andere AktivistInnen Trauben um diesen und andere Bäume bildeten. Als die SoldatInnen und Polizeioffiziere auf der Szene erschienen, sangen die AktivistInnen Slogans gegen die Mauer und die Besatzung und pflanzten zwei schon gerodete Bäume wieder ein. Nach ein paar Stunden erreichte die AktivistInnen die Nachricht, dass eine vorläufige richterliche Verfügung das weitere Roden der Bäume bis zu einer weiteren Entscheidung eines höheren Gerichtes verbot. Während des schwebenden Verfahrens bereiten sich die AktivistInnen auf ein erneutes Eingreifen vor, sollten die Bulldozer mit ihrer Arbeit fortfahren.
Bil'in
Diese Woche hatte die Demonstration in Bil'in die „Globale Woche gegen Rassismus in der Welt“ zum Thema, wobei sie sich mit vielen bekannten Ereignissen und Aktivitäten gegen Rassismus und gegen die Unterdrückung von Menschen und Territorien traf – von denen die palästinensische Bevölkerung nur ein Teil ist. Die Demonstration begann nach den Freitagsgottesdiensten und startete vom Dorfzentrum aus Richtung Westgatter der Sperranlage. Über 100 Menschen beteiligten sich an der Demonstration, einschließlich einer Gruppe der PFLP (Popular Front for the Liberation of Palestine) und einer Delegation des Friedenstheaters von Jenin (einer palästinensischen Stadt, in der dieses progressive Projekt des Friedenstheaters einen Versuch darstellt, die Kinder des Flüchtlingslagers Jenin nicht ohne Kultur aufwachsen zu lassen – Anm. d. Übers.). Die Demonstration wurde angeführt von Leuten, die wie die drei führenden Persönlichkeiten des Kampfes gegen Rassismus und Besatzung verkleidet waren: Mahatma Gandhi, Nelson Mandela und Martin Luther King. Palästinensische Fahnen wurden geschwenkt, als die TeilnehmerInnen Slogans gegen die Mauer und die Besatzung sangen.
Als der Demonstrationszug die Sperranlage erreichte, traf er auf einen Schauer von Tränengas, Gummimantelgeschossen und Knallschockgranaten. Danach brachen Zusammenstöße zwischen DemonstrantInnen und BesatzungssoldatInnen aus. Die Demonstration dauerte bereits Stunden, als SoldatInnen damit begannen, Tränengasgranaten auf Crews von JournalistInnen des Palästinensischen TV und anderer Stationen zu feuern, um sie zu entmutigen, Bilder von der „Internationalen Woche gegen Rassismus“ - und der Ablehnung des Popular Committee gegenüber den rassistischen und unmoralischen Praktiken Israels – zu übertragen. In Reaktion hierauf betonte das Popular Committee die Notwendigkeit des Zusammenhanges von nationaler Einheit und Solidarität und erklärte, dass es geradezu im öffentlichen Interesse für jedermann/jedefrau sein müsste, im antirassistischen Kampf Schulter an Schulter zusammenzustehen.
Nabi-Saleh
Diese Woche wurde eine weitere 150-Menschen starke Demonstration in Nabi-Saleh abgehalten. Diesmal ging es um den internationalen Frauentag und den andauernden Landraub. Die Demonstration wurde bereits von der Armee mit Tränengasgranaten und Gummimantelgeschossen angegriffen, als sie sich noch in weiter Ferne innerhalb des Dorfes befand, also ohne ersichtlichen Grund. So gab es neun weitere Verletzte, zwei davon waren Journalisten. Eine 18-jährige Frau wurde im Nacken von einem aus Aluminium gefertigten Tränengasprojektil getroffen.
Der 14-jährige Ehab Fadel Barghouthi wurde von einem Gummimantelgeschoss in der Stirn oberhalb des rechten Auges getroffen, die Kugel drang in den Schädel ein. Er wurde von einem Grenzpolizei-Offizier angeschossen, der auf dem Dach eines Hauses im Außenbereich des Dorfes postiert war und sich dort nicht in unmittelbarer Gefahr befand. Nach AugenzeugInnenberichten war der Junge rund 20 Meter von diesem Haus entfernt, als er angeschossen wurde. Er brach sofort zusammen. Bewusstlos wurde er ins Salfeet Krankenhaus gebracht, und von dort wurde er ins Krankenhaus von Ramallah verlegt. Mehrere AugenzeugInnen bestätigten, dass es zwar Steinwürfe während dieses Vorfalles gab, aber alle sagten aus, dass Barghouti nicht daran beteiligt war.
Das Dorf ist Heimstatt für über 500 Menschen. Seit die Demonstrationen in dem Dorf begannen wurden neun der EinwohnerInnen, also fast zwei Prozent, eingesperrt unter Vorwürfen, die mit den Demonstrationen direkt zu tun haben, und Dutzende wurden verletzt.
Ni'ilin
In Ni'ilin demonstrierten über 100 Menschen vom Dorf zur Mauer. Die Demonstration wurde von AktivistInnen angeführt, die Schilder zeigten, auf denen sich gegen die Entscheidung der israelischen Regierung ausgesprochen wurde, die Ibrahimi-Moschee in Hebron und die Belal-Moschee in Bethlehem zum jüdischen Nationalkulturerbe zu erklären.
Nachdem der Versuch fehlgeschlagen war, die SoldatInnen zu überzeugen, das Tor für die DorfbäuerInnen zu öffnen, um sie auf ihr Land zu lassen, entwickelten sich Konfrontationen zwischen den Dorfjugendlichen und den SoldatInnen. Die SoldatInnen feuerten andauernd Tränengasgranaten, aber the schafften es nicht, die Demonstration zu unterbinden. Nach weniger als einer Stunde solcher Konfrontationen drangen über zwanzig SoldatInnen auf die Dorffelder vor und jagten die DemonstrantInnen näher zum Dorf. Die SoldatInnen stürmten die Felder, während sie Tränengasgranaten verschossen, teilweise sogar 22 Millimeter-Geschosse scharfer Munition. Nachdem sich die Konfrontationen an der Dorfgrenze noch über einige Stunden hinzogen, wurde die Demonstration für beendet erklärt.
Ma'asara
Über zwanzig israelische und internationale AktivistInnen protestierten gemeinsam mit 50 PalästinenserInnen auf der Freitagsdemonstration gegen die Mauer in Ma'asara. Die DemonstrantInnen liefen durch das Dorf zur Route der Mauer, wurde aber von einer Reserve-Einheit der israelischen Armee gestoppt, die die Straße mit Stacheldraht (der bei der israelischen Besatzung üblichen NATO-Variante mit rasiermesserscharfen Klingen – Anm. d. Übers.) einige Hundert Meter näher am Dorf als üblich abgesperrt hatte. Die Truppe, die hauptsächlich aus Offizieren bestand, präsentierte eine Verordnung, die die weitere Demoroute zur geschlossenen Militärzone erklärte und es der Demonstration nicht erlaubte, den Stacheldraht zu überqueren. Einige DemonstrantInnen überquerten trotzdem diese Grenze, entschieden sich aber gegen einen Versuch, weiter vorwärts zu drängen, um gewaltvolle Armeeübergriffe zu vermeiden, die inzwischen auf diesen gewaltfreien Demonstrationen häufiger vorkommen.
So standen sie um den Stacheldraht herum und einige DemonstrantInnen hielten Reden auf Arabisch, Hebräisch und Englisch. Unter den RednerInnen war Abu-Zaki, Mitglied des Zentral-Komitees der Fatah. Die Samba-Band spielte auf ihren neuen Trommeln, die in einem Akt der Solidarität von türkischen GenossInnen geschickt wurden, und dazu wurden Slogans gesungen, die die Ablehnung der Besatzung und die Begrüßung des unbewaffneten und vereinten palästinensischen Kampfes ausdrückten.
Die Demonstration endete nach über einer Stunde ohne ungewöhnliche Ereignisse. Anfang der Woche wurde ein bekanntes Mitglied des Popular Committee des Dorfes angegriffen, als es einen Militär-Checkpoint erreichte. Mahmud Zwahre wurde von SoldatInnen geschlagen, die ihm sagten, dass die Demonstrationen aufhören müssten.
Beit Ummar
Am Samstag, dem 6. März, protestierten über 40 palästinensische, israelische und internationale AktivistInnen gegen die israelische Besatzung und gegen die Apartheid-Mauer. Diese wöchentliche Demonstration richtete sich gegen die Entscheidung der israelischen Regierung, die Ibrahimi-Moschee in Hebron und die Belal-Moschee in Bethlehem als jüdisches Nationalkulturerbe zu erklären.
Die Demonstration, die vom Beit Ummar National Committee organisiert wurde, startete im Dorf und sollte die Landstraße 60 blockieren, die als Hauptroute Bethlehem, Jerusalem und Hebron miteinander verbindet. Die TeilnehmerInnen entfernten außerdem Teile eines Drahtzauns, der der IOF (=Israeli Occupation Forces in Anlehnung an den offiziellen Namen der israelischen Armee, Israeli Defense Forces, IDF – Anm. d. Übers.) erlaubt, Ausgangssperren durchzusetzen, da er die Bewegungsfreiheit der PalästinenserInnen von und nach Beit Ummar einschränkt.
Yafa und Sheikh Jarrah
Die Woche wurde mit einer Demonstration in Yafa gegen Polizeibrutalität beendet, und in Sheikh Jarrah gab es eine Versammlung und Kundgebung als Teil der fortschreitenden Kampagne gegen die Übernahme von palästinensischen Häusern in der (arabischen) Nachbarschaft durch Siedler.
Quelle: Anarchists against the wall,
http://www.awalls.org
Interessante Links...
Anarchists against the wall
http://www.awalls.org/
Berichte, Fotos und Videos von Demos und Aktionen inkl. Spendenaufruf!
AnarchistInnen gegen die Mauer (Israel)
http://www.gegendiemauer.info.ms/
Übersetzte Berichte der Anarchists über die Freitagsdemos und andere Aktionen
Popular Struggle
http://popularstruggle.org/
Aktuelle Nachrichten und Berichte über den Widerstand in den besetzten Gebieten
Activestills - Foto-Kollektiv von AktivistInnen
http://activestills.org/
Fotos und Ausstellungen über die Besatzung
Ta'ayush = "Gemeinsam leben"
http://taayush.org/
Israelisch-Palästinensische Solidaritätsarbeit
Breaking The Silence
http://www.breakingthesilence.org.il/index_e.asp
Israelische SoldatInnen brechen das Schweigen
Menschenrechtsorganisation B'Tselem
http://btselem.org/
Landkarten und viele andere Infos über die Besatzung
Kibush
http://www.kibush.co.il/
Magazin gegen die Besatzung
Electronic Intifada
http://electronicintifada.net/
Notwendige Ergänzung zu den kommerziellen Mainstream-Medien
International Solidarity Movement - deutscher Zweig
http://www.ism-germany.net/
Solidarität ist machbar, Frau Nachbar!
05/03/2010
Beit Jala
In der Stadt Beit Jala, nordwestlich von Bethlehem, begannen am frühen Morgen des 2. März 2010 israelische Bulldozer damit, ausgewachsene Olivenbäume im Garten einer palästinensischen Familie auszureißen, um Platz für den Bau eines weiteren Abschnitts der Apartheid-Mauer zu schaffen.(Ein Olivenbaum muss rund zwanzig Jahre wachsen, bis er überhaupt einen Ertrag bringt. Daher ist ein Olivenhain so wertvoll für BäuerInnen, und seine Zerstörung eine Katastrophe oder, um in unserer Sprache des Westens zu reden: ein existenzieller Kapitalverlust – Anm. d. Übers.)
An diesem Mittwochmorgen fand die Familie den kleinen Spielplatz in ihrem Garten zerstört und drei Olivenbäume herausgerissen vor. Sie hat bereits einen bedeutenden Teil ihres Landes beim Bau der Umgehungsstraße 60 eingebüßt, die gleichermaßen illegal errichtete Siedlungen miteinander verbindet. Ein rotes Kreuz wurde zwei Meter neben der Eingangstür ihres Hauses gemalt, das den geplanten Verlauf der Mauer markiert. Die verbliebenen Olivenbäume wurden mit gelben Sprühmarkierungen versehen, die bedeuten, dass sie an einem anderen Tag gerodet würden. Noch mehr Markierungen an den anderen Bäumen und auf dem Boden zeigen an, dass die Familie auch den Rest ihres Landes, einschließlich des zerstörten Spielplatzes, verlieren wird und wohl unmittelbar an der grauen Mauer leben muss.
Am 2. und 3. März rodeten die Bulldozer insgesamt rund 70 Olivenbäume auf dem Land der Familie und ihrer NachbarInnen, um so schnell Fakten zu schaffen, bevor es AnwältInnen gelingen könnte, die jüngsten einer Serie von verwirrenden Verordnungen vor Gericht aussetzen zu lassen, die einzig und allein dazu gemacht wurden, den fortschreitenden Landraub nach israelischem Recht zu „legalisieren“. Nach dem neuesten israelischen Plan werden allein in diesem Abschnitt der Mauer 35 Familien enteignet, die somit zusammen weitere 280,9 Dunams (vorderasiatisches Flächenmaß aus der Zeit des osmanischen Reiches - ein Dunam umfasst in etwa das Land, das einE BäuerIn an einem Tag pflügen konnte – Anm. d. Übers.) palästinensischen Landes verlieren.
Am 3. März mobilisierten das Popular Committee von Ma'asara und die palästinensische Nichtregierungsorganisation Holy Land Trust aus Bethlehem eine Gruppe von palästinensischen, internationalen und israelischen AktivistInnen für den Versuch, die Bulldozer physisch am Fortgang ihrer Arbeit zu hindern. Dutzende von SoldatInnen, Sicherheitspersonal und Grenzpolizei-Offizieren brauchten zwei Stunden, um die AktivistInnen von den arbeitenden Bulldozern wegzuzerren und den Hügel hinaufzustoßen. Sie fabrizierten schließlich eine Verordnung, die besagte, dass jedeR verhaftet würde, der/die sich nach 9 Uhr früh auf dem verbliebenen Familienbesitz aufhalten würde.
Am 4. März war wieder eine Gruppe von AktivistInnen auf dem Gelände, um die letzten verbliebenen Olivenbäume zu schützen. Ein Aktivist kettete sich selbst an einen alten Baum, der für die Rodung markiert worden war, während andere AktivistInnen Trauben um diesen und andere Bäume bildeten. Als die SoldatInnen und Polizeioffiziere auf der Szene erschienen, sangen die AktivistInnen Slogans gegen die Mauer und die Besatzung und pflanzten zwei schon gerodete Bäume wieder ein. Nach ein paar Stunden erreichte die AktivistInnen die Nachricht, dass eine vorläufige richterliche Verfügung das weitere Roden der Bäume bis zu einer weiteren Entscheidung eines höheren Gerichtes verbot. Während des schwebenden Verfahrens bereiten sich die AktivistInnen auf ein erneutes Eingreifen vor, sollten die Bulldozer mit ihrer Arbeit fortfahren.
Bil'in
Diese Woche hatte die Demonstration in Bil'in die „Globale Woche gegen Rassismus in der Welt“ zum Thema, wobei sie sich mit vielen bekannten Ereignissen und Aktivitäten gegen Rassismus und gegen die Unterdrückung von Menschen und Territorien traf – von denen die palästinensische Bevölkerung nur ein Teil ist. Die Demonstration begann nach den Freitagsgottesdiensten und startete vom Dorfzentrum aus Richtung Westgatter der Sperranlage. Über 100 Menschen beteiligten sich an der Demonstration, einschließlich einer Gruppe der PFLP (Popular Front for the Liberation of Palestine) und einer Delegation des Friedenstheaters von Jenin (einer palästinensischen Stadt, in der dieses progressive Projekt des Friedenstheaters einen Versuch darstellt, die Kinder des Flüchtlingslagers Jenin nicht ohne Kultur aufwachsen zu lassen – Anm. d. Übers.). Die Demonstration wurde angeführt von Leuten, die wie die drei führenden Persönlichkeiten des Kampfes gegen Rassismus und Besatzung verkleidet waren: Mahatma Gandhi, Nelson Mandela und Martin Luther King. Palästinensische Fahnen wurden geschwenkt, als die TeilnehmerInnen Slogans gegen die Mauer und die Besatzung sangen.
Als der Demonstrationszug die Sperranlage erreichte, traf er auf einen Schauer von Tränengas, Gummimantelgeschossen und Knallschockgranaten. Danach brachen Zusammenstöße zwischen DemonstrantInnen und BesatzungssoldatInnen aus. Die Demonstration dauerte bereits Stunden, als SoldatInnen damit begannen, Tränengasgranaten auf Crews von JournalistInnen des Palästinensischen TV und anderer Stationen zu feuern, um sie zu entmutigen, Bilder von der „Internationalen Woche gegen Rassismus“ - und der Ablehnung des Popular Committee gegenüber den rassistischen und unmoralischen Praktiken Israels – zu übertragen. In Reaktion hierauf betonte das Popular Committee die Notwendigkeit des Zusammenhanges von nationaler Einheit und Solidarität und erklärte, dass es geradezu im öffentlichen Interesse für jedermann/jedefrau sein müsste, im antirassistischen Kampf Schulter an Schulter zusammenzustehen.
Nabi-Saleh
Diese Woche wurde eine weitere 150-Menschen starke Demonstration in Nabi-Saleh abgehalten. Diesmal ging es um den internationalen Frauentag und den andauernden Landraub. Die Demonstration wurde bereits von der Armee mit Tränengasgranaten und Gummimantelgeschossen angegriffen, als sie sich noch in weiter Ferne innerhalb des Dorfes befand, also ohne ersichtlichen Grund. So gab es neun weitere Verletzte, zwei davon waren Journalisten. Eine 18-jährige Frau wurde im Nacken von einem aus Aluminium gefertigten Tränengasprojektil getroffen.
Der 14-jährige Ehab Fadel Barghouthi wurde von einem Gummimantelgeschoss in der Stirn oberhalb des rechten Auges getroffen, die Kugel drang in den Schädel ein. Er wurde von einem Grenzpolizei-Offizier angeschossen, der auf dem Dach eines Hauses im Außenbereich des Dorfes postiert war und sich dort nicht in unmittelbarer Gefahr befand. Nach AugenzeugInnenberichten war der Junge rund 20 Meter von diesem Haus entfernt, als er angeschossen wurde. Er brach sofort zusammen. Bewusstlos wurde er ins Salfeet Krankenhaus gebracht, und von dort wurde er ins Krankenhaus von Ramallah verlegt. Mehrere AugenzeugInnen bestätigten, dass es zwar Steinwürfe während dieses Vorfalles gab, aber alle sagten aus, dass Barghouti nicht daran beteiligt war.
Das Dorf ist Heimstatt für über 500 Menschen. Seit die Demonstrationen in dem Dorf begannen wurden neun der EinwohnerInnen, also fast zwei Prozent, eingesperrt unter Vorwürfen, die mit den Demonstrationen direkt zu tun haben, und Dutzende wurden verletzt.
Ni'ilin
In Ni'ilin demonstrierten über 100 Menschen vom Dorf zur Mauer. Die Demonstration wurde von AktivistInnen angeführt, die Schilder zeigten, auf denen sich gegen die Entscheidung der israelischen Regierung ausgesprochen wurde, die Ibrahimi-Moschee in Hebron und die Belal-Moschee in Bethlehem zum jüdischen Nationalkulturerbe zu erklären.
Nachdem der Versuch fehlgeschlagen war, die SoldatInnen zu überzeugen, das Tor für die DorfbäuerInnen zu öffnen, um sie auf ihr Land zu lassen, entwickelten sich Konfrontationen zwischen den Dorfjugendlichen und den SoldatInnen. Die SoldatInnen feuerten andauernd Tränengasgranaten, aber the schafften es nicht, die Demonstration zu unterbinden. Nach weniger als einer Stunde solcher Konfrontationen drangen über zwanzig SoldatInnen auf die Dorffelder vor und jagten die DemonstrantInnen näher zum Dorf. Die SoldatInnen stürmten die Felder, während sie Tränengasgranaten verschossen, teilweise sogar 22 Millimeter-Geschosse scharfer Munition. Nachdem sich die Konfrontationen an der Dorfgrenze noch über einige Stunden hinzogen, wurde die Demonstration für beendet erklärt.
Ma'asara
Über zwanzig israelische und internationale AktivistInnen protestierten gemeinsam mit 50 PalästinenserInnen auf der Freitagsdemonstration gegen die Mauer in Ma'asara. Die DemonstrantInnen liefen durch das Dorf zur Route der Mauer, wurde aber von einer Reserve-Einheit der israelischen Armee gestoppt, die die Straße mit Stacheldraht (der bei der israelischen Besatzung üblichen NATO-Variante mit rasiermesserscharfen Klingen – Anm. d. Übers.) einige Hundert Meter näher am Dorf als üblich abgesperrt hatte. Die Truppe, die hauptsächlich aus Offizieren bestand, präsentierte eine Verordnung, die die weitere Demoroute zur geschlossenen Militärzone erklärte und es der Demonstration nicht erlaubte, den Stacheldraht zu überqueren. Einige DemonstrantInnen überquerten trotzdem diese Grenze, entschieden sich aber gegen einen Versuch, weiter vorwärts zu drängen, um gewaltvolle Armeeübergriffe zu vermeiden, die inzwischen auf diesen gewaltfreien Demonstrationen häufiger vorkommen.
So standen sie um den Stacheldraht herum und einige DemonstrantInnen hielten Reden auf Arabisch, Hebräisch und Englisch. Unter den RednerInnen war Abu-Zaki, Mitglied des Zentral-Komitees der Fatah. Die Samba-Band spielte auf ihren neuen Trommeln, die in einem Akt der Solidarität von türkischen GenossInnen geschickt wurden, und dazu wurden Slogans gesungen, die die Ablehnung der Besatzung und die Begrüßung des unbewaffneten und vereinten palästinensischen Kampfes ausdrückten.
Die Demonstration endete nach über einer Stunde ohne ungewöhnliche Ereignisse. Anfang der Woche wurde ein bekanntes Mitglied des Popular Committee des Dorfes angegriffen, als es einen Militär-Checkpoint erreichte. Mahmud Zwahre wurde von SoldatInnen geschlagen, die ihm sagten, dass die Demonstrationen aufhören müssten.
Beit Ummar
Am Samstag, dem 6. März, protestierten über 40 palästinensische, israelische und internationale AktivistInnen gegen die israelische Besatzung und gegen die Apartheid-Mauer. Diese wöchentliche Demonstration richtete sich gegen die Entscheidung der israelischen Regierung, die Ibrahimi-Moschee in Hebron und die Belal-Moschee in Bethlehem als jüdisches Nationalkulturerbe zu erklären.
Die Demonstration, die vom Beit Ummar National Committee organisiert wurde, startete im Dorf und sollte die Landstraße 60 blockieren, die als Hauptroute Bethlehem, Jerusalem und Hebron miteinander verbindet. Die TeilnehmerInnen entfernten außerdem Teile eines Drahtzauns, der der IOF (=Israeli Occupation Forces in Anlehnung an den offiziellen Namen der israelischen Armee, Israeli Defense Forces, IDF – Anm. d. Übers.) erlaubt, Ausgangssperren durchzusetzen, da er die Bewegungsfreiheit der PalästinenserInnen von und nach Beit Ummar einschränkt.
Yafa und Sheikh Jarrah
Die Woche wurde mit einer Demonstration in Yafa gegen Polizeibrutalität beendet, und in Sheikh Jarrah gab es eine Versammlung und Kundgebung als Teil der fortschreitenden Kampagne gegen die Übernahme von palästinensischen Häusern in der (arabischen) Nachbarschaft durch Siedler.
Quelle: Anarchists against the wall,
http://www.awalls.org Interessante Links...
Anarchists against the wall
http://www.awalls.org/ Berichte, Fotos und Videos von Demos und Aktionen inkl. Spendenaufruf!
AnarchistInnen gegen die Mauer (Israel)
http://www.gegendiemauer.info.ms/ Übersetzte Berichte der Anarchists über die Freitagsdemos und andere Aktionen
Popular Struggle
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Activestills - Foto-Kollektiv von AktivistInnen
http://activestills.org/ Fotos und Ausstellungen über die Besatzung
Ta'ayush = "Gemeinsam leben"
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Breaking The Silence
http://www.breakingthesilence.org.il/index_e.asp Israelische SoldatInnen brechen das Schweigen
Menschenrechtsorganisation B'Tselem
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Kibush
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Electronic Intifada
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International Solidarity Movement - deutscher Zweig
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Demos zum Frauentag jetzt auch in Gazastadt!
Bla Bla
Das es im Gazastreifen ausschl. eine Scharia gibt, konnte mir weder "Der Fischer Weltalmanach 2010", noch das von der Indimedia-Community so hochgeschätzte unwissenschaftl. Wikipedia bestätigen. Wie denn auch, haben die Palästinensischen Gebiete doch lediglich eine Teilautonomie u. somit auch keine Verfassung, die man auch als solche bezeichnen kann (laut Völkerrecht ist dies auch garnicht möglich).
Es gibt dafür nebeneinandergeltende Rechtsnormen, die die Scharia zwar berücksichtigen, aber auch z.B. das britische Recht (remember britisches Mandatsgebiet-ja als die Europäer noch da waren, da war noch alles toll, nicht wahr?).
Auch heisst Scharia nicht automatisch steinigen u. auspeitschen, sondern Religionssicherheit.
Es ist schon scheisse, dass ein Moslem laut Scharia nicht konventieren kann, aber auf der anderen Seite, darf ein Nicht-Moslem laut Scharia auch nicht zum Islam gezwungen werden. Dieses Gebot geht bis zum Missionierungsverbot.
Das christl. sozialisierte Europa kann soetwas natürlich nicht verstehen, ist doch schon immer die Missionierung die Basis für die weltweite Eurozentrisierung gewesen.
Aber machen wir es uns in Europa einfach, wenn es viel komplexer ist: Moslem=Hamas=Scharia
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Internationaler Frauentag in Palästina — antifa
Gruß an alle Frauen — palestinians feminists
Tag der Frau — Sharon
Ein dringendes Bedürfnis... — Knutje
Hoch der Aufklärung (Versuch 2) — Rosa
so ein fortschritt — fortschreitung