Berlin - Die letzten besetzten Häuser

Roland Ionas Bialke 07.03.2010 08:26 Themen: Freiräume Repression Soziale Kämpfe
Sie hiessen "Haus am Ostkreuz", "Haus in der Eldenaer" und "Haus in der Ackerstrasse", hatten keine Kampagnen die ihre Namen bekannt machten und eine "linke Szene" interessierte sich nicht für sie und die Menschen die in ihnen lebten. Die letzten besetzen Häuser in Berlin wurden sang- und klanglos durch die Berliner Polizei oder durch Sicherheitsdienste geräumt und niemand hat es gemerkt.
Kein Grossaufgebot der Polizei und keine Medien. Als im Sommer 2006 das letzte Berliner besetzte Haus in der Eldenaer Strasse geräumt wurde, fuhren nur zwei Mannschaftswagen der Berliner Bereitschaftspolizei vor. Die etwa 30 anwesenden Bewohner und Bewohnerinnen wurden herausgeführt und ihre Personalien aufgenommen. Dann durften sie gehen, insofern sie keine offenen Haftbefehle hatten.

Die Eldenaer Strasse ist eine Parallelstrasse der Rigaer Strasse und direkt verbunden mit der Silvio-Meyer-Strasse (ehemals Samariterstrasse) und Liebigstrasse in Berlin-Friedrichshain. Zur damaligen Zeit befanden sich also mehr als fünf "linke Squats" direkt in der Nähe. Trotzdem war das Haus in der Eldenaer Strasse nicht in "der Szene" bekannt und niemand aus den Projekten kümmerte sich um das Haus und um die Menschen die darin lebten.

Für das Haus in der Eldenaer Strasse gab es keine Berliner Linie. Der Polizei war dieses Haus mehrere Monate bekannt. Darüber lässt sich spekulieren: Der Faktor "unbekannt" könnte eine Rolle gespielt haben. Schliesslich sind bekannte Squats überwacht, die Repressionsorgane wissen so in etwa was dort passiert. Doch die Menschen in der Eldenaer Strasse hatte niemand in einem organisierten Zusammenhang bemerkt. Sie waren schlicht nicht organisiert. Die Bewohner und Bewohnerinnen waren keine privilegierten Jugendlichen, keine Studenten und Studentinnen. Sie waren bildungsferne Ausreisser und Ausreisserinnen, Strassenkinder und obdachlose Punks. Ihre niedrigschwellige Politik bestand darin, dass sie sich ihren Wohnraum nahmen. Einen Wohnraum, denen sie in der Welt ausserhalb "ihrer Szene" nich bzw. nicht unter ihren Bedingungen bekamen.

Eine "linke Szene" intervenierte nicht in das Haus. Ging ja auch nicht, weil niemand aus den Squats etwas über das Haus wusste und sich auch nicht für die direkte (besetzte) Nachbarschaft interessierte. So gab es keine radikale Auseinandersetzung mit den Bewohnern und den Bewohnerinnen, deren oft schlechten, provokanten, unsozialen und verrohten Verhaltensweisen. Ganz im Gegenteil. So veröffentlichte eine Antifa-Gruppe ein Flugblatt über "Nazi-Punks" im Kiez, dass einige der Leute aus dem Haus zeigte, wurden einzelne Bewohner und Bewohnerinnen auf Partys abfotografiert. Einerseits berechtigt, um sich selbst zu schützen, andererseits wenig emanzipativ.

Das Haus an sich war eine Bruchbude und stand schon ewig leer. Es gab kein Treppengeländer, kein fliessend Wasser, keinen Strom und keine Heizung. Als Toilette diente ein Raum des Hauses. Zuerst wurde in Eimern oder sonstigen verfügbaren Behältnissen geschissen, dann einfach auf den Boden. Die Menschen schliefen in ihren bekannten Gruppen jeweils in einem Raum. Das war wichtig, da es sich um rechtsfreie Räume handelte. Jederzeit hätte jemand in den Raum hineinkommen können, die schlafenden mit Springerstiefeln treten können oder das Haus hätte angezündet werden können. Damit sind nicht Angriffe von Neonazis gemeint, sondern andere persönlche Konflikte zwischen den Menschen selbst die dort wohnten. Ähnliche Phänomene sind übrigens auch aus anderen Zusammenhängen bekannt, in denen rechtsfreie Räume bestehen bzw. wo es Tabu ist mit Repressionsorganen zusammenzuarbeiten. Jedenfalls gab es in diesem Haus Gewalt und es wurde sich davor geschützt, dass sich in Gruppen bewegt wurde. In diesen gab es zwar auch Gewalt, aber diese wurde als notwendig betrachtet. Die Menschen schliefen auf den blanken Boden, in ihrer Strassenkleidung und mit Schuhen (es war die einzige Kleidung die sie besassen), oder in Schlafsäcken. Irgendwoher wurden auch einzelne Möbelstücke herangebracht und andere mehr oder weniger nützliche Gegenstände. So befand sich zum Beispiel eine riesige Hellebarde in einem Raum, mit der sich einige Punker spielerisch bedrohten.

Andere besetzte Häuser in Berlin wurden in den letzten Jahren ähnlich leicht geräumt. So gab es immer wieder Besetzungen von verlassenen Häusen auf dem Bahngelände am Ostkreuz (Markgrafendamm) bzw. des nun freistehenden "Bahnhofshäuschen" auf der anderen Seite des Bahnhofs. Diese Häuser wurden schon mehrmals von wenigen Polizisten und Polizistinnen und/oder angehörigen von Sicherheitsdiensten geräumt. Prinzipell reichte es aus, wenn zwei uniformtragende Menschen in das Haus kamen, um die unterdrückten Strassenkinder aufzuschrecken und festzuhalten.

Das o.g. jetztige Abrisshaus am Ostkreuz wurde immer wieder von einer Gruppe obdachlosen Punks und Strassenkinder besetzt. Mehrere dieser Punks gerieten in die Schlagzeilen, als sie 2008 in Mitte jüdische Schüler Beleidigten und bedrohten. Siehe:  http://www.taz.de/1/berlin/artikel/1/den-punks-ist-alles-egal und  http://de.indymedia.org/2008/01/205243.shtml - Der Artikel von Georg Fahrion ist recht gut geworden, obwohl ihm sicher einiges an Hintergrundwissen fehlt. Diese Punks lebten in diesem Haus, damit sie nicht starben, nicht erfroren. Sie betäubten sich täglich literweise mit Korn und Bier, vergassen durch Kokain und Heroin. Dementsprechend auch ihr, in diesem Fall gut dokumentierter, Zustand. Diese abgemagerten und ausgemergelten Punks siechten vor sich hin, starben in Bahnhoftoiletten, Abrisshäusern oder auf Baustellen. Sie sind kaum in der Lage mit anderen Menschen zu kommunizieren, geschweige denn eine kontroverse Diskussion zu führen.

Nicht nur in Berlin-Friedrichshain, sondern auch in Berlin-Mitte, gab es ähnliche besetzte Häuser. So zum Beispiel gegenüber dem Schokoladen in der Ackerstrasse. Vor 8 Jahren (2002) standen mehrere Häuser dort leer und einige Strassenkinder besetzten eines der Gebäude. Nach einigen Monaten wurde auch dieses besetze Haus ohne Aufsehen geräumt. Heute ist daraus ein saniertes Wohnhaus geworden, im Erdgeschoss ein Laden für Künstlerbedarf. Sinnigerweise mit dem Namen "Freiraum". Ich bin mir sicher, dass die Menschen aus dem Schokoladen nichts über ihre Nachbarn, den Besetzern und Besetzerinnen in der Ackerstrasse, wussten und wissen.

In der gleichen Strasse befindet sich auch das Treberhhaus Mitte, dass bis zu 13 obdachlosen Menschen (zwischen 18 und 25 Jahren) ein, wenn auch vorrübergehendes und reglementiertes, Zuhause bietet. Das Wohnen dort ist rundum betreut, d.h. 24 Stunden am Tag ist dort ein Sozialarbeiter oder eine Sozialarbeiterin (bzw. nachts eine stundentische Nachtschicht) im Büro. Die Jugendlichen werden von der Strasse wieder in ein mehr oder weniger geregelten bürgerlichen Leben geführt - Es wird den Jugendlichen erklärt, wie sie Sozialleistungen beantragen können, was gemacht werden muss um wieder oder erstmalig einen eigenen Ausweis zu erhalten. Und es wird dabei geholfen eine eigene Wohnung zu finden. Die Behörden lassen sich das einiges kosten, und das ist auch notwendig. Ein Tag für einen Menschen in dieser Einrichtung kostet 120 Euro, also im Monat etwa 3.600 Euro, und wird in den meisten Fällen nur für wenige Wochen bewilligt. Der Staat bzw. die Kommunen (es herrscht ja das Subsidiaritätsprinzip) bezahlen für einen integrationswilligen Jugendlichen also zwischen 4.000 und 6.000 Euro im Monat. (Es gibt noch einige andere Sachen die bezahlt werden. Beispielsweise können die Wohnkosten für eine Wohnung um bis zu 10 Prozent höher sein und oft wird zusätzlich ein Betreuer oder eine Betreuerin bezahlt. Darum diese höhere Summe.)

Es wäre beispielsweise finanziell kein Problem (und kein Verlust) für die Behörden gewesen, die Brunnenstrasse 183 zu kaufen und den bis zu 100 Menschen, die dort in den letzten Monaten des Hausprojekts wohnten, zu schenken. Die Frage ist vielmehr, ob die Bewohner und die Bewohnerinnen zu einer Selbstverwaltung, zu einem selbstbestimmten Leben, fähig gewesen wären. Und diese Frage muss ich klar verneinen!

Brunnenstrasse 7 und Brunnenstrasse 183 - Ein Vergleich

Noch 2002 unterschied sich die Brunnenstrasse 183 von der Brunnenstrasse 7 nicht sehr. Oder anders formuliert: In der Brunnenstrasse 183 gab es wenigstens Fenster. Das Gästezimmer in der Brunnenstrasse 7 war damals - es war Winter - nur mit einer auf den Boden liegende Matraze bestückt. Es gab kein Fenster, als Schutz vor Wind und Kälte diente nur eine angeklebte Plastikplane. Die Toiletten sahen ähnlich wie in der Brunnenstrasse 183 aus. Aussenklos.

Die Bewohner und Bewohnerinnen der Brunnenstrasse 7 waren ähnlich strukturiert wie die in der Brunnenstrasse 183. Doch letztes Jahr war das nicht mehr so. In beiden Projekten gab es priviligierte, politisch organisierte Menschen, und Menschen, die eher niedrigschwellige Politik machten. Also sich zum Beispiel nur Wohnraum aneigneten und sich einen eigenen Raum zur Unterhaltung (Ablenkung) schafften.

In der Brunnenstrasse 7, so scheint es zumindest, setzten sich die priviligierten Menschen durch. Zudem wurden die Räume saniert und gewährten so eine menschenwürdige Wohnqualität. In der Brunnenstrasse 183 setzten sich jedoch die niedrigschwellig politisierten Menschen durch. Saniert wurde nichts und so froren die Menschen oder vielen auch mal aus dem Fenster. Priviligiert meint in diesem Fall nicht Geld zu haben, sondern zum Beispiel die Fähigkeit kommunizieren zu können oder eine gewisse Bildung genossen zu haben.

Wir haben hier einen sichtbaren Klassenunterschied. Privilegierte Menschen und weniger privilegierte Menschen. Die Frage ist nun, wie viel Wir bereit sind in andere Menschen zu investieren. Neben der Köpi steht nicht ohne Grund der Satz "Die Grenze verläuft nicht zwischen Oben und Unten, sondern zwischen Dir und mir.". Wir haben nicht mehr die Bedürfnisse von allen im Blickfeld, sondern nur noch die Bedürfnisse von einigen Wenigen. Unsere Freunde und Freundinnen, unsere Familie und Uns sonst nahestehenden Menschen. Aber allen Menschen?

In der Eldenaer Strasse ist nur noch der Schein geblieben. An einer renovierten Hausfassade prankt ein schwarz-roter Stern und die Menschen leben dort wieder vereinzelt, mit hohen Mieten. Auffällig ist, dass sich die Menschen erst vernetzen, wenn sie selbst ein Problem haben. Und ist das Problem gelöst verschwinden die meisten Menschen auch schnell wieder.
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Ergänzungen

und dann gab es noch ein haus

Dein Name 07.03.2010 - 12:08
beim ostkreuz. es war ecke revaler strasse/matkowskystrasse. die geschichte war irgendwie so, dass der eigentümer pleite ging und sich ins ausland absetzte. die mieterInnen hörten daraufhin auf, miete zu zahlen,, stattdessen zogen alternative bzw, menschen mit suchtproblematiken ein. es wohnten dort ein wilder mix aller möglichen leute. aber da es nur wenig gelang kollektive räume zu machen, blieb es großteils bei einem vereinzelten wohnen. die kollektiven räume gab es fast nur dort, wo menschen direkt von der strasse einzogen. ziemlich unterschiedlich war auch der zustand des hauses. manche wohnungen waren echt okay, manche total heruntergekommen.
nunja, das ende des liedes: vor 4, 5 jahren wurde das haus still und leise geräumt, ziemlich zeitgleich wie die yorck 59. heute gibt es dort, glaub ich, ein hotel.
ich hab beim schnellen scroogelen auch noch einen link gefunden:
 http://www.friedrichshain-magazin.de/archiv/fh-2-04/text01.html

der artikel ist falsch

jo 07.03.2010 - 17:17
die eldenaer ist immer noch ein wohnprojekt, bitte besser informieren bevor so ein artikel geschrieben wird.

@ jo 07.03.2010 - 17:17

Roland Ionas Bialke 07.03.2010 - 18:38
Das fotografierte Haus (das mit dem Stern) ist nicht das Haus aus der Eldenaer Strasse was damals geräumt wurde. Ich habe vor einigen Tagen versucht das Haus wiederzufinden, aber bis auf ein Haus wurden alle saniert.

ein weitere aspekt

frido 07.03.2010 - 20:08
ja, das ist auf jeden fall mal ein sinnvoller artikel. habe gleich an zwei unterschiedliche demoparole gedacht. "die häuser denen, die drin wohnen" und "die häuser denen, die eins brauchen". zweiteren hört man viel zu selten, insofern ist an der kritik auch was dran.

es gibt aber noch einen wichtigen punkt bei der sache. oft können solche stillen besetzungen nur deshalb über längere zeit aufrecht erhalten werden, weil es eben niemand mitbekommt. in dem moment, wo irgendwas auf einer linken website steht, soliarbeit gemacht wird oder an die öffentlichkeit gegangen wird, ensteht erst eine konkrete gefährdungssituation und die ordnungsbehörden werden aufmerksam. insofern ist der umgang mit solchen häusern eine gradwanderung, bei der vieles falsch gemacht werden kann.

Häuser im Kiez..

Leute im Kiez.. 07.03.2010 - 20:58
so richtig wird mir der sinn des artikels nicht klar. komischerweise ist für mich als oldschool-ossi, ex-besetzer, aktivist und jemand der sich nicht mehr zwingend zu dem haufen zählen würde der sich jetzt so als szene bezeichnet jedes dieser häuser ein begriff und damit auch dieser ohhh-aha effekt nicht gegeben.

das haus der bahn zum beispiel am ostkreuz wurde zuletzt nicht geräumt sondern von einem treber-kidpunk fast abgefackelt als der sich eine kerze, da das haus ohne strom war, aufstellte und einpennte und somit der dachstuhl sich verabschiedet, unbewohnbar gemacht worden. ein paar leute haben dann noch für kurze zeit die 2-3 räume die noch ok waren genutzt, das haus dann aber einfach verlassen. das gleiche gillt für das haus nahe dem ostkreuz am ende der revaler. dort sind die leute rein und raus im tagesrythmus und jetzt wurde es saniert und eine art wachschutz schleicht dort öfter in der gegend rum.
eine räumung hat es da nicht gegeben. das haus wurde von den nutzern, meist junkies und alkis, runtergejuckelt und dann als es nichts mehr taugte verlassen. mit politischem anspruch hatten die leute wenig zu tun bzw war der ansatz da aber der war kaum ausbaufähig.
die punkkids aus dem bahnhaus waren mir trotzdem sympathisch. die waren nett und unaufdringlich wenn sie am bahnhof schnorrten und der kleinste von der bande hat immer gelächelt, auf so eine ziemlich witzige art, dass man immer grinsen musste wenn man den sah. vorbei.

dass es innerhalb der "linken szene" inzwischen kaum noch wahrnehmungen außerhalb des eigenen tunnelblickes gibt ist doch nichts neues. die frage ist, ob das mal ein ende hat oder sich weiter etabliert.

es hat eine entwicklung stattgefunden die aus einer bewegung eine szene gemacht hat, das sollte jedem klar werden der den begriff szene verwendet.

es hat eine entwicklung stattgefunden, die aus plakaten bestehend aus 4 zeilen schwarz/weiß kopien mit einer parole und einem militanten motiv welche 20 000 menschen spontan mobilisierten, zu 30 seitigen pamphleten mit möglichst vielen fremdwörtern und vielen theoretischen phrasen auf hochglanz gedruckt und einer schönen grafikdesignermeisterleistung die 300 leute mobilisieren.

es hat eine entwicklung stattgefunden in der sich menschen innerhalb eines kleinen kreises genannt szene "emanzipatorisch" nennen und dieser begriff schon davon geprägt ist, dass er andere menschen aufgrund zum beispiel mangelnder aufklärung, weniger bildung oder auch einfach noch politischer unreife ausgrenzt. ein bezug zu menschen außerhalb dieses kleinen kreises wird schon durch solche sprachbarrieren unmöglich gemacht.

dass ossis (die meisten zu mindest) nicht gendern ist doch egal, sagt das was über den menschen aus? bei uns hatten die frauen jedenfalls von anfang an die gleichen rechte! ;) das einem mal in einem wortgefecht dinge rausrutschen die man nicht so meint ist doch egal, sagt das was über einen menschen aus? dass zum beispiel die leute aus neukölln in ihren gruppen völlig anders miteinander kommunizieren ist doch egal, auf die leute kann man sich aber verlassen wenns mal brenzlich wird, das kann man von vielen "emanzipatorischen " menschen nicht gerade behaupten.

aus meiner sicht müsste die politische(!)szene wieder zu einer bewegung werden um einfluß in die geschehnisse nehmen zu können. um das aber zu erreichen müsste sie auf die menschen außerhalb der szene zugehen und das geschieht nicht indem sie mit begrifflichkeiten andere von vornherein ausschließt. die politischen szenen die es im laufe der zeit nach der bewegung so gab zeichneten sich dadurch aus, dass sie radikal waren und immer mal wieder revolutionäre impulse setzten. heute zeichnet sich "die szene-angehörigkeit" nicht durch radikales politisches denken und handeln sondern durch mode und lifestile und wenn man richtig ausgeflippt ist dadurch aus, dass man einen platz in einem coolen wohnprojekt bekommen hat von dem man (in seinem dorf ;) ) schon einmal gehört hatte. man geht auf die selben partys am wochenende, hört die selbe musik (heute meist elektro kotze ;) ) und versucht sein gegenüber mit dem haarschnitt und der anzahl der piercings zu toppen. das ganze hat einfach was von einer modeclique die stellenweise nichts mit radikaler politik am hut hat sondern nur konsumiert. wen wundert es da, dass da der blick für sozial schwächere etwas trübe geworden ist.

die revolutionären menschen innerhalb solcher zusammenhänge fühlen sich da wohl eher nicht mit angesprochen und sollten sich daher von dem begriff szene nicht so sehr vereinnahmen lassen, da sie für das gute gewissen derjenigen da sind die sich bestandteil der "szene" nennen aber diese nur für ihr vergnügen benutzen ohne jeglichen anspruch an veränderung.

schönen tag noch...


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