13. Feb '10 Dresden Nazidemo (Geleit)

Zaungast 16.02.2010 10:36 Themen: Antifa
Es gab zwar offiziell keine Nazidemo, jedoch einen freigeprügelten Geleit von ca. 2,5 K Nazis zum Kundgebungsort.
Die Nazis marschieren auf den angehängten Bildern durch die Dresdner Neustadt westlich der Gleise. Wahrscheinlich wurden sie von ihrem äußeren Sammelpunkt, wo ihre Busse sie ausgespuckt haben, zum zentralen Kundgebungsort am Bahnhof Neustadt geleitet. Sie konnten ihre Fahnen schwenken und Banner zeigen. Von Seiten der Bürger_innen wurden sie mit Gesängen wie "Ihr habt den Krieg verlorn" und Sprüchen wie "Eure Kinder werden so wie wir" bedacht.

Ob es eine Spontandemo war, die die Nazis durchgesetzt haben, oder die Bullen lieber alle in einem Kessel haben wollten, weiß ich nicht. Fakt ist, dass anonyme Bundesbullen die meisten Beobachter_innen weggeprügelt haben und die Demo ermöglichten.
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Ergänzungen

Kann man sich drüber streiten

f 16.02.2010 - 10:44
Ob man die Anfahrt zu einer Demo auch schon als Demo bezeichnet oder nicht ist wohl Ansichtssache. Die Nazis mussten ja schon so weit ausserhalb aussteigen und so weit zum Sammelpunkt, weil die Busse nicht mehr durchkamen. An dem Tag wurde also nicht nur die eigentliche Demo verhindert, sondern auch die Anfahrt für die Nazis beinahe unmöglich gemacht. Wichtig ist das, was unterm Strich herauskommt. Ob nun einige Nazis bei der Anfahrt eine Fahne gezeigt haben oder abends in einem Dorf nebenan randaliert haben, ist dann eher nebensächlich. Es sei denn jemand hatte gehofft, die Antifaktion hätte zum Ziel gehabt, alle Nazis an diesem Tag von der Erde verschwinden zu lassen.

Weitere Daten

Zaungast 16.02.2010 - 11:08
Für die miserable Fotoqualität bitte ich um Entschuldigung. Ich sollte für Antifahistoriker noch erwähnen, dass die Fotos gegen 14 (oder 15?) Uhr entstanden sind, zu diesem Zeitpunkt war noch keineswegs klar, dass der traurige Marsch verhindert werden kann. Später wurde der Bereich Bischofplatz, Hecht-/Hansastraße dann durch Spontanblockaden und Miniriots unsicher gehalten, so dass den Nazis für ihre Abreise nur noch die Gleise Richtung Norden zur Verfügung standen.



kann man sich eben nicht streiten

@ f 16.02.2010 - 11:46
du hast das ganz treffend analysiert, und gerade deshalb ist es auch als das zu bewerten was es war: anreisende nazis zu einer scheiternden demonstration. dass die nazis dann irgendwann irgendwo zu sehen sind lässt sich ja kaum vermeiden, und ist auch nach dem ergebnis des tages nicht relevant.

classless Blog zur Nazidemo im Hechtviertel

Kuno 16.02.2010 - 12:19
aus dem classless-Blog:

"Doch die Nazis, die mit ihren Bussen nicht mehr Stadt hineinkamen, fuhren nun an der Abfahrt Wilder Mann von der Autobahn und sammelten sich dort zu einer Spontandemonstration, die sich durch immer neue hinzukommende Busladungen von anfänglich 1000 auf insgesamt etwa 2000 bis 3000 Teilnehmende vergrößerte. (Daher wohl auch die stark abweichenden Meldungen über die Zahl der Nazis hier.)

Daß dieser Zug nun die Hechtstraße hinunterführen konnte und somit nur eine Querstraße vom az conni, einem der häufigsten Ziele von Naziangriffen in Dresden, entfernt war, und daß dieser Naziaufmarsch für den größten Teil ohne erkennbare Polizeibegleitung durch ein Viertel voller Linker lief, zeigte deutlich die Prioritätensetzung der Staatsgewalt. “Insgesamt sei es jedoch gelungen, beide Lager zu trennen”, ließ die Polizei später verlauten, hier hingegen versuchte sie es offenbar gar nicht.

(...)

Insgesamt lief dieser Zug etwa eine halbe Stunde unbewacht die Hechtstraße hinunter. Die Polizei ließ sich erst blicken, als es bereits zu schweren Auseinandersetzungen (Holzlatten und Flaschen) gekommen war und in der Erlenstraße ein(e) Antifa-Aktivist(in) schwerverletzt liegengeblieben war."

 http://www.classless.org/2010/02/15/dresden-nazis-immerhin-raus-aus-der-altstadt/

(dort gibt's auch Fotos davon)

worüber streiten wir uns denn?

kgi 16.02.2010 - 12:20
1. der Aufmarsch konnte, wie geplant nicht stattfinden: weil : Breites Bündniss sass im Weg und machte die CDU-Menschenkette faktisch lächerlich ohne in die ausgelegte Extremismusfalle zu laufen.
wegen der Breite konnten die bullen nicht wie sie vielleicht gewollt hätten, die entscheidung zugunsten der blockade war eine POLITISCHE keine militärische

2. 7-8000 Nazis sind zuviel. das ganze gemacker hier, wer wieviel ausgeteilt und eingesteckt hat ist pubertär und geht am Kern der Sache vorbei (und die vernünftigen "sportgruppen", die ich kenne, wissen das auch sehr wohl): Der Kern ist: Es gibt in der BRD 2010, anders als zur Gründung der guten alten autonomen antifa 1983/84 eine selbstbewusste Nazi-Bewegung mit z.T. staatsfeindlicher Attitüde und -zumindest regional- begrenzt sowohl (a)sozialem Bewegungscharakter UND einem verfestigten Wählermilieu 8letzteres glücklicherweise nur sehr begrenzt in Sachsen, Teilen von MCPomm und thüringen)

das stellt uns politisch und strategisch vor zwar nicht völlig neue Fragen aber die sollten wir -sicher nicht zuerst hier auf indymedia- langsam mal angehen.

No Pasaran hat einenn guten Anfang gemacht und einen Weg aufgezeigt, wie so was in einer stadt, die nicht gerade eine Linke Hegemonie aufweist, gehen kann.

Die Grundlage, ihnen nach Halbe und wunsiedel auch DD wegzunehmen ist zumindest gelegt. Mehr konnten dieses jahr die grössten Optimisten nicht erwarten.

Fotos und Videos

aus dresden 16.02.2010 - 13:10

Lübeck

Lübeck 16.02.2010 - 17:09
...

Video Sie kommen nicht durch

josie 16.02.2010 - 17:53
ie kamen nicht durch! - Ein Videobericht

Bericht über die Proteste rund um den Neonazi-Aufmarsch in Dresden am 13.
Februar. Der Erfolg der Bloacken, der Polizeieinsatz und die Einschätzungen
einzelner ProtagonistInnen.


 http://www.youtube.com/watch?v=Tsipatc8br0

FAKT

IST 17.02.2010 - 09:13
Die Nazis heulen auf ihren Seiten herum. Notmalerweile tun sie dies nicht. In der Regel feiern sie alles als einen riesen Erfolg. Ich hätte dies selbst von Dresden erwartet, aber nein: Wir haben es geschafft, dass die Nasen sich ihre Niederlage eingestehen und damit ist auch der Dresden-Mythos gebrochen. Also endlich mal freuen. Wir freuen uns nie, weil es so wenig zum freuen gibt. Aber mal ehrlich: Dresden war mal nen Ereignis zum Feiern.

zu den schergen

arno nym 17.02.2010 - 22:56
die schergen auf den fotos sind keine bundesbullen sondern bereitschaftsbullen aus schleswig-holstein. gleiche uniform wie die die in hamburg beim schanzenfest die kneipe vollgesprüht und dann die fliehenden leute rausgedroschen haben.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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haha — bürger

@Roland Ionas Bialke — NEIN NEIN NEIN Roland!

witzig — buckow

Roland, NEIN! — Berliner