Türkei: SOLIAKTIONEN FÜR UND MIT TEKEL

Landesweite Aktionen 05.02.2010 21:36 Themen: Soziale Kämpfe Weltweit
ISTANBUL:
Zur Unterstützung mit den Tekel-ArbeiterInnen und allen anderen widerstandleistenden ArbeiterInnen, wurde am 4. Februar landesweit für 1 Tag die Arbeit niedergelegt und vielerorts Protestaktionen durchgeführt.
Die Gewerkschaft Memur-Sen, sagte im letzten Moment die Teilnahme an den Aktionen der ArbeiterInnen- und BeamtInnenkonföderationen ab und brach den Streik.
In den Morgenstunden starteten zur gleichen Zeit auf der anatolischen Seite Istanbul’s von Eminönü und auf der Europäischen Seite von Edirnekapi aus Demonstrationen, die sich im Sarachane Park vereinten.
Als eine Gruppe von 1500 Personen während der Demonstration vor dem Tekel-Gebäude in Unkapani einen Sitzstreik durchführen wollte, kam es zu Spannungen mit der Polizei, die vorgab, dass der Verkehr blockiert werde.
Die Volksfront , die sich an der Demonstration in Edirnekapi beteiligte trug ein Transparent mit der Aufschrift: „Heute TEKEL, morgen WIR ALLE, Es lebe unser vereinter, organisierter Kampf“.
Außerdem trugen die Mitglieder der Volksfront Protestschilder mit den Parolen: „Die Forderungen der Tekel-ArbeiterInnen müssen anerkannt werden“, „Die Tekel-ArbeiterInnen sind nicht alleine“, „Wir lassen uns nicht zu Sklaven des 4-C machen“, „Wir werden Widerstand leisten und siegen“.
Auf einem gemeinsamen Transparent hieß es „Auf zum vereinten Kampf, auf zur Solidarität, um nicht ohne Absicherung und Versicherung als Leiharbeiter unter dem 4/C zu arbeiten!“
Es wurden immer wieder die Parolen „Allein gibt es keine Befreiung, entweder alle zusammen oder keiner“ und „Arbeitsfeindliche Regierung, tritt zurück“ gerufen.

In einer im Sarachane Park verlesenen Erklärung hieß es: „Heute beanspruchen wir, zur Unterstützung der Tekel-ArbeiterInnen, nach dem Beschluss der Türk-Is, DISK, Kamu-Sen und KESK, das ’Recht die Arbeit niederzulegen’.“ Es wurde darauf hingewiesen, dass sich die Tekel-ArbeiterInnen gegen das 4-C- Gesetz stellen und in den Widerstand getreten sind, um ihre Rechte auf Arbeit und Gesundheit nicht zu verlieren. Es wurden außerdem die Worte des Ministerpräsidenten Tayyip Erdogan zitiert, der sagte „Ich werde nicht zulassen, dass 72 Millionen ihrer Rechte entledigt werden“. Dabei wurde auch zur Sprache gebracht, dass seit der Regierungsbildung seine eigenen Minister und deren Familienmitglieder über ein enormes Vermögen verfügen. „Der Ministerpräsident soll zuerst darauf eine angemessene Antwort geben“ hieß es.
Am Ende der Erklärung wurde gesagt: „Wir appellieren an den Ministerpräsidenten, der den ArbeiterInnen gegenüber ruft ’Dieses Land ist nicht ohne Vertreter’. Richtig, dieses Land ist nicht ohne Vertreter, aber ihr seid nicht die Vertreter dieses Landes... Es sind die Tekel-ArbeiterInnen, die ApothekerInnen, die LeiharbeiterInnen, LadenbesitzerInnen, ÄrztInnen, Feuerwehrleute, die nicht befördert werden und die ihr ständig angreift... also jene, die die Produktion am Leben erhalten“.
Anschließend an die Rede meldete sich der KESK-Vorsitzende Sami Evren zu Wort. Er erklärte, das die Tekel-ArbeiterInnne nicht nur für sich alleine Widerstand leisten und fügte hinzu: „In diesem Land gibt es Millionen, die ohne Absicherung arbeiten. Sie leisten gleichzeitig Widerstand für dıe Arbeitssicherheit dieser ArbeiterInnen, deshalb ist dieser Widerstand heilig“.
Der Vorsitzende der DISK, Süleyman Celebi sagte in einer darauffolgenden Erklärung: „Die Angriffe auf die Arbeit und auf die Werktätigen in diesem Land sind offensichtlich. Es liegt in unserer Verantwortung, uns gegen diesen Angriff zu wehren.“
Als der Abgeordnete der CHP (Republikanische Volkspartei), Gürsel Tekin sich zu Wort melden wollte, wurde er von den ArbeiterInnen ausgebuht.
Die Aktion wurde nach den Reden beendet.

ANTALYA:

Neben den Aktionen in Istanbul wurden auch in Antalya am 4. Februar 2010 im Rahmen des Generalstreiks zur Unterstützung der Tekel-ArbeiterInnen eine Demonstration und eine breit angelegte Kundgebung abgehalten.
An den Aktionen beteiligten sich rund 1000 Personen, darunter KESK, DISK, Türk-Is, Kamu-Sen, Emek ve Demokrasi Gücleri (Kräfte der Arbeit und Demokratie), sowie diverse politische Parteien, die mit Parolen bis zum zentralen Kislahan-Platz marschierten.

GEMLIK-BURSA:

Auch in Gemlik marschierten rund 200 Menschen zum Bezirksbüro der AKP. An der, unter der Organisation von Liman-Is, Petrol-Is und Genel-Is abgehaltenen Aktion, nahmen auch Mitglieder der Volksfront, sowie Egitim-Sen, Maden-Is und diverse Massenorganisationen teil. Die Protestmenge versammelte sich vor der Zentrale der Liman-Is- Gewerkschaft.

MALATYA:

Seit vorgestern Mittwoch (3. Februar) führen Mitglieder der Volksfront und ESP einen Hungerstreik zur Solidarität mit den Tekel-ArbeiterInnen durch.
Erneut kamen BewohnerInnen aus Malatya zum Streikzelt, um sie mit notwendigen Materialen zu versorgen.
Gestern Donnerstag führte die Volksfront mit anderen demokratische Massenorganisationen, Gewerkschaften, wie KESK, Kamu-Sen und Türk-Is, sowie einigen politischen Parteien Aktionen zur Unterstützung der TEKEL-ArbeiterInnen durch.
Die Protestmenge versammelte sich vor dem Staatstheater, von wo aus sie bis zur 5. Gebietsdirektion der Türkischen Bundesbahnen (TCDD) am Stationsplatz marschierte.
ArbeiterInnen, die innerhalb der Yol-Is Gewerkschaft organisiert sind, empfingen die Demonstration mit Parolen und Applaus am Kundgebungsplatz.
Neben Reden von VertreterInnen der KESK, der Kamu-Sen, sowie der Türk- Is, kam in den Parolen der ArbeiterInnen vor allem gegen die AKP-Regierung Protest zum Ausdruck.
Nach der Demonstration und der Kundgebung wurde das Abendprogramm mit Liedern und Tänzen am Streikplatz gestaltet. Mit einer abschließenden Presseerklärung wurde der zwei Tage andauernde Hungerstreik für beendet erklärt.
Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
Creative Commons-Lizenz lizenziert.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen