Bonn/Hannover Zweifel an Gorleben schon 1981

Wolfgang Ehmke 03.02.2010 07:19 Themen: Atom Ökologie
Der Schleier lüftet sich: Zweifel an Gorleben schon 1981 regierungsoffiziell
BI Umweltschutz: "Gorleben eignet sich bestenfalls als Endlager für
den Verfall der politischen Redlichkeit"

An der Eignung Gorlebens als nukleares Endlager hatten die Bundes- und
die niedersächsische Landesregierung erhebliche Zweifel. Das geht aus
einem Vermerk des zu jener Zeit - für Niedersachsen - federführenden
Sozialministeriums vom 3. Juli 1981 hervor.
"Sowohl die hydrogeologischen
Gegebenheiten im Deckgebirge als auch der innere Aufbau des Salzstocks
bestätigen die bereits früher geäußerten Zweifel an der Eignung des
Salzstocks, zumindest für die Endlagerung wärmeentwickelnder
(hochaktiver) Abfälle," heißt es in dem Bericht, der an den
niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht adressiert ist.
Auch auf Bundesebene werde auf Arbeitsebene die Eignung zunehmend
skeptischer beurteilt. Wörtlich heißt es in dem Vermerk: "Entgegen der
Pressemitteilung des BMI und es BMFT vom 5.6.1981 werden bereits
alternative Standorte diskutiert. Dem Vernehmen nach erwägt das BMI,
gegen Ende des Jahres 1981 mit dem Land Kontakt aufzunehmen, um
einen neuen Standort auszuwählen."
Die Hoffnung, dass durch das Abteufen der Schächte sich doch noch eine
positive Eignungsaussage ergeben könnte, wurde durch die Geschichte des
Ausbaus umgehend konterkariert, merkt die Bürgerinitiative Umweltschutz
Lüchow-Dannenberg (BI) an.
Zur Erinnerung: Nach dem Kabinettsbeschluss der Kohl-Regierung vom
13.07.1983, für den die Physikalisch Technische Bundesanstalt (PTB) die
fachliche - und nachweislich politisch manipulierte - Vorlage geliefert hatte,
begann das Abteufen des ersten Schachts am 17. März 1987. Im
Gefrierverfahren wurde der Schacht niedergebracht. Doch am 12. Mai 1987
löste sich schlagartig ein 1,5 Tonnen schwerer Ausbauring aus Stahl aus
seiner Verankerung und stürzte aus einer Höhe von 5 Metern auf die
Schachtsole in einer Ausbautiefe von 239 Metern. Ein Bergmann erlag
seinen schweren Verletzungen, andere wurden zum Teil schwer verletzt.
Zur Sicherung des Schachts wurde Magerbeton in den Schacht gekippt,
zwanzig Monate dauerte es, bis die Teufarbeiten am 2. Januar 1989 wieder
aufgenommen wurden.
Der Gebirgsdruck war trotz des Gefrierverfahrens im Übergangsbereich
Deckgebirge - Salzstock so stark, dass - vermutlich in Verbindung mit einem
Schweißfehler - der Stahlring dem Gebirgsdruck nicht mehr standhielt und
abstürzte. Im Nachhinein wurden bei der Fortsetzung der Teufarbeiten
weitere Stahlringe als "Krücke" für den Schacht eingebaut. Zuvor hatte es
immer wieder Wassereinbrüche gegeben.
BI-Sprecher Wolfgang Ehmke: "Die Bundesregierung sollte sich ein Beispiel
an der Entscheidung des amerikanischen Präsidenten Obama nehmen, der
den Ausbau des amerikanischen Endlagers Yucca Mountain nach über 20
Jahren Bauzeit gerade endgültig gestoppt hat - Gorleben eignet sich als
Endlager für den Verfall der politischen Redlichkeit."

Wolfgang Ehmke 0170 510 56 06

Das Dokument finden Sie auf unserer Homepage
www.bi-luechow-dannenberg.de
Merken Sie bitte die Fachtagung zur Endlagerung am 16./17. April in
Dannenberg vor

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow - Dannenberg e.V.
Rosenstr. 20 29439 Lüchow

Büro: Tel: 05841-4684 Fax: -3197
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