Was wird aus der Eisenbahnmarkthalle?

Umbruch Bildarchiv 01.02.2010 16:04 Themen: Freiräume Soziale Kämpfe
Eine Initiative von AnwohnerInnen will die Kreuzberger Eisenbahnmarkthalle neu beleben. Am 30. Januar versammelten sich Hunderte dort zu einer spontanen Info-Kundgebung. Mit 400 Postkarten an den regierenden Bürgermeister Wowereit forderten sie: "Wir wollen eine kleinteilige Markt- und Kultur-Halle und keine Filialhalle!"
Einige Fotos unter:
 http://www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/300110eisenbahnmarkthalle.html
Seit Jahren dümpelt die Eisenbahnmarkthalle vor sich hin. Neben Aldi, Kik und Drospa herrscht Leerstand auf den übrig gebliebenen Flächen, weil niemand auf Dauer die hohen Standmieten zu zahlen bereit ist. In den nächsten Wochen will die Stadt Berlin die Markthalle verkaufen. Die Auswahl spitzt sich zu auf eine neue Kaisers-Filiale oder "ein Team jüngerer Investoren, Gastronomen und Kuratoren, die das Innere der 2850 Quadratmeter großen Halle langfristig in eine Art kleine Idealstadt, eine Kultur-Landschaft des einundzwanzigsten Jahrhunderts, eine Sozialmaschine verwandeln wollen."
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Ergänzungen

Martkhalle von Besitzern geleert

Xberger 02.02.2010 - 11:53
Die Markthalle wurden den jetzigen Besitzern verfallen gelassen. Fast alle kleinen Geschäfte wurden rausgekickt. Meist mit vollkommen irrsinnigen Mietsteigerungen. Vor 10 Jahren war die Markthalle noch lebendig und wirklich typisch Westberlin. Heute ist es eine Brache, bereit zum verscheuern an Investoren, zugezogene Yuppies und grosse Ketten.

Ich bin dafür

Lausi 03.02.2010 - 11:53
Früher war die Eisenbahnmarkthalle mal ein lebendiger Markt und ein sozialer Treffpunkt. Es gab kleine Läden, hinter denen echte Existenzen standen. Heute sind diese kleinen Läden alle gesichtlosen Einzelhandelskette gewichen und einige dieser Existenzen zu Bruch gegangen. Die Halle ist kein sozialer Treffpunkt mehr, sondern ein abgewracktes Einkaufszentrum.

Warum?

Weil die Berliner Landowski Connection Einzelhandelsketten wie Aldi, kik und Drospa ansiedelte und die kleinen Läden systematisch vertrieben hat.

Warum?

Weil ihnen die kleinen Läden lästig waren und ihnen das Schicksal der kleinen Läden und die Meinung der Kreuzberger scheißegal war. Ist doch viel einfacher drei Ketten anzusiedeln. Das ist bequem und die können auch besser zahlen.

Warum?

Weil sie Produkte verkaufen, die auf Ausbeutung basieren, Angestellte zu Dumpinglöhnen beschäftigen und ausspionieren etc. Warum das besser sein soll, kann ich nicht verstehen. Kaiser's, Aldi kik und Drospa sind keine Heilsbringer. Die sind doch nicht billig, damit die Leute sich was zu essen leisten können. Die sind billig, weil sie damit ihre Konkurrenz (zB die kleinen Läden) kaputt machen, die eben nicht so billig sein können oder wollen wie sie.

Was kommt jetzt?

Jetzt gibt es zwei Interessenten.

Einer ist ein alter Bekannter. Schon damals wollte er ein Einkaufscenter in der Cuvrystr. bauen (damals noch für die BOTAG). Der eine oder andere erinnert sich vielleicht noch. Die Anwohner wollten das nicht, aber das war ihm scheißegal. Überhaupt scheint ihm außer Kohle alles scheißegal. Damals gab es viele Kreuzberger, die Widerstand leisteten. Damit hatte er nicht gerechnet.

Jetzt kommt er wieder, diesmal mit Kaiser's im Gepäck. Er hat gelernt. Er gibt sich nicht zu erkennen, sagt nicht was er vorhat. Wahrscheinlich hat er Angst, dass einige sich erinnern und ihn entlarven. Ich bin dagegen. Nicht nur weil Kaiser's eine weitere Einzelhandelskette ist, sondern weil ich nicht möchte, dass so jemand das zukünfitge Schicksal der Eisenbahnmarkthalle bestimmt.

Wir gut oder schlecht die anderen sein werden wird man sehen. Aber sie geben sich zumindest zu erkennen und stellen sich persönlich der Kritik. Es findet ein Austausch von und mit Anwohnern statt. Das finde ich per se besser. Deswegen bin ich dafür.

Fotos vom Nachbarschaftstag am 27. März 2010

Umbruch Bildarchiv 31.03.2010 - 22:12
Am 27. März 2010 gab es in der Eisenbahnmarkthalle einen Nachbarschaftstag mit Musik, Ständen und neuesten Infos. Unter anderen mit dabei der Kreuzberger Frauenchor "Judith's Krise". Anwohner_Innen fangen schon mal an, die Markthalle selbst zu gestalten. Für eine lebendige Halle, subito! Bilder gibt es unter:
 http://www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/300110eisenbahnmarkthalle.html

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ach — marneineke

eisenbahn kiez — meyer

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klaro — meyer

Verpissen? — Eisenbahn KiezKiez

Kiezkater — Kiezkater

Eisenbahn KiezKiez = Troll — gegen Kleinstadtspiesser