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Rechte Burschen feiern in Wien

antinational 25.01.2010 22:32
Am 29.Januar findet in Wien wieder ein Großevent der Rechten Szene statt.
Der Ball des Wiener Korporationsrings (WKR) in der Wiener Hofburg. Jedes Jahr kommen etwa 2.000 Besucher_innen zum Rechtswalzer nach Wien– der WKR Ball ist damit das größte “couleurstudentischen Gesellschaftsereignis“ im deutschsprachigen Raum.
Was ist der WKR?
Im WKR sind die am weitesten rechts stehenden, deutschnationalen Burschenschaften vereinigt.
Allen im WKR organisierten Gruppen kann ein sexistisch und reaktionäres Weltbild bescheinigt werden. Bei einigen geht es aber noch deutlich weiter...
Die bekannteste Verbindung die sich im WKR organisiert ist sicherlich die Burschenschaft Olympia, die momentan auch den Vorsitz im WKR innehat.
Der erste politische Tote der zweiten Republik geht aufs Konto dieser Burschenschaft. Bei einer Demo 1965 gegen den antisemitischen Universitätsprofessor Taras Borodajkewycz wurde der Antifaschist Ernst Kirchweger vom Olympen Günther Kümel so schwer verletzt, dass er wenige Tage später an den Verletzung verstarb. Ebenfalls prominent beteiligt waren Olympen bei mehrern Bombenanschlägen in Südtirol in den 1960er Jahren, was auch zu ihrer vorübergehenden Auflösung führte. Der Holocaustleugner David Irving wurde 2005 auf dem Weg zur Bude der Olympia verhaftet.
Aber nicht nur bei der Olympia trifft sich die rechtsextreme und neonazistische Szene.
Egal ob Gottfried Küssel, Gerd Honsik, Norbert Burger oder Franz Radl jun.
Nahezu die gesamte Prominenz des österreichischen Rechtsextremismus enspringt dem korporierten Milieu.

Der Ball.
Der Ball dient vorallem der Vernetzung von FPÖ, Burschenschaften und anderen österreichischen und europäischen FaschistInnen und rechts-außen Gruppierungen.
Neben Vertreter_innen der beiden österreichischen Rechtsparteien waren in den letzten Jahren Führungkader von Pro Köln, Pro NRW, Vlaams Belang, Dänische Volkspartei, DVU, Front National, der SVP aus der Schweiz und anderen europäischen Rechtparteien am WKR-Ball vertreten.
Daneben rufen auch die üblichen Naziseiten, wie die neonazistische Plattform "alpen-donau" dazu auf den Ball zu besuchen.

Proteste dagegen
In den letzen Jahren gab es massiven Protest gegen das rechte Tanz- und Vernetzungevent.
Heuer gibt es bereits im vorhinein eine ganze Reihe an Veranstaltungen, die sich mit den reaktionären Männerbünden und ihrer Ideologie beschäftigen.
Am Tag des Balles rufen auch heuer verschiedene linke Gruppen unter dem Motto "En Garde. WKR-Ball anfechten!" zu einer antifaschistischen Demonstration auf.Innerhalb dieser Demo gibt es Aufrufe zu verschiedenen Aktionsformen, wie z.b. einen Fahradblock oder einen Queer-feministischen Block,...
Die nowkr - Demo hat sich in den letzen Jahren sicherlich zu einer der größten Antifa Demos in Österreich entwickelt, dementsprechend wird auch von Seiten der FPÖ jedes Jahr vor der dem WKR-Ball gegen die "Linksterroristen" und "deutschen Berufsdemonstranten" gehetzt.
Neben der Demo soll es auch dezentrale Aktionen und Blockaden geben. In unmittelbarer Nähe des Burschiballs soll auch ein linkes Strassenfest stattfinden. Danach gibt es noch eine After-Demo Party im Ernst Kirchweger Haus (EKH) und am nächsten Tag den Antifa Kongress, der Platz zu Vernetzung und Diskussion bieten soll.
Wir sehen uns hoffentlich am Freitag, nach Wien kommen zahlt sich jedenfalls aus...
In diesem Sinne: WKR-Ball zum Desaster machen!


mehr zum Thema:
 http://at.indymedia.org/node/16830
 http://nowkr.wordpress.com
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Ergänzungen

vid

antifa.ost 26.01.2010 - 00:43
Video zum WKR-Ball 2010:  http://www.youtube.com/watch?v=7meqTuPrcd4

Burschis angreifen!

Antifa Bln 26.01.2010 - 13:01
Mobivideo:  http://www.youtube.com/watch?v=7meqTuPrcd4

Anreisen lohnt sich! Die Aktivitäten gegen den WKR-Ball in Wien ist ein Paradebeispiel für emanzipatorische Antifa-Intervention. Die verschiedenen Aufrufe finden sich auf  http://nowkr.wordpress.com/.

Wien rocken.
Burschis aufessen.

Autonom feministischer FrauenLesbenMädchenblo

frauenlesben 27.01.2010 - 02:59
Autonom feministischer FrauenLesbenMädchenblock/Anti-WKR-Balldemo


Aufruf für einen autonom-feministischen FrauenLesbenMädchen-Block
gegen den WKR-Ball !
Bildet FrauenLesbenMädchenbanden überall!
Männerbünde angreifen - WKR–Ball unmöglich machen!
Treffpunkt: 29.1.2010, 18 Uhr, Europaplatz (Westbahnhof)
beim Transparent: „Lesbenbanden statt Männerbünde“

Wir, autonome Feministinnen rufen alle FrauenLesbenMädchen zur Teilnahme auf!

Hintergrund
Der jährlich in der Hofburg stattfindende WKR-Ball, wird veranstaltet vom Wiener Korporationsring (WKR) dem 21 deutschnationale Burschenschaften angehören. Sie stehen für völkischen Nationalismus, NS-Verherrlichung und Holocaust-Leugnung, haben ein extrem antisemitisches, homophobes, rassistisches und frauenfeindliches Weltbild und fungieren als Kaderstätte und Verbindungsglied zwischen legal organisiertem Rechtsextremismus und der militanten Neonaziszene. Am Ball treffen und vernetzen sich, neben Burschenschaftern, FPÖ-PolitikerInnen, ehemalige NSDAP-Mitglieder und Vertreter rechtsextremer Parteien aus Europa. Die FPÖ hilft den völkischen Burschenschaftern durch die Vermittlung einflussreicher Posten, die Erwirkung öffentlicher Förderungen und das Abdrehen missliebiger Staatsschutzberichte, sie vertreten deren politische Position und ihre Anliegen in der politischen Arena , oft mit Burschenschaftern selbst in hohen Partei- oder staatlichen Ämtern. Dadurch können sie die Anliegen der Deutschnationalen in parlamentarische Foren tragen, ihre rechtsextremen Ansichten in der Bevölkerung verbreiten und tragen maßgeblich zu dem immer rechteren Klima bei.

Patriarchal und Frauenfeindlich
Deutschnationale Burschenschafter haben Werte wie der arische Bund und das deutsche Vaterland, für das sie das Leben des Einzelnen zu opfern bereit sind. Nicht–ArierInnen, Frauen und JüdInnen wird diese Opferbereitschaft, die Ehre, abgesprochen. Sie sind in Burschenschaften nicht zugelassen. Das traditionelle Machtgefüge könnte dadurch ins Wanken geraten und ihre BurschenHERRlichkeit den elitären Vorteil verlieren. Sie sind hierarchisch – organisierte Männerbünde und haben spezielle Umgangs- und Denkformen wie Ehre, Tapferkeit, Freundschaft, Treue, Gefolgschaft und Führung.
Frauen haben nach ihren Vorstellungen „still und schön“ zu sein und als Hausfrauen für zahlreiche Kinder für das „deutsche Volk“ zu sorgen und das Heim des Burschenschafters gemütlich zu machen.

„Weil der Deutsche wesentlich kriegerischer Natur ist, weil er Mann ist, weil er für die Freundschaft geboren ist, deshalb kann die Demokratie, die in ihrer letzten Konsequenz dazu führt, dass Weiber über Männer richten dürfen, niemals in Deutschland gedeihen.“

Burschenschafter arbeiten gegen Frauen, die nicht der patriarchalen Vorstellung von Weiblichkeit entsprechen, die sich politisch engagieren, studieren oder arbeiten. Sie sind für einen autoritären Machtstaat und mann-männliche Freundschaftsbünde. Ihre Vorstellung von Gesellschaftserneuerung sowie ihr Führungsanspruch geht mit Feindbildern einher, wie gegen JüdInnen, MigrantInnen, Frauen, Schwule und Lesben, Wehrdienstverweigerer und Menschen ohne akademische Ausbildung. Die Zulassung von Frauen an die Universitäten steht gegen ihre Ideologie von Universitäten als „Utopie der reinen Männergesellschaft“. Emanzipierte Frauen werden als Bedrohung und Konkurrenz empfunden, allein wenn sie nur die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung in Frage stellen und Forderungen nach besserer Ausbildung, Erwerbsarbeit und politischer Gleichstellung stellen.

Radikal – feministische Kritik
Als Feministinnen wehren wir uns mit allen Mitteln gegen die GewaltHERRschaft der männlichen Eliten und der kapitalistischen Klassengesellschaft. Wir wollen keine Gesellschaft aufbauend auf patriarchalen Werten, in der nur der Mann für gesellschaftliches und politisches Handeln verantwortlich ist und die Frau ausschließlich als Gebärmaschine dienen muss um den Erhalt der „deutschen Volksgemeinschaft“ zu garantieren.

„Der Frau eigentliche Aufgabe für die deutsche Volksgemeinschaft ist und bleibt Geburt und Aufzucht von Kindern. Und da mindestens drei Kinder pro Familie zur Volkserhaltung notwendig sind… ist der Lebensmittelpunkt der Frau die Familie.“…Zitat des deutschen Neonazis, Michael Kühnen.

Eine Konsequenz ist ein Berufsverbot für Frauen:
„Eine der Ursachen zunehmender Disharmonie in den Familien ist sicher auch in der immer weiter um sich greifenden und geforderten außerhäuslichen Berufstätigkeit der Frau zu suchen.“…Zitat von Kriemhild Trattnig, Landesfrauenreferentin der FPÖ Kärnten.

Die patriarchale Familie kann grundsätzlich nicht zu einer Befreiung der Frau führen weil sie ein männliches HERRschaftsmodell ist, das die Frauen zu Kindern und unbezahlter Reproduktionsarbeit zwingt und allein Männer davon profitieren. Wobei die Berufstätigkeit keine Befreiung für die Frauen darstellen muss, sondern sie nur in die zweite Knechtschaft, nach der Familie, führt.

Der Kampf gegen ein Grundrecht der Frau, der Abtreibung, ist ebenso Teil der rechten Ideologie (und Praxis) als auch der Kampf gegen Empfängnisverhütung. Aus diesem Umfeld, bejubelt von klerikalfaschistischen „Lebensschützern“, spricht sich Ewald Stadler für eine Abschaffung und gesetzliche Bestrafung der Abtreibung aus, da sie ein Tötungsdelikt sei, fordert dass Frauen stattdessen die Kinder nach der Geburt zur Adoption freigeben sollten, und wirbt für ein 15.000 Euro Müttergeld, das bei der Geburt eines Kindes der Frau ausgezahlt werden soll. Burschenschafter hetzen besonders gegen Frauen mit Migrationshintergrund: Heraufbeschworen wird die Gefahr des „Aussterbens des deutschen Volkes“ aufgrund der nachlassenden Gebärbereitschaft „deutscher“ Frauen, bei gleichzeitigem Anwachsen der Geburtenrate von MigrantInnen. In der männlichen Weltordnung der Burschenschafter dienen wir Frauen nur als Schmuck und Stütze des Mannes. Frauen die selbstbestimmt, also ihr eigenes, nicht durch einen Mann definiertes Leben leben oder gar aktiv in gesellschaftliche Prozesse eingreifen, sind in der patriarchalen Ordnung undenkbar und nicht vorgesehen. Nach Aussagen von Burschenschaftern sollte eine Frau "nicht versuchen aus dem althergebrachten Bild der Frau auszubrechen", "anlehnungsbedürftig" sein und sich "in erster Linie um die Familie kümmern"! Ganz zu schweigen von den Zuständen in den "ganz normalen" Familien und bei bierseligen Stammtischen, an denen das "gesunde Volksempfinden" und "Weiber an den Herd"- Parolen regieren.

Was wir wollen sind freie Frauen, wilde Mädchen, feministische Politik und feministische FrauenLesbenräume!
Für eine freie Gesellschaft und eine freie Welt!
Bildet Frauenbanden. Schafft Frauenräume!
Unsere Schönheit und Stärke liegt im gemeinsamen politischen Kampf!

Deshalb: gegen den Sexismus im Alltag und im Staat!
Raus aus der Isolation und rein in den autonom – feministischen FrauenLesbenMädchenblock !

Bildet FrauenLesbenMädchenbanden - Patriarchat, Kapitalismus, Nation und Imperialismus militant bekämpfen!

Rechtsextreme Männerbünde aufspüren und zerschlagen!

Für ein freies und selbstbestimmtes Leben ohne Sexismus, Antisemitismus, Rassismus, Lesbenfeindlichkeit, Homo- und Transphobie und Heterosexismus!

Für eine starke antifaschistische und feministische Bewegung hier und weltweit!
FÜR EINEN KÄMPFERISCHEN AUTONOM - FEMINISTISCHEN FRAUENMÄDCHENLESBENBLOCK!

Demo gegen den WKR-Ball 2010 in Wien

ASF 02.02.2010 - 15:53
Wiener Korporations-Ball
Hundert Anzeigen bei Gegenveranstaltung

Etliche Festnahmen - Deutlich mehr Demonstranten als Polizei - Zwei Wasserwerfer wurden aufgefahren, das Gebiet abgeriegelt

Wien - Heute findet der Korporations-Ball in der Hofburg statt - und wie bereits im Vorfeld angekündigt wird dagegen demonstriert. Zu heftigen Auseinandersetzungen kam es am Wiener Westbahnhof, wo rund fünfhundert Aktivisten weit weniger Polizisten gegenüber standen. In einem Versuch, die Sperre Richtung Wiener Ring und Heldenplatz zu überrennen, wurden etliche Demonstranten festgenommen.

Das Gebiet rund um den Westbahnhof im sechsten Wiener Bezirk wurde von der Polizei abgeriegelt. Außerdem ließ die Polizei zwei Wasserwerfer auffahren. Die Demonstranten warfen mit Schweizer Krachern, die Polizei zog sich in die Sicherheitszone zurück.

200 Eingekesselte

Gegen 20.00 Uhr löste die Polizei die Demonstration allmählich auf. Es gab mehrere Festnahmen, zwischen 150 und 200 Protestierende der anfänglich knapp 500 Menschen rund um den Westbahnhof sind derzeit noch am Christian-Broda-Platz eingekesselt.

Lediglich Richtung Stumpergasse gibt es einen Ausgang - wer durch die Sperren will, muss seinen Ausweis vorlegen: Das betrifft nicht nur die Demonstranten sondern auch Menschen, die den Freitagabend für Einkäufe auf der Mariahilfer Straße nutzen wollten.

Der Sprecher der Bundespolizeidirektion Wien, Roman Hahslinger, schätzt im Gespräch mit derStandard.at, dass sich derzeit noch mindestens 150 Demonstranten und "unter einhundert Polizisten" vor Ort befinden, aber: "Das verschiebt sich immer wieder."

Rund einhundert Anzeigen

Jeder, der sich jetzt noch innerhalb der Absperrung befindet, wird von der Polizei aufgenommen und angezeigt. Bisher gab es rund einhundert Anzeigen. Laut Hahslinger wurden die Demonstranten wegen Verwaltungsübertregung nach dem Versammlungsgesetz angezeigt, nachdem sie sich geweigert hatten, den Verslammungsort zu verlassen. Die Demonstration war zuvor wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit untersagt und aufgelöst.

Die Polizei hatte auch rund 200 Schaulustigen - darunter viele Familien mit Kindern - rund um die Absperrungen dazu aufgefordert, zu gehen.

Anzeige: Jarolim gegen Olympia

Im Zusammenhang mit dem Ball hat SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim die Burschenschaft Olympia angezeigt. Das berichtet DER STANDARD in seiner morgigen Ausgabe. Der Grund: Die auf der Webpage vertretene Ansicht, dass "Niemals vergessen" dort ihre Berechtigung hat, wo es um Leistungen des deutschen Volkes gehe.

Demonstration untersagt

Eine angekündigte Gegendemonstration vor der Hofburg wurde am Mittwoch polizeilich untersagt. Linke Studentenorganisationen, die Österreichische Hochschülerschaft und die Grünen hatten daraufhin mit heftiger Kritik reagiert (derStandard.at berichtete: "Kritik am Demoverbot beim Burschenschafter-Ball"). (red, derStandard.at, 29.1.2010)

 http://asf.kostenloses-forum.be/asf-beitrag154-0-asc-30.html

NEWS AUS ÖSTERREICH
ANTIFASCHISTISCHE & SOZIALE NEWS AUS ÖSTERREICH

AntifaNews vom 1.2.  http://bit.ly/cmQi6h

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