Haus der Demokratie Zossen/Nazis

Zossener 24.01.2010 22:14 Themen: Antifa
Brandanschlag in Zossen, Nazis ließen sich vor dem brennenden Gebäude fotografieren!
Hier nun die Recherche der AATF (Autonome Antifa Teltow-Fläming).

quelle: www.aatf.tk
In der Nacht vom 22. auf den 23. Januar brannte das »Haus der Demokratie« in Zossen vollkommen nieder. Der Brand wurde gegen 23 Uhr entdeckt. Im Lauf der Nacht entschied die Feuerwehr, das Haus kontrolliert abbrennen zu lassen. Laut Polizei besteht der Verdacht auf Brandstiftung.

Nach Angaben der Bürgerinitiative »Zossen zeigt Gesicht« sollen sich gegen 23.30 Uhr Neonazis der Freien Kräfte Teltow-Fläming vor dem Haus eingefunden haben, die sich dort gegenseitig vor dem brennenden Gebäude fotografierten. Die Initiative »Zossen zeigt Gesicht« hat sich zusammengefunden, um in der Stadt die Etablierung fester Neonazi-Strukturen zu verhindern.
Das Gebäude in der Kirchstraße wurde seit September 2009 von der Bürgerinitiative »Zossen zeigt Gedicht« genutzt. Schon wenige Tage nach Eröffnung wurde das Haus mit rechten Parolen beschmiert und Aufkleber der Freien Kräfte Teltow-Fläming hinterlassen. Einen Monat später traf es den Sprecher der Bürgerinitiative. Mit großflächigen Farbschmierereien an seinem Haus wurde ihm mit dem Tod gedroht. Erst am vergangenen Wochenende waren erneut an seinem Haus Schieben eingeworfen worden, bei einem weiteren Mitglied wurde der Briefkasten zerstört und an einem Buchladen ein Böller gezündet.



Inzwischen hat der Träger des Hauses einen Spendenaufruf veröffentlicht. Damit soll sichergestellt werden, dass die Arbeit der Bürgerinitiative bald wieder fortgesetzt werden kann. Der Sachschaden wird auf mindestens 200.000 Euro geschätzt.

Pressemitteilung des Vereins Bildung und Aufklärung Zossen e.V. (BAZ), 23.1.2010
Haus der Demokratie ein Raub der Flammen

Wir sind erschreckt und traurig über die vollständige Zerstörung des Hauses der Demokratie in Zossen in der Nacht vom 22. zum 23.Januar 2010. Die Ermittlung der Brandursache müssen wir abwarten.

Nicht warten kann und darf jedoch die Arbeit und dürfen die Vorhaben der Bürgerinitiative »Zossen zeigt Gesicht« und des Vereins Bildung und Aufklärung Zossen e.V. (BAZ), des Trägers des Hauses der Demokratie.

Wir danken der Freiwilligen Feuerwehr und der Polizei, die sich unter extrem schwierigen Bedingungen in der Nacht bemüht haben unser Haus der
Demokratie zu retten, in das seit der Eröffnung am 12. September 2009 viel Arbeit, Geld und ehrenamtliches Engagement gesteckt worden sind.
All das darf nicht vergebens gewesen sein!

Nun benötigen wir Hilfe und Unterstützung, um unsere Arbeit sofort in anderen Räumen fortsetzen zu können. Wir hoffen auf breite Solidarität und Unterstützung bei der Wiederinbetriebnahme des Haus der Demokratie
in Zossen.

Bankverbindung: VR-Bank Fläming e.G., Kto Nr. 1106861200, BLZ 16062008
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Ergänzungen

Antifaschistischer Protest!

Zossener 25.01.2010 - 14:16
In der Nacht des 22. zum 23. Januar ist das „Haus der Demokratie“ in Zossen, durch zurzeit unbekannte Ursachen, niedergebrannt.

Vieles deutet auf einen Brandanschlag von lokalen Neonazis aus dem Umfeld der Kameradschaft „Freien Kräfte Teltow-Fläming“ hin. Sollte sich dies bewahrheiten, stellt dieser Anschlag bei dem die gerade öffentlich gezeigte Ausstellung „Jüdisches Leben in Zossen“ verbrannt ist, einen der schlimmsten antisemitischen Anschläge im Land Brandenburg seit dem Brandanschlag auf die „Jüdische Baracke“ in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen im Jahr 1992 dar.

Die Bürgerinitiative „Zossen zeigt Gesicht“, als Begründerin des Hauses, engagiert sich seit einiger Zeit in einem breiten Bündnis gegen faschistische Strukturen in Teltow-Fläming und versucht durch selbstorganisierte Projekte eine kritische Zivilgesellschaft zu fördern.

Am kommenden Mittwoch, den 27. Januar, wird eine große Gedenkveranstaltung in der Zossener Innenstadt stattfinden. Anlass ist der „Internationale Holocaustgedenktag“. Karl Stenzel, 94 Jahre alt, Mitglied der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - VVN-BdA“, ehemaliger Häftling des Konzentrationslagers Sachsenhausens, wird in diesem Zusammenhang über sein Leben im Widerstand gegen den nationalsozialistischen Terror berichten. Wegen des Brandes wird er nun im Saal der Kirchengemeinde Zossen am Kirchplatz 4 sprechen. Auch wenn Neonazis in Zossen nicht davor zurück schrecken, Angst und Terror zu verbreiten, sind die Zossener AntifaschistInnen nicht bereit, Ihnen das Feld zu überlassen.

In diesem Zusammenhang bezeichnend für die politische Lage in Zossen ist auch ein Kommentar der Zossener Bürgermeisterin, Michaela Schreiber. Diese verharmloste die Gefahr durch Nazis in ihrer Stadt und verwies auf eine Mitschuld der Bürgerinitiative, welche „zu links“ bzw. kritisch wäre und dadurch den Zorn der Nazis natürlicherweise anziehen würde. Das die Bürgermeisterin mit solchen Aussagen politische Anknüpfungspunkte für Nazis herstellt, nimmt diese unkritisch in Kauf. Das faschistische Problem in Zossen wird somit von ihr verneint und auf einen Zustand reduziert, welcher nur hervortrete, wenn Nazis provoziert werden würden. Das dieser Ansatz nicht nur falsch ist, sondern die schlechten „Zossener Zustände“ noch verhärtet, anstatt diese progressiv zu lösen, stellt ein großes Problem für weiteres antifaschistisches Vorgehen dar.

„Dies stellt ein Schlag ins Gesicht für die Menschen dar, die sich offen den Nazis entgegenstellen und für eine demokratische politische Kultur in Zossen streiten. Die Bürgermeisterin verkennt ganz offensichtlich die politischen Bedeutung dieses antisemitischen Anschlages“, so Hannes Püschel, Mitglied des Landesvorstandes der VVN-BdA Brandenburg.

Um diesen fatalen politischen Tendenzen in Zossen effektiv entgegenzuwirken, rufen wir Gruppen und Einzelpersonen dazu auf, sich an der Gedenkkundgebung in Zossen zu beteiligen und ihre Solidarität mit den Betroffenen von rechter und antisemitischer Gewalt zu zeigen.

„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel“. (Schwur von Buchenwald)

Antifaschistische Gedenkkundgebung: Marktplatz Zossen / 17 Uhr
Zeitzeugengespräch: Kirchplatz 4, Saal der Kirchengemeinde / 19 Uhr

Diesen Aufruf unterstützen:

VVN-BdA e.V. - Land Brandenburg
VVN-BdA Potsdam-Mittelmark-Fläming
Autonome Antifa Teltow-Fläming [aatf]
Linksjugend Solid` TF
Soziale Unruhe Blankenfelde [SUB]
Linke Fläming United [LFU]

BLN:Anreise zur antifaschistischen Kundgebung

Antifa 25.01.2010 - 15:48
Kommenden Mittwoch findet in Zossen eine antifaschistische Kundgebung statt (siehe u.a.:  http://aatf.antifa.net/), die den Anschlag im besonderen und rechte Gewalt im Landkreis im allgemeinen thematisiert. Da die regionale Antifa-Szene vergleichsweise schlecht besetzt ist, ist es wichtig, dass die Genossen außer von zivilgesellschaftlichen Akteuren auch von berliner AntifaschistInnen unterstützt werden. Berlin und Zossen trennen lediglich eine dreiviertel Stunde mit dem Regio.

AntifaschistInnen, die kommenden Mittwoch zur Kundgebung fahren wollen, nutzen am Besten den Zug ab Bln-Hbf 16:07h. Der Zug fährt u.a. über Alexandeplatz (16:14h), Ostbahnhof (16:18h) und Karlshorst (16:27h).

Je nach Situation wird es einen mobilisierten Zugtreffpunkt für ebenjenen Zug geben.

Das Berlin-Brandenburg-Ticket gilt für Hin- und Rückfahrt und kostet 27€ (gilt für maximal 5 Personen).

Holocaustgedenktag Mittwoch

Alle nach Zossen! 25.01.2010 - 17:05
"Da die regionale Antifa-Szene vergleichsweise schlecht besetzt ist,"

Die Antifa-Szene in Zossen ist vielleicht vergleichsweise klein und marginal, im nördlichen TF , am südberliner Rand, sieht es dahingegen völlig anders aus :-) da is Rote Zone.

Mittwoch alle nach Zossen - der braunen Brut die Stirn bieten!

Es gibt kein ruhiges Hinterland...

nazis mobilisieren am 27.1. nach zossen!!!

infoportal 25.01.2010 - 21:08
nazis mobilisieren für mittwoch 18 uhr zu einer kundgebung auf dem zossener marktplatz. sie behaupten, die BI habe das haus selbst angesteckt, um geld zu scheffeln.

das gebäude, in dem sich das haus der demokratie befand, gehörte dem landkreis teltow-fläming, also wird da schon aufgrund gesetzlicher vorschrift eine brandschutzversicherung vorliegen. es sieht so aus, als erhielte die BI bald neue räumlichkeiten. ferner ist bis dato nicht geklärt, ob das feuer durch einen brandanschlag oder durch einen technischen defekt verursacht wurde. die polizeilichen ermittlungen dauern noch an.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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Jetzt erst. — recht!

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