Protest in Gronau geht weiter

Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen 24.01.2010 19:29 Themen: Atom Ökologie
Nach einer ersten spontanen Mahnwache mit ca. 30 Leuten am Freitag abend, einer Greenpeace-Aktion am Samstag morgen und dem gestrigen Autobahn-Aktionstag "Dem Castor entgegen" wurde auch heute in Gronau anlässlich des schweren Störfalls demonstriert.
Circa 70 Menschen kamen zur angemeldeten Mahnwache vor das Gronauer Rathaus. Aufgrund positiven Resonanz wurden kurzerhand einige Redebeiträge gehalten und eine kleine Demo durch die Innenstadt durchgeführt.
Die erst am Freitag angekündigte Mahnwache war für Gronauer Verhältnisse mit ungefähr 70 Menschen erstaunlich gut besucht. So wurde aus der angekündigten Mahnwache eine Kundgebung und Demo.
Nach einer kurzen Begrüßung durch den Arbeitskreis Umwelt Gronau zog die Demo eine kleine Runde durch die Innenstadt, dabei wurde in Sprechchören die Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau gefordert.

Zurück am Rathaus gab es vom Arbeitskreis Umwelt noch einen Redebeitrag, in dem nochmal der aktuelle Informationsstand zum Unfall vom Donnerstag und die Gefahren der UAA erläutert wurden. Spontan sprachen auch Gewerkschaftsangehörige, welche an der Demo teilnahmen. Dabei wurde deutlich, dass eine Sonderstellung für die Urenco in Sachen Betriebssicherheit nicht hinnehmbar ist und der Vorfall lückenlos aufgeklärt werden muss. Neben Schutzkleidung für die Arbeiter wurde auch ein Betriebsstopp bis zur Aufklärung, wie er bei allen anderen Industriebetrieben sofort verhängt würde, gefordert.

Auf vielen Transparenten und kurzfristig gemalten Schildern ("Behaltet eure dreckigen Sponsorengelder" "Sofortiger Atomausstieg - Energiewende jetzt") wurde deutlich, dass es den Teilnehmern nicht nur um die Sicherheit der Urananreicherungsanlage in Gronau ging, sondern auch um die finanziellen Machenschaften der Urenco und den Atomausstieg im Gesamten.
Der Urenco-Konzern (Eon, RWE, Britischer und Niederländischer Staat) hat die Stadt Gronau finanziell fest im Griff: Nahezu alle Vereine werden gesponsert, die Stadtbücherei erhält Beträge im fünfstelligen Bereich und aufgrund des Steueraufkommens hat Gronau einen positiven Haushalt.

Trotz dieser schwierigen Lage wurde abschließend zu weiteren Protesten aufgerufen:

- spontane Aktionen sind auch noch in der kommenden Woche möglich, achtet auf Ankündigungen

- jeden ersten Sonntag im Monat findet um 14 Uhr der traditionelle Sonntagsspaziergang an der Urananreicherungsanlage Gronau statt, nächster Termin ist der 7. Februar

- am 4. April (Ostersonntag) ist eine Osteraktion/ Ostermarsch geplant, da die Gronauer Anlage auch eine ganz klare militärische Dimension hat

- am 24. April wird in Ahaus eine große Atomausstiegsdemo stattfinden

Festzuhalten bleibt: Der Widerstand geht weiter, egal was Merkel und Co in Berlin beschließen.

Atomausstieg ist Handarbeit!
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Ergänzungen

100 Teilnehmer

TV-Man 24.01.2010 - 21:59
Nach Medienberichten des WDR nahmen sogar zeitweise 100 Menschen an der Demo teil!

Fotos sich hier:  http://www.anti-atom-aktuell.de/fotos/20100124_demo-gronau/index.html