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[Bln] Fight Back! Mieterhöhungen stoppen!

Freund_innen der Liebig 14 23.01.2010 01:02 Themen: Freiräume Soziale Kämpfe
Demo 30.1 18 Uhr Heinrichplatz

Die Wohnungsmarktpolitik verschärft sich , Mieten steigen weiter an und
der Liebig 14 droht unmittelbar die Räumung . Wir schauen diesen
Angriffen nicht tatenlos zu und rufen am 30.01.10 um 18 Uhr am Heinrichplatz
zu einer Solidaritätsdemonstration auf.
Nach den verlorenen Prozessen um die Mietverträge ist das Hausprojekt akut
existenzbedroht, da alle Rechtsmittel ausgeschöpft sind können die
Hauseigentümer S. Beulker und E. Thöne die Räumung aller Wohnräume
veranlassen.
Mit diesem Problem steht die Liebig 14 nicht alleine da. Auch andere
Hausprojekte in Berlin sind ständig von Angriffen und Räumungen betroffen.
Diese Formen von sozialer Verdrängung sind leider keine Einzelfälle und
zeigt auch die aktuelle Wohnungsmarktpolitik des Berliner Senats. Immer mehr
Stadtteile in der Mitte Berlins werden zu Sanierungsgebieten erklärt und
somit werden Tür und Tor für profitorientierte Investoren geöffnet, um
Luxussanierungen vorzunehmen und damit verbundene Mieten immens in die
Höhe getrieben. In einem Atemzug werden zahlungskräftige Mieter_innen gezielt
angeworben und finanzschwache Menschen aus ihrer gewohnten
sozialen Umgebung vertrieben.

Mit dieser Strategie sollen so genannte Problembezirke „befriedet“ werden,
wie es bereits im Prenzlauer Berg , Friedrichshain und Mitte geschehen
ist. Gezielt werden politische Projekte, wie die Liebig 14 bekämpft, weil
sie Orte schaffen, in denen Widerstand gegen die herrschenden Verhältnisse
organisiert werden können. Um diese menschenverachtende Entwicklung
aufhalten zu können, braucht es die Solidarität aller Menschen, die von
Profitgier und der damit verbundenen Verdrängung betroffen sind, oder in
Zukunft betroffen sein werden.

Deswegen müssen wir unsere Kämpfe miteinander verbinden, um effektiv
Widerstand leisten zu können. Lasst uns lautstark und entschlossen auf
die Strasse gehen,um gemeinsam unsere Wut gegen die herrschenden
Verhältnisse Ausdruck zu verleihen und unsere Solidarität mit dem
räumungsbedrohten Wohn -und Hausprojekt Liebig 14 zu zeigen.

Wir verstehen die anstehende Räumung als ein Angriff auf uns Alle!

Liebig 14 Bleibt! - Keine Räumung unter dieser Nummer!

Route: Heinrichplatz-Oranien str-Wrangel str- Falkenstein str-Oberbaum str-Warschauer str-Petersburger str- Rigaer str- Ende: Rigaer/Liebig (Dorfplatz)

 http://liebig14.blogsport.de
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Ergänzungen

Solidarisieren!

Wir bleiben Alle 23.01.2010 - 09:59
Es gibt einen Unterstützer_innen Aufruf und Banner, die ihr auf euren Seiten, Blogs und anderen Medien veröffentlichen könnt um solidarität zu zeigen und eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen. Leitet den Aufruf bitte weiter und schreibt uns, ob ihr den angehängten Text mit eurem Gruppennamen unterschreibt und als Unterstützer_innen auf dem WBA-Blog auftauchen möchtet.

Unterstützungs-Aufruf für das von Räumung bedrohte Hausprojekt Liebig 14 in Berlin

„Vom Gerichtssaal auf die Straße“

Das autonome Wohn- und Kulturprojekt Liebig 14 steht kurz vor der Räumung. Am 13.11.2009 fand der letzte Prozess gegen das Hausprojekt in der Liebigstraße 14 in Berlin statt. Wie vorauszusehen war, wurde der juristische Kampf um die bestehenden Mietverträge verloren. Jetzt gilt es einer drohenden Räumung auf anderen Ebenen etwas entgegenzusetzen!

Das Haus in der Liebigstraße 14 wurde 1990 nach Leerstand besetzt und erlangte 1992 Einzelmietverträge mit der Wohnungsbaugesellschaft Friedrichshain (WBF). Seit der Besetzung bietet das Projekt gemeinschaftlich verwalteten Wohnraum für Menschen verschiedenster Altersgruppen und Herkunft sowie Platz für kulturelle Veranstaltungen und politisch- emanzipatorische Arbeit. Im Jahr 1999 wurde das Haus an die LiLa GbR verkauft, bestehend aus den Gesellschaftern Suitbert Beulker und Edwin Thöne. Mit dem Eigentümerwechsel begann eine Reihe von aggressiven Maßnahmen gegen die Bewohner_innen und die kollektive Wohnform. Wie z.B. die Räumung der Gemeinschaftsräume im Erdgeschoss 2007 und dem Abbau einer Zwischentür im Treppenhaus, welche von den BewohnerInnen notwendigerweise anstelle der einzelnen Wohnungstüren eingesetzt worden war. Diese musste letztendlich auch als Kündigungsgrund herhalten.

Die Liebig 14 positioniert sich gegen gesellschaftliche Ausgrenzung und Unterdrückung jeglicher Art und bietet kollektiven Wohnraum für politisch Interessierte und vom profitorientierten Wohnungsmarkt Ausgeschlossene. Die selbstorganisierte Hausgemeinschaft ermöglicht zudem ein solidarisches und selbstbewusstes Auftreten im Umgang mit „Hauseigentümern“ und drohender Verdrängung.
Die Verdrängung unkommerzieller Projekte ist eine der Folgen der umfassenden Aufwertung der Innenstadtgebiete (Gentrifizierung). Modernisierung von günstigem Wohnraum und die dadurch steigenden Mieten sind eine folge kapitalistischer Verwertungslogik. Dadurch findet vor allem eine Verdrängung einkommensschwacher Menschen statt.
Organisierte Hausgemeinschaften, wie sie in Hausprojekten existieren, ermöglichen von Gentrifizierung betroffenen Mieter_innen, sich gegen drohende Verdrängung effektiv zur Wehr zu setzen. Daher ist der Kampf für den Erhalt eines Autonomen Hausprojektes als exemplarisch für den Widerstand gegen Gentrifikation zu begreifen.

Gerade in letzter Zeit kam es in Berlin zu einem Schlag der staatlichen Repressionsorgane gegen Einzelpersonen sowie linksradikale Strukturen. Menschen wurden festgenommen, Hausprojekte gerazzt, keine 2 Wochen später wird das Wohnprojekt in der Brunnenstrasse 183 geräumt und kurz darauf ein Jugendlicher in einem Park von Zivilpolizisten angeschossen. Darauf gab es bereits viele Antworten, jedoch gilt es auch nach vorne zu blicken und sich auf kommende Ereignisse vorzubereiten um nicht weiter in die Defensive zu geraten. Eine Räumung der Liebig 14 kommt für uns nicht infrage. Zeigen wir gemeinsam, dass wir keinen Bock haben auf diesen Staat und seine Repression, dass wir keinen Bock haben auf Fremdbestimmung und dass wir keinen Bock haben auf kapitalistische Verwertungslogik. Wir wollen das wirklich schöne Leben – nicht übermorgen, nicht morgen, sondern jetzt!

„Wenn sie sich mit eine_r von uns anlegen, legen sie sich mit uns allen an.“

Die Liebig 14 ist in Berlin Teil einer Struktur linksradikaler Freiräume, in denen versucht wird, die Einflüsse gesellschaftlicher Ausgrenzungs- und Unterdrückungsmechanismen wie z.B. Rassismus, Sexismus, Homophobie möglichst gering zu halten. Doch geht es nicht darum, sich in der eigenen schönen Welt auszuruhen, sondern um den Anspruch, mit den Ideen eines Lebens ohne Kapitalismus, Hierarchien und Unterdrückung in die Gesellschaft zu intervenieren. In Angesicht dessen wäre der Verlust eines Raumes, in dem dies praktisch erprobt und für einige Menschen erfahrbar gemacht wird nicht hinzunehmen. Das Vorgehen gegen eines unserer Kultur- und Wohnprojekte ist mit ein Angriff auf alle, die dieses und ähnliche Projekte nutzen aber auch auf alle, die mit den Ideen und Ansprüchen des Projektes die Gesellschaft erreichen wollen. Darum seid Solidarisch und unterstützt den Kampf um den Erhalt der Liebig 14.

Kapitalistischen Normalbetrieb stilllegen!
Wir bleiben alle!

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Kritik

Dein Name 23.01.2010 - 12:14
"Gerade in letzter Zeit kam es in Berlin zu einem Schlag der staatlichen Repressionsorgane gegen Einzelpersonen sowie linksradikale Strukturen. Menschen wurden festgenommen, Hausprojekte gerazzt, keine 2 Wochen später wird das Wohnprojekt in der Brunnenstrasse 183 geräumt und kurz darauf ein Jugendlicher in einem Park von Zivilpolizisten angeschossen. Darauf gab es bereits viele Antworten, jedoch gilt es auch nach vorne zu blicken und sich auf kommende Ereignisse vorzubereiten um nicht weiter in die Defensive zu geraten."

Ihr hat da etwas missverstanden, zumindest was die Brunnen183 betrifft: nix ist vorbei! Also das vielbeschworene "gemeinsam", "wir" und "uns"... wo war das nochmal bei den Vorbereitungen zur Demonstration heute und sonst? genau... nicht wahrnehmbar! Aber das liegt nicht an den WBA-Projekten, sondern an einigen Obermackerinnen in den Strukturen.

Kommt zur Vernunft und lasst uns gemeinsam kämpfen, oder fallt uns wenigstens nicht ständig in den Rücken, nur um euch als bessere Menschen anzuempfehlen.

Und zum Freiraumbegriff: Menschen sollen im Zentrum stehen und nicht irgendwelchen Glaubensbekenntnisse.
Zuerst einmal muss der Staat und die Repression ausgeschlossen werden."Freiräume werden erkämpft und nicht erbettelt!" danach kann mensch sich Gedanken machen, wie der Freiraum optimiert werden kann.

Mit völlig übertriebener pc-kacke, werden menschen vergrault anstatt sie zu integrieren. Und dabei gibt es sie, die unzufriedenen, diejenigen die einen Wohnraum brauchen, diejenigen die sich keine Miete leisten können, diejenigen die Häuser besetzen weil sie müssen!

Juhu

Zäpp 23.01.2010 - 13:06
"Zuerst einmal muss der Staat und die Repression ausgeschlossen werden."Freiräume werden erkämpft und nicht erbettelt!" danach kann mensch sich Gedanken machen, wie der Freiraum optimiert werden kann."

Stimmt! In den "Freiräumen" kann man erstmal die Sau rauslassen, und wenn der Staat und die Repression dann mal bekämpft sind, kann man ja immer noch lernen, was richtig ist...

utopia

utopist 24.01.2010 - 11:35
Die Errichtung einer utopischen Gesellschaft ist ein Urtraum der Menschheit, dessen Erfüllung stets am Paradox seiner totalitären Grundsätze gescheitert ist. Westliche Denker haben entweder versucht, die Utopie auf praktisch durchführbare Prinzipien zu gründen, oder jegliche derartige Möglichkeit von vornherein ausgeschlossen. Alle Bemühungen des Staats, reale Utopien durchzusetzen, erstickten unter der Last der Gesetze, die zur Aufrechterhaltung einer angeblich perfekten Welt nötig sind. Dessen ungeachtet bleibt die Idee der Utopie ein elementarer Bestandteil unserer Kultur.