Gera: 6. Jahrestag des rassistischen Mordes
Mahnung am Ort der Tat
In der Nacht zum 21. Januar 2004 wurde der damals 27-jährige Oleg V. in Gera von mehreren Jugendlichen ermordet. Am gestrigen Sonntag traf sich eine Gruppe von AntifaschistInnen, um ihm und allen Opfern rassistischer und faschistischer Morde zu gedenken.
In der Nacht zum 21. Januar 2004 wurde der damals 27-jährige Oleg V. in Gera von mehreren Jugendlichen ermordet. Am gestrigen Sonntag traf sich eine Gruppe von AntifaschistInnen, um ihm und allen Opfern rassistischer und faschistischer Morde zu gedenken.
Oleg V. starb allein aus dem Grund, weil er sogenannter „Spätaussiedler“ und für die Täter eine „Russensau“ war. Seine Peiniger gehörten zu den nicht organisierten Neonazis in den Plattenbauten und Dörfern im Norden der Stadt. Dort, wo sich an den Wochenenden verschiedene Cliquen zum Trinken treffen, weil sie sich aus der Schule oder dem Stadtteil kennen. So geschah es auch an dem damaligen Wintertag, als sich das Opfer mit seinen späteren Mördern in einer Wohnung betrank. Stunden später war Oleg V. tot. Er wurde in ein Wäldchen gelockt und so lange gequält, bis er zu atmen aufhörte. Mit einer Bierflasche, einem Messer, einem Nunchaku und einem Hammer entstellten sie ihn bis zur Unkenntlichkeit.
Seither erinnert alljährlich eine Mahnwache an diese grauenvolle Tat. Dazu kamen gestern Nachmittag etwa 20 Menschen zusammen. In dem Wäldchen am Rande von Bieblach Ost legten sie eine Gedenktafel nieder und stellten Kerzen auf. Nach einer Schweigeminute prangerte das Bündnis gegen Rechts in einer Rede die weiter währende Verharmlosung und gar Verleugnung von nazistischer Gewalt an.
Auch nach diesem Mord wurde beschwichtigt und gegen jene gehetzt, die nicht zur Tagesordnung übergehen wollten. Polizei und Stadtoffizielle leugneten beharrlich die rassistischen Motive der Täter und vermittelten die Angehörigen nicht einmal an die Opferberatung für Betroffene rechtsextremer Gewalt in Gera. Eine antifaschistische Demonstration, wenige Tage später, wurde kriminalisiert, während Neonazis die damals aufgestellte Mahnwache zerstörten. Sie taten alles, um die Kritik an der Situation in dieser Stadt mundtot zu machen.
Ein Grund mehr, warum es von städtischer Seite bis heute keine Initiative für eine fest angebrachte Gedenktafel gibt. Stattdessen erhebt das Ordnungsamt jedes Jahr Gebühren, für die nur wenige Wochen verbleibende Holzplatte. Die Antifaschistische Aktion Gera schließt sich der Forderung des Bündnis gegen Rechts nach einer festen Gedenktafel an.
Bis heute taucht die Tat in keiner offiziellen Statistik rassistischer Morde auf. Das hinderte die InitiatorInnen der Wanderausstellung „Opfer rechter Gewalt“ nicht daran, das Schicksal von Oleg V. zu dokumentieren. Zuletzt machte sie 2006 in Gera Station.
Antifaschistische Aktion Gera
Dokumentation und Folgen des rassistischen Mordes
http://aag.antifa.net/archiv/aag02-04/htm/nazimord.htm#top
1. Jahrestag
http://aag.antifa.net/archiv/bts/bts.htm
5. Jahrestag
http://aag.antifa.net/aag/archiv2009.html#01
Ausstellung Opfer rechter Gewalt
http://www.opfer-rechter-gewalt.de
Kampagne "Erinnern, nachdenken, handeln" Hohenstein-Ernstthal
http://02okt1999.blogsport.de/2009/08/24/erinnern-nachdenken-handeln-mit-courage-gegen-rechts
Seither erinnert alljährlich eine Mahnwache an diese grauenvolle Tat. Dazu kamen gestern Nachmittag etwa 20 Menschen zusammen. In dem Wäldchen am Rande von Bieblach Ost legten sie eine Gedenktafel nieder und stellten Kerzen auf. Nach einer Schweigeminute prangerte das Bündnis gegen Rechts in einer Rede die weiter währende Verharmlosung und gar Verleugnung von nazistischer Gewalt an.
Auch nach diesem Mord wurde beschwichtigt und gegen jene gehetzt, die nicht zur Tagesordnung übergehen wollten. Polizei und Stadtoffizielle leugneten beharrlich die rassistischen Motive der Täter und vermittelten die Angehörigen nicht einmal an die Opferberatung für Betroffene rechtsextremer Gewalt in Gera. Eine antifaschistische Demonstration, wenige Tage später, wurde kriminalisiert, während Neonazis die damals aufgestellte Mahnwache zerstörten. Sie taten alles, um die Kritik an der Situation in dieser Stadt mundtot zu machen.
Ein Grund mehr, warum es von städtischer Seite bis heute keine Initiative für eine fest angebrachte Gedenktafel gibt. Stattdessen erhebt das Ordnungsamt jedes Jahr Gebühren, für die nur wenige Wochen verbleibende Holzplatte. Die Antifaschistische Aktion Gera schließt sich der Forderung des Bündnis gegen Rechts nach einer festen Gedenktafel an.
Bis heute taucht die Tat in keiner offiziellen Statistik rassistischer Morde auf. Das hinderte die InitiatorInnen der Wanderausstellung „Opfer rechter Gewalt“ nicht daran, das Schicksal von Oleg V. zu dokumentieren. Zuletzt machte sie 2006 in Gera Station.
Antifaschistische Aktion Gera
Dokumentation und Folgen des rassistischen Mordes
http://aag.antifa.net/archiv/aag02-04/htm/nazimord.htm#top 1. Jahrestag
http://aag.antifa.net/archiv/bts/bts.htm 5. Jahrestag
http://aag.antifa.net/aag/archiv2009.html#01 Ausstellung Opfer rechter Gewalt
http://www.opfer-rechter-gewalt.de Kampagne "Erinnern, nachdenken, handeln" Hohenstein-Ernstthal
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