Verboten: Gedenkveranstaltung in Moskau

Syndikalismus.tk 13.01.2010 22:04 Themen: Repression Soziale Kämpfe Weltweit
Am 19. Januar jährt sich der Todestag des libertären Anwalts Stanislaw Markelow und der Journalistin und Anarchistin Nastja Baburowa.
Moskau: Gedenkveranstaltung für Markelow und Baburowa untersagt

Am 19. Januar jährt sich der Todestag des libertären Anwalts Stanislaw Markelow und der Journalistin und Anarchistin Nastja Baburowa. Beide wurden vor dem Eingang der Moskauer Metrostation "Kropotkinskaja" durch einen Killer erschossen. Markelow war einer der engagiertesten russischen Anwälte - er vertrat anarchistische und antifaschistische Aktivisten und war der letzte russische Anwalt, der sich nicht scheute direkt in Tschetschenien zu arbeiten - hier vertrat er u.a. die Familie von Elsa Kungajewa, einer 18-jährigen Tschetschenin, die von einem russischen Oberst vergewaltigt und ermordet wurde. Auf dem Heimweg von einer Pressekonferenz zu dem Fall des betreffenden Obersten Budanow - welcher vorzeitig aus der Haft entlassen wurde, ereilte sie der Tod.

In diesem Jahr mobilisiert das "Komitee des 19. Januar" zu einer städte- und länderübergreifenden Aktion zum Gedenken an die ermordeten GenossInnen. Zahlreiche Personen aus Kunst, Kultur und Wissenschaft unterzeichneten Solidaritätsschreiben - darunter der bekannte Autor utopischer Erzählungen Boris Strugatzki.

Am 11. Januar 2010 wurde von den verantwortlichen Stellen für die Sicherheit der Stadt Moskau unter Anführung formaler Gründe (zu späte Einreichung der Anmeldung) die geplante Kundgebung vorerst untersagt. In der Presse wurde eine üble Hetzkampagne gegen das veranstaltende Komitee begonnen. Das Komitee teilte mit, dass die Kundgebung unabhängig von einer Genehmigung durchgeführt werden wird.
"Die Aktion findet in jedem Falle statt, denn das Andenken der vor einem Jahr Umgekommenen - des Anwalts Stanislaw Markelow und der Journalistin Anastasija Baburowa zu würdigen und gegen die faschistischen Morde aufzutreten - ist unsere heilige Pflicht. Und wir sehen keine gesetzlichen Grundlagen, die uns darin einschränken könnten."

Quellen:
 http://rkas.org.ua/forum/viewtopic.php?f=12&t=969&view=unread#unread
 http://tupikin.livejournal.com/456920.html

Hier findet sich der deutsche Text des Manifestes des "Komitees des 19. Januars":
 http://jan-19.livejournal.com/581.html
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Soli-Aktionen?

Iwan 14.01.2010 - 08:00
Na dann zeigen wir uns doch am 19. solidarisch... am besten natürlich ohne Genehmigung! Mir persönlich war der Aufruf ja eigentlich viel zu brav, demokratie- und staatsfixiert, aber das war dem Herrn Putin wohl immer noch zu radikal. Belästigt russische Botschaften, Konsulate und Firmen (z. B. Gasprom)!

Anarchisten

bodo 15.01.2010 - 17:25
Ist ja nun nix neues.
Vor 30 Jahren hätte eine Anarchistin in Moskau auch nicht überlebt.
Kapierts ,ihr könnt nur in einer ordnung Leben und Überleben die euch maximal als kaum ernstzunehmende ,relativ harmlose Vollidioten einordnet.

@bodo

Paul 18.01.2010 - 07:31
Du übersiehst nur, dass hier die werten Aufrechterhalter der Ordnung in die Tat verwickelt sind...