Anonyme Kommunikation in Zeiten der VDS

Rainer Zufall 12.01.2010 04:35 Themen: Netactivism
Liebe Freiheitsliebenden,

ich moechte in diesem Beitrag ein kurzes Plädoyer für anonyme/anonymiserende pseudonyme Netzwerke verfassen. Es soll in diesem Beitrag um anonyme/pseudonyme Kommunikation, die fuer jeden sozial aktiven Menschen notwendig ist, gehen und sie/ihn zur Mitarbeit und zur freien Nutzung auffordern, ohne auf technische Details einzugehen.
Anonymität ist ein Grundrecht jedes Freien Menschen. Ich denke in soweit sind wir uns alle einig.
Leider werden "moderne" Kommunikationslösungen wie WWW oder Mail mittlerweile von stattlichen Organisationen überwacht. Siehe  http://www.dubistterrorist.de/. Dies ist ein plakatives, aber treffendes Beispiel für die Überwachung unsererseits durch staatliche Organisationen.
Jeder Provider und jede Polizeidienstelle kann dank der VDS (Vorratsdatenspeicherung, siehe z.B. ak-vorrat.de) das Kommunikationsverhalten seiner Bürger überwachen und nachvollziehen.
Deshalb möchte ich euch,liebe Genossen und Genossinen, dazu auffordern, aktiv zu nichtstaatlichen Anonymisierungslösungen, wie Tor, Freenet oder I2P zu greifen.
Ich werde kurz auf die genannten Technologien eingehen, ohne sie im Detail näher zu beschreiben. Das kann der/die jeweilige Genosse/in eigenverantwortlich nachvollziehen.

1. Verwendet keine zentralisierten Lösungen wie JAP, auch wenn sie euch einfach nutzbar erscheinen - sie enthalten staatliche Backdoors, also Überwachungsschnittstellen.

2. Verwendet niemals in anonymen/pseudonymen Netzwerken Erkennungen (z.B. Nicknames), die ihr im offen WWW verwendet.

3. Schaltet javascript, flash und java ab. Diese Dienste koennen euch, wenn euer Rechner Direktzugang zum Internet hat, verraten.

4. Legt Gruppen in internen Netzen an. Die Kommunikation in internen, anonymen Netzen, wie im Torland (*.onion,*.i2p oder freenet-destinations) erlaubt nahezu absolute Anonymität und Pseudonymität. Diejenigen, die sich auf technischer Ebene damit auseinandersetzen, werden feststellen, dass derartige Netzwerke neben Anonymität auch sogenannte "plausible deniabilty" ermöglchen, damit niemand nachvollziehen kann, wer wann diese Inhalte veröffentlicht hat und auf welche Inhalte ihr zugeriffen habt.

5. Ignoriert illegale/kontroverse Inhalte, wenn ihr sie nicht mögt. Es gibt einige wenige Leute, die diese Möglichkeit zur Anonymität ausnutzen, um kontroverse Inhalte zu veröffentlichen oder zu nutzen.
Ihr könnt nichts dagegen tun, da die Anonymität, die euch schützt auch diejenigen schützt, die Inhalte veröffentlichen, die euch nicht gefallen.

6. Tragt zur Gemeinschaft bei. Wenn ihr übersetzen, programmieren oder sonst etwas brauchbares beherrscht, dann arbeitet mit an Verbesserungen, Übersetzungen etc.pp.
Die Gemeinschaft braucht euch.
Jede genannate Software ist GPL oder Public Domain - es sollten also keine Gewissenskonflikte auftreten, es sei denn, man ist Kapitalist oder Faschist.

So, nun ist es an euch die Sphären des vollüberwachten, nichtanonymen Systems "WorldWideWeb" (nicht zu verwechseln mit "Internet") zu verlassen und euch auf der Ebene vollanonymisierter, vollverschlüsselter (in militärischer Qualität) Kommunikation auszutauschen. Acha, jeder kompetente Beitrag ist absolut willkommen.

Links:
torproject.org
i2p2.de
freenetproject.org
gnupg.org
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Ergänzungen

Anonymität

und Verschlüsselung... 12.01.2010 - 11:26
... sind erst mal verschiedene Dinge. TOR ist nur dafür da die Anonymität zu erhöhen. Wenn man seine Daten deswegen nicht verschlüsselt kann sie dann natürlich jeder Betreiber eines Exit.Nodes lesen, so wie bei jeder unverschlüsselten Kommunikation. Das ist aber nicht Problem von TOR sonder des einzelnen. Dessen muss man sich natürlich Bewusst sein. Nicht von ungefähr hält sich das Gerücht, dass Repressionsorgane sehr gerne selber Exit-Nodes betreiben.

Zur PGP(GPG) Problematik:
Es sollte jedem klar sein, dass jedes praktikable kryptographische Verfahren mit dem Einsatz von genügend Zeit und Geld knackbar ist. Diese Zeit und Geld verringert sich natürlich mit der Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Rechnersysteme. Kryptographie zielt somit eigentlich meist nur ab eine Entschlüsselung unrentabel zu machen (Dank der Kryptographie ist es sehr leicht möglich diese Kosten/Zeit in astronomisch Höhen zu treiben). Dass kleine Schlüssel immer "erreichbarer" für den Stand der Technik werden ist nur logisch. Deswegen sollte man natürlich immer "angemessene" Schlüssellängen verwenden. Ich kenne z.B. niemand der in den letzten 5 Jahren auch nur in Betracht gezogen hätte einen 768-bit Schlüssel zu generieren (zumindest nicht wenn er einen sicheren Schlüssel wollte.)
Man sollte sich wie immer auch mal n bisschen mehr mit den Sachen beschäftigen die man einsetzt einsetzen will.

Und wenn man keine Ahnung hat einfach öfters mal ruhig sein und keine Halbwahrheiten verbreiten

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Zeige die folgenden 5 Kommentare an

Auch TOR unsicher / Kritikunfähigkeit — Roland Ionas Bialke

@Roland Ionas Bialke — klugscheisser

@egal — zeiti