+++Chistiania angegriffen+++

Dora 15.12.2009 05:02 Themen: Repression Weltweit Ökologie
Diese Nacht wurde die Freistadt Christiania von der Polizei angegriffen.
Nachdem sich das Vorgehen der dänischen Bullen in den letzten Tagen durch menschenunwürdigsten Verhalten, Schikane und Gewaltexzesse auszeichnete, kam es heute ( in der Nacht vom 14.-15. Dezember) zu einem neuen unvorhersehbaren Höhepunkt. Die seit 1971 existierende Freistadt Christiania wurde von hunderten Bullen geräumt und anschließend besetzt.
Ab ca. 22:30 Uhr begannen die Bullen Christiania zu umstellen, als Reaktion auf die Verbarrikadierung der Eingangstore. In der nächsten Stunde versammelten sich rund um Christiania Wasserwerfer, Räumfahrzeuge, ca. 15 deutsche Einsatzfahrzeuge, Hubschrauber, drei Hundestaffeln und Hunderte Cops. In dieser Zeit war es kaum noch möglich aus der Freistadt heraus zu kommen. Der Weg nach Innen war von den Bullen versperrt. Personen mit Presseausweis wurde der Zutritt teilweise gewährt, Demosanis kamen nicht hinein. Es wurde den Menschen vor der Räumung kaum Zeit gelassen das Gelände zu verlassen. Ab ca. 23:40 begannen die Hippos (Dänisches Schimpfwort für Bullen) in das Gelände gewaltsam einzudringen. Nach Zeugenaussagen der sich in der Freistadt verbliebenen Menschen setzten die Bullen massiv Tränengas ein. Der weitere Verlauf ist nicht dokumentierbar, da es diverse unterschiedliche Aussagen gibt. Große Teile Christianias wurden von den Cops durchkämmt. Zeitgleich fuhren Polizeibusse in der Nähe Christianias auf, viele der wenigen verbliebenen Menschen wurden nach der faktischen Räumung mit diesen Busen abtransportiert ( gezählt wurden 9 Busse ). Nach täglichen provokationen seitens der Cops kam es heute Nacht zu unfassbaren Ereignissen. Christiania war in den vergangen Tagen im Zuge der Proteste gegen den Klimagipfel Anlaufpunkt für verschiedenste Menschen. Es gab eine Vokü, Räumlichkeiten für Vorträge und Diskussionen, eine Sanistation, aber auch einen Rückzugsort für traumatisierte Protestler_innen, welche durch die anhaltende Polizeirepression besondern Schutz benötigen. Dieser Angriff ist eine weitere nicht hin nehmbare Schikane zur Brechung des Protestes gegen den Klimagipfel, gegen linke und linksradikale Strukturen in Kopenhagen und den Widerstand gegen das herrschende System.
„Christiania sieht aus wie ein Schlachtfeld – alles voller Scherben, glühenden Barrikadenresten, Löschschaum und gepanzerter Polizisten...“ erzählte ein Pressevertreter, der gerade durch die Polizeisperren zurückkehrte „ … wenn man bedenkt, dass hier vor ein paar Stunden noch gefeiert wurde ist das fast Unheimlich.“

Solidarität ist eine Waffe, wir rufen zu vielfältigen Solidaritätsaktionen, nicht nur in Kopenhagen, Dänemark, sondern weltweit auf.

Keine Garantie für vollständigkeit

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Ergänzungen

Soli-Flashmob in Berlin

activist 15.12.2009 - 10:07
 http://de.indymedia.org/2009/12/268742.shtml

15h WELTZEITUHR, BERLIN ALEXANDERPLATZ

arresti e resistenza a Christiania COP15 Cop

video 15.12.2009 - 11:09

auch interessant

verlinker 15.12.2009 - 12:44
der folgende Video zeigt die dänischen Bullen beim eingasen und zusammenkloppen einer Sitzblockade(!)gegen die Räumung eines Kirchenasyls.

zumindest den dänischen Genossenmüsste das ja bekannt gewesen sein.

warum jetzt über die Widerwärtigkeit der dänischen Bullen alle so erstaunt sind, erstaunt mich wiederum.

Warnung: das ding geht 9 minuten und ist nix für sensible gemüter. die Faschisten schlagen reihenweise am Boden Sitzende aus dem bürgerlichen und linken spekrtrum kaputt und besprühen sie aus z.T. 10 cm mit Gas direkt in die Augen.

am nächsten Tag waren 15000 Menschen in Kopenhagen wegen dieser Brutalität auf der strasse.

guckst du:  http://www.youtube.com/watch?v=RVaoba33sZ0&feature=related

Wasserwerfer etc

Traurig 15.12.2009 - 13:21
-Die Wasserwerfer sind aus Deutschland, da ist nur kurz "Politi" drüber geklebt worden. Der dänische Staat selbst besitzt keine Wasserwerfer.
-Die Menschen, die schon lange in Christiania leben, distanzieren sich ganz klar von den in letzter Zeit neu entstandenen Strukturen. ("Puscher- Street" mit Mafia- ähnlichen Strukturen, Sexismus usw.) Sie machen auf die Missstände unter anderem durch Aufkleber an ihren Häusern aufmerksam. Mensch kann also nicht davon ausgehen, dass alle Bewohner_innen des Freistaats sich mit diesen Formen identifizieren.

Es ist unfassbar, dass die Bullen jetzt einfach mal alles geräumt haben! Ich habe das climate bottom als friedlichen Anlaufpunkt empfunden. Es war toll, dass die Bewohner_innen hier eine Möglichkeit geschaffen haben, um zu diskutieren, sich auszutauschen, sich zu erholen, zu essen etc. Ich bedauere es sehr, dass jetzt die Gelegenheit beim Schopf gepackt wurde und Christiania von Bullen besetzt ist. Soli Aktionen überall!!

kosequenzen...? konsequenzen...!

auf 15.12.2009 - 13:52
Es ist klar, dass dieser vollkommen ungerechtfertigte, gewalttätige Polizeieinsatz öffentlich gemacht und beantwortet werden muss. Es ist auch klar, dass es neben der Kriminalisierung und Einschüchterung des Protest hier darum ging, die Gelegenheit zu nutzen, eine autonome Zone und bei allen kontroversen auch langjährigen Teil linker Infrastruktur anzugreifen - das sollte jetzt überall mit Aktionen beantwortet werden. Donnerstag ist internationaler Aktionstag in Solidarität mit den AktivistInnen, die in Kopenhagen vom Polizeistaat angegriffen werden ( http://indymedia.dk/articles/1737).

Es gibt allerdings noch eine zweite wichtige Konsquenz die wir endlich aus diesen und ähnlichen Erfahrungen (z.B. Strasbourg) ziehen müssen: Aussichtslose Scharmützel mit Bullen in einer Situation grenzenloser zahlenmässiger Unterlegenheit unmittelbar vor den Eingängen von Camps und linken Zentren gefährdet unsere eigene Infrastruktur, alle Menschen, die sich darin befinden und für die Durchführung von Protesten und Widerstand auf genau diese Infratsruktur angewiesen sind. Sie legitimieren Repression und spalten die Szene weil die Auseinandersetzung um solche Schwachsinnsaktionen Debatten um sinnvolle Militanz überlagert! Die kurzlebige Freude, die ein symbolischer Barribau, ein paar Stein- und Flaschenwürfe und ein kleines Feuerchen hervorrufen mögen, die berechtigte Befriedigung die einem das angesichts von Polizeibrutalität und Menschenrechtsverletzungen wie in Kopenhagen bringen mag, steht in keinem Verhältnis zum katastrophalen Resultat. Wir haben das wieder und wieder erlebt und es wird Zeit, daraus Konsequenzen zu ziehen.

Wer sich an sowas beteiligt, hat entweder nicht gründlich nachgedacht oder sich mitreissen lassen oder - ist Agent Provocateur! Wer mitgerissen wurde oder nicht nachgedacht hat, wird bei entsprechender Ansprache in der Regel einsehen, dass eine solche Aktion an einem solchen Ort völlig kontraproduktiv ist. Ein Agent Provokateur wird weitermachen, so lange es geht! Das heisst, wir müssen aus unseren Strukturen heraus offensiver auf Leute zugehen und ggf. einschreiten, wenn Aktionen eigene Leute, Infrastruktur oder Unbeteiligte direkt gefährden. Wir dürfen sinnlose Aktionen nicht aus Angst vor "Spaltung" als Naturgesetz hinnehmen, sondern müssen dafür sorgen, dass Lockvögel keine Chance haben und Agents Provocateur enttarnt werden können. (Und wem das zu undifferenziert ist: Sicher kann so ein Dazwischengehen auch mal unpolitische "erlebnisorientierte" Leute betreffen, denen es scheissegal ist, wo sie Krawall anzetteln - aber denen in letzter Konsequenz klar zu machen, dass sie wenn sie sich wie Bullenspitzel verhalten auch wie solche behandelt werden, ist möglicherweise heilsam, in jedem Fall notwendiger Selbstschutz!)

Das bedeutet nicht, dass es ohne Posertum oder Beteiligung an Lockaktionen keine Repression gäbe - sie liesse sich allerdings immer schlechter legitimieren, während die Delegitimation sinnvoller militanter Aktionen immer schwieriger würde. Es geht hier auch nicht darum, Massenmilitanz oder militante Kleingruppenaktionen in Frage zu stellen. Es geht ganz einfach darum, Köpfchen einzusetzen und nicht jedem Agent Provocateur auf den Leim zu gehen!

Jetzt aber erstmal: Raus aus dem Netz - wir sehen uns auf der Strasse!
Die AktivistInnen in Kopenhagen unterstützen! Polizeistaat bekämpfen!

Erfahrungsbericht

existiert 15.12.2009 - 16:15
- Montag abend gegen 21 Uhr:
- Kristiania ist abgesperrt, jede Straße, die von der Hauptstraße in die Richtung abbiegt ist mit 2 12-packs gesperrt;
- an der südlichen Brücke stehen 3 Hundestaffeln, sie werden ausgeladen und ziehen in Richtung CHristiania los, die Hunde sind verwirrt, aufgehetzt;
- auf dem südlichen Teil der Insel stehen (nach Zeugenaussagen) viele sehr gereizte Zivilpolizisten;
- Es fahren 9 Kombis vor, pro Kombi steigen 2 Polizisten mit den gleichen armen Geschöpfen aus; pro Hundestaffel 6 Hunde, pro PKW 2 Hunde -> 36 Hunde sind nach Kristiania rein (vom AUtor beobachtet);
- ein Wasserwerfer biegt nach Kristiania ein;
- die Polizisten, die sperren, sind teils gesprächsbereit und freundlich, teils unfreundlich;
- später am Abend kommen Menschen aus Kristiania (unterschiedliche Aussagen, teils sehr schwierig, Herauszukommen mit Kontrollen, teils sehr einfach)
- Schauplatz wird gegen 22:30, 23 Uhr verlassen, es kommen die ersten anti-PolizeiSprechchöre auf, die von den Menschentrauben, welche sich vor den gesperrten Seitenstraßen gebildet haben, aber im Abstand von etwa 20 m stehen;
- Die ganze Zeit kreist etwa 100...150 m über Christiania ein Polizeihelikopter mit starkem Flutlicht.

Toughe

Aktion 15.12.2009 - 17:54
das!
Worum ging es bei der Sitzblockade ( http://www.youtube.com/watch?v=RVaoba33sZ0)?
Der Film zeigt, dass die Bullen prügeln, weil sie sonst nicht Herr der Lage geworden wären. Macht Hoffnung!

Demo in HH wegen Repression in Kopenhagen

anarch@ 16.12.2009 - 00:34

Hallo liebe Mitstreiter_innen für ein antikapitalistisches Klima,

wie Ihr vermutlich mitbekommen habt, findet in Kopenhagen momentan der sogenannte COP 15 (Klimagipfel) statt.


Zu Protesten in diesem Zusammenhang haben unterschiedliche Bündnisse aufgerufen und mobilisiert. Siehe z.B.:
 http://nevertrustacop.org/Deutsch/Deutsch)

Wie zu solchen Anlässen üblich, machte sich auch die Staatsmacht (-in diesem Fall Dänemarks) bereit zum Gefecht, indem sie ihren Repressionsapparat in Form von eigens zu diesem Anlass verabschiedeten Gesetzen in Stellung brachte. Darüber hinaus fanden die bekannten Einschränkungen der Bewegungsfreiheit durch das obligatorische Außerkraftsetzen des Schengenabkommens und dem zusammenziehen der Staatsschergen statt.

Diese Bestrebungen scheinen bei diesem Gipfel von vergleichsweise großem Erfolg gekrönt zu sein. So wurden schon im Vorfeld Aktivist_innen pauschal durch Razzien, Vorkontrollen und präventive Gewahrsamnahmen kriminalisiert und eingeschüchtert. Im Zuge der angemeldeten Demonstrationen fanden Masseningewahrsamnahmen in für Dänemark bisher unbekanntem Ausmaß statt. Diese führten zu einer Kriminalisierung und einer teilweise leider erfolgreichen Spaltung in Gut und Böse. Dabei verstärkte die Entsolidarisierung der unterschiedlichen Strömungen den Erfolg des polizeilichen Einsatzkonzeptes.

Allein am Samstag wurden über 900 Menschen in gewahrsam und einige festgenommen, welche nun teilweise bis mind. 04.01.10 in Untersuchungshaft sitzen - unter Ihnen auch ein Genosse aus Hamburg.

Wir sind nicht bereit dieses Maß an Repression, eines aus unserer Sicht ablehnenswerten Systems unbeantwortet zu lassen.

Unser Bedürfnis ist es gegen die Ohnmacht angesichts der von Staaten praktizierten Gewalt anzuschreien und unseren Genoss_innen mitzuteilen, dass wir sie mit der Repession nicht alleine lassen werden.

Ihr Kampf ist unser Kampf – wir werden nicht zulassen, dass Sie stellvertretend für uns alle eingemacht werden.


Informiert Euch!


Kommt alle zur Demonstration am Donnerstag, 17.12.09 !


Auftaktkundgebung an der Staatsbibliothek/Schlüterstraße um 17.00 Uhr.


Lasst uns unsere Wut zum dänischen Konsulat (Heimhuder Weg) tragen!

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 23 Kommentare

graswurzel.tv: Climate Justice = No Borders

graswurzel.tv 15.12.2009 - 09:09

Climate Justice = No Borders

Dec 14, 2009 more than 1000 people were demonstrating with the motto "Climate Justice = No Borders". The route led them from Israel Pladsen to the Danish Ministery of Defense.

Afterwards the demonstration moved towards Christiania, where it ended.


++++

Unterstützt die Arbeit von graswurzel.tv mit einem Einkauf im Solishop:
 http://www.graswurzel.tv/solishop/dvds.php

++++

graswurzel.tv bei Twitter verfolgen:

ww.twitter.com/graswurzel_tv

Bin gespannt ...

Gespannter 15.12.2009 - 10:35
Na man da habt ihr ja mal wieder richtig auf die Kacke gehaun in Kopenhagen. Da gings ja richtig rund - Pfeffer inne Fresse, Knüppel aufn Kopp und ein Freiraum habt ihr euch auch noch mopsen lassen ... grossartig. Bin jetze aber echt gespannt wie eure Reaktion darauf aussieht - zuletzt habt ihr euch ja in Erfurt, Berlin und so auch nüscht gefallen lassen - von eurer schrecklichen Antwort träumen die Repressionsorgane heute noch!
Naja - jut Nacht ihr Frettchen!

mal eine frage

sgtatgasatat 15.12.2009 - 10:40
gibt es videos oder bilder der räumung??? thanxx im voraus.

bambule...
randale...

ihr wisst schon...

an die Damen und Herren vom Staatsschutz

ggggggggrrrrrrrrrrrr 15.12.2009 - 11:48
@ aktivist 15.12.2009 - 09:46
Gespannter 15.12.2009 - 10:35
Heinz 15.12.2009 - 11:19

Na wieder ein bißchen Langeweile? Nichts los bei euch? Müsst ihr nicht irgendwem die Tür eintreten oder mal zur Abwechsnung jemanden in's Bein schießen? Vielleicht mal wieder wie letztes Silvester ein Magazin auf jemanden leerpumpen? Keine Assel zum verdreschen in der Nähe kein Haus zum stürmen? Wieder kein doofer Bürger zum anpöbeln da oder ein "Alki" vorm Markt zum wegsperren?

@ "Aktivist"
Dein Aktivismus beschränkt sich auf das Schreiben von dummen Kommentaren nhme ich an.


"gewalt erzeugt gegengewalt"

So sieht das aus! Die staatliche Gewalt der letzten Tage in Kopenhagen und der Versuch ein Stadtviertel zu räumen und durch Cops zu besetzen stößt auf Gegenwehr.


Also ihr Bullentrolls, durchgeladen und ab auf Streife im Revier vielleicht könnt ihr euren Hass auf alles Linke ja noch irgendwie ausleben aber heult dann hinterher nicht wieder denn "Gewalt erzeugt Gegengewalt!". 1312

aufgeräumt

Schade 15.12.2009 - 12:14
Die Cops haben den Klimagipfel und die besonderen Befugnisse währenddessen zum Anlass genommen um in Kopenhagen zusammen mit deutschen Cops mal gründlich aufzuräumen. Auch hat sich die mangelnde Reaktionsfähigkeit der Szene bewahrheitet. Das wars dann wohl! Willkommen in der Gegenwart...

bildung

bildungsbeauftragter 15.12.2009 - 12:28
bemerkung: es scheint wohl für eine kritik nicht auszureichen, die werke der grossen denker "die ärzte" und "yok voll krass quetschenpaua" zu kennen.

Christiania und linker Freiraum

Pflasterstrand 15.12.2009 - 12:34
Christiania ist alles andere, nur kein linker Freiraum. Dahin muss es erst noch kommen. Man kann nicht ein Stadtviertel mit einem emanzipatorisch-libertären Anspruch organisieren wollen und gleichzeitig Christiania-T-shirts oder Bongs in Frauenkörper- oder Penis-Form verkaufen und Christiania DVDs zum "Special Price" promoten. Da geht die Phrase bzw. der Anspruch eindeutig dem Inhalt voraus. Diese Kritik ist selbstverständlich mit Christiania auf die Welt gekommen, dient aber dazu, all jene immer wieder aus ihren Träumen aufzuwecken, die meinen, hier sei ein Ort fern von Warengesellschaft und Unterdrückungsverhältnissen geschaffen worden. Was aber noch nicht ist, kann noch werden. Deshalb sollte man den Bulleneinsatz von Montagnacht so oder so mit entschlossenen Aktionen beantworten.

wo sind diese bilder in news?

blackeyeddice 15.12.2009 - 13:13
...hier noch mal eine verdeutlichung wie die uniformierten, dank einer eiligen gesetzesänderung, den friedlichen demonstranten unter oder besser auf die arme greift...

 http://www.youtube.com/watch?v=RVaoba33sZ0

ich könnte knochen kotzen...

Naja

ein bisschen... 15.12.2009 - 13:27
Gegenwehr hätte man hier schon leisten können. Die Bullen waren weder in Formation und viele hatten auch ihre Visiere oben. (Ich bezieh mich auf des Video)
Anstatt nur rumzusitzen hätte man gegen die Bullen auch was unternehmen können, so nach dem Motto Backpfeife und weg.

@Abel: Einfach die Fresse halten. Im Internet große Töne spucken und auf der Straße den Schwanz einziehn. Mehr kann man von euch Lutschern auch nicht erwarten ;)

@ über mir

wie gesagt 15.12.2009 - 13:35
nicht durcheinanderbringen: dieser Video stammt aus dem Spätsommer von der Räumung des Kirchenasyls, und nicht aktuell vom Klimagipfel.

Ich denke aber auch, dass im Rest des fortschrittlichen Teils der europäischen Bevölkerung (so viele sind das ja nicht) nicht wirklich angekommen ist, was für eine Widerwärtigkeit sich da im Staate Dänemark zusammenbraut.

Ale Sexfeind

Anarcho 15.12.2009 - 13:46
Der Freiraum Christiana soll aso daran gescheitert sein, dass dort Bongs in Penis und Frauenkörperform verkauft werden.

So etwas zu zensieren wäre kein Kampf gegen Sexismus, sondern würde viel mehr für moralinsaure Sexfeindlichkeit stehen.

Jetzt unerheblich ob solche Dinge großen Sinn haben...

Mir graut davor, wenn diese Linke hier ihren Traum vom Freiraum wahr machen würde, für mich wäre das wohl eher ein Angstraum.

unglaublich

blackeyeddice 15.12.2009 - 14:08
...also manchmal komme ich schon ins trudeln wenn ich das hier lese...

warum schreibt hier ein depp wie "gespannter", der offensichtlich aus termingründen nicht an der evolution teilnehmen konnte, seinen unqualifizerten, braunen mist...

@gespannter

wie oft hast du in deinem leben denn schon auge in auge, so nah kontakt mit den bullen gehabt? und ich meine nicht abends, zum gemeinsamen braundenken mit deinen bullenkumpels im hinterzimmer... wahrscheinlich wärst du weggerannt wie ein weinender pudel um überzulaufen...
und falls du dir mal deine geliebte deutsche geschichte vor augen, also vor hohlraum, führst, wirst du sehen, das es mit den braunen, erst ganz menschenverachtend gross, dann winselnd quasi fast weg, "freiräumen", und eurer verteidigung selbiger nicht besonders gut bestellt war. grämt euch nicht, selbst die köpi hat keinen 1000jährigen mietvertrag bekommen.
hmm, und heute, heute gibts nicht mehr besonders viel für euch zu verteidigen. ausser vielleicht noch ein wenig blut und ehre. oder die kameraden vor dem pappkameraden auf der alltäglichen wehrsportgruppenübung, oder halt dummes zeug bei indymedia verbreiten... drauf geschissen, erzähl es ner parkuhr oder deinem friseur, ich will nicht in klischees verfallen, falls du einen brauchst...

aufrichtig angekotzt


...löscht diesen deppen raus, ist ja nicht zu ertragen

Gewalt in Christiania - Repression

Roland Ionas Bialke 15.12.2009 - 14:34
Ich denke, was "Pflasterstrand" mit Gewalt meint ist u.a. die Handgranate die einen 22-jährigen den Unterkiefer zerschmettert hat und 4 weitere Personen leichte Verletzungen zufügte.

 http://www.sueddeutsche.de/panorama/678/466262/text/
 http://brf.be/nachrichten/shownachricht?id=2733272
 http://me.hirnkraut.com/?m=200904

Wer den dritten Link anklickt, wird erfahren können, dass solche Sachen öfter dort geschehen sind. Obwohl das jetzt eine dumme Quelle ist, gibt es da auch einen Artikel von Henryk M. Broder der z.B. im Wikipedia-Lemma diskutiert wird.

 http://www.spiegel.de/reise/staedte/0,1518,644473,00.html

Daraus (und aus anderen Berichten) wird ersichtlich, dass zwischen Faustrecht und anarchistisch-libertären Freiräumen nur eine dünne und zerbrechliche Schicht liegt. Schön und gut ist es da zu sagen "Was nicht ist, dass kann noch werden!", doch so lange sind schlechte Sachen geschehen. (Sicher auch gute Sachen, das will ich den Projekten nicht absprechen!)

Ich kann mich erinnern, dass vor einem Jahr sich eine Person bei einem Riot in Kopenhagen die Hand absprengte. Und ich bin mir sicher, dass diese Person und viele andere von Repression betroffene Menschen vergessen wurden. Demzufolge kann ich "auf 15.12.2009 - 13:52" teilweise beipflichten, sich nicht an sinnarme Aktionen zu beteiligen. Viel wichtiger ist es jedoch, schon vor Aktionen eine Antwort auf die Reaktion (Repression) zu haben. Organisiert Antirepressionsarbeit und Aktionen!!

Polizeigewalt in Kopenhagen

bodycount 15.12.2009 - 14:40

Falsches video / Soliaktion

Blablupbla 15.12.2009 - 15:22
Hi also das video  http://www.youtube.com/watch?v=RVaoba33sZ0&feature=related ist zwar sehr hart aber wenn man mal an der seite kuckt sieht man das es vom 11. august ist und insofern nix mit den momentanen Demos zutun hat!!

Ich hab mal eine frage gibt es auser in HH und Berlin sonst noch soli Demos heute???

Clever?

Anarcho 15.12.2009 - 15:40
Es ist richtig. Der kleine Barrikadenbau und Inbrandsetzung auf dem Video zeugt auf den ersten Blick nicht für besondere Cleverness. Zumindest dann nicht, wenn dahinter keine Massenmilitanzbasis steht. Den Leuten sollte der Unterschied zwichen Freistaat Christiana und Tor vor der Universität Athen vorher klar sein. Dort können sich diese Scharmützel eher geleistet werden und sind mehr als ein "autonomes Abenteuer".

Vernünftiger wäre es gewesen, auf die Barrikade zu verzichten und sich hinter dem Tor als Wache zu positionieren. Wäre die Polizei dann angerückt, wäre der Widerstand evt. überraschender auf die Cops geprasselt. Breite Solidarität wäre gewiss gewesen.

Dennoch Schuld ist der Staat, er trägt schließlich die Verantwortung für die komplette Stürmung des Freistaats Christiana. Die Räumung der Barrikade hätte gereicht, um die "Ordnung" wiederherzustellen. Die "Autonomen" haben sich ohnehin gleich von der Straße verzogen, als die ersten Cops anrückten. Doch im Jahre 2010 drehen nicht nur in Dänemark die Bullen durch.



Eine Hoffnung bleibt. Vielleicht steigern sie mit ihrer undemokratischen Repression auch die Wut. So, dass eine erneute Räumung von Christiana dann doch wieder ein gößeres Sicherheitsrisiko wird.

@ kosequenzen...? konsequenzen...!

abc123 15.12.2009 - 17:28
@auf: bitte komm hier nicht mit diesem quatsch.

du verdrehst die ergebnisse aus kopenhagen ganz konsequent. hast du eigentlich mal die auswertung gelesen, bevor du hier deine nebelgeschütze auffährst?
-"die strasbourgerin - auswertungen, kritik und statements zu den anti-nato protesten in strasbourg im april 2009"


in strasbourg hat der black block und eine massenmilitanz die gewerkschaftliche demo erst möglich gemacht. die eine brücke in strasbourg gegen 13h (nicht europabrücke nach brd) wurde von dem bullen verbarrikadiert und nur durch den einsatz von zwillen, mollis und steinen die bullen in zwei hälften gesprengt, sodass die demo sicher durch konnte. in die innenstadt wären wir sowieso nicht gekommen. dass die bullen dann trotzdem gewalt anwenden zeigt die demo ab 6h morgens. mit cs-gas beschossen bevor sie los ging. dann immer wieder die straßen durch die bullen blockiert und cs-attacken. dann kamen die zivis nach knapp 1,5h oder so und sind dann mit ausrüstung in die demo rein. gummigeschosse gab es auch, obwohl die demo ausnahmslos friedlich war. die haben uns gut auseinander genommen, obwohl wir deiner anleitung nach versucht haben die innenstadt zu erreichen und friedlich waren. gebracht hat es nichts.

und dann die demos auf deutscher seite waren ca. genau so große wie die in strasbourg selbst. doch weil die bullen komplett übertrieben haben und niemand was gemacht hat, war sie in den medien so gut wie garnicht merkbar. ihr hättet die brücke freikämpfen müssen.


lies mal die auswertung zu strasbourg im besagten heft KOMPLETT durch. diese hippie-kacke kotzt mich an. die bullen brauchen keine legitimation für gewalt. und wie  http://www.youtube.com/watch?v=RVaoba33sZ0&feature=related zeigt, haben sie auch keine hemmschwelle.

ebensowenig brauchen die bullen für irgendwas eine legitimation. vor wem müssen sie sich legitimieren, wenn es keine konsequenzen für sie gibt?

wir sind doch keine opfer, die großprotest organisieren, um zum knautschball von sadistischen bullen zu werden und als wochenendbeschäftigung zu dienen. euer hippie potenzial ist so revolutionär wie angela merkel in sachen öko.

@ kosequenzen...? konsequenzen...! NACHTRAG

abc123 15.12.2009 - 17:29
SORRY, ging um STRASBOURG STRASBOURG STRASBOURG

eine auswertung für kopenhagen wäre wohl etwas zu früh!

Unsere Erde

susi sauer 15.12.2009 - 18:28
wo waren denn die ganzen Leute?
Insgesamt waren dort vor Ort doch bestimmt noch an die 10.000 Leute, in Kopenhagen.
Und an diesen Abend war doch eine Party organisiert...
schade bin selbst an diesem Tag abgereist, wenn Mensch das gewusst hätte.
Genauso schade das sich der "Grünerhaufen" der Klimabewegung so klar von den Autonomen disstanziert, das Problem der Spaltung in Müsli und Molli scheint wohl unlösbar zu sein.

Denn Mensch ist anscheinend doch etwas Hasspresse beeinflusst, so hieß es immer "die Linken"... oder "selbst schuld wenn Mensch sich schwarz anzieht".
"ich würde nich festgenommen, bin ja kein Autonomer"
genauso wurde sich aufgeregt dass es in Rostock mehr Antifabewegung gibt als Antiatombewegung...


Echt schade wir stehen innerhalb einer Bewegung in Splittergruppen dar.
Die Autonomen, brutale, blöd Koppe und die immer lachenden Trommler, die vor jeder Polizeigewalt kuschen und einfach weiter ziehen, wenn Leute von ihnen festgenommen werden. Schade was dort an Solidarität an den Tag gelegt wurde, zu mal dieses Thema grade die Grünen von uns sehr, sehr sauer stümmen müsste.

Das hat mich echt traurig gemacht und war dann schließlich auch der Grund für meine frühzeitige Flucht aus dem Camp.

trotzdem Gruß und Solidarität denen Szene und ihre Freiräume am Herzen liegen

Solidarität kann ich hier in Kopenhagen nicht

finden 15.12.2009 - 20:30
So, nun mal meine angepisste Meinung zu diesem Thema... Denn hier gibt es keinerlei Solidarität in der Szene

Samstag, knapp 1000 Festnahmen. Die Leute saßen Stunden im Kessel. Auf der Demo hat hauptsächlich der Berliner Lauti dazu aufgerufen zurück zu jenen gehen und die unterstützen. Niemand hat das gemacht. Christiania ist von dem Kessel ungefähr 800 Meter entfernt gewesen und niemand hat sich von denen zeigen lassen. Am selben Tag Solidemo mit vorheriger Mobilisierung in Christiania: 200 Leute kamen um den 1000 Gefangenen Mut zu machen.

Sontag gar keine Soli-Aktion. Sind dennoch wieder 200 Leute eingefahren.

Gestern: Christiania. Keine Soli-Sachen. Vielmehr beschweren sich zum Teil die dort ansässigen Würstchen-, Dope- und Kaffeehändler darüber dass der Black Block die Bullen reingeholt hat (aber wehe es geht um die Verteidigung der eigenen Interessen, dann ist das Geschreie nach Unterstützung riesig)

Heute gabs - wen wundert es - vor circa einer Stunde wieder eine Razzia, in der Candy Factory (Soziales Zentrum wo momentan Räder für die morgige Aktion hergerichtet wurden).

Wäre ich Bullenchef würde ich diese widerstandslosigkeit köstlich ausnützen. Machen sie ja auch.

Und dann auch noch die teilweise beschissene Orga hier: Freitag muss ja dermaßen mies organisiert gewesen sein, was dadurch schon zu Festnahmen geführt hat. Und dann das Plenum Freitag-Abend: Hit the Production wird vorgestellt und angesagt dass das Info-Meeting um soundsoviel Uhr ist. Auf den Hinweis und die bitte es zu verschieben da da schon ein Info-Meeting sei kam nur ein dummes "Der Tag hat nur 24 Stunden, wir verschieben das nicht" von einer selbstherrlichen, dumpfen Organisatorin.

Na ja, ich sollte mich nicht aufregen.

Übrigens ist auch keinerlei Soli-Aktion (die mir bekannt wäre) für heute geplant. Scheiß auf die Festgenommenen!

100%ige

Zustimmung 15.12.2009 - 22:23
mit "finden 15.12.2009 - 20:30 ", auch in Deutschland sieht es nach Demos und Actions mit der Gefangenensolidarität oftmals nicht viel besser aus. Muss jeder schon mal eingefahren sein, um zu begreifen, wie aufbauend solche Unterstützung ist, selbst wenn es nur das Warten vor der GeSa ist oder Sprechchöre oder was weiß ich!

Zur Solidarität

Anarcho 16.12.2009 - 01:04
Ich bräuchte ehrlich nicht gleich am ersten Tag meines Einfahrens Menschen, die vor dem Gefängnistor Lärm machen. Ganz einfach aus der Erfahrung heraus, dass diese dann oft ebenfalls eingesammelt und in die Zellen verbracht wurden. So macht Solidarität dann auch keinen Sinn. Oft sind die Knäste weit außerhalb und die Repression gegen Spontandemo ist häufig besonders stark. Dann können sich die Bullen noch mal so richtig austoben.

Reicht es nicht zu wissen, dass draußen noch genügend Menschen zusammenkommen. Menschen, die die Gefangenen nicht vergessen und sich trozdem um den eigentlichen Anlass des Prozesses kümmern können. Antirepressionsarbeit sollte nicht alles lahmlegen.

Wir sind nicht alle, es fehlen die Gefangenen!





Konsequenzen... / @abc123

auf 16.12.2009 - 04:34
@abc123: Du schreibst über ganz andere Vorgänge (apropos Nebelkerzen ;-)). Mit der Erwähnung Strasbourgs war die Situation am Camp gemeint, nicht die Demonstration, wie noch im selben Satz sehr deutlich wurde: "Aussichtslose Scharmützel mit Bullen in einer Situation grenzenloser zahlenmässiger Unterlegenheit unmittelbar vor den Eingängen von Camps und linken Zentren gefährdet unsere eigene Infrastruktur".

Dass Repression auch dann stattfindet, wenn Agents Provokateurs isoliert und enttarnt werden, ist klar und stand ebenfalls schon im ersten Beitrag. Und natürlich garantiert das Ausbleiben sinnloser Aktionen allein noch lange keinen Erfolg. Doch je durchsichtiger ihre Lügen und die nackte Gewalt der Repression, je umsichtiger und selbsterklärender unsere Aktivitäten werden, desto instabiler das Gefüge der Herrschaft.

Und natürlich brauchen auch der Staat und die Bullen Legitimation. Nur wenn sie die nicht mehr haben und zugleich immer mehr Leute für ihre Interessen auf die Straße gehen, gibt es die Möglichkeit radikaler Gesellschaftsveränderung.

Deine restlichen Zuschreibungen gehen allesamt ins Leere. Ruhiger lesen, vollständig lesen und etwas weniger Schaum vorm Mund, alles andere führt nur zu Scheinkonfrontationen statt zu sinnvollen Auseinandersetzungen über Fragen der Taktik.