Steinwürfe auf Kinder

Kreuzberger Familie 12.12.2009 19:08
Bereits zum 2. Mal wurden schwere Steine auf die Wohnung einer Kreuzberger Familie mit kleinen Kindern in der Fichtestraße geworfen.
Durch die Steinwürfe hätten die Kinder und die Erwachsenen, die in der Fichtestr. bereits wohnen, schwer verletzt werden können.

Die Bewohner des neuen Hauses in der Fichtestr. sind zum großen Teil Kreuzberger, die schon lange in diesem Stadtteil wohnen und arbeiten und sich hier ihren Freiraum zum Leben schaffen möchten und hoffen, dass auch ihre Kinder hier friedlich und in Sicherheit aufwachsen können.

Die Steinwürfe auf das bewohnte Haus überschreiten nach dem Brandanschlag und nach den Farbbeutelwürfen in der Bauphase bei weitem die Grenze der politisch motivierten Aktionen. Sie stellen bei den verwendeten großen Steinen eine große Gefahr für das Leben kleiner Kinder dar. Ich hoffe, dass die Steinwürfe nur in der Annahme erfolgten, dass das Haus noch nicht bewohnt ist.

Ich möchte nicht glauben, dass für die Verwirklichung der Ziele der Attentäter der Tod oder die schwere Verletzung von Kindern in Kauf genommen wird.

Falls es die Möglichkeit gibt, möchte ich Sie bitten, diese Informationen in den entsprechenden Foren bekannt zu machen und so weitere Gewalttaten, die die Gefährdung von Menschenleben zur Folge haben können, zu verhindern.

Vielen Dank.

Eine Familie mit Kindern, die schon lange gerne in Kreuzberg wohnt.
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Ergänzungen

ebenso beim carloft

36er 12.12.2009 - 22:17
ohne den tätern unbedingt absicht unterstellen zu wollen: das gleiche passierte am vorletzten wochenende am carloft. dort wurden - vermutlich als reaktion auf die räumung der brunnenstraße - die scheiben im erdgeschoss mit steinen beschädigt. soweit ich am nächsten morgen sehen konnte, trafen auch zwei steine fenster im 1. og. - die gingen allerdings durch die scheiben, unten ist nur gesprungen. eines der fenster gehört zu einer mittlerweile bewohnten loft-wohnung, und ja, es sieht auch aus wie ein kinderzimmer.
über die aktionsform und die nähe der "message" zum vorgehen von kameradschaften im weitlingkiez läßt sich streiten - nicht über fehlende umsicht. die verpeilte gewaltorgie von (teilweise ebenso zugezogenen) aggrokiddies und jungmännern diskreditiert gerade die gesamte linke szene in berlin und wenn die täter auch nicht einer grundlegenden diskussion ihrer "mittel" zugänglich sind, bleibt wenigstens der alten spruch: lernt zielen, leute!

ich erinnere mich noch an diskussionen in der interim, mitte der 90er: da gab es die kritik, dass "wertlose" gebrauchtwagen von einigen als "luxuskarossen" eingestuft und abgefackelt wurden, nur weil sie von der "falschen" marke waren oder "irgendwie fett" aussahen...

das ergebnis sehen wir ja jetzt: zwei kinderzimmer und ein abgefackeltes antifa-auto

ps: ich spreche hier bewusst von tätern - ein solidarisches, relativierendes "aktivistInnen"habt ihr euch verspielt

Artikel ist ein Fake

Anm 13.12.2009 - 11:55
Nichts dergleichen ist geschehen. Ich wohne ein Haus weiter.

Ein Bauchkommentar weiter unten beschreibt die Situation treffend:
"Aus südwestdeutschen Käffer nach Berlin gezogene FDP-Yuppies bezeichnen sich als "wohnen schon lange hier" und "Kreuzberger", weil sie glauben so ihre Propaganda besser an den Mann/die Frau bringen zu können. Glaubwürdigkeitssimulation sozusagen. Lächerlich. Niemand ausserhalb dieser Yuppiekreise wird die Story von "Steine auf Kinder" abnehmen. Zumal diese Yuppies es sind, die kidnerfeindliche Politik betreiben,in dem sie ugendclubs und Freiräume von ihren Yuppiecafes vertreiben lassen."

Im Stern gibt es dazu einen interessanten Artikel. Besonders die letzten 2 Absätze treffen gut:
 http://www.stern.de/politik/deutschland/schnauze-wessi-ueber-die-ego-terroristen-vom-prenzlberg-1528658.html

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 15 Kommentare

na klar

irplon 12.12.2009 - 20:36
ist es möglich, lieber herr bild, die dame behzett, es in den einschlägigen foren kund zu tun, was eure haut plagt. ich habe den eintrag ins berliner steinwurfforum gesetzt, in der regel tummeln sich die lümmel dort.

Schlechter Fake

Pedda 12.12.2009 - 20:40
Aus südwestdeutschen Käffer nach Berlin gezogene FDP-Yuppies bezeichnen sich als "wohnen schon lange hier" und "Kreuzberger", weil sie glauben so ihre Propaganda besser an den Mann/die Frau bringen zu können. Glaubwürdigkeitssimulation sozusagen. Lächerlich. Niemand ausserhalb dieser Yuppiekreise wird die Story von "Steine auf Kinder" abnehmen. Zumal diese Yuppies es sind, die kidnerfeindliche Politik betreiben,in dem sie ugendclubs und Freiräume von ihren Yuppiecafes vertreiben lassen.

Zumal...

Ich halt 12.12.2009 - 21:14
Wo ist die Meldung im Presseticker der Cops? Genau: nicht da, was eher dafür spricht, dass eben nix war. Irgendwelche Polenböller stehen schließlich auch drin.

Der Angreifer steckt in euch

s 12.12.2009 - 21:41
Komisch, die angehenden oder werdenden Yuppies, oder Möchtergernyuppies wollen die Welt so gestalten wie die Welt, die sie vor Jahren verließen weil sie die krankmachenden Spiessereinfamilienhausghettos hinter sich lassen wollten. Nun kommt man ins Alter, heiratet oder findet sich in einer festen Beziehung mit Kindern wieder. Nun will man die Welt um sich herum so gestalten, dass man in Zeiten wirtschaftlicher Zukunftsangst ein klein bischen Sicherheit gegeben bekommt. Und da muss alles weg was diese Sicherheit subjektiv stört. Es soll so sein wie früher mit Mutti und Pappi im Reihenhaus. Was schmutzig ist und krank und alt und fremd, stört, muss außer Sichtweise, wie Omi in´s Siechenheim musste als sie sich immer mehr zuschiss weil sie es wegen ihrer Demenz nicht mehr rechtzeitig aufs Klo schaffte. Deswegen bleibt man auch nicht im Migrantenviertel wohnen, obwohl doch da die Mieten so billig sind. Plötzlich fühlt man sich vom türkischen Bäcker und vom arabischen Fleischer bedroht. Der Stein, der den Kopf der Kleinen traf, ist nicht im Spiel noch nicht voll über die Folgen ihres Handels bewußter Kinder geworfen worden. Es war Absicht. So geht es nicht weiter, mit solchen Kindern kann unser Kind nicht an einer Schule unterrichtet werden. Plötzlich fühlt man sich überfremdet, überall wachsen Minarette empor, und Antisemitismus und Kriminaltät ist ja auch schon festgestellt worden. Tja und in Kreuzberg ist es nun auch nicht besser. Man wird wieder angefeindet. Wieder fliegen Steine. Vielleicht ist es ja auch wirklich so. Aber dann muss man die Polizei einschalten. Und die sagen dann vielleicht, der Angreifer steckt in Ihnen.

Sie gehen mit Äxten vor

Friedrichshainer WG. 12.12.2009 - 21:44
Ja in Friedrichshain sind sie sogar in ein Haus eingedrungen, Tür mit Axt eingeschlagen
34. Menschen wurden in ihren Zimmern eingesperrt und geschlagen. Da wohnen auch Kinder.
Ich finde wir müssen was dagegen machen.
 http://de.indymedia.org/2009/11/267494.shtml

nochwas

36er 12.12.2009 - 22:19
ausgerechnet den "bullenticker" als referenz zu verwenden sricht ja ausserordentlich von einer "revolutionären" gesinnung... ^^ - ich dachte, die lügen eh? ;)

Wieso müssen alle nach Kreuzberg, FH usw?

s 12.12.2009 - 22:51
Mal ehrlich, können sich die Leute nicht besser auf Berlin verteilen, sowohl aufstrebende Mittelschicht wie Szene?

@ 36er

genervt 12.12.2009 - 23:02
Da kann ich mich nur anschließen.

Außerdem wie lächerlich ist es die begünstigten der Gentrifizierung für diesen Prozess verantwortlich zu machen??

Nicht "die" kaufen die Häuser, sanieren diese und verchecken Sie teuer weiter und auch nicht diese yuppies verschärfen Sicherheitsgesetze etc... denkt mal nach!!

Hört mal auf mit eurer identitären scheiße und vorallem hört auf diese scheiße auch noch "linke Politik" zu nennen - gerade dieses Yuppie-Bashing is zutiefst reaktionär.

@ genervt

und ich erst! 12.12.2009 - 23:11
tja, ihr seid aber diejenigen, die aktiv diese politik vorantreiben. zieht nach kreuzberg und jammert dann rum, daß es nicht so idyllisch-steril wie in ulm ist. ruft bei jedem bischen die bullen, zeigt die nachbarn an, übt druck auf die hausverwaltung aus, alle graffitis und sticker zu entfernen, wählt sozialdarwnistische parteien, sorgt für schlecht stimmung und etabliert diese hardcore-ellenbogen-scheisse, die wessiland so ekelhaft macht.

:D

Oh man 12.12.2009 - 23:38
Das is echt n mehr als schlechter Fake :D

unglaublich

krass 12.12.2009 - 23:55
Krass wie hier in letzter Zeit versucht wird Stimmung zu machen.
Einen Tag später stehen dann Teile von Kommentaren hier in der BZ/Mopo/BILD/BerlinerZeitung/...
Es mutet zum Teil so an als ob Dritte versuchen Nachichten und Aussagen zu forcieren.
Dagegen gibt es leider (dank unter anderem Indys Modpolitik)keine Handhabe.
Hier kann doch jeder Idiot schreiben.
Heute schreibe ich: "Wir müssen uns bewaffnen. Für den revolutionären Kampf blabla"
und morgen steht in der Zeitung: "Auf einer linksextremistischen Internetseite wird sogar zum bewaffnete Kampf aufgerufen"

Was tun?

oh je....Leude!

Punk ut X-Berg 13.12.2009 - 06:26
wat weiß ich, ob dise MEldung stimmt ode rnicht, aber xie Comments hier sind mal wieder tw. unterirdisch. Selbst wenn sie nicht 'schon lange' da wohnen sollten. so what? Ihr seit doch alle irgendwann mal irgendwie in 'eure' Kieze gezogen. So wat is doch echt nur noch peinlich, es muss doch zu respektieren sein, dass es Menschen gibt, die nicht superzeckich aussehen und in irgendwelchen verranzten Häusern abhängen, und evtl. TROTZDEM politisch gut drauf sind.Es gibt sogar Linke mit Kindern! Unglaublich, aber wahr. Und selbst wenn sie FDP wählen sollten (wat sollen diese widerlichen Pauschalisierungen eigentlich immer?), is dat immer noch kein Grund denen die Scheiben einzuschmeißen, es isnd keine NAzis, das ist ein Unterschied! Und: Es ist NICHT 'UNSER' Stadtteil!

Für ein gleichbrechtigtes Nebeneinander von verschiedenen Lebenskonzepten!
Gegen Vertreibungspolitik!
Punkrock!


ach ja: den Artikel hier sollten mal einige von euch lesen!

 http://jungle-world.com/artikel/2009/27/35370.html

Danke an den X-Berger Punk.

anti 13.12.2009 - 13:50
Es ist wirklich beruhigend, dass es noch vernünftige Anarchisten und Anarchistinnen gibt, als ich die restlichen Kommentare las, bekam ich schon dermaßen aufrichtig das Kotzen, dass ich nicht einmal mehr Lust hatte noch gegen diese Menschen zu polemisieren...

Punkrock, digga. ;)

Schwaben, Protestanten, Kapitalismus

d 14.12.2009 - 16:00
"Am Verdeana isch no koiner z'Grond ganga , sagt ein schwäbisches Sprichwort, am Verdienen ist noch keiner gestorben. In Schwaben werde das pietistische Ideal erfüllt, dass der Mensch nicht arbeitet, um zu leben, sondern lebt, um zu arbeiten, schreibt Troll: "Der Wert eines Schwaben bestimmt sich für seine Landsleute aus dem Arbeitswillen ... Das frühe württembergische Unternehmertum wusste pietistische mit merkantilen Tugenden zu vereinen: Gottesfurcht mit Erwerbssinn, Bibeltreue mit Utilitarismus, persönliche Bedürfnislosigkeit mit Anforderungen an die Mitarbeiter."

und wer nicht arbeitet, soll bekanntlich auch nicht esssen, bzw. soll eben nach Wedding ziehen. .

Autistisch

benni 15.12.2009 - 10:57
natürlich stimmt die geschichte. ich kenne leute die wohnen da und sind von dem krach aufgewacht. ich habs mir angesehen. das waren keine "polenböller" (hey, ich halt: was soll diese rassistische scheisse überhaupt?) in den fenstern der wohnung hängen auch kinderzeichnungen usw: ES WAR KLAR, DASS DA KINDER WOHNEN!

wie scheisse find ich denn so was? durch solche aktionen erhalten die körtings erst zulauf, mit ihren sprüchen, dass autonome auch nicht besser als faschisten sind. wie soll man denn dagegen noch argumentieren?

es gab mal in der autonomen eine diskussion über gewalt gegen sachen und gegen menschen. das scheint völlig egal geworden zu sein, jedenfalls den paar selbsternannten kiezreinhaltern. es gab auch mal eine diskussion, dass vielfalt nicht nur auf uns selber angewendet werden kann. dass vielfalt im kiez nicht nur türkische bäcker und linke kneipen bedeutet sondern auch z.b. familien mit kindern oder überhaupt: menschen die anders leben als wir. denn die/wir wollen auch so leben wie die/wir wollen. es stimmt: kreuzberg ist nicht "unser" stadtteil, sondern einer, in dem ein bunteres volk lebt als in dahlem. darum muss es gehen, nicht darum, dass alle gleich sind. wenn menschen mit kindern lieber in kreuzberg als in dahlem leben, dann soll mir das nur recht sein. auch wenn sie mehr geld haben als ich.

so was ist keine linke politik. es ist autistisch.