Lüneburger Naziladen 'Hatecore' macht dicht
Im Jahr 2009 kam es zu verschiedensten Protestaktionen gegen die beiden Naziläden. Auch als Folge antifaschistischer Proteste, sieht sich Christian Sternberg gezwungen den "Hatecore" Ende des Jahres am bisherigen Standort zu schließen!
So wie alle seine Geschäfte ist auch sein aktuelles Ladengeschäft "Hatecore", aufgrund der meisten dort gehandelten Marken (Thor Steinar, Maximum h8, Erik and Sons), dem größten Teil des Kundenkreises und dem Betreiber selbst, als Teil der lokalen rechten Erlebniswelt anzusehen. Der "Hatecore" stellt dabei einen wichtigen Treffpunkt für die lokale neofaschistische Szene dar und war z.B. auch mehrmalig Sammelpunkt der NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten" für Propagandaaktionen.
Naziläden und ihre Bedeutung für die rechte Szene
Geschäfte mit rechten Modemarken und rechter Musik spielen eine zentrale Rolle in der neonazistischen Szene. Sie dienen propagandistischen Zwecken und der Finanzierung rechter Strukturen. Außerdem stellen sie ein Vernetzungs- und Rekrutierungsfeld für Neonazis dar.
Auch in vermeintlichen Provinzen zeigt sich, dass das Konzept der extremen Rechten, durch den Betrieb von Bekleidungsgeschäften und Tattoostudios, eine Infrastruktur für die Durchsetzung ihrer menschenverachtenden Ziele zu schaffen, aufzugehen scheint. Es ist mittlerweile kein schwieriges Unterfangen für Neonazis oder rechtsorientierte Jugendliche, an RechtsRock-CDs, Kleidung z.B. von der Neonazimarke Thor Steinar oder an NS-Tattoos zu kommen. Sichtbares Ergebnis dieser Entwicklung ist die Entstehung eines extrem rechten Lifestyles mit allem, was auch aus anderen Szenen bekannt ist: Konzerte mit eigenen Bands, eigene Labels und Marken, Zeitschriften, Tattoostudios und Vertriebe. Mode im "Nazi-Style" anzubieten wird auch für andere Geschäftsleute attraktiv. In einigen Regionen wird rechte Optik zur alles dominierenden, Rechtssein wird folglich zur Normalität.
Wirtschaftlicher Erfolg sorgt für eine Professionalisierung in der Neonaziszene. Ein nicht unbeträchtlicher Personenkreis verdient seinen Lebensunterhalt mit der Weltanschauung, kann sich rund um die Uhr der Organisation der Szene und der Verbreitung und Vermarktung rassistischer, antisemitischer, homophober und nationalistischer Ideen widmen, die ideologische Begründung für Hass liefern und damit Menschen zu Gewalt aufstacheln.
Nicht mit uns!
Direkt nach dem Einzug des Naziladens "Hatecore" in die Altenbrückertorstraße wurde von engagierten Antifaschist_innen verstärkt auf das Neonazigeschäft aufmerksam gemacht, um einen möglichst reibungsfreien Verkauf der Nazi-Marken in Lüneburgs Innenstadt zu verhindern. So trafen sich bereits direkt am Tag der Eröffnung ca. 50 Antifaschist_innen vor dem "Hatecore" und machten durch Flyer und auf Transparenten deutlich, dass der Laden unerwünscht ist und Christian Sternberg zukünftig seinen Geschäften nicht störungsfrei und unbeobachtet nachgehen werde. Nicht zum letzten Mal wurde der Naziladen dabei durch Polizeikräfte geschützt. Durch weitere spontane Verteilaktionen von Infomaterialien direkt vor dem Ladengeschäft und in der Fußgängerzone sowie durch öffentliche Vorträge, Kundgebungen und Pressearbeit gelang es endlich die neofaschistischen Hintergründe des "Hatecore" verstärkt in eine breite Öffentlichkeit zu transportieren.
Nicht zuletzt durch antifaschistische Intervention wurde auch der Vermieter der Ladenparzelle schnell auf das neofaschistische Gedankengut sowie die Beziehungen seines Mieters in die extreme Rechte aufmerksam. Auf rechtlichem Wege versuchte er Christian Sternbergs Mietvertrag (Laufzeit 1 Jahr) zu kündigen. Eine schnelle Vertragsbeendigung konnte letztendlich nicht erzielt werden, jedoch kam es zu keiner Verlängerung des bestehenden Mietvertrages. Sternberg sieht sich somit gezwungen, Ende Dezember den Hatecore am bisherigen Standort zu schließen.
Aktiv werden!
Auch wenn die Möglichkeit einer erneuten Ladeneröffnung besteht und mit Paul Plagemanns Tattoostudio "Black Crow" ein weiteres von einem Neonazi betriebenes Geschäft in Lüneburg existiert, ist mit dem Auszug des Naziladens "Hatecore" aus der Lüneburger Innenstadt vorerst ein wichtiges Etappenziel erreicht. Uns ist klar, dass sich darauf nicht ausgeruht werden darf, dennoch stellen der Auszug und die erzwungene Schließung des "Hatecore" für uns einen Grund zur Freude dar. Auch um die Suche nach einem neuen Ladengeschäft für Christian Sternberg zu erschweren, möchten wir die Schließung des Naziladens nochmals öffentlich thematisieren und gemeinsam mit Euch seinen Auszug feiern!
Der Laden verschwindet, das Problem bleibt:
Faschismus bekämpfen!
Schöner Leben ohne Naziläden!
Lasst uns gemeinsam die Schließung des Nazigeschäfts "Hatecore" feiern und den Auszug nutzen, um auf eine evtl. erneute Ladeneröffnung des "Hatecore" aufmerksam zu machen!
Kommt zur antifaschistischen Kundgebung:
12.12.2009 um 10.00 Uhr am Stintmarkt!
(Lüneburger JN Nazis und ihr Kampf um die Strasse)
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen
ihm ist lediglich der laden gekündigt worden
aber das bedeutet nicht das der laden weg ist!
er hat bereits einen neuen laden jedoch ist der laden unter anderem namen und personal!
auch liegt der laden nun an wesentlich anderer stelle!
man munkelt nicht mehr erdenebig und kamera überwacht.
auch soll das gebäude jemanden gehören der rechts offen ist.
ob es in lüneburg ist kann ich nicht sagen aber auf jedenfall innerhalb von 30km um lüneburg da der laden mit dem "mofa" zu erreichen sein soll!
Nazis in LG am 12.12.
"Hallo Kameraden,Freunde und Sympatisanten! Am 12.12.09 und 19.12.09 jeweils ein Sonnabend möchten Wir mit Euch Unser Jubiläum und gleichzeitig den Ausverkauf feiern!Wir geben an den Tagen satte Rabatte und auch für das leibliche Wohl zumindestens Getränke wird gesorgt sein.
Am 12.12. werden wir von 10 bis 20 Uhr Unsere Pforten geöffnet
haben und am 19.12. wegen einer anderen Feierlichkeit von 10 bis 16 Uhr.Wir hoffen,und würden Uns freuen wenn Ihr uns an den beiden Tagen besucht und zwar zahlreich!!!!!!!An dieser Stelle schon mal ein Danke an Alle Kunden für ein erfolgreiches Jahr 2009.
Der Online Betrieb geht danach natürlich weiter und im Jahre 2010 sehen Wir uns denn Alle in einem neuen Ladenlokal wieder.Nach einer Pause werden wir alles weitere dann bekannt geben.Also wir sehen Uns denn hoffentlich am 12 und am 19.12. in Lüneburg
Hatecore Lüneburg" (Rechtschreibung im Orginal)
Also ist mit Nazis am 12.12. in Lüneburg zu rechnen. Statt einer Kundgebung weit ab vom Schuß, sollte man doch besser denen ihr Weihnachtsvergnügen direkt vermiesen. Also alle in die Altenbrückertorstraße, anstatt zum Stint.
Bestätigung
schuhlhof lüneburg
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Lasse(t) die Korken knallen — Bruno
Gegen jeden Naziladen — Glühweinhooligan
Tschüss "Hatecore" — Heidi
sehr aufschlussreich — hugh man
@hugh man — Norbert
zu lasse brüno — Nazi Hasser