Berlin: Polizei zerschlägt kurdische Demo

Kurdistan Solidaritäts Komitee Berlin 05.12.2009 21:32 Themen: Antirassismus Repression Weltweit
Die Berliner Polizei hat am Samstag Nachmittag eine Demonstration von mehreren hundert Kurdinnen und Kurden sowie deutschen AntifaschistInnen nach wenigen hundert Metern zerschlagen.
Kurdische Vereine wollten gegen die Isolationshaft von Abdullah Öcalan in der Türkei und für die Freiheit der politischen Gefangenen demonstrieren. Abdullah Öcalan, der von einem Großteil der kurdischen Bevölkerung als politischer Repräsentant gesehen wird, wurde vor zwei Wochen in eine nur 6m² große Bunkerzelle verlegt, in der er an Erstickungskrämpfen leidet.

Von Anfang an provozierte die mit Hundertschaften aufmarschierte Polizei. Selbst ältere Frauen wurden vor Betreten des Auftaktortes am Neuköllner Hermannplatz von der Polizei durchsucht. Pro 50 DemonstrationsteilnehmerInnnen durfte nur jeweils ein Bild von Abdullah Öcalan getragen werden. Dabei maßte sich die Polizei auch noch die Rolle eines Modeberaters von Herrn Öcalan an: Fahnen, die den kurdischen Politiker mit blauem Hemd vor gelbem Hintergrund zeigen, seien gänzlich verboten, so die Anweisung. Nachdem sich die DemonstrantInnen an diese Auflagen hielten, nutzte die Polizei Sprechchöre zu Gunsten Öcalans als Vorwand für erste Festnahmen. Als es kurz nach Beginn der Demonstration erneut zu Festnahmen kam, setzten sich die Demonstrationsteilnehmer als Zeichen ihrer Friedfertigkeit auf die Straße. In dieser Situation ging die Gewalt eindeutig von der Polizei aus. Greiftrupps der Polizei stürzten sich willkürlich auf sitzende Demonstranten. Mindestens ein Dutzend DemonstrantInnen wurde brutal festgenommen. Die Festgenommenen und auch Umstehende wurden dabei mit Schlägen und Tritten traktiert. Selbst ältere Demonstrationsteilnehmern, die sich für eine Beruhigung der Situation einsetzten, wurden nach Aussagen von DemonstrationsteilnehmerInnen mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Durch die andauernden Polizeiprovokationen und Übergriffe war es nicht mehr möglich die Demonstration weiterzuführen.

Bereits am vergangenen Wochenende hatte die Berliner Polizei eine kurdische Demonstration und ein Kulturfestival verboten. Offenbar ist es im rot-rot regierten Berlin für Kurdinnen und Kurden nicht möglich, ihre Grundrechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit wahrzunehmen.

In einer Zeit, in der selbst im türkischen Parlament über eine friedliche Lösung der kurdischen Frage diskutiert wird, setzt die deutsche Polizei anscheinend auf weitere Eskalation. Für die Militärs und Nationalisten in der Türkei ist dies eine Ermutigung zu weiteren Pogromen und Massakern an der kurdischen Bevölkerung.

Kontakt:  kurdistansolikom@gmx.de
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Ergänzungen

bravo

hikmed yavuz 06.12.2009 - 08:40
Die Berliner Polizei hat am Samstag Nachmittag eine Demonstration von mehreren hundert Kurdinnen und Kurden sowie deutschen AntifaschistInnen nach wenigen hundert Metern zerschlagen

ist doch völlig in ordnung

Abendschaubeitrag

hfgh 06.12.2009 - 14:04

SEGI-Soli auf Kurdistan-Demo

Ergänzer 06.12.2009 - 15:04
SEGI-Soli auf der Kurdistan-Demo:
 http://de.indymedia.org/2009/12/268092.shtml

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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Lag

wohl 06.12.2009 - 02:24
nicht an einem kurdischen Anliegen, dass die Demo angegriffen wurde. Wie kann man unter Öcalan-Konterfei kurdische Interessen vertreten??? Und war es nicht eigentlich so, dass die Linke keine nationalen Interessen verteten will? Mal ganz abgesehen davon, dass auch das per-se-Antinationale illusorisch wäre. Nur mal so, nix für ungut, ist weder Troll-Kommentar noch Befürwortung von Repression...

Azadi

Friedrich Dürr 06.12.2009 - 11:28
Nur gemeinsam gehört uns die Zukunft! Lasst uns zusammen kämpfen für einen Welt ohne Ausbeutung, Faschismus und Krieg! Hoch die Internationale Solidarität!

RAF-PKK-AUTONOMEANTIFA

Meinungsfreiheit

Peter Lustig 06.12.2009 - 11:42
ist bei den Kommentaren wohl völlig unverstanden. Die steht erstmal jedem zu und soll verhindern, daß jemand nur wegen seiner Meinung Gewalt erfährt. Wenn es denn Gegenmeinungen gibt, kann der Konflikt erstmal verbal ausgetragen werden - ohne Gewalt. Das ist die Qualität der Meinungsfreiheit. Jeder, der meint, eine Meinung verbieten zu wollen, geht wieder den Schritt zurück zur Gewalt. Wer also Kurden die Meinungsfreiheit verweigert, weil diese sich weiterentwickeln sollen, geht dabei selbst dorthin zurück, wo die Rückständigkeit vermutet wird. Lustig ist, daß Bigamie und Polygamie als Argument ins Feld geführt werden :) . Warum nicht den Teufel bemühen, oder Hexen? Schreibt hier wieder ein kleiner Moralapostel? Beschreibe doch mal den richtigen Sex! Nur Missionarsstellung :ooo.

Rot-Rot bald tot

y 06.12.2009 - 12:57
Bullenrepression schlimmer als in CDUregierten Ländern, Kürzungspolitik, Desilusion unter den Linken. Dieser Senat ist ein Witz. Rot-Rot verliert immer mehr UnterstützerInnen. Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, SPD und Linke wissen es selbst, dass sie die nächsten Wahlen bereits verloren haben. Dann kommt entweder Rot-Rot-Grün oder es kommt noch schlimmer und wur haben eine CDU-geführte Stadtregierung. Dann geht´s noch härter ab. Das gute daran: einige die es sich in tollen Projekten schön bequem gemacht haben, müssen dann stempeln gehen. Würde ihnen mal gut tun. Ich werde jedenfalls dem LINKE-SPD Senat keine Träne nachweinen, wenn er abtritt. Der Lack ist ab.

@vatan

jaylo 06.12.2009 - 14:08
womit du recht hast, ist, dass fahnenschwingenden nationalisten mit führerbildchen allerorten die solidarität verweigert werden sollten.
das gerede von "volk" und "völkern" ist jedoch stuss. ich gehe vermutlich recht in der annahme, dass so ziemlich überall durchgeknallte spinner ihre rache mit ner pumpgun auslassen können.das ist nichts pkk-eigenes.

Vatan

ps 06.12.2009 - 15:17
PS: Vatan ist türkisch und heißt Vaterland, auch ansonsten entspricht der Beitrag der rassistischen antikurdischen Propaganda.

kommentar-kommentierung

komma 06.12.2009 - 16:39
was hier schon wieder für kommentare zu lesen sind, also echt... manche leute sollten sich vielleicht erstmal mit dem konflikt auseinandersetzen bevor sie hier ihren senf dazugeben. die kurden per se als "terroristisch" darzustellen ist echt schwach, wer definiert denn was terror ist? ist der kampf gegen unterdrückung terror?
und warum soll die linke mit der kurdischen bewegung nichts zu tun haben? die kurdische bewegung kämpft für ein selbstbestimmtes leben mit möglichst wenig hierarchien (bzw. setzt sich auf jeden fall teilweise kritisch mit hierarchien, auch in den eigenen strukturen, auseinander) und gerade die kurdische frauenbewegung ist sehr emanzipatorisch und hat einen starken einfluss auf die gesamte bewegung (lies doch mal die aktuelleren schriften zum thema vom "megaterroristen" öcalan).
ach ja, warum stellt eigentlich eine demonstration gegen menschenunwürdige haftbedingungen angeblich einen missbrauch des demonstrationsrechts dar?
denk mal nach.