Antimilitärische Aktion in Göttingen
Ca. 25 Aktivist*innen haben eine Veranstaltung im Verfügungsgebäude der Uni Göttingen (VG 2.101) gestört. Diese sollte am Donnerstag, dem 26. November, um 18 Uhr unter dem Titel «Moderne Piraten Welche Bedrohung stellen sie dar und wie kann man ihnen entgegentreten» stattfinden. Die Veranstalter*innen der Gruppe "Demokratische Aktion Fachschaft" (DAF) hatten den Referenten Gunter Körtel von der Bundeswehr und einen Professor vom Institut für Völkerrecht zu einer Podiumsdiskussion eingeladen.
Kapitänleutnant Gunter Körtel ist Chef des "Einsatzführungskommando der Bundeswehr, Einsatzgruppe MarOp, ATALANTA" - also des Flottenverbandes, der im Atlantik für die NATO auf Piratenjagd ist, um deutsche und europäische Wirtschaftsinteressen vor der Küste Afrikas zu sichern.
Zur Überraschung des Bundeswehrreferenten kamen kurz vor Beginn eine ganze Reihe Aktivist*innen in den Raum, hängten Transparente («Bundeswehr wegtreten») und Plakate («mörderische Soldaten») auf und erklärten die Veranstaltung für beendet. Anschließend versperrten sie die Türen von außen und ließen die Referenten und die wenigen Zuhörer*innen ein wenig schmoren. Militär hat an der Universität nichts zu suchen!
Nach einer knappen halben Stunde gaben die Veranstalter*innen und Referenten auf und verließen das Gebäude. Aktivist*innen verfolgten sie daraufhin bis ins Iduna-Gebäude, um sicherzustellen, dass diese Veranstaltung nicht an einen anderen Ort verlegt wird.
Wer die Bundeswehr einlädt, muss mit antimilitaristischen Widerstand rechnen. Es ist unerträglich, dass studentische Gruppen versuchen, offen Vertreter des Militärs einzuladen und ihnen eine Plattform an der Uni für ihre Propaganda zu bieten.
Angesichts eines immer knapper werdenden Zugangs zu Ressourcen und einer kapitalistischen Krise, die für immer größere Teile der Welt Hunger und Elend bereit hält, etablieren die imperialistischen Mächte weltweit unter dem Vorwand der Terror- und Piratenbekämpfung eine Sicherheitsarchitektur, die auch zunehmend militarisiert wird.
Die Abschottung nach Außen – mit Grenzregimen, Zäunen, Mauern und Lagern – korrespondiert dabei mit weltweiten Interventionen, die den Zugriff auf Rohstoffe und freie Handelswege sichern sollen.
Somalia – das im Fokus der Antipirateriemissionen der EU liegt - gehört zu denjenigen Staaten, die seit Anfang der neunziger Jahren als failed states (nicht regierbare Staaten) kategorisiert werden. An der Situation vor Somalias Küste wird die Brutalität kapitalistischer Ausbeutung wie unter einem Brennglass sichtbar: Zuerst fischen Fischereiflotten aus den Metropolen die Meere vor der somalischen Küste leer. Dadurch verlieren ganze Landstriche ihre Existenzgrundlage. Die ehemaligen Fischer führen nun ihre nutzlos gewordenen Boote einem neuen Zweck zu. Sie hohlen sich einen winzigen Teil des Reichtums derjenigen Weltgegenden, die ihre Armut ganz unmittelbar zu verantworten haben. Während man die eigenen Fischereiflotten bei der Zerstörung der Lebensgrundlagen von tausenden von Menschen hatte gewähren lassen, setzt man nun das Militär ein, um jene umzubringen, denen es nicht reicht als arme Hungeropfer auf Werbeplakaten der Welthungerhilfe zu erscheinen. Jenen, die das durchsetzten auch noch die Möglichkeit zu geben, es in der Uni zu verteidigen, ist widerlich.
Kein Platz für die Armee an der Uni und überall sonst!
Hier sind einige Texte zu Piraten:
http://www.akweb.de/ak_s/ak541/30.htm
http://www.wsws.org/de/2009/jan2009/pira-j13.shtml
Zur Überraschung des Bundeswehrreferenten kamen kurz vor Beginn eine ganze Reihe Aktivist*innen in den Raum, hängten Transparente («Bundeswehr wegtreten») und Plakate («mörderische Soldaten») auf und erklärten die Veranstaltung für beendet. Anschließend versperrten sie die Türen von außen und ließen die Referenten und die wenigen Zuhörer*innen ein wenig schmoren. Militär hat an der Universität nichts zu suchen!
Nach einer knappen halben Stunde gaben die Veranstalter*innen und Referenten auf und verließen das Gebäude. Aktivist*innen verfolgten sie daraufhin bis ins Iduna-Gebäude, um sicherzustellen, dass diese Veranstaltung nicht an einen anderen Ort verlegt wird.
Wer die Bundeswehr einlädt, muss mit antimilitaristischen Widerstand rechnen. Es ist unerträglich, dass studentische Gruppen versuchen, offen Vertreter des Militärs einzuladen und ihnen eine Plattform an der Uni für ihre Propaganda zu bieten.
Angesichts eines immer knapper werdenden Zugangs zu Ressourcen und einer kapitalistischen Krise, die für immer größere Teile der Welt Hunger und Elend bereit hält, etablieren die imperialistischen Mächte weltweit unter dem Vorwand der Terror- und Piratenbekämpfung eine Sicherheitsarchitektur, die auch zunehmend militarisiert wird.
Die Abschottung nach Außen – mit Grenzregimen, Zäunen, Mauern und Lagern – korrespondiert dabei mit weltweiten Interventionen, die den Zugriff auf Rohstoffe und freie Handelswege sichern sollen.
Somalia – das im Fokus der Antipirateriemissionen der EU liegt - gehört zu denjenigen Staaten, die seit Anfang der neunziger Jahren als failed states (nicht regierbare Staaten) kategorisiert werden. An der Situation vor Somalias Küste wird die Brutalität kapitalistischer Ausbeutung wie unter einem Brennglass sichtbar: Zuerst fischen Fischereiflotten aus den Metropolen die Meere vor der somalischen Küste leer. Dadurch verlieren ganze Landstriche ihre Existenzgrundlage. Die ehemaligen Fischer führen nun ihre nutzlos gewordenen Boote einem neuen Zweck zu. Sie hohlen sich einen winzigen Teil des Reichtums derjenigen Weltgegenden, die ihre Armut ganz unmittelbar zu verantworten haben. Während man die eigenen Fischereiflotten bei der Zerstörung der Lebensgrundlagen von tausenden von Menschen hatte gewähren lassen, setzt man nun das Militär ein, um jene umzubringen, denen es nicht reicht als arme Hungeropfer auf Werbeplakaten der Welthungerhilfe zu erscheinen. Jenen, die das durchsetzten auch noch die Möglichkeit zu geben, es in der Uni zu verteidigen, ist widerlich.
Kein Platz für die Armee an der Uni und überall sonst!
Hier sind einige Texte zu Piraten:
http://www.akweb.de/ak_s/ak541/30.htm
http://www.wsws.org/de/2009/jan2009/pira-j13.shtml
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Ergänzungen
"Wir wollen ja niemanden töten..."
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
warum gibt es "moderne" piraten... — ...
frage — muenger
@muenger — schneekette
Verblendung — egal