Anmerkung der Moderationsgruppe:
Trotz der Bitte, de.indymedia.org zum Veröffentlichen von eigenen Berichten und selbst recherchierten Reportagen zu nutzen, wurde hier ein Kommentar, ein Diskussionsbeitrag oder eine Stellungnahme einer Gruppe reinkopiert.
Es ist nicht das Ziel von Indymedia, ein umfassendes Infoportal incl. Forum für die Verlautbarungen politischer Gruppen anzubieten. Indymedia will ein Plattform für engagierte MedienmacherInnen und ihren eigenen Inhalte bieten. Indymedia will nicht als virtueller Flugblattständer für die Verbreitung, Kritik und Diskussion konkurrierender teilweise dogmatischer Ideologien herhalten. Das Veröffentlichen von Gruppenstellungnahmen und Flugblatttext gehört nicht zu den Zielen des Projektes. Mehr Informationen darüber, warum sich Indymedia nicht zum Diskutieren von politischen Texten eignet, findest Du hier. Bitte nutze stattdessen die verlinkten Online-Diskussionsforen.
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sexistischer Übergriff im Art Canrobert in RA
Auf Grund verschiedener Vorfälle in der letzten Zeit entstand dieses Paper. Es soll verdeutlichen, wie unzureichend und heftig sich Gruppen, Einzelpersonen und Verantwortliche verschiedener Freiräume innerhalb alternativer Szenezusammenhänge mit dem Problem Sexismus auseinandersetzen.
Sexismus innerhalb alternativer Freiräume-
sexistischer Übergriff im Art Canrobert in Rastatt
Auf Grund verschiedener Vorfälle in der letzten Zeit entstand dieses Paper. Es soll verdeutlichen, wie unzureichend und heftig sich Gruppen, Einzelpersonen und Verantwortliche verschiedener Freiräume innerhalb alternativer Szenezusammenhänge mit dem Problem Sexismus auseinandersetzen.
Ein Vorfall am 12 September 2009 im Art Canrobert in Rastatt war ausschlaggebend. Dort kam es auf einer Party dazu, dass ein Mann eine Person sehr offen und selbstbewusst an die Brust grabschte. Doch anstatt das diese Person sofort mit entsprechendem Hausverbot raus flog, folgte eine einstündige Diskussion mit Verantwortlichen und Einzelpersonen, wie den jetzt damit umzugehen ist. Es wurde sich in den Weg gestellt, um den Täter zu schützen. Es kam zu Vorwürfen, dass die teils anwesenden Frauen übertreiben würden und als Nichtveranstalterinnen kein Hausrecht hätten. Erst nach Androhungen befreundeter Personen des Opfers, diesen Menschen selbst raus zu werfen, musste die Person gehen. Doch das motivierte die betroffenen Menschen nicht diese Party zu verlassen.
Das Art Canrobert beschreibt sich selbst als alternativen Freiraum, allerdings wie sich im Folgenden zeigen wird, ohne Grundsätze. Nach einem Hausplenum kam die erste Entscheidung zu dem Vorfall, dass sich alle Beteiligten drei Monate nach dem Vorfall noch mal auf einem Gesamtplenum dazu äußern sollen, und der Täter erstmal ein Veranstaltungsverbot hätte, die Räume aber weiterhin für seine Bandprobe nutzen dürfe. Das Opfer sollte in diesem Zeitraum aber nicht im Art Canrobert sein. Den betroffenen Personen wurde allerdings ausgerichtet, dass es ein allgemeines Hausverbot gibt. Nachdem diese „Fehlinformation“ aufgedeckt wurde, haben verschiedene Personen und KünstlerInnen mit Nachdruck und Empörungen Druck aufgebaut, so dass es dann dazu kam, dass das Veranstaltungsverbot nach einem Monat Diskussion (aber ohne kollektiven Beschluss) auf ein reguläres Hausverbot ausgeweitet wurde.
Es kam aber weder zu einer offiziellen Entschuldigung der VeranstalterInnen noch zu weiteren Überlegungen das Problem Sexismus in Form von Infoveranstaltungen, Flyern oder Workshops zu thematisieren, was anscheinend dringend erforderlich wäre. Die Ursachen scheinen egal zu sein, der Abend wird vergessen und es läuft alles weiter wie bisher.
Es kommt nicht selten vor, dass bei Konzerten jeglicher Musikrichtungen sexistische Ansagen oder Texte zu hören sind. Wird dies überhaupt thematisiert, ist die Reaktion oft Unverständnis: die Band sei doch gut, man dürfe das alles nicht zu ernst nehmen, schließlich sei es ja nur ein Lied und alles nur eine Interpretationsfrage etc. Ein irgendwie politischer Anspruch scheint sich im sozialen Bereich häufig gar nicht fortzusetzen. Sexistische Sprüche am Tresen, Rumgepose während dem Konzert oder Antatschen im Gedränge sind auch in linken Läden an der Tagesordnung. Abgetan wird dieses Verhalten beispielsweise damit, dass der/die Verantwortliche jedoch ansonsten ein_e gute_r Antifaschist_in oder Kumpel ist.
Stattdessen sieht sich das Opfer mit Anschuldigungen von Übertreibung, Unglaubwürdigkeit, ständigen Rechtfertigungen und Hierarchiestrukturen konfrontiert. Mangelnde Solidarität innerhalb der Szene und das Verhalten einiger Personen und Gruppen führen schnell zu Ohnmacht. Das Opfer wird zum/zur Täter_in und entwickelt eventuell sogar Schuldgefühle, vor allem wenn es zum Vorwurf der Spaltung und Szenezerstörung kommt.
Lippenbekenntnisse und Versprechungen reichen nicht mehr und die Definitionsmacht muss endlich umgesetzt werden. Gruppen müssen sich mit Sexismus beschäftigen, insbesondere die, welche es noch nicht getan haben oder wo es noch zu solchen Vorfällen kommt.
Struktureller Sexismus ist diskriminierend und in der Geschlechtergetrennten Grundform der kapitalistischen Gesellschaft verwurzelt. Patriarchale Strukturen sind grundlegend für kapitalistische Produktionsverhältnisse, da Arbeit traditionell geschlechtsspezifisch getrennt verrichtet wird. Die so angepriesene Gleichheit vor dem Grundgesetz hebt weder die typischen Geschlechterrollen auf noch patriarchale Strukturen als solche.
Oft fehlt innerhalb links(radikaler) Strukturen das Bewusstsein für antisexistische Themen und ein antisexistisches Selbstverständnis kommt nur auf dem Papier vor.
Immer noch sind Frauen innerhalb der Szene Benachteiligungen und sexuellen Grenzverletzungen ausgesetzt.
Die Definitionsmacht ist ein notwendiges Mittel, um gegen bestehende Unterdrückungsverhältnisse wirken zu können, Hierarchisierungen sollen abgebaut werden. Bei einem Vorfall muss dies ohne Fragekatalog mit der Forderung der Vorwurfsrechtfertigung anerkannt werden. Es sollte eigentlich nicht zu einem Hinterfragen oder Bagatellisieren führen.
Personen, welche den Vorfall verharmlosen, den/die Täter_in schützen oder ignorieren, machen sich mitverantwortlich, positionieren sich zwangsläufig. und stellen die Glaubwürdigkeit des Opfers in Frage.
Anstelle von Täterschutz sollte das Umfeld des Täters auf diesen und dessen/deren Einstellung einwirken und mit ihm/ihr reflektieren. Nichtverhalten und Solidarisierung mit dem Täter bedeutet Raum für eine öffentliche Akzeptanz von Sexismus zu schaffen.
Es geht nicht, dass sich die Diskussionen immer von einem sexistischen Vorfall zum nächsten hangeln.
Es muss eine ständige Selbstreflexion und die dauerhafte Diskussion bzw. Befassung mit dem Thema Sexismus erfolgen!
Sexisten entgegentreten! Sexistische Verhaltensweisen bekämpfen!
AK Sexismus BaWü
sexistischer Übergriff im Art Canrobert in Rastatt
Auf Grund verschiedener Vorfälle in der letzten Zeit entstand dieses Paper. Es soll verdeutlichen, wie unzureichend und heftig sich Gruppen, Einzelpersonen und Verantwortliche verschiedener Freiräume innerhalb alternativer Szenezusammenhänge mit dem Problem Sexismus auseinandersetzen.
Ein Vorfall am 12 September 2009 im Art Canrobert in Rastatt war ausschlaggebend. Dort kam es auf einer Party dazu, dass ein Mann eine Person sehr offen und selbstbewusst an die Brust grabschte. Doch anstatt das diese Person sofort mit entsprechendem Hausverbot raus flog, folgte eine einstündige Diskussion mit Verantwortlichen und Einzelpersonen, wie den jetzt damit umzugehen ist. Es wurde sich in den Weg gestellt, um den Täter zu schützen. Es kam zu Vorwürfen, dass die teils anwesenden Frauen übertreiben würden und als Nichtveranstalterinnen kein Hausrecht hätten. Erst nach Androhungen befreundeter Personen des Opfers, diesen Menschen selbst raus zu werfen, musste die Person gehen. Doch das motivierte die betroffenen Menschen nicht diese Party zu verlassen.
Das Art Canrobert beschreibt sich selbst als alternativen Freiraum, allerdings wie sich im Folgenden zeigen wird, ohne Grundsätze. Nach einem Hausplenum kam die erste Entscheidung zu dem Vorfall, dass sich alle Beteiligten drei Monate nach dem Vorfall noch mal auf einem Gesamtplenum dazu äußern sollen, und der Täter erstmal ein Veranstaltungsverbot hätte, die Räume aber weiterhin für seine Bandprobe nutzen dürfe. Das Opfer sollte in diesem Zeitraum aber nicht im Art Canrobert sein. Den betroffenen Personen wurde allerdings ausgerichtet, dass es ein allgemeines Hausverbot gibt. Nachdem diese „Fehlinformation“ aufgedeckt wurde, haben verschiedene Personen und KünstlerInnen mit Nachdruck und Empörungen Druck aufgebaut, so dass es dann dazu kam, dass das Veranstaltungsverbot nach einem Monat Diskussion (aber ohne kollektiven Beschluss) auf ein reguläres Hausverbot ausgeweitet wurde.
Es kam aber weder zu einer offiziellen Entschuldigung der VeranstalterInnen noch zu weiteren Überlegungen das Problem Sexismus in Form von Infoveranstaltungen, Flyern oder Workshops zu thematisieren, was anscheinend dringend erforderlich wäre. Die Ursachen scheinen egal zu sein, der Abend wird vergessen und es läuft alles weiter wie bisher.
Es kommt nicht selten vor, dass bei Konzerten jeglicher Musikrichtungen sexistische Ansagen oder Texte zu hören sind. Wird dies überhaupt thematisiert, ist die Reaktion oft Unverständnis: die Band sei doch gut, man dürfe das alles nicht zu ernst nehmen, schließlich sei es ja nur ein Lied und alles nur eine Interpretationsfrage etc. Ein irgendwie politischer Anspruch scheint sich im sozialen Bereich häufig gar nicht fortzusetzen. Sexistische Sprüche am Tresen, Rumgepose während dem Konzert oder Antatschen im Gedränge sind auch in linken Läden an der Tagesordnung. Abgetan wird dieses Verhalten beispielsweise damit, dass der/die Verantwortliche jedoch ansonsten ein_e gute_r Antifaschist_in oder Kumpel ist.
Stattdessen sieht sich das Opfer mit Anschuldigungen von Übertreibung, Unglaubwürdigkeit, ständigen Rechtfertigungen und Hierarchiestrukturen konfrontiert. Mangelnde Solidarität innerhalb der Szene und das Verhalten einiger Personen und Gruppen führen schnell zu Ohnmacht. Das Opfer wird zum/zur Täter_in und entwickelt eventuell sogar Schuldgefühle, vor allem wenn es zum Vorwurf der Spaltung und Szenezerstörung kommt.
Lippenbekenntnisse und Versprechungen reichen nicht mehr und die Definitionsmacht muss endlich umgesetzt werden. Gruppen müssen sich mit Sexismus beschäftigen, insbesondere die, welche es noch nicht getan haben oder wo es noch zu solchen Vorfällen kommt.
Struktureller Sexismus ist diskriminierend und in der Geschlechtergetrennten Grundform der kapitalistischen Gesellschaft verwurzelt. Patriarchale Strukturen sind grundlegend für kapitalistische Produktionsverhältnisse, da Arbeit traditionell geschlechtsspezifisch getrennt verrichtet wird. Die so angepriesene Gleichheit vor dem Grundgesetz hebt weder die typischen Geschlechterrollen auf noch patriarchale Strukturen als solche.
Oft fehlt innerhalb links(radikaler) Strukturen das Bewusstsein für antisexistische Themen und ein antisexistisches Selbstverständnis kommt nur auf dem Papier vor.
Immer noch sind Frauen innerhalb der Szene Benachteiligungen und sexuellen Grenzverletzungen ausgesetzt.
Die Definitionsmacht ist ein notwendiges Mittel, um gegen bestehende Unterdrückungsverhältnisse wirken zu können, Hierarchisierungen sollen abgebaut werden. Bei einem Vorfall muss dies ohne Fragekatalog mit der Forderung der Vorwurfsrechtfertigung anerkannt werden. Es sollte eigentlich nicht zu einem Hinterfragen oder Bagatellisieren führen.
Personen, welche den Vorfall verharmlosen, den/die Täter_in schützen oder ignorieren, machen sich mitverantwortlich, positionieren sich zwangsläufig. und stellen die Glaubwürdigkeit des Opfers in Frage.
Anstelle von Täterschutz sollte das Umfeld des Täters auf diesen und dessen/deren Einstellung einwirken und mit ihm/ihr reflektieren. Nichtverhalten und Solidarisierung mit dem Täter bedeutet Raum für eine öffentliche Akzeptanz von Sexismus zu schaffen.
Es geht nicht, dass sich die Diskussionen immer von einem sexistischen Vorfall zum nächsten hangeln.
Es muss eine ständige Selbstreflexion und die dauerhafte Diskussion bzw. Befassung mit dem Thema Sexismus erfolgen!
Sexisten entgegentreten! Sexistische Verhaltensweisen bekämpfen!
AK Sexismus BaWü
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Ergänzungen
Unfassbar
Erst einmal finde ich es ziemlich bedauerlich, dass Indy den Artikel, auf Grund der Modshinweise, nur im Open Posting stehen ließ.
Bei so einem Vorfall und dieser Thematik hätte mensch auch anders reagieren können.
Eine gestrige, weitere Entscheidung des Can verdeutlicht die Wichtigkeit der Veröffentlichung dieses Artikels und dessen Ausmaß!
Es wurde auf der Vollversammlung beschlossen, das erst vor kurzem beschlossene Hausverbot wieder auf ein öffentliches Veranstaltungsverbot zu reduzieren!!
Des Weiteren wurde gebeten diesen Entschluss geheim zu halten!
Bands, welche das kommende Wochenende im Can im Rahmen eines Festivals dort auftreten wurden belogen. Ihnen wurde gesagt, dass es eine offizielle Entschuldigung und Stellungnahme gegeben hätte und alles geklärt sei.
Das Can hatte dieses Jahr diverse Vorfälle, welche total daneben waren, aber nicht veröffentlicht wurden.
Diese Tatsachen, der Vorfall im September, die Reaktionen darauf und die gestrige Entscheidung sollten für alle klare Konsequenzen bedeuten!
blubb
sprachlos, einfach nur sprachlos.
Geht`s noch?
Die öffentliche zur Schau Stellung in Form von grotesken Zerrbildern ist ein weiteres Armutszeugnis für Leute, die sich endlich mal fragen sollten, ob ihnen überhaupt klar ist, was sie anrichten. Kein Mensch wird hinnehmen wollen, dass Frauen begrabscht oder belästigt werden, oder sich andere in alternativen Zusammenhängen diskriminiert fühlen müssen. Letztendlich geht es doch um Respekt und einen vernünftigen Umgang miteinander. Die vergangenen zehn Wochen haben wohl im Übermaß bewiesen, dass von einer angemessenen gesuchten und gewollten Kultur des Gespräches nicht die Rede sein kann. Wie destruktiv muß Mensch gepolt sein, wenn am Abend vor der großangelegten Mitgliederversammlung (Art-Canrobert e.V. ist seit elf Jahren ein freier Verein, der sich autark organisiert) noch mal so Richtig Öl ins Feuer gegossen wird? Wo, liebe/r AK warst du denn auf der Versammlung, als es darum ging Standpunkte aus zu tauschen und sich zu positionieren? Da tut ihr abgeklärt und betont wortkarg, wollt nach eigenem Bekunden sowieso austreten, doch zum Abschied gibt’s noch eine ordentliche Schlammschlacht...
Ein bedauerlicher Vorfall zu fortgeschrittener Stunde, auf einer sog. Bad-Taste-Party, bei dem im Vorbeigehen einer Frau in die Brust gefasst wurde, wird zum Sexismusfall par excellence. Wer würde es hinnehmen wollen, wenn seiner/ihrer Partnerin/Schwester/Mutter so was wiederfährt? Der Partner der Betroffenen, nebenbei ein hochanständiger Kerl, der jahrelang in maßgeblicher Verantwortung der Verein mitgetragen hat wollte sich nicht dazu hinreißen lassen, den Idioten unter Anwendung nonverbaler Konsequenzen der Räume zu verweisen. Die Tatsache, das der Übeltäter Sänger einer Band ist, welche schon jahrelang als angesehene Mitglieder einen Proberaum nutzen, machte die Sache nicht gerade einfacher. Er wurde nach müßigen Diskussionen der Räume verwiesen und hat wohl trotz erheblichem Alkoholkonsum (er war zuvor Gast einer Hochzeitsgesellschaft) eingesehen, dass er Scheiße gebaut hat. Doch würde der Verein heute vor einem ähnlichen Dilemma stehen, wenn der Betreffende mit gestauchtem Kiefer nach Hause geschickt worden wäre? Den Äußerungen der allermeisten Involvierten nach nicht. Den Hinweis, dass Selbstjustiz nicht gewollt sein kann, entgegne ich, dass nur souverän sein kann, wer im Endeffekt glaubwürdig zu drohen weiß und in direkter Aktion derartige Respektsverletzungen auch ahnden kann. Selbstverständlich kann meine Meinung nicht konsensfähig sein, und sonderlich hilfreich ist sie auch nicht immer, doch kann nicht der Weisheit letzter Schluß sein, der Betroffenen die totale „Definitionsmacht“ einzuräumen, mit der Konsequenz, dass einer ganze Musikclique in Form von Sippenhaft als Band die Nutzung der Räume nicht mehr möglich ist, weil ihr Sänger Hausverbot hat. Trägt eine solche Eskalation in irgendeiner Form dazu bei Probleme wirklich zu klären, geschweige denn zu bewältigen?
Der Täter und auch sein Umfeld haben mehrmals versucht Gespräche aufzunehmen, er hat sich entschuldigt, es tut ihm offensichtlich wirklich leid, auch wenn er dies aus Sicht der anderen Seite nicht mit ausreichend Nachdruck geäußert hat. Mit Sicherheit vertreten nur eine kleine Anzahl Mitglieder die Auffassung, Mensch sollte die Sache vergessen, stattdessen waren die Mehrheit der anwesenden Mitglieder der Meinung, so wurde auch beschlossen, die Strafe in Form eines Verbotes für öffentliche Veranstaltungen, begrenzt auf ein Jahr sei angemessen. Die Satzung ermöglicht es nur nach wiederholtem Fehlverhalten aus der Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden. Dieser Grundsatz ist für die meisten Mitglieder nicht diskutierbar. Der detailliert ausgeführte § 4 der Satzung listet des weiteren die administrativen Schritte auf, die zum Ausschluß führen. Im Sinne, des Opferschutzes sei es angebracht, daß er alles daran zu setzen habe der Betroffenen nicht mehr unter die Augen zu kommen. Nun muß dazu gesagt sein, dass 80 Kilometer reguläre Distanz hoffentlich ausreichen mögen um die erhitzten Gemüter wenigstens ein bisschen zu beruhigen. Es wäre wirklich wünschenswert, wenn sich wie besprochen ein Arbeitskreis bildet, der sich mit Übergriffen, Anfeindungen und Belästigungen auf intelligente Art und Weise auseinandersetzt um Themen wie Sexismus, Ausgrenzung, Machodominanz aber auch Beleidigungen und Sticheleien auf die Tagesordnung zu bringen.
Die Organisationsstruktur eines Vereins bedingt es sich über Auseinandersetzungen und Diskussionen Mehrheiten zu verschaffen, die wiederum im Sinne der Mitgliedermehrheit vertreten und durchgesetzt werden. Über dieses Prinzip das Konsensprinzip stellen zu wollen ist bei über 120 Mitgliedern doch wohl ein absolut aussichtsloses Unterfangen. Ich schätze den Anteil von Frauen in der Szene(rie), so auch in unserem Freiraum, auf circa 20 Prozent, wir sollten uns nicht dazu versteigen zu behaupten wir hätten in unserer männlich dominierten Sub- oder Gegenkultur kein Sexismusproblem. Frauen werden auch in unseren Zusammenhängen leider viel zu oft in ihrer Würde verletzt, das wird gerne nicht gesehen. Wachsamkeit, beherztes Eingreifen und Frauen die ihre Opferrolle nicht annehmen und zurückschlagen wären wünschenswert in einem emanzipierten Rahmen, der sich so nennen will. Da sollte wirklich jeder für sich und in seinem Kreis mal ran und sich fragen, ob er sich überhaupt ansatzweise vorstellen kann wie das ist als Mädchen oder seiner Weiblichkeit wegen missachtet, schikaniert und unterdrückt zu werden. Körperlicher oder sexueller Missbrauch sind entsetzliche Wirklichkeit für unglaublich viele Millionen Frauen und Kinder. Meistens im engsten Umkreis. Viele sind sich gar nicht bewusst, wie ekelhafte Witze, Grapschereien, etc. zur Normalität dieser furchtbaren Situation beitragen. Wer das Mindestmaß an Respekt vor dem/der anderen vermissen lässt, hat tatsächlich kein Recht sich Teil einer aufgeklärten Kultur zu nennen, dazu gehört für mich aber auch, dass ich nicht jedem per se Vorsatz unterstelle wenn er aus Dummheit Scheiß baut und Mensch eine zweite Chance verdient haben sollte.
Ist Sexismus nicht auch allzu leichtfertig die naheliegendste Kategorie? Macht eine einmalige Verfehlung einen jungen Mann zum Sexisten? Hat nicht jeder schon mal allzu leichtfertig eine Dummheit begangen, die man ungeschehen machen möchte? Wie soll den die sog. Definitionsmacht der Betroffenen aussehen, die sich erklärter maßen nicht äußern will, bzw. was heißt das für die Zukunft? Es muß doch möglich sein einen Sachverhalt objektiv zu betrachten und auch in der Reihung vielleicht vergleichbarer Vorfälle zu bewerten - sind solche Ereignisse in ihrer Darstellung vielleicht Symptome anderer Grundprobleme? Auch, das der/die AK UNBEKANNT, erst seinen Blödsinn in die Welt setzten musste, bevor Mitverantwortliche und Insider aller Seiten sich schriftlich über Internet austauschen, zeugt leider nicht von Charakterstärke der Beteiligten. Und dann soll der Mist auch noch kommentiert werden. Hat ihr eigentlich mal an die Involvierten gedacht, welcher Häme sie sich evtl. ausgesetzt fühlen? Mit leichtfertigem Veröffentlichen nicht belegbarer Tatsachen sollte vorsichtiger umgegangen werden. Mancher Prahlhannes glänzt wirklich mit totaler Unwissenheit und verräterischem Zynismus, nicht auszuhalten mit welcher Verbohrtheit wichtige Diskussionen verschenkt oder versemmelt werden. Reißt euch jetzt endlich mal zusammen, ihr wisst glaube ich nicht was ihr riskiert. Davon sollte sich jeder/jede angesprochen fühlen, dem/der nicht am Fortbestand des Projektes Art-Canrobert gelegen ist. Dumme Anmache hat viele Gesichter, nehme sich doch jeder mal in seiner eigenen Polemik ein bisschen zurück, wem nützt den die ganze Konfrontation? Die Möglichkeiten, die durch die Räumlichkeiten in der Karlstraße existieren, ermöglichen es Musikern und Künstlern, zu schaffen und sich zu begegnen, darüber hinaus ist genug Platz für soziales oder politisches.
Der Verein war zwar immer ein Politikum und allein deshalb schon politisch, doch die Auseinandersetzung war im Inneren scharf und nach außen auf Sachfragen beschränkt. Eitelkeiten oder politische Minderheitenmeinungen mussten hinter dem Wohle der Gesamtstruktur zurückstehen. Keiner/Keine hätte sich angemaßt dem Zusammenschluß junger Leute in der Provinz eine definierte politische Ausrichtung zu geben. Wir sind keine Partei, die Meinungen reichen zum Teil weit auseinander. Das ist gut so und schult den Verstand, nur Betonköpfe ändern ihre Meinung nie und sind zu Gesprächen nicht bereit. Vor ein paar Jahren haben es die Dachlatten von der nationalen Front nicht geschafft den Verein zu bedrohen. Der Zusammenhalt und die Solidarität waren groß, bedrohen heute Dummheit und Ignoranz unseren Laden von innen? Möchte jemand Schicksal spielen? Der möge vortreten und sich bekennen, über deine Bewerbung wird zeitnah entschieden. Hört auf mit dem Versteckspiel und bewegt euch.
Schöne Grüße, Henning
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
traurig — old
same shit — ffm
BILD dir — deine meinung
was soll denn der scheiß? — karlsruher
ihr spinner — alta
rabarbar rabarbar — pete
wo sind die 70er geblieben — hippie
@Hippie — aja
was zur hölle?!?! — revolt
hmmm — whoever
zur info — meinname
Thematisierungsbedarf — tortuga die meeresschildkröte
macht euch doch selbst kaputt — oijunk
Falsch — ist
Justittia — NoUseForAName
Tja.... — Kathy Kollewitzig