Bochumer Audimax geräumt
Besetztes Audimax geräumt - Rektorat nicht zu Verhandlungen bereit! 30 der BesetzerInnen ließen sich aus dem Gebäude tragen, wobei es zu drei Festnahmen kam. Demo gegen Räumung und Repression heute um 16 Uhr vor dem Bochumer Audimax. Danach Überaschungs-Konzert!
Pressemitteilung der AG Bildungsstreik:
Am Dienstag, 24. November, um 4.45 Uhr räumte eine Hundertschaft der Bochumer Polizei das seit dem letzten Donnerstag im Zuge des bundesweiten Bildungsstreiks besetzt gehaltene Audimax der Ruhr Universität Bochum (RUB). Die rund 40 Studierenden, die zu dem Zeitpunkt im Gebäude waren, leisteten keinerlei Widerstand. Dennoch wurden drei Studierende vorläufig festgenommen und zur Hauptwache der Polizei gebracht - was ihnen vorgeworfen wird, ist noch unklar.
„Es ist beschämend für die größte Universität des Ruhrgebiets, dass das Rektorat Polizeigewalt gegenüber Studierenden einsetzt und damit versucht, die gerade begonnene Debatte um die Verbesserung der Studienbedingungen im Keim zu ersticken“, kommentiert Benjamin Bettinger, Referent für Hochschulpolitik im AStA der RUB.
Der AStA und die BesetzerInnen rufen zu einer Versammlung aller Studierenden um 16 Uhr vor dem Audimax auf, um die Reaktion der Studierendenschaft auf den Vorfall abzustimmen. „Das ohnehin schon geringe Vertrauen innerhalb der Studierendenschaft, mit diesem Rektorat könnte ein konstruktiver Dialog möglich sein, wurde ein weiteres Mal erschüttert“, so die stellvertretende AStA-Vorsitzende Annika Klüh. „Die Verantwortlichen vertreten mit diesem Vorgehen in keinster Weise die Interessen der Angehörigen dieser Universität. Es ist kann keine Lösung sein, gerade die Menschen, die an der Hochschule etwas verändern wollen, mit Gewalt zu entfernen.“
Besonders erschüttert sind die BesetzerInnen darüber, dass ihnen nicht die Wahl gelassen wurde, freiwillig zu gehen. Die Studierenden wurden zwar seitens des Rektorats dazu aufgefordert, das Gebäude zu verlassen - allerdings begann die Polizei bereits wenige Minuten nach dieser Aufforderung mit der Räumung. „Diese Vorgehensweise war nicht fair“, so Klüh. „Wir halten dies für einen Versuch, absichtlich Anzeigen gegen Studierende zu produzieren und ihren Protest zu kriminalisieren.“ Die BesetzerInnen seien sogar bereit gewesen, das Audimax selbst aufzuräumen. Die Räumung kam auch deshalb überraschend, weil das Rektorat zuvor durchweg positiv auf die Besetzung reagiert hatte. Prorektorin Uta Wilkens hatte sich auf der Studierenden-Vollversammlung am vergangenen Donnerstag bei den Studierenden für ihr Engagement bedankt, Prorektor Ulf Eysel hatte in einem Radiointerview gesagt, dass mit einer Räumung „niemandem geholfen sei“.
Die Polizei auf dem Campus der Ruhr-Uni ist indes kein Einzelfall. Auch in Münster, Essen und Düsseldorf kam es in dieser Woche zu Räumungen und Gewalteinsätzen gegen Demonstrationen. Trotz dieser Maßnahmen schlägt der Bildungsstreik immer höhere Wellen. Inzwischen halten protestierende SchülerInnen und Studierende über 70 Bildungsinstitutionen in ganz Europa besetzt. Sie fordern freien Bildungszugang für alle, die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems, des Gymnasiums in acht Jahren sowie des Zentralabiturs.
Weitere Infos:
www.bildungsstreik-bochum.de
twitter.com/streikbochum
Am Dienstag, 24. November, um 4.45 Uhr räumte eine Hundertschaft der Bochumer Polizei das seit dem letzten Donnerstag im Zuge des bundesweiten Bildungsstreiks besetzt gehaltene Audimax der Ruhr Universität Bochum (RUB). Die rund 40 Studierenden, die zu dem Zeitpunkt im Gebäude waren, leisteten keinerlei Widerstand. Dennoch wurden drei Studierende vorläufig festgenommen und zur Hauptwache der Polizei gebracht - was ihnen vorgeworfen wird, ist noch unklar.
„Es ist beschämend für die größte Universität des Ruhrgebiets, dass das Rektorat Polizeigewalt gegenüber Studierenden einsetzt und damit versucht, die gerade begonnene Debatte um die Verbesserung der Studienbedingungen im Keim zu ersticken“, kommentiert Benjamin Bettinger, Referent für Hochschulpolitik im AStA der RUB.
Der AStA und die BesetzerInnen rufen zu einer Versammlung aller Studierenden um 16 Uhr vor dem Audimax auf, um die Reaktion der Studierendenschaft auf den Vorfall abzustimmen. „Das ohnehin schon geringe Vertrauen innerhalb der Studierendenschaft, mit diesem Rektorat könnte ein konstruktiver Dialog möglich sein, wurde ein weiteres Mal erschüttert“, so die stellvertretende AStA-Vorsitzende Annika Klüh. „Die Verantwortlichen vertreten mit diesem Vorgehen in keinster Weise die Interessen der Angehörigen dieser Universität. Es ist kann keine Lösung sein, gerade die Menschen, die an der Hochschule etwas verändern wollen, mit Gewalt zu entfernen.“
Besonders erschüttert sind die BesetzerInnen darüber, dass ihnen nicht die Wahl gelassen wurde, freiwillig zu gehen. Die Studierenden wurden zwar seitens des Rektorats dazu aufgefordert, das Gebäude zu verlassen - allerdings begann die Polizei bereits wenige Minuten nach dieser Aufforderung mit der Räumung. „Diese Vorgehensweise war nicht fair“, so Klüh. „Wir halten dies für einen Versuch, absichtlich Anzeigen gegen Studierende zu produzieren und ihren Protest zu kriminalisieren.“ Die BesetzerInnen seien sogar bereit gewesen, das Audimax selbst aufzuräumen. Die Räumung kam auch deshalb überraschend, weil das Rektorat zuvor durchweg positiv auf die Besetzung reagiert hatte. Prorektorin Uta Wilkens hatte sich auf der Studierenden-Vollversammlung am vergangenen Donnerstag bei den Studierenden für ihr Engagement bedankt, Prorektor Ulf Eysel hatte in einem Radiointerview gesagt, dass mit einer Räumung „niemandem geholfen sei“.
Die Polizei auf dem Campus der Ruhr-Uni ist indes kein Einzelfall. Auch in Münster, Essen und Düsseldorf kam es in dieser Woche zu Räumungen und Gewalteinsätzen gegen Demonstrationen. Trotz dieser Maßnahmen schlägt der Bildungsstreik immer höhere Wellen. Inzwischen halten protestierende SchülerInnen und Studierende über 70 Bildungsinstitutionen in ganz Europa besetzt. Sie fordern freien Bildungszugang für alle, die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems, des Gymnasiums in acht Jahren sowie des Zentralabiturs.
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Ergänzungen
ergänzung zum Verlauf der Aktionen um 16.00
Laut und Stark zogen die jetzt ca. 351 Personen über die UniStraße richtung Innenstadt mit der Parole "Ihr habt unser Audimax, wir nehmen euch das Rathuas ab". Ca. 40 Polizisten begleiteten die Demonstration, aber schritten nicht ein.
Studierende protestieren gegen Räumung
Die Proteste richteten sich gegen die polizeiliche Räumung des Audimax um fünf Uhr am selben Morgen. Warum das Rektorat die Polizei hinzuzog bleibt unklar, da es zuvor keine Aufforderung oder gar den Versuch eines Gesprächs seitens des Rektorats gab, die Besetzung mit dem Rektorat zu diskutieren. Stattdessen gab Prorektor Eysel fünf Minuten vor dem Zugriff der Polizei bekannt, das Audimax sei zu räumen. In einer Pressemitteilung versuchte das Rektorat anschließend, die Bochumer Symphoniker für die Räumung verantwortlich zu machen: "Prorektor Eysel bedauerte den notwendigen Einsatz ausdrücklich", heißt es dort. Die Symphoniker erklärten sich indes bereit, an den Konzerten im Foyer Informationsflyer der Protestierenden auszulegen, um ihre Solidarität mit den studentischen Protesten auszudrücken. Für die Studierenden ist klar, dass das Rektorat der Öffentlichkeit Verständis für die Proteste der vergangenen Woche nur vorspielt, um am Campus selbst einen ganz anderen Kurs zu fahren. "Das die persönlichen Sachen der Besetzerinnen und Besetzer, die während der Räumung einkassiert wurden, durch falsche Information zurückgehalten werden, ist nur die Spitze des Eisberges.", so Pia Henningfeld, eine bildungspolitische Aktivistin.
Keiner will verantwortlich sein
Da Politik und (Hoch-)Schulleitungen sich bisher nicht bereit gezeigt haben, an den herrschenden Problemen wirklich etwas zu ändern, sehen sich die Studierenden dazu gezwungen ihre Argumente mit anderen Mitteln, wie beispielsweise Besetzungen, zu unterstreichen. "Die Reaktionen auf die anhaltenden Bildungsproteste sind bereits besser als noch im Sommer." sagt Felix Bremer, AStA-Referent für Hochschulpolitik, "aber im Moment wird noch von allen Seiten Verständnis geheuchelt anstatt endlich etwas sinnvolles zu tun." Das beste Beispiel dafür sind die jüngsten Statements der Hochschulrektorenkonferenz. Dort sieht man die Schuld bei den Ländern, also den Kultusministerinnen und -ministern. Diese wiederum hatten auf ihrer Konferenz die Hochschulen für eine falsche Umsetzung verantwortlich gemacht.
Die Proteste müssen also weitergehen
Für Mittwoch, den 25.11.09 ist ab 16 Uhr bereits eine Demonstration in Duisburg angekündigt, kurz nachdem um 14 Uhr Minister Pinkwart die Uni Duisburg-Essen besuchen will. Die Bochumer Studierenden versuchen indes Kontakt mit den Symphonikern aufzunehmen, um die Möglichkeit einer weitere Zusammenarbeiten auszuloten. "Wenn wir uns diesesmal richtig mit ihnen absprechen, kann das Rektorat keine Lügen mehr verbreiten", so Benjamin Bettinger vom AStA.
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Scheißspiel — alter hase