Delmenhorst: Fackelmarsch und Übergriffe
Innerhalb der letzten Wochen erzielte der Angriff von circa 30 Neonazis auf einen Jugendtreff in Delmenhorst beachtliche mediale Resonanz. Dennoch wurde in mehreren Artikeln auf eine Pressemeldung der Polizei verwiesen, die u.A. feststellte, es seien keine „strafbaren Handlungen“ festzustellen gewesen - eine logische Konsequenz. Womöglich hätte die Polizei ihr eigenes Totalversagen eingestehen müssen. Desweiteren wurde, nachdem bereits am 12. Oktober 2009 ein Fahrzeug schwer beschädigt wurde, erneut ein PKW nach dem gleichen Schema zerstört: Sämtliche Scheiben wurden eingeschlagen. In den Folgetagen der Aktivitäten verteilten Neonazis der "Aktionsgruppe Delmenhorst" Flugblätter an mehreren Schulen im Stadtgebiet und attackierten einen Antifaschisten brutal (siehe unten).
Weitere Informationen.
Im Folgenden dokumentieren wir, zur näheren Erläuterung der Vorfälle, mehrere Auszüge aus Protokollen der vom Angriff betroffenen Jugendlichen, die sich zu diesem Zeitpunkt im Gebäude aufhielten. Fragwürdig bleibt jedoch, aus welchen Gründen auch weiterhin Neonaziaktivitäten relativiert und verschwiegen werden - Medien und Polizei negieren in ihrer äußerst zweifelhaften Darstellung der Ereignisse Übergriffe durch Neonazis und schützen letztendlich nur eben jene Täter_Innen, die innerhalb der letzten Jahre mehrfach Personen angegriffen, gejagt und bedroht haben. Es kommt für die Betroffenen jener Übergriffe, weniger objektiver Berichterstattung, als einer Beleidigung und Verhöhnung der Opfer rechter Gewalt gleich, wenn Polizei- und Presse behaupten, es seien keine "Straftaten" festzustellen gewesen. Erneut verweisen wir auf die folgende Tatsache: Desto weniger die Öffentlichkeit solchen Vorfällen Beachtung schenkt oder sie gar ignoriert, umso mehr nehmen neonazistische Gewalt- und Propagandaaktionen zu. Nur im Konsens der schweigenden Mehrheit im Mikrokosmos Delmenhorst konnte eine solche Neonazistruktur entwickeln und quasi-etablieren. Presseartikel und Polizeimeldungen in einer derartigen Manier fördern lediglich das neonazistische Selbstverständnis, sich in Delmenhorst förmlich alles erlauben zu können, ohne tatsächlich juristische Konsequenzen fürchten zu müssen.
Beim ersten Überfall konnte ich aus dem Fenster, mit Blick zur Stedinger Str., die mir bekannten Neonazis Mario M., Sebastian M., Marcel H. und Julian M. sehen. Die besagten Personen näherten sich dem Jugendtreff und verwickelten die Sozialpädagogin, die sich inzwischen vor der Tür positioniert hatte, in ein Gespräch und fotographierten sie. In diesem Zeitraum befand ich mich noch innerhalb des Jugendtreffs und versuchte einige der anwesenden Personen zu beruhigen. Nach beinahe unmittelbarer Alarmierung der Polizei, flüchteten die Neonazis in Richtung des benachbarten Wolleparks. Nach ca. einer Stunde tauchte eine Menschenmenge von ungefähr 25-30 schwarzgekleideten Personen vor dem Eingang auf. Einige hatten sich fast bis zur Unkenntlichkeit vermummt und waren mit Reizgas, teils abgebrochenen Flaschen, Holzlatten, Teleskopschlagstöcken und/oder Quarzsandhandschuhen bewaffnet. Erneut konnte ich die Neonazis Julian M., Mario M., Sebastian M., Marcel H., Jonathan von S. - alle aus dem Großraum Delmenhorst - sowie die tostedter Neonazis Fabian R. und Emilio W. identifizieren. Die Gruppe skandierte die ganze Zeit über Parolen wie z.B. "Rotfront verrecke!".
Nachdem der Versuch der Angreifer_Innen, sich gewaltsam Zugang zu dem links-alternativen Jugendtreff zu verschaffen, erfolgreich verhindert werden konnte, floh die Gruppe vor einer sich nähernden Polizistin, die sich der Gruppe näherte. Im Nachhinein konnte ich diverse Ingewahrsamnahmen beobachten, davon betroffen auch der Neonazi-Kader Mario M.
Im Rahmen dieser Ereignisse konnte folgende Straftaten beobachten: Landfriedensbruch, Sachbeschädigung und versuchten Hausfriedensbruch. Tendenziös erschien mir im weiteren Verlauf vorallem das Verhalten seitens der unterbesetzten Polizeikräfte, die scheinbar darum rangen, möglichst viele Gründe zu konstruieren, um die Geschehnisse zu relativieren und systematisch herunterzuspielen. Bei der Aktion hatte ich zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, es könnte sich um pure Provokation handeln. Die Neonazi-Gruppe wirkte entschlossen und sichtbar gewaltbereit. Das mediale Echo verhallte – aufs Neue – in einem entpolitisierten Streit rivalisierender Jugendgruppen; die neonazistische Motivation hinter der Aktion wurde weder von Presse, noch von Polizei, erwähnt.
Weiteres Fahrzeug zerstört.
Bereits am 12. Oktober 2009 wurde ein Fahrzeug in Delmenhorst Düsternort schwer beschädigt. Weiter versuchte eine Neonazikleingruppe am 14. Oktober eine Jugendliche in den Graftanlagen mit Reizgas anzugreifen – dabei erneut beteiligt: Marcel H. Aktuell wurde in der Breslauerstraße, nur etwa 300 Meter vom Wohnort des „Landesführer“ der „Jungen Nationaldemokraten Niedersachsen“ Julian M. ein PKW in ähnlicher Weise beschädigt.
05. November 2009 - "Messer zwischen die Rippen".
Gegen ca. 17.00 Uhr ereignete sich am vergangenen Mittwoch ein weiterer Übergriff. Eine Gruppe von Neonazis um Mario M. fügte einem ihnen bekannten Antifaschisten mehrere Verletzungen zu. Unter Drohungen, ein "Messer zwischen die Rippen" zu stechen griff der einschlägig bekannte Neonazi Mario M. die Person an. Marcel H., Schüler, war ebenfalls maßgeblich an dem Angriff beteiligt: M. schlug, während das Opfer festgehalten wurde, mehrfach mit einem Karabinerhaken in die Gesichtsgegend und verletzte so den Antifaschisten am Kopf. Dieser musste ambulant im Krankenhaus behandelt werden; mehrere Platzwunden und Verstauchungen wurden dem angegriffenem zugeführt. Anschließend begaben sich die Angreifer_Innen schnell in die Wohnung Julian M. - die Lebensgefährtin des "Landesführers" der Jungen Nationaldemokraten war ebenfalls an der Tat beteiligt.
Bereits zuvor hatten Neonazis auf sich aufmerksam gemacht, so verteilten diese Flugblätter der "Aktionsgruppe Delmenhorst", mit dem Aufruf "aktiv zu werden" in "ihrer" Stadt an unterschiedlichen Gymnasien - innerhalb der letzten Woche wurden so u.A. das Max-Planck Gymnasium in der nähe der Graftanlagen - und einen Tag später das Gymnasium an der Willmsstraße durch Neonazis um Marcel Hesse und Mario Müller besucht. In beiden Fällen mussten diese vor durch Lehrkräfte alamierten Beamten fliehen.
Fackelmarsch am 14. November 2009.
Am gestrigen Freitag versammelten sich erneut Neonazis an einem Kriegsdenkmal in Adelheide. Bereits im letzten Jahr hatten Vertreter_Innen der "Aktionsgruppe Delmenhorst", NPD und "Jungen Nationaldemokraten" mit mehreren Redebeiträgen in geschichtsrevisionistischer Tradition den "Volkstrauertag" begangen. Genau ein Jahr später, versammelten sich erneut zunächst etwa 15 Personen mit Fackeln, Flaggen und einem Kranz an selbigem Denkmal.
Im Verlauf des Abends erweiterte sich die Gruppe auf etwa 25-30 Personen, die sich unter Anderem im Bereich Deichhorst aufhielt, bevor sich Teile der Versammlung in unterschiedliche Richtungen bewegten. Zuvor wurden mehrere Redebeiträge verlesen, aus der Wohnung des "Landesführers" der "Jungen Nationaldemokraten" wurden eilig die benötigten Utensilien geholt - mit mehreren PKWs wurden Neonazis an den Stadtrand transportiert. Nach Abschluss der Aktivitäten versuchte Mario M. einen Jugendlichen am sgnt. "White Lion" anzugreifen. Weitere Personen - u.A. Phil M., Marcel H., Sebastian M., Julian M. und Florian C. begaben sich bis spätestens 02:00 Uhr zu ihren Wohnorten.
Fackelmarsch im Jahr 2008.
Im Folgenden dokumentieren wir, zur näheren Erläuterung der Vorfälle, mehrere Auszüge aus Protokollen der vom Angriff betroffenen Jugendlichen, die sich zu diesem Zeitpunkt im Gebäude aufhielten. Fragwürdig bleibt jedoch, aus welchen Gründen auch weiterhin Neonaziaktivitäten relativiert und verschwiegen werden - Medien und Polizei negieren in ihrer äußerst zweifelhaften Darstellung der Ereignisse Übergriffe durch Neonazis und schützen letztendlich nur eben jene Täter_Innen, die innerhalb der letzten Jahre mehrfach Personen angegriffen, gejagt und bedroht haben. Es kommt für die Betroffenen jener Übergriffe, weniger objektiver Berichterstattung, als einer Beleidigung und Verhöhnung der Opfer rechter Gewalt gleich, wenn Polizei- und Presse behaupten, es seien keine "Straftaten" festzustellen gewesen. Erneut verweisen wir auf die folgende Tatsache: Desto weniger die Öffentlichkeit solchen Vorfällen Beachtung schenkt oder sie gar ignoriert, umso mehr nehmen neonazistische Gewalt- und Propagandaaktionen zu. Nur im Konsens der schweigenden Mehrheit im Mikrokosmos Delmenhorst konnte eine solche Neonazistruktur entwickeln und quasi-etablieren. Presseartikel und Polizeimeldungen in einer derartigen Manier fördern lediglich das neonazistische Selbstverständnis, sich in Delmenhorst förmlich alles erlauben zu können, ohne tatsächlich juristische Konsequenzen fürchten zu müssen.
Beim ersten Überfall konnte ich aus dem Fenster, mit Blick zur Stedinger Str., die mir bekannten Neonazis Mario M., Sebastian M., Marcel H. und Julian M. sehen. Die besagten Personen näherten sich dem Jugendtreff und verwickelten die Sozialpädagogin, die sich inzwischen vor der Tür positioniert hatte, in ein Gespräch und fotographierten sie. In diesem Zeitraum befand ich mich noch innerhalb des Jugendtreffs und versuchte einige der anwesenden Personen zu beruhigen. Nach beinahe unmittelbarer Alarmierung der Polizei, flüchteten die Neonazis in Richtung des benachbarten Wolleparks. Nach ca. einer Stunde tauchte eine Menschenmenge von ungefähr 25-30 schwarzgekleideten Personen vor dem Eingang auf. Einige hatten sich fast bis zur Unkenntlichkeit vermummt und waren mit Reizgas, teils abgebrochenen Flaschen, Holzlatten, Teleskopschlagstöcken und/oder Quarzsandhandschuhen bewaffnet. Erneut konnte ich die Neonazis Julian M., Mario M., Sebastian M., Marcel H., Jonathan von S. - alle aus dem Großraum Delmenhorst - sowie die tostedter Neonazis Fabian R. und Emilio W. identifizieren. Die Gruppe skandierte die ganze Zeit über Parolen wie z.B. "Rotfront verrecke!".
Nachdem der Versuch der Angreifer_Innen, sich gewaltsam Zugang zu dem links-alternativen Jugendtreff zu verschaffen, erfolgreich verhindert werden konnte, floh die Gruppe vor einer sich nähernden Polizistin, die sich der Gruppe näherte. Im Nachhinein konnte ich diverse Ingewahrsamnahmen beobachten, davon betroffen auch der Neonazi-Kader Mario M.
Im Rahmen dieser Ereignisse konnte folgende Straftaten beobachten: Landfriedensbruch, Sachbeschädigung und versuchten Hausfriedensbruch. Tendenziös erschien mir im weiteren Verlauf vorallem das Verhalten seitens der unterbesetzten Polizeikräfte, die scheinbar darum rangen, möglichst viele Gründe zu konstruieren, um die Geschehnisse zu relativieren und systematisch herunterzuspielen. Bei der Aktion hatte ich zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, es könnte sich um pure Provokation handeln. Die Neonazi-Gruppe wirkte entschlossen und sichtbar gewaltbereit. Das mediale Echo verhallte – aufs Neue – in einem entpolitisierten Streit rivalisierender Jugendgruppen; die neonazistische Motivation hinter der Aktion wurde weder von Presse, noch von Polizei, erwähnt.
Weiteres Fahrzeug zerstört.
Bereits am 12. Oktober 2009 wurde ein Fahrzeug in Delmenhorst Düsternort schwer beschädigt. Weiter versuchte eine Neonazikleingruppe am 14. Oktober eine Jugendliche in den Graftanlagen mit Reizgas anzugreifen – dabei erneut beteiligt: Marcel H. Aktuell wurde in der Breslauerstraße, nur etwa 300 Meter vom Wohnort des „Landesführer“ der „Jungen Nationaldemokraten Niedersachsen“ Julian M. ein PKW in ähnlicher Weise beschädigt.
05. November 2009 - "Messer zwischen die Rippen".
Gegen ca. 17.00 Uhr ereignete sich am vergangenen Mittwoch ein weiterer Übergriff. Eine Gruppe von Neonazis um Mario M. fügte einem ihnen bekannten Antifaschisten mehrere Verletzungen zu. Unter Drohungen, ein "Messer zwischen die Rippen" zu stechen griff der einschlägig bekannte Neonazi Mario M. die Person an. Marcel H., Schüler, war ebenfalls maßgeblich an dem Angriff beteiligt: M. schlug, während das Opfer festgehalten wurde, mehrfach mit einem Karabinerhaken in die Gesichtsgegend und verletzte so den Antifaschisten am Kopf. Dieser musste ambulant im Krankenhaus behandelt werden; mehrere Platzwunden und Verstauchungen wurden dem angegriffenem zugeführt. Anschließend begaben sich die Angreifer_Innen schnell in die Wohnung Julian M. - die Lebensgefährtin des "Landesführers" der Jungen Nationaldemokraten war ebenfalls an der Tat beteiligt.
Bereits zuvor hatten Neonazis auf sich aufmerksam gemacht, so verteilten diese Flugblätter der "Aktionsgruppe Delmenhorst", mit dem Aufruf "aktiv zu werden" in "ihrer" Stadt an unterschiedlichen Gymnasien - innerhalb der letzten Woche wurden so u.A. das Max-Planck Gymnasium in der nähe der Graftanlagen - und einen Tag später das Gymnasium an der Willmsstraße durch Neonazis um Marcel Hesse und Mario Müller besucht. In beiden Fällen mussten diese vor durch Lehrkräfte alamierten Beamten fliehen.
Fackelmarsch am 14. November 2009.
Am gestrigen Freitag versammelten sich erneut Neonazis an einem Kriegsdenkmal in Adelheide. Bereits im letzten Jahr hatten Vertreter_Innen der "Aktionsgruppe Delmenhorst", NPD und "Jungen Nationaldemokraten" mit mehreren Redebeiträgen in geschichtsrevisionistischer Tradition den "Volkstrauertag" begangen. Genau ein Jahr später, versammelten sich erneut zunächst etwa 15 Personen mit Fackeln, Flaggen und einem Kranz an selbigem Denkmal.
Im Verlauf des Abends erweiterte sich die Gruppe auf etwa 25-30 Personen, die sich unter Anderem im Bereich Deichhorst aufhielt, bevor sich Teile der Versammlung in unterschiedliche Richtungen bewegten. Zuvor wurden mehrere Redebeiträge verlesen, aus der Wohnung des "Landesführers" der "Jungen Nationaldemokraten" wurden eilig die benötigten Utensilien geholt - mit mehreren PKWs wurden Neonazis an den Stadtrand transportiert. Nach Abschluss der Aktivitäten versuchte Mario M. einen Jugendlichen am sgnt. "White Lion" anzugreifen. Weitere Personen - u.A. Phil M., Marcel H., Sebastian M., Julian M. und Florian C. begaben sich bis spätestens 02:00 Uhr zu ihren Wohnorten.
Fackelmarsch im Jahr 2008.
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Ergänzungen
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
widerstand! — antifa
die schnappen wir uns — atze
staatsgewalt nie rufen — mein name