Pößneck: Nazis laufen ins Leere
Freitag, der 20.11.2009. Innerhalb von zwei Wochen versammelten sich zum wiederholten Male Nazis in Pößneck um für die Rückgabe des Schützenhauses zu demonstrieren.
Kurzes Vorgeplänkel
Bereits am Abend des 06.11.09 fand in Pößneck eine Demonstration von Nazis durch die Innenstadt statt. Anlass war die Versieglung der Pößnecker Rieger Immobilie am 06.11.2009 durch die Stadt Pößneck. Diese Maßnahme wurde zur Eigentumssicherung für die Erben nach Riegers Tod durchgeführt.
Eine für den 14.11.2009 angemeldete Demonstration der NPD wurde verboten. Die NPD klagte nicht gegen das Verbot.
Auch der Bundesparteitag der NPD Jugendorganisation JN am 14.11.2009 konnte dank der rechtlichen Maßnahmen der Stadt Pößneck nicht stattfinden.
Ein Volk, ein Reich, eine Innenstadt?
Am Abend des 20.11.09 versammelten sich etwa 50 Nazis neben dem Arbeitsamt in Pößneck, gut abgesichert durch die Polizei, um in Form einer Demonstration mit Zwischenkundgebung an die „Schlimme“ Tat der Stadt Pößneck und ihres Bürgermeisters zu erinnern. Am Demonstrationsauftaktort der Nazis wurden kurz die Auflagen verlesen, dann ging es ziemlich leise und gemächlich voran, immer Richtung Innenstadt und Schützenhaus. Angeheizt von „Nazimucke“ wurde der Braune Zug lauter. Mit Parolen wie „Nationaler Sozialismus – Jetzt!“, „Frei, Sozial und National“ und „Bürger macht die Straße frei“ zog man die „Breite Straße“ entlang. Eigentlich hätten die Nazis sich alle Parolen sparen können, aber die zu Letzt erwähnte besonders, denn die Bürger saßen „Zur besten BRD Sendezeit“ (Quelle: Nationaler Widerstand Thüringen) vorm Fernseher, in Kneipen oder nahmen doch eher spärlich und zaghaft am Gegenprotest teil. Ein am Rande des Naziaufzugs erschienener älterer Herr, hätte am liebsten alle Nazis nach Afghanistan geschickt – eine gerechte Sache.
Zwischenkundgebung am Objekt der Begierde.
Hier wurde gehetzt und rumgeheult.
Die Antifaschisten, die Stadt Pößneck, ihr Bürgermeister (wurde persönlich angegriffen) und das Landratsamt, alle sind total böse und gemein (zensiert zwecks Veröffentlichung). Immer die gleiche Leier, der Staat gehört abgeschafft, Antifaschisten sind Häscher des Staates (wenn Die wüssten) und das Schützenhaus gehört wieder in „Deutsche“ Hand. Wär es nicht so traurig und ziemlich ernst gemeint gewesen von den Nazis, hätte man sich darüber amüsieren können. Gerüchteweise wollen die Nazis jetzt noch regelmäßiger in Pößneck vorbei schauen und nach dem „Rechten“ sehen.
Gegenprotest und geordneter Rückzug der Nazis
Nach endlos erscheinenden Minuten, am Ort der Zwischenkundgebung, zog sich der Tross aus NPD und Freien Kräften geordnet und von der Polizei begleitet, Richtung Innenstadt zurück.
Unweit des Nazizwischenkundgebungsortes begannen deren Gegner ihren Protest. Oberhalb des Schützenhauses sammelten sich mindestens genauso viele Menschen wie bei den Rechten. Leider waren viele jüngere Teilnehmer enttäuscht, klare Worte gegen die Nazis und das Schützenhaus fehlten, nur ein Redner versuchte die richtigen Worte zu finden. Denen, den die Solidarität gebührte meldeten sich nicht zu Wort.
Vielleicht gibt es ja noch öfters die Möglichkeit, um in Pößneck das Wort zu ergreifen.
Bereits am Abend des 06.11.09 fand in Pößneck eine Demonstration von Nazis durch die Innenstadt statt. Anlass war die Versieglung der Pößnecker Rieger Immobilie am 06.11.2009 durch die Stadt Pößneck. Diese Maßnahme wurde zur Eigentumssicherung für die Erben nach Riegers Tod durchgeführt.
Eine für den 14.11.2009 angemeldete Demonstration der NPD wurde verboten. Die NPD klagte nicht gegen das Verbot.
Auch der Bundesparteitag der NPD Jugendorganisation JN am 14.11.2009 konnte dank der rechtlichen Maßnahmen der Stadt Pößneck nicht stattfinden.
Ein Volk, ein Reich, eine Innenstadt?
Am Abend des 20.11.09 versammelten sich etwa 50 Nazis neben dem Arbeitsamt in Pößneck, gut abgesichert durch die Polizei, um in Form einer Demonstration mit Zwischenkundgebung an die „Schlimme“ Tat der Stadt Pößneck und ihres Bürgermeisters zu erinnern. Am Demonstrationsauftaktort der Nazis wurden kurz die Auflagen verlesen, dann ging es ziemlich leise und gemächlich voran, immer Richtung Innenstadt und Schützenhaus. Angeheizt von „Nazimucke“ wurde der Braune Zug lauter. Mit Parolen wie „Nationaler Sozialismus – Jetzt!“, „Frei, Sozial und National“ und „Bürger macht die Straße frei“ zog man die „Breite Straße“ entlang. Eigentlich hätten die Nazis sich alle Parolen sparen können, aber die zu Letzt erwähnte besonders, denn die Bürger saßen „Zur besten BRD Sendezeit“ (Quelle: Nationaler Widerstand Thüringen) vorm Fernseher, in Kneipen oder nahmen doch eher spärlich und zaghaft am Gegenprotest teil. Ein am Rande des Naziaufzugs erschienener älterer Herr, hätte am liebsten alle Nazis nach Afghanistan geschickt – eine gerechte Sache.
Zwischenkundgebung am Objekt der Begierde.
Hier wurde gehetzt und rumgeheult.
Die Antifaschisten, die Stadt Pößneck, ihr Bürgermeister (wurde persönlich angegriffen) und das Landratsamt, alle sind total böse und gemein (zensiert zwecks Veröffentlichung). Immer die gleiche Leier, der Staat gehört abgeschafft, Antifaschisten sind Häscher des Staates (wenn Die wüssten) und das Schützenhaus gehört wieder in „Deutsche“ Hand. Wär es nicht so traurig und ziemlich ernst gemeint gewesen von den Nazis, hätte man sich darüber amüsieren können. Gerüchteweise wollen die Nazis jetzt noch regelmäßiger in Pößneck vorbei schauen und nach dem „Rechten“ sehen.
Gegenprotest und geordneter Rückzug der Nazis
Nach endlos erscheinenden Minuten, am Ort der Zwischenkundgebung, zog sich der Tross aus NPD und Freien Kräften geordnet und von der Polizei begleitet, Richtung Innenstadt zurück.
Unweit des Nazizwischenkundgebungsortes begannen deren Gegner ihren Protest. Oberhalb des Schützenhauses sammelten sich mindestens genauso viele Menschen wie bei den Rechten. Leider waren viele jüngere Teilnehmer enttäuscht, klare Worte gegen die Nazis und das Schützenhaus fehlten, nur ein Redner versuchte die richtigen Worte zu finden. Denen, den die Solidarität gebührte meldeten sich nicht zu Wort.
Vielleicht gibt es ja noch öfters die Möglichkeit, um in Pößneck das Wort zu ergreifen.
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Pößneck und der Osten Thüringens
In der Bevölkerung in der Provinz im Osten Thüringens stoßen die Nazis leider häufig auf Akzeptanz. Linke Veranstaltungen werden gemieden oder kriminalisiert.In Pößneck waren wohl die Proteste gegen das diesjährige FdV entlarvend. Außer einigen Menschen aus Jena und anderen Städten gab es ihn nämlich nicht. Menschen die sich an den Protesten beteiligten wurden statt dessen doch erschütternd oft von den "normalen Menschen in Pößneck" beschimpft. Auch die Angst vor den bösen kriminellen und gewaltbereiten Linken im Vorfeld des FdV war auffallend einseitig.
Es ist in Pößneck wohl aml an der Zeit, nicht immer nur auf die Nazis zu reagieren, sondern als aktive Linke auch selbstständig in Erscheinung zu treten.
Dennoch: Danke an alle Menschen die sich an den gestrigen Protesten beteiligt haben und soein klares Zeichen gesetzt haben, dass noch nicht alle Menschen in Pößneck den brauen Normalzustand akzeptieren!
Armutszeugnis
Dann kann ein CDU-Kirchenvertreter obendrein gegen die radikale Linke hetzen und ein SPD-landrat von Gelassenheit und Widerstand sprechen. Völliges demokratisches Defizit würde es genauer treffen. Nein, die Leute können echt gelassen sein, wenn Nazis Nichdeutsche jagen, aber die gibt es da ja in Thüringen zum Glück nicht so viel. Eigentlich hat noch gefehlt, dass sich der CDUler zusätzlich von der Abschaffung der Kruzifixe in Klassenräumen distanziert hätte, aber da wäre der Artikel bestimmt zu lang geworden, naja beim nächsten Mal.
Dass Parteien und Zivilgesellschaft dort gegen Nazis protestieren ist deren verdammte demokratische Verantwortung, da gibt es nix zu feiern. Gerade nicht, wenn von 13000 EinwohnerInnen nur 50 den Weg zum Protest fanden. Wenn da alle Mitglieder des Stadtrates (24), die vielleicht teilgenommen haben, und Leute von außerhalb abgezogen werden, kommen wir auf vielleicht 20 "normale" BürgerInnen - Respekt! Könnte mit die Solidarität mit einem Bürgermeister kaum besser vorstellen!
Für die Antifas dort gibt es nur den einen guten Tipp, sich nicht inmitten der kapitalistischen Zivilgesellschaft zerreiben zu lassen. Eine radikale Linke braucht zwar BündnispartnerInnen, aber es gibt Schmerzgrenzen. Also das nächste Mal den CDUler vor die Tür setzen oder das hier geben:
So what: Nazis und Bullen auf's Maul! Für die soziale Revolution!
OTZ 21.November09:
Pößnecker bieten den Neonazis die Stirn
Zwei emotional aufgeladene Demonstrationen
Pößneck (OTZ/P.C.). Zwei emotional aufgeladene Demonstrationen haben gestern Abend nur wenige Hundert Meter voneinander die Straßen Pößnecks beherrscht. Etwa 80 Bürger standen auf der Kundgebung für Demokratie und Toleranz etwa ebenso vielen Teilnehmern eines Aufmarsches der rechtsextremen NPD gegenüber, schätzte Polizeieinsatzleiter Heiko Steinbiß.
Die Gegendemonstranten versammelten sich oberhalb der Bahnbrücke in der Straße des Friedens und warteten - von Polizeikräften getrennt - auf die Ankunft der Rechten zu ihrer Zwischenkundgebung nahe des Weißen Turms in Sichtweite des Schützenhauses. Die Neonazis waren von ihrem Start- und Zielort Breite Straße gekommen und hatten lautstark ihr Demonstrationsmotto "Modde macht das Häuschen zu, drumm gönnen wir ihm keine Ruh´" gerufen.
Auf einem Solidaritätsspaziergang durch die Engelsstraße, den Wernburger Weg und die Turmstraße zur Stadtkirche nahmen die Gegendemonstranten den Pößnecker Bürgermeister Michael Modde (Freie Wähler) symbolisch in Schutz. Auch der Tannaer Bürgermeister Marco Seidel war gekommen, um seinen Amtskollegen zu unterstützen. Modde hatte bereits juristisch verhindert, dass die NPD einen Aufmarsch vor seinem Wohnhaus veranstalten darf. Die Rechten greifen das Stadtoberhaupt inzwischen persönlich an, weil er das Schützenhaus des kürzlich verstorbenen NPD-Bundesvize Jürgen Rieger hat versiegeln lassen.
Auf der um 21.40 Uhr beendeten Abschlusskundgebung des Bürgerspektrums verlas CDU-Ortsvorsitzender Manfred Brückner den Aufruf der Kreissynode des Kirchenkreises an die 32 000 evangelischen Christen im Landkreis, sich deutlich vom rechtsextremen Gedankengut zu distanzieren. Als Vorsitzender des Pößnecker Gemeindekirchenrates rief Brückner auch zu Distanz gegenüber Linksextremismus auf. Landrat Frank Roßner (SPD) freute sich, dass die Pößnecker inzwischen eine "gute Mischung aus vernünftiger Gelassenheit und entschiedenem Widerstand gegen Rechts gefunden haben".
Es waren mehr als 50!!!!!
also 50 Personen sind echt untertrieben, ich war dort und habe mir die Mühe gemacht mal durchzuzählen und ich kam auf ca. 100 - 120 Gegendemonstranten.
Klar könnten es immer noch mehr sein! Aber es ist eine Zahl auf der man aufbauen kann.
subjektiver eindruck
Beim nächsten mal besser machen
Wenn diese Demos jetzt öfters stattfinden sollten, muss der Bürgermeister usw. wirklich mal ans Mikro und vielleicht alles anders durchdacht werden!
,,Pößneck und der Osten Thüringens''
Anbei sollte mal erwähnt werden - das bleibt nämlich aus bei der Betrachtung - dass Pößneck über eine sehr aktive Linksjugend ['solid]-Gruppe
(,,re[d]solution'') verfügt, die bereits sehr gute Arbeit leistet...