Nachbereitung Actionday Muc

antifaallgaeu 19.11.2009 17:33 Themen: Antifa
Am 14.11.09 fand in München der Antifa Actionday statt. Neben den Aktionen gegen den Naziaufmarsch der Freien Nationalisten München (FNM), sollte der Tag auch Fläche bieten gegen Militär und kapitalistischen Normalbetrieb zu demonstrieren.
Die Fahrt

Versuchsweiße hatten wir dieses Mal einen Fahrplan nach München ins Netz gestellt, um interessierten Menschen die Möglichkeit zu bieten an der Demonstration teilzunehmen ohne alleine hinzufahren. An den entsprechenden Bahnhöfen stiegen dann auch einige Leute zu, welche teilweiße durch unsere Seite oder Flyer vom Actionday erfahren haben und auch mit uns fahren wollten. Soweit ein kleiner Erfolg.

Die Ankunft

In München angekommen ging es in die U-Bahn direkt zum Kundgebungsplatz, wo sich bereits etwa 300 Menschen eingefunden hatten. Nach einer Stunde waren es ca. 700 Menschen, die Redebeiträge der Antifa nt, r/Antifajugend München und der SDAJ wurden abgespielt / vorgelesen und mensch zog los.

Die Antifa Demo

Die Demonstration bestand aus ungefähr 500 autonomen Antifas, sowie 200 Punkern, Skins und allgemein Linken – ein Dankeschön an alle für euer Kommen.
Die Demo zog in guter und lauter Stimmung los, ein paar Menschen vermummten sich. Die Polizei reagierte für münchner Verhältnisse sehr gelassen und photographierte lediglich, tatsächliche Verhaftungsversuche bleiben aus.
Neben der Demo liefen vlt 150 Bullen, welche anfangs sehr ruhig wirkten. Nachdem die Demo zum ersten Mal kurzzeitig gestoppt wurde, wurde ein kurzer Sprint eingelegt welchem sich die Polizei auch nicht in den Weg stellte. Es ging weiter am Bahnhof vorbei – die Nasen waren schon weg – wo die Bullen etwas zappelig wurden und Demonstrant_innen anrempelten um eine Eskalation herbeizuführen. Diesen peinlichen Verhalten wurde kaum Aufmerksamkeit geschenkt, es blieb ruhig. Kurz vor dem Zusammentreffen mit der bürgerlichen Demo stoppten die Bullen uns erneut. Eine kurze Pause und es ging weiter, allerdings versuchten die Bullen jetzt die Demo aufzuhalten. Nach einer kleinen Rangelei in deren Verlauf ein paar Gegenstände geflogen sind und Pfefferspray versprüht wurde wichen die Bullen doch zur Seite. Vielleicht wollten sie nicht vor den ganzen Bürgern draufhauen. Die Demonstration aus über 1200 Bürgern floss mit der unseren zusammen, insgesamt dürften es hier gut 2000 Menschen gewesen sein.
Wir liefen noch ein Stück, stoppten aber bald und hörten uns die Abschlusskundgebung an. Die Demo endete direkt danach.

Der Naziaufmarsch

Da die Antifademo nur von wenigen Bullen begeleitet wurde war klar wo der Rest steckte. Die Naziroute war von hunderten Bullen bewacht, auch das nette USK zeigte Präsenz. Von den Nasen selber war lange nichts zu sehen, außer ein paar Säufer_innen am Bahnhof. Mit über 2 Stunden Verspätung zogen höchstens 200 Nasen vom Hauptbahnhof los begleitet von hunderten Bullen. Es gab immer wieder Sitzblockaden welche jedoch meist nach einer Minute von den Bullen geräumt wurden. Ein paar Antifas wurden nach einer Sitzblockade vom USK sogar bis in den C&A verfolgt. Ein zweiminütiges Bombardement faules Obst flog auf die Faschos, die gesamte Demo war von einem Pfeifkonzert begleitet – hier einen besonderen Dank an die Ausdauer der Bürger_innen. Die Reden wurden massiv gestört, auch von Musikboxen aus Häusern heraus. Als die Nazis am Sendlinger Tor eine Kundgebung hielten waren auf dem Rest der Route noch mehrere Blockaden – teilweiße mit Material. Schließlich wurde hier die Demonstration vorzeitig abgebrochen und die Nasen per U-Bahn zum Hauptbahnhof geschickt. Als krönender Abschluss verreckte auch noch der Lautsprecherwagen der Faschos.

Resümee

Zu kritisieren ist dass sich der Actionday nicht gegen Militär und kapitalistischen Normalbetrieb richtete obwohl dies angesagt wurde. Sämtliche Aktionen schienen wieder auf die Nazis fixiert zu sein.
Es gab eine laute entschlossene Antifademo mit einer für München erfreulichen Teilnehmer_innenzahl. Die Nazis waren weder in der Lage ihre Demo ungestört noch komplett durchzuführen. Dass dies nicht ausschließlich an den Gegenprotesten liegt sondern auch an Repression der Bullen ist uns natürlich bewusst. Aber mit weniger Polizei wäre der Aufmarsch wohl gar nicht möglich gewesen…
Trotz ein paar weniger guten Kleinigkeiten ein insgesamt sehr guter Tag!

Antifaschistische Aktion Allgäu
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Ergänzungen

Viele Hundert gegen Nazis

* aka * 19.11.2009 - 19:55
Am Antinazi Protest in Münschen beteiligten mehrere Hundert Menschen aus verschiedenen Spektren. Die wenigsten von ihnen waren autonome Antifaschist_innen. Vielmehr beschimpften, pfeiften, bewarfen Bürger_innen jeden Alters die Nazis und zeigten ihnen, daß sie unerwünscht sind.

Die Nazis liefen innerhalb von Hamburger Gittern und mußten eher eine antifaschistsichen Spießrutenlauf über sich ergehen lassen, als einen Trauermarsch für ihre scheiß Nazihelden. Die Außenwirkung war für sie sowas von miserabel.

Zu üblen Jagdszenen soll es an der Blockade am Sendlinger Tor gekommen sein. Mehrere Dutzend Antifas wurden gekesselt, verfolgt und festgenommen. Die Münchener Polizei hat brutal dafür gesorgt, daß der Erfogl nicht zu euphorisch gefeiert werden konnte. Außerdem bewies sie wieder einmal, wem die polizeilichen Symphatien gehören.

Kein Erfolg!

Bratwurstjohn 19.11.2009 - 20:11
"Zu kritisieren ist dass sich der Actionday nicht gegen Militär und kapitalistischen Normalbetrieb richtete obwohl dies angesagt wurde. Sämtliche Aktionen schienen wieder auf die Nazis fixiert zu sein."

Gut das es jemand anspricht. Versprochen wurde den Teilnehmer_innen eine linksradikale Demo, die eben nicht sich auf ein paar Nasen fixiert sondern saftige Krtik am herrschenden Zustand vermittelt, und genau das war nicht der Fall. Die Demo begann damit das am Freundorfer-Platz aufgezeichnete Redebeiträge abgespielt wurden die wohl niemanden interessiert haben dürften, da das Publikum ausschließlich aus Schwarzvermummten und Bullen bestand, beide Gruppen dürften ähnliche Redebeiträge schon zuhauf gehört haben. Die Demo selber war in Ordnung, die Teilnehmer_innen Zahl war ein bischen ernüchternd, im groben ganz ok. Zwischenkundgebungen in der City wo mensch Leute hätte erreichen können wurden ausgelassen, was für den Bratwurstbürger bleibt sind schwarzgekleidete Jugendliche die Nazis scheiße finden.Der Tiefpunkt war erreicht als sich die "Linskradikale"Demo mit der Bürgerlichen Demo zusammenschloß. Wie mensch mit Freunden von Staat&Kapital Hand in Hand zusammen für eine "befreite Gesellschaft" kämpfen soll können wohl nur die Demoinitiatoren beantworten. Aber auch das wurde noch durch den grausamen Redebeitrag der Bürgis getoppt: Nachdem der Referent reichlich über Nazis geschimpft, die Antifas begrüßt und sich über 2000 Leute(in Muc leben 1,3 Mio leute; Zum vergleich:Regensburg brachte es beim letzten Aufmarsch auf 7000 Gegendemonstrant_innen, Leipzig(500.000 Einwohner) brachte es zu meinen Zeiten auf 50.000 Bürgis) gefreut hatte, ließ er Aussagen los bei denen jeder/m Linken die Haare ausfallen sollten, ein Beispiel:

"Im Grundgesetz Artikel 20/4 GG steht geschrieben,[..], und genau deswegen sind wir heute hier um gegen die Feinde unserer Demokratie, die Nazis zu demonstrieren"(sinngemäß)"

Anstatt lauten Buh-Rufen, erschallte lauter Beifall aus der Pseudoemanzipativen Demo. D Nachdem ekelhaften Beitrag ging es weiter Richtung Goetheplatz wo die Demoleitung incl erster Reihe wieder sich von ihrer besten Seite zeigte: Ca 12 Bullen trennten die Bürgis von Antifas. Ohne Kommentar was jetz sei, wie Mensch jetz verfahren sollte, oder eine Erklärung rollten die vordersten Reihen ihr Transpi ein, und zogen ab. Zurück blieben Massen an schwarzgekleideten Angereißten die keine Ahnung hatten was jetz Sache war.

Anschließend folgte entgegen aller Hoffnungen auch nix was Mensch als "Actionday" bezeichnen könnte. Die gut organisierte Blockade auf der Goethestraße scheiterte aufgrund von Personalmangel. Von den Eiern und Äpfeln mal abgesehen konnten die Nazis relativ ungestört laufen. Auch einige Blockadeversuche wurden brutal unterbunden und scheiterten wie sooft an diesem Tag an zu wenig Beteiligten.

Was am Sendlinger Tor ging weiß ich nicht, das die Nazis nicht bis zuende laufen konnten ist zwar erfreulich, die Frage ist nur wie diesese Errungenschaft im Verhältniss zu der Arbeit steht, die von den Organisatorin_innen hineingesteckt wurde.

Als die Nazis weg warn, fuhren die Meisten nach Hause,die anderen zogen los um sich zu Betrinken. An Aktionen gegen Kapitalistische Einrichtungen wurde gar nicht gedacht,geschweige denn an andere Protestformen gegen „Militär und Kapitalistischen Normalbetrieb“. Im Grunde waren also 700 Autonome vergeblich hinter 150 Nazis her. Wären an dem Tag vor irgendeinem Kino oÄ 20. Exemplare von Straßen aus Zucker verteilt worden hätte Mensch das 3 Fache an Inhalten vermittelt.

@bratwurstjohn

quakquak 20.11.2009 - 00:12
Lieber Bratwurtsjohn,

deine Sicht des AntifaActionDays ist absolut falsch! Die Demo richtete sich eben nicht nur gegen den Naziaufmarsch (sehr schön am Fronttranspi "gegen Naziaufmarsch, Militär und kapitalistischen Normalbetrieb" zu erkennen, ebenso an den sehr vielfältigen Parolen, die eben nicht nur aus Alerta bestanden! (gab auch ein paar Idioten, die Bomber Harris abfeierten und noch immer nicht begriffen haben, dass es keine "guten" Rassisten gibt).
Desweiteren zu deiner Kritik an der angeblichen Zusammenarbeit mit dem bürgerlichen Spektrum. Inhaltlich gab es keinerlei Zusammenarbeit mit bürgerlichen Gruppierungen, sehr leicht zu erkennen an den beiden verschiedenen Aufrufen. Und dass sich die zwei Demos am Ende vereinigten (vielleicht die letzten 20m) hatte taktische Gründe! Anders ist es bei dem repressiven Polizeistaat Bayern gar nicht möglich für autonome Antifas so nah an die Auftaktkundgebung zu kommen.
Zur Organisationsstruktur: Local Antifas sind eben nicht nur als Dienstleistung zu sehen sondern anreisende Gruppen sollten sich eben auch selbst Gedanken machen was sie an diesem Tag reissen wollen und sich dementsprechend vorbereiten! Auserdem gab es eine gut funktionierende Infostruktur auf die jede_r zurückgreifen konnte wenn sie/er nicht wusste was und wo gemacht werden kann.
Die Sache, dass in München so wenig Leute auf die Strasse gehen kannst du niemals den Local Antifas ankreiden, hier liegen die Ursachen viel tiefer. Eine Medienlandschaft, die erst ein paar tage vorher den Naziaufmarsch erwähnt, eine äusserst repressive Stimmung in der Stadt gegen jeden auch nur so kleinen progressiven Widerstand etc...

Alles in Allem war der tag äusserst gelungen. Eine riesige (für München) autonome Antifa Demo, wie sie wohl in diesem Jahrzehnt noch nicht stattgefunden hat, viele direkte Aktionen , die du vielleicht nicht mitbekommen hast, ein 2 stunden verspäteter Naziaufmarsch, der auch noch nach nicht einmal der Hälfte abgebrochen wurde.

[Rechtschreibfehler sind der Wut der/s Autor_in über eine solch indifferenzierte Kritik entsprungen]

Ergänzung zur Verspätung der Nazis

tommi 21.11.2009 - 16:49
Ein recht wichtiger Punkt fehlt in dem Text: Die starke Verspätung des Aufmarsches kam zu stande weil der Lautsprecherwagen und der Bühnenwagen der Nazis von Antifas blockiert wurden. In folge dessen kam es zu Angriffen auf die Wägen, wobei es auch die Demoleitung erwischt hat.

Hier noch ein ausführlicher Bericht mit Bildern:

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