Weihnachtsfieber
Wenn ich mit der Karre unterwegs bin, da sehe ich die Invasion der Aussiedler in Berlin: zig Tausende Tannenbäume aus dem Ausland in vergitterten Gehegen entlang der Straßen. Alle jammern: Zwangsaussiedlung, um hier in der BRD kurz zu glänzen. Die Geschichte wiederholt sich – denke ich mir: die umzäunten Verkaufsplätze sind ja provisorisch eingerichtete Konzentrationslager und bald schon geht’s in die Öfen. Das ist Tradition.
Man geht durch die Läden – seit Oktober bereits wieder mit Weihnachtssachen zugemüllt. Langsam kommt die Weihnachtsstimmung voll durch, da macht das Bummeln durch die Shoppingmalls wieder Bock:
Every Parkhaus ist besetzt,
weil die people fahren jetzt,
all to Kaufhof, Mediamarkt,
kriegen nearly Herzinfarkt.
Kaufen hirnverbrannte things
And the X-mas-Glocken rings!
Doch die Menschen sind nicht mehr so kaufsüchtig wie noch vor wenigen Jahren. Die Prognosen für das Weihnachtsgeschäft sehen nicht sehr rosig aus. Einige müssen den Euro mehrmals drehen, bevor sie ihn ausgeben. Hartz IV lässt grüßen. Dazu fällt mir ein traurigschönes Hartz IV- Heiligabend-Gedicht ein:
Der Gabentisch ist öd und leer,
die Kinder gucken blöd umher.
Da lässt der Vater einen krachen,
die Kinder fangen an zu lachen.
So kann man auch mit kleinen Dingen
den Kindern Weihnachtsfreude bringen.
Mit dem Nikolaus am 6. Dezember wird es wohl dieses Jahr überhaupt nichts. Meine Tochter kleine hat mir doch tatsächlich verkündet, dass es die rote Sau überhaupt nicht geben darf – schon rein mathematisch: der Typ müsste ca. 822,6 Besuche pro Sekunde absolvieren, eine geschätzte Ladung von 410.400 Tonnen an Geschenken transportieren und sein dämlicher Schlitten müsste mit dreitausendfacher Schallgeschwindigkeit fliegen, damit alle Blagen ihre Pakete auch rechtzeitig bekommen. Aber da ein Rentier gewöhnlich nur 24km/h schafft, so ist damit die Existenz von Nikolaus und seinem Kumpel, dem Weihnachtsmann widerlegt.
Außerdem war mein Auftritt als Nikolaus schon letztes Jahr peinlich genug. Als ich nämlich vor einem Jahr verkleidet mit einem Sack auf dem Rücken in ihr Zimmer kam und Ho! Ho! sagte, da fragte sie die Mutti, hinter mir, ob der Vati wieder mal besoffen ist.
Alles wird gut. Kaum noch Winterlandschaften, die das Auge beruhigen und eine Illusion von steriler Sauberkeit vermitteln könnten. Aber dafür werden bei uns an der Ostsee bald Olivenbäume und Zitrusfrüchte wachsen. Das Klima macht’s bald möglich. Während es bei uns immer milder wird, mit richtigen mediterranen Aussichten, sind die Schwarzen in Afrika mal wieder die Looser: eine beispiellose Dürre hat dieses Jahr zur Folge dass 23 Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen sind. Der Klimawandel macht aus dem Kontinent langsam eine Wüste, während Teile von Nigeria Stück für Stück im Atlantik abtauchen. In ganz Afrika werden jedoch gerade mal soviel Treibgase in die Luft geblasen, wie im Bundesstaat Texas. Nun sollen noch die Schwarzen jährlich 67 Milliarden Dollar für die Schäden zahlen, die ihre Industrien in Afrika anrichten. Das ist fair! Wem das nicht so vorkommt, der kann ja mal was von seiner Knete zum schwarzen Kontinent rüberschicken – die Weihnachtszeit ist perfekt für Spenden; da kommt einmal im Jahr das Gefühl des Mitgefühls mal richtig fett ans Tageslicht, verstaubt aus der Mottenkiste, die sich Herz nennt. Man denkt dann mal an den anderen, auch die armen Schlucker aus der dritten Welt.
Lasst uns fröhlich sein und frohlocken! Jesus ist geboren, aber lasst uns diese behämmerten Kreuze aus den Klassenzimmern entfernen! Obwohl ein Stück abendländischer Kultur, passt der angenagelte Typ überhaupt nicht zu uns. Er könnte uns ja mit seiner Präsenz an der Wand unter Umständen daran erinnern, was Nächstenliebe ist und das ganze moralische Zeug. Scheiße, das wollen wir doch nicht.
Lieber nicht zu viel nachdenken, sonst kommen in den kalten Tagen wieder verstärkt die Depressionen, man kommt auf dumme Gedanken und kann dann schließlich unterm Zug enden.
Da bin ich schon froh, dass es bei Aldi wieder den guten Calvados gibt, der die Adventszeit etwas erträglicher macht.
Man geht durch die Läden – seit Oktober bereits wieder mit Weihnachtssachen zugemüllt. Langsam kommt die Weihnachtsstimmung voll durch, da macht das Bummeln durch die Shoppingmalls wieder Bock:
Every Parkhaus ist besetzt,
weil die people fahren jetzt,
all to Kaufhof, Mediamarkt,
kriegen nearly Herzinfarkt.
Kaufen hirnverbrannte things
And the X-mas-Glocken rings!
Doch die Menschen sind nicht mehr so kaufsüchtig wie noch vor wenigen Jahren. Die Prognosen für das Weihnachtsgeschäft sehen nicht sehr rosig aus. Einige müssen den Euro mehrmals drehen, bevor sie ihn ausgeben. Hartz IV lässt grüßen. Dazu fällt mir ein traurigschönes Hartz IV- Heiligabend-Gedicht ein:
Der Gabentisch ist öd und leer,
die Kinder gucken blöd umher.
Da lässt der Vater einen krachen,
die Kinder fangen an zu lachen.
So kann man auch mit kleinen Dingen
den Kindern Weihnachtsfreude bringen.
Mit dem Nikolaus am 6. Dezember wird es wohl dieses Jahr überhaupt nichts. Meine Tochter kleine hat mir doch tatsächlich verkündet, dass es die rote Sau überhaupt nicht geben darf – schon rein mathematisch: der Typ müsste ca. 822,6 Besuche pro Sekunde absolvieren, eine geschätzte Ladung von 410.400 Tonnen an Geschenken transportieren und sein dämlicher Schlitten müsste mit dreitausendfacher Schallgeschwindigkeit fliegen, damit alle Blagen ihre Pakete auch rechtzeitig bekommen. Aber da ein Rentier gewöhnlich nur 24km/h schafft, so ist damit die Existenz von Nikolaus und seinem Kumpel, dem Weihnachtsmann widerlegt.
Außerdem war mein Auftritt als Nikolaus schon letztes Jahr peinlich genug. Als ich nämlich vor einem Jahr verkleidet mit einem Sack auf dem Rücken in ihr Zimmer kam und Ho! Ho! sagte, da fragte sie die Mutti, hinter mir, ob der Vati wieder mal besoffen ist.
Alles wird gut. Kaum noch Winterlandschaften, die das Auge beruhigen und eine Illusion von steriler Sauberkeit vermitteln könnten. Aber dafür werden bei uns an der Ostsee bald Olivenbäume und Zitrusfrüchte wachsen. Das Klima macht’s bald möglich. Während es bei uns immer milder wird, mit richtigen mediterranen Aussichten, sind die Schwarzen in Afrika mal wieder die Looser: eine beispiellose Dürre hat dieses Jahr zur Folge dass 23 Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen sind. Der Klimawandel macht aus dem Kontinent langsam eine Wüste, während Teile von Nigeria Stück für Stück im Atlantik abtauchen. In ganz Afrika werden jedoch gerade mal soviel Treibgase in die Luft geblasen, wie im Bundesstaat Texas. Nun sollen noch die Schwarzen jährlich 67 Milliarden Dollar für die Schäden zahlen, die ihre Industrien in Afrika anrichten. Das ist fair! Wem das nicht so vorkommt, der kann ja mal was von seiner Knete zum schwarzen Kontinent rüberschicken – die Weihnachtszeit ist perfekt für Spenden; da kommt einmal im Jahr das Gefühl des Mitgefühls mal richtig fett ans Tageslicht, verstaubt aus der Mottenkiste, die sich Herz nennt. Man denkt dann mal an den anderen, auch die armen Schlucker aus der dritten Welt.
Lasst uns fröhlich sein und frohlocken! Jesus ist geboren, aber lasst uns diese behämmerten Kreuze aus den Klassenzimmern entfernen! Obwohl ein Stück abendländischer Kultur, passt der angenagelte Typ überhaupt nicht zu uns. Er könnte uns ja mit seiner Präsenz an der Wand unter Umständen daran erinnern, was Nächstenliebe ist und das ganze moralische Zeug. Scheiße, das wollen wir doch nicht.
Lieber nicht zu viel nachdenken, sonst kommen in den kalten Tagen wieder verstärkt die Depressionen, man kommt auf dumme Gedanken und kann dann schließlich unterm Zug enden.
Da bin ich schon froh, dass es bei Aldi wieder den guten Calvados gibt, der die Adventszeit etwas erträglicher macht.
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Ergänzungen
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Holocaustrelativierung — david
Infantil — ich
Weg damit! — ...aber sofort!