Rostock: Vollversammlung und Audimaxbesetzung
Die Studierendenproteste sind in Rostock angekommen. Nach einer recht gut besuchten Versammlung wurde gestern Nacht auch in Rostock das Audimax besetzt. Ein Bericht zur Versammlung und den Debatten zwischen Studierenden und Unileitung.
Zunächst überraschte die große Zahl der Anwesenden beim Eintreten in den Hörsaal war. Dieser positive Eindruck wurde allerdings durch die Debatte im Plenum immer wieder überlagert. Dies lag vor allem daran, dass es immer wieder zu unsolidarischen Redebeiträgen kam, die auf verschiedene Arten die Legitimität mal der Proteste mal der Protestform in Frage stellten. Letzteres kann allerdings auch als Ausdruck einer Debatte um die Strategie der Proteste verstanden werden. Die sich immer wieder äußernde Ablehnung machte sich in den meisten Fällen an den Assoziationen fest, die mit dem Begriff der Besetzung abgerufen wurden. Dass „Besetzung“ im Sinne der Proteste bedeutet, sich als Studierende den Raum nehmen, um zu debattieren wie die eigenen Interessen besser verfolgt und damit die eigene Situation verbessert werden kann, dies war vielen offenbar nicht klar. Statt dessen war zu vermuten, dass viele bei Besetzung an Randale und Ähnliches gedacht haben.
Darüber hinaus zeigte sich, dass die Studierenden als Gesamtheit hinsichtlich ihrer Bestimmung der Probleme ungeheuer diffus wirkten. Die meisten scheinen nicht über eine konsistente Analyse dessen zu verfügen, was in der Bildungspolitik schief läuft. Immer wieder kam es zu mehrheitlichen zustimmenden Beifallsbekundungen zu einzelenen Redebeiträgen, die sich jedoch inhaltlich bisweilen komplett widersprachen. Es gab also Zustimmung für Forderungen, die sich gegenseitig ausschließen. An dieser Stelle wäre es wichtig gewesen, dass Linke hier besser zusammen auftreten und sich solidarisch aufeinander beziehend eine als in sich konsistent wahrnehmbare Position vertreten. Das muss verbessert werden.
Die meisten Studierenden sind natürlich nicht links, aber eben auch nicht organisiert rechts. Problematisch ist, dass es einen breiten Wunsch zu geben schien, den Protest möglichst realistisch, konkret und auf praktikable Lösungen hin zu organisieren. Dabei fällt natürlich unter den Tisch, dass die Probleme, die hier zu verhandeln sind, so gar nicht analyisert werden, wenn der Rahmen diesen Fokus schon ausschließt. Realpolitiker sehen eben nur was sich direkt vor ihrer Nasenspitze abspielt. Andere Vorschläge offenbaren eine technologisches, unpolitisches Kalkül nach dem Motto "Wenn wir dies oder jenes tun (Bspw. durch „Sparen“ Kapital vom Markt abziehen und so durch Konsumverzicht die nationale Ökonomie zu erpressen), stellt sich schon das gewünschte Ergebnis ein. Das Gegenteil ist der Fall! Ohne politisches Handeln ändert sich nichts und beim politischen Handeln sollte man nicht knauserig sein.
Zu welchen unangenhemen Blüten der vorauseilende Gehorsam treibt, zeigte eine Einlassung des anwesenden Uni-Rektors Schareck. Dieser wartete mit einem besonders zynischem Vorschlag auf wie „mehr Lehre in die Uni“ kommen könne. Die Studierenden müssen nur in Selbstorganisation durch Tutorien ausgleichen, was ihnen durch das miserable Studienangebot fehlt. Wer gegenüber solchen Herrschaften und ihren Ansichten kriecht, muss sich nicht wundern, dass der Tag mit 24 Stunden nicht reicht um Studium, Arbeit, eigene Reproduktion und die dazukommende eigene Lehre unter einen Hut zu bringen.
Bei aller Kritik sollen natürlich die positiven Aspekte nicht verneint werden. Grundsätzlich ist es zu begrüßen, dass sich nun auch in Rostock etwas tut und gegen die Appeasement Stimmung doch eine Besetzung durchgeführt wurde. Am Beispiel Greifswald lässt sich zeigen, dass es auch in MV möglich ist da noch mehr rauszuholen.
(Mehr in leicht abgewandelter Form und mit Fotos auf
http://besserscheitern.wordpress.com)
Darüber hinaus zeigte sich, dass die Studierenden als Gesamtheit hinsichtlich ihrer Bestimmung der Probleme ungeheuer diffus wirkten. Die meisten scheinen nicht über eine konsistente Analyse dessen zu verfügen, was in der Bildungspolitik schief läuft. Immer wieder kam es zu mehrheitlichen zustimmenden Beifallsbekundungen zu einzelenen Redebeiträgen, die sich jedoch inhaltlich bisweilen komplett widersprachen. Es gab also Zustimmung für Forderungen, die sich gegenseitig ausschließen. An dieser Stelle wäre es wichtig gewesen, dass Linke hier besser zusammen auftreten und sich solidarisch aufeinander beziehend eine als in sich konsistent wahrnehmbare Position vertreten. Das muss verbessert werden.
Die meisten Studierenden sind natürlich nicht links, aber eben auch nicht organisiert rechts. Problematisch ist, dass es einen breiten Wunsch zu geben schien, den Protest möglichst realistisch, konkret und auf praktikable Lösungen hin zu organisieren. Dabei fällt natürlich unter den Tisch, dass die Probleme, die hier zu verhandeln sind, so gar nicht analyisert werden, wenn der Rahmen diesen Fokus schon ausschließt. Realpolitiker sehen eben nur was sich direkt vor ihrer Nasenspitze abspielt. Andere Vorschläge offenbaren eine technologisches, unpolitisches Kalkül nach dem Motto "Wenn wir dies oder jenes tun (Bspw. durch „Sparen“ Kapital vom Markt abziehen und so durch Konsumverzicht die nationale Ökonomie zu erpressen), stellt sich schon das gewünschte Ergebnis ein. Das Gegenteil ist der Fall! Ohne politisches Handeln ändert sich nichts und beim politischen Handeln sollte man nicht knauserig sein.
Zu welchen unangenhemen Blüten der vorauseilende Gehorsam treibt, zeigte eine Einlassung des anwesenden Uni-Rektors Schareck. Dieser wartete mit einem besonders zynischem Vorschlag auf wie „mehr Lehre in die Uni“ kommen könne. Die Studierenden müssen nur in Selbstorganisation durch Tutorien ausgleichen, was ihnen durch das miserable Studienangebot fehlt. Wer gegenüber solchen Herrschaften und ihren Ansichten kriecht, muss sich nicht wundern, dass der Tag mit 24 Stunden nicht reicht um Studium, Arbeit, eigene Reproduktion und die dazukommende eigene Lehre unter einen Hut zu bringen.
Bei aller Kritik sollen natürlich die positiven Aspekte nicht verneint werden. Grundsätzlich ist es zu begrüßen, dass sich nun auch in Rostock etwas tut und gegen die Appeasement Stimmung doch eine Besetzung durchgeführt wurde. Am Beispiel Greifswald lässt sich zeigen, dass es auch in MV möglich ist da noch mehr rauszuholen.
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Ergänzungen