Zum Fall Tobias P. in Berlin

Investigte the Police 18.11.2009 15:30 Themen: Repression
Seit Gestern sitzt Tobias P. in Untersuchungshaft, nachdem er in der Nacht vom 15.11. zum 16.11 in der Nähe zweier brennender Autos festgenommen wurde. Wer sich den Fall nach den jetzigen öffentlich gewordenen "Erkenntnissen" anschaut, wird schnell Zweifel an der Rechtmässigkeit der Untersuchungshaft bekommen.
Zwar ist noch nicht bekannt auf welchen Informationen der Haftbefehl aufgebaut ist, aber es sind mehrere Informationen über die Presse veröffentlicht worden, die einer näheren Betrachtung bedürfen.
1) Situation in der Nacht/Festnahmeort
2) "belastendes" Material bei der Festnahme/Razzien L14/L34
3) Person Tobias P.

1) Situation in der Nacht/ Festnahmeort
Tobias wurde laut Polizeimeldung (  http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/146271/index.html )in Friedrichshain in der Nähe 2 brennender PKWs gegen 02:20 Uhr festgenommen.
Ca. 25 Minuten später brannte ein Porsche, ebenfalls in Friedrichshain, am Platz der vereinten Nationen. Theoretische könnten alle 3 PKWs von der gleichen Person angezündet worden sein (laut GoogleMaps benötigt mensch für diesen Fußweg knapp unter 30 Minuten).was auch der Tagesspiegel in Erwägung zog ( http://www.tagesspiegel.de/berlin/Polizei-Justiz-Friedrichshain-Feuer-Brandanschlag;art126,2951354). Tobias war zu diesem Zeitpunkt allerdings schon in der Gewalt der Polizei. Ob die Polizei auch in diese Richtung ermittelt bleibt nach den Erkenntnissen der Ermitlungsarbeit im Falle Alexandra R. und Christoph T.fragwürdig.

2) Offensichtlich hatte Tobias bei seiner Festnahme ein Feuerzeug und Feuerzeugbenzin bei sich. Da es nicht grad günstig ist in der Nähe eines Brandortes Feuerzeugbenzin bei sich zu haben, dürfte jeden Menschen klar sein. Jedoch muss auch gesagt werden das in der Vergangenheit immer von Grill bzw. Ofenanzündern als Brandbeschleuniger beim Inbrandsetzen von Fahrzeugen gesprochen wurde. Auch dürfte Feuerzeugbenzin als flüssiger und extrem schnell zu entzündender Brennstoff her ungeeignet sein um insgeheim etwas in Brannt setzen zu wollen (Voricht: Spekulation).
Bei den Razzien am darauffolgenden Montag in der Liegigstr. 14 und 34 ist laut Polizeimeldung hingegen nichts gefunden worden.
In dem BZ Artikel des heutigen Tages wird mit neuen Informationen versucht die Täterschaft von Tobias zu untermauern: "Nach B.Z.-Informationen soll es beim Anzünden eines der Autos eine starke Verpuffung gegeben haben. Tobias P. soll deutliche Spuren von Brandbeschleuniger an den Händen getragen haben."( http://www.bz-berlin.de/tatorte/haftbefehl-gegen-politiker-sohn-article646485.html). Verpuffungen bei brenneden Fahrzeugen sind erstmal kein Indiz für Irgendwas. Verpuffungen könnten von einem platzenden Reifen kommen, das entzünden der Ölwanne ( http://www.youtube.com/watch?v=rkrTtSPGJ_U ab sek. 17).
Auch die deutlichen Spuren von Brandbeschleunigern sind noch lange kein schlüssiges Indiz solange nicht klar feststeht dass das Auto mit Feuerzeugbenzin in Brand gesetzt wurde und die Brandbeschleuniger an seinen Händen ebenfalls Feuerzeugbenzin war.

3) Tobias wohnt nach Erkenntnissen der Presse in der Liebigstraße 14, das vor ein paar Tagen den letzten Prozess gegen die Kündigung der Wohnungen verlor. Tobias passt somit genau in das Täterbild, was die Boulevardpresse versucht von sog. bzw. vermeindlichen "Hassbrennern" zu konstruieren. Über die familiäre Situation und die Nennung der Vollnbamen von Familienangehörigen braucht mensch nichts zu verlieren- man kann auch einfach auf einen tazartikel zum thema verweisen ( http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/der-boulevard-ist-feuer-und-flamme/)

Als ab schliessendes Wort gilt hier nur eines: Wie in den Vorherigen Verfahren ist es wichtig das keine Vorverurteilung stattfindet und gute Soliarbeit gemacht wird.

Freiheit für Tobias
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Ergänzungen

Fotos zu den Durchsuchungen in der Liebigstr.

... 18.11.2009 - 15:46
Fotos zu den Durchsuchungen in der Liebigstraße finden sich unter:

 http://www.flickr.com/photos/mikaelzellmann/sets/72157622699319617/

immer diese Spekulationen...

tee trinker 18.11.2009 - 16:04
auch dieser artikel ist mal wieder hochspekulativ. warten wir's doch einfach ab.

brandbeschleuniger lassen sich heutzutage auch in geringsten nano-mengen analysieren. wenn tobias die autos mit seinem feuerzeugbenzin angezündet haben sollte, werden brandchemische analysen eine übereinstimmung zwischen den an den tatorten gefundenen und den an tobias' händen analysierten brandbeschleunigern feststellen. sollte eine übereinstimmung bestehen, sieht's düster für tobias aus. wenn nicht, hat er zunächst mal ganz gute karten. so einfach ist das...

@ tee trinker

kdmk 18.11.2009 - 16:18
"brandbeschleuniger lassen sich heutzutage auch in geringsten nano-mengen analysieren. wenn tobias die autos mit seinem feuerzeugbenzin angezündet haben sollte, werden brandchemische analysen eine übereinstimmung zwischen den an den tatorten gefundenen und den an tobias' händen analysierten brandbeschleunigern feststellen. sollte eine übereinstimmung bestehen, sieht's düster für tobias aus. wenn nicht, hat er zunächst mal ganz gute karten. so einfach ist das..."

Na zu viel CSI gesehn?????
Im Falle von Alexandra konnten die Damen und Herren der KTU nicht mal die Grillanzünder in Packungen auseinanderhalten- wie soll das bei Benzin gehen????

Da ham se mal wieder den Falschen

K.l. 18.11.2009 - 16:19
Wer käme ernsthaft auf die Idee Feuerzeugbenzin für so was zu nehmen? Bei Grillanzündern hat man noch einige Minuten um wegzukommen, bei Feuerzeugbenzin hat man noch nicht Mal mehr Sekunden, da hat man sofort Festbeleuchtung.
Die Tatorte sind ein paar hundert Meter von seinem Wohnort entfernt, also auch nicht verwunderlich, dass er dort war und es gibt wohl keinen Ort in Berlin, wo die Wahrscheinlichkeit höher ist einem Autonomen über den Weg zu laufen.
Und Anhaftungen an den Händen, wenn ich daran denke, was für eine Sauerei das ist ein Gas-Feuerzeug mit Gas zu befüllen. Die Anhaftungen an meinen Händen hätten für 10 Autos gerreicht.
Und dann wird noch eine Karre angezündet, obwohl er unter Aufsicht der PMS steht?!

So schlecht und verkürzt ich dieses sinnfreie Autoflambieren auch finde, aber wir sollten den Damen und Herren am Axel-Springer-Platz 1 deutlich machen, dass wir unsere Freund_Innen verteidigen! Auch Journalisten haben Namen und Adressen und wenn sie uns angreifen, dann sind sie sicher nicht sakrosankt!

Hey teetrinker,

ausgefüllt 18.11.2009 - 16:44
im Verfahren gegen den ebenfalls der Brandstiftung verdächtigten Christoph T. wurden am Brandort keinerlei Brandmittelspuren festgestellt! Alle KT-Befunde negativ. Ein technischer Defekt wurde nie überprüft. Die Karre ist verschrottet. Aber wer denkt, dass Christoph damit aus dem Schneider ist, hat sich getäuscht. Bei ihm wurden Lampenölanhaftungen festgestellt. Der zuständige Gutachter vom LKA hat ausgesagt, dass die genausogut von einem Grillabend oder Resturantbesuch (Öllampen) kommen könnten und Lampenöl als Brandbeschleuniger kaum geeignet wäre. Aber die Staatsanwaltschaft hat sich da in was verrannt. Oberstaatsanwalt Schwarz ist weiter von Christophs Schuld "überzeugt". Sein Verfahren ist lediglich ausgesetzt. Und nun Rate mal, welcher Oberstaatsanwalt den Fall von Tobias hat: T. Schwarz.

Also nichts mit Tee trinken. Wachsam bleiben!

Eindeutige Inszenierung

Helmut Rahn 19.11.2009 - 01:38
Jepp, die Sache ist ganz offensichtlich eine Inszenierung.

"Zufällig" zur ganz spontanen Festnahme "nach frischer Tat" tief in der Nacht ist ein Fotograf für BZ und anderen Müll anwesend.
Zufällig wird der Festgenommene NICHT vor dem Fotografen abgeschirmt.
Was macht -gerade die Berliner Polizei- sonst ganz routinemäßig bei jeder Festnahme?
Richtig- einen dichten Ring von Bullen um den Festgenommenen, und möglichst schnell aus der Öffentlichkeit z.b. in ode hinter eine Wanne/ in einen Hauseingang u.s.w.
Das wird- siehe z.b. Freiheit statt Angst Demo- auch mit dem Persöhnlichkeitsschutz des Betreffenden begründet. und dabei wird üblicherweise jeder Verbale Kontakt mit Aussenstehenden brutal unterbunden.
Hier "zufällig" nicht.

Natürlich kennen auch Scheiße-Blätter wie BZ Pressekodex und Persönlichkeitsrechte.
"Zufällig" werden beide hier "Vergessen".
Das wird -soviel RechtStaat haben WIR immerhin durchgesetzt und bis jetzt verteidigt- den Redaktionen so einiges an Verfahrenskosten und eine Rüge des Presserates einbringen.
Glaubt irgendjemand, daß ein Redakteur sowas ohne Absegnung "von oben" macht?

Wir können übrigens auch davon ausgehen, daß ein so dreister offensichtlicher Verstoß gegen alle Regeln des "Reporter-Anstandes" auch ein ganz bewusster Angriff auf diesen hinderlichen Pressekodex ist.

Wir können mit Sicherheit annehmen, daß die angeblichen Beweise gegen Tobi wie schon bei den vorhergehenden Festnahmen dreist erlogen sind, oder grob irreführend von Polizei und Sta dargestellt werden.

Es gibt ja auch schon einen rechtskräftig verurteilten "Hass-Brandstifter".
Hat es bei dem so eine Inszenierung gegeben?
(is ja auch nicht in der "linken Szene")


Volle Solidariät mit Tobi und allen anderen Gefangenen! (Ohne jedes wenn und aber)





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